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Auch dieses Jahr wieder haben wir vom novum Verlag bezaubernde Weihnachtsgeschichten unserer Community gesucht. Gefunden haben wir sie bei unserer Gastautorin Dagmar Grosch-Rieck, die uns in ihrer Geschichte in die Backstube eines engagierten Bäckerlehrlings entführt.
Zu Weihnachten wollen wir Ihnen ein ganz besonderes Geschenk machen und die Geschichte nicht nur mit Ihnen teilen, sondern auch noch ein Gewinnspiel in ihr verpacken. Lesen Sie die Geschichte ganz genau und bis zur letzten Zeile und gewinnen Sie mit etwas Glück einen gratis Autorenkurs mit Zugang zu 50 Videos, durch die Sie nicht nur lernen werden, Ihr eigenes Buch zu schreiben, sondern auch es mit Erfolg zu verlegen und zu vermarkten. Zusätzlich verschenken wir eine Ausgabe unseres beliebten Autorenratgebers »Von der Idee zum Bestseller«, mit dem Sie im neuen Jahr endlich Ihr volles, kreatives Potential ausschöpfen und als Autor durchstarten können.
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Wir vom novum Verlag wünschen Ihnen und Ihren Liebsten besinnliche Feiertage und ein frohes Fest, wie es im Buche steht!
»Aus der Weihnachtsbäckerei«, von Dagmar Grosch-Rieck
Gewidmet allen Arbeitgebern, die behinderten Menschen eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt geben – um eine inklusive Normalität zu schaffen, statt Parallelwelten in Förderschulen und Behindertenwerkstätten zu bedienen.
Felix stand konzentriert am Backtisch und formte mit seinen Händen einen Stutenkerl. Er war im ersten Lehrjahr und freute sich schon lange auf die Herstellung von Weihnachtsplätzchen & Co.
Nun wippte er mit den Beinen hin und her. Er zählte dabei sehr langsam bis zwölf, denn genauso viele Arbeitsschritte brauchte man für einen Stutenkerl. Heute musste er sich beweisen, denn der Meister hatte ihn mit dieser Aufgabe allein in der Backstube gelassen. Zur Ansicht strahlte ihn ein Stutenkerl an, den sein Chef im Nu vor seinen Augen geformt hatte. Der Teig glänzte vom aufgepinselten Eigelb, die Rosinenaugen-, und Knöpfe drückten sich genau an die passende Körperstelle und ein Arm umschlang den wohl wichtigsten Teil an ihm: eine Pfeife aus weißem Ton.
Nun warteten unzählige Teigklumpen mit exakt dem gleichen abgewogenen Gewicht darauf, ebenso aussehen zu dürfen. Felix knetete einen Klumpen, formte ein langes Oval, welches er platt drückte.
Aaaaaaiiiiinns
Er drückte leicht mit beiden Zeigefingern einen Hals ein und rundete den Teig zum Kopf.
Tweiiii, Deeii
Mit dem Teigschaber teilte er den unteren Teig in zwei Beine.
Viiiieeer, Füüünf
Von beiden Seiten drückte er den Teigschaber ein und bog zwei Arme zur Seite. Nun griff er in einen kleinen Plastikeimer, gefüllt mit Rosinen.
Seechs, Siibenn
Die zwei Augen saßen.
Aaacht, Neunn, Tehn
Drei Rosinen drückte er in den Bauch.
Eeeelf
Der Backpinsel lag schon in der Schüssel mit dem Eigelb-Milch-Gemisch. Vorsichtig strich Felix über den Stutenkerl. Das Eigelb tropfte etwas. Macht nichts, er hatte ja Gummihandschuhe an.
Wöööölf
Die Tonpfeife!
Mit den Augen suchte er den Backtisch ab und entdeckte sie dann auf dem Regal über ihm. In einer großen, durchsichtigen Plastiktüte lagerten jede Menge Pfeifen. Felix streckte sich, legte sein Gewicht auf ein Bein und schaffte es gerade so, mit der rechten Hand an der Tüte zu ziehen. Da war es auch schon geschehen. Die Tüte rutschte durch seine feuchten, klebrigen Handschuhe und landete mit einem Knall auf den Bodenfliesen.
»Oh,oh, kaputt. Aaaalles kaputt!«
Er schüttelte seinen Kopf, klopfte immer wieder mit seinen Fäusten gegen die Schläfen und gab zornige Töne von sich.
