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Kindheit im Schatten des Krieges

Dr. Gabriel Schmidt

In Ihrem Buch „Wie’s kommt, so wird’s gefressen“ erzählt ein Mädchen zwischen neun und fünfzehn Jahren von den Kriegsjahren. Wie kamen Sie darauf?
Die gesamten Inhalte beruhen auf den tatsächlichen Erlebnissen meiner Mutter. Sie begann erst im Alter von über 70 Jahren, ihre Erinnerungen an diese Zeit aufzuschreiben. Aus diesen Aufzeichnungen darüber, wie sie den Krieg als Kind erlebt hat, habe ich einen Roman verfasst. Die Namen der handelnden Personen wurden geändert, die geschilderten Ereignisse beruhen jedoch auf den wahren Erlebnissen meiner Mutter. Sie beginnt ihre Aufzeichnungen im Alter von neun Jahren und erzählt aus ihrer kindlichen Perspektive. Diese Sichtweise war auch für mich neu. So schreibt sie zum Beispiel sehr emotional von der „Einberufung“ des Familienhundes Senta durch die Nationalsozialisten.

Sie kannten die Familiengeschichte doch sicher?
Ja, mein Bruder und ich sind mit den Erzählungen aufgewachsen, dass unsere Familie mehrfach enteignet wurde. Deshalb wollten unsere Eltern in Deutschland kein Eigentum erwerben. Viele Einzelheiten kannten wir jedoch nicht, weil auch unsere Eltern nur selten darüber sprachen. Wir hatten immer den Eindruck, dass die Erinnerungen an Oberschlesien sie sehr traurig machten, und haben das Thema deshalb meist vermieden.

Wer hat Sie in Ihrer Familie am meisten beeindruckt?
Das war sicher mein Großvater. Er musste viele