Dann suchte er aus den Tonscherben einige Pfeifen heraus, die heile geblieben waren. Eine Pfeife drückte er dem Stutenkerl in den Bauch, schlang den Arm herum, aber vor lauter Eigelb am Teig blieb er nicht an der Pfeife kleben.
Felix verzog das Gesicht und fing an zu schniefen. Elf wäre die Tonpfeife gewesen und zwölf das Eigelb! Jetzt wusste er es wieder. Also nochmal…
Nun war er ganz durcheinander. Er formte und zählte tapfer, schniefte und stöhnte zwischendurch und war gar nicht mehr konzentriert wie am Anfang. Das Wippen der Beine ging in ein Hüpfen über, aber er wollte es gut machen. Der Meister sollte ihn loben.
Als es keine heilen Pfeifen mehr gab, nahm er dafür kleine Zuckerstangen und von den Papierschirmchen des letzten Sommerfestes. Statt der Rosinen als Augen, drückte er Mandelstifte in den Teig. Diese fielen nach dem Backen nicht so leicht wieder raus.
Aber je mehr er improvisierte, um so weniger glichen sie dem Stutenkerl des Bäckermeisters, der immer noch vor ihm lag.
Felix war unglücklich. Er konnte mit den Gummihandschuhen weder Tränen abwischen noch seine Nase putzen. Wenn der Chef kommt, würde er alles nochmal machen, ging ihm durch den Kopf. Teigklumpen gab es noch genug.
Als das Eigelb aufgebraucht war, versuchte er den Stutenkerl mit Puderzucker, danach mit Kakao zu bestäuben. Jetzt war es auch schon egal, wenn ein Bein etwas kürzer war oder ein Arm seltsam verbogen ohne Pfeife da hing.
Irgendwann hörte er die eiligen Schritte des Meisters kommen. Die Tür öffnete sich und genau dort blieb der Meister stehen und betrachtete Felix und seine Backstube.
Mit diesem Gesichtsausdruck hatte er Felix noch nie gesehen. Eigentlich strahlte er immer, hörte genau zu und steckte jeden mit seiner guten Laune an. Nun blickte ihn verheulter und mit Kakao und Eigelb verschmierter Lehrling unter einer verrutschten Backhaube an.
»Felix mak das nomal, NOMAL!!«
Der Meister schwieg, trat ein und schaute sich um. Er sah, wie viele Stutenkerle im rohen und gebackenen Zustand dort lagen und sah die zerbrochenen Tonpfeifen auf dem Boden liegen. Er blickte in die Mandelaugen, auf viele kakaobraune Körper und eine Figur mit einem verkürzten Bein, der sich auf der Zuckerstange zu stützen schien.
Felix stand mit hängendem Kopf da und wiederholte leise: »Felix mak das nomal.«
Der Meister nahm Felix bei den Schultern und blickte ihm direkt in die Augen.
»Alles gut, Felix. Du warst ganz fleißig und hast soo viele Stutenkerle gemacht. Lass mal gut sein, ich mache hier den Rest. Wir sehen uns morgen früh. Es tut mir leid, dass ich dich so lange mit der ganzen Arbeit allein gelassen habe.«
Als Felix am nächsten Morgen vor dem Bäckergeschäft erschien, wunderte er sich zunächst über die Schlange an Kunden, die ins Geschäft drängten.
Im Schaufenster erblickte er dann die Stutenkerle, die aufgereiht in der Auslage standen.
Neben jedem akkurat geformten, glänzenden, mit Rosinen und Tonpfeife ausgestatteten Stutenkerl stand ein Stutenkerl, den er gebacken hatte.
Darüber hing ein großes Schild auf dem geschrieben stand:
Heute im Angebot: Normale Stutenkerle!
Wer sagt denn, dass Stutenkerle immer hell glänzend mit Tonpfeife sein müssen?!
Felix grinste wieder breit übers ganze Gesicht.
War gar nicht schlimm, wenn man ihn manchmal nicht genau verstehen konnte und der Meister statt »Nochmal« , »Normal« verstanden hatte.
Er war jedenfalls glücklich in seiner Lehrstelle und freute sich, dass der Bäckermeister zufrieden mit ihm war.
Gewinnspiel
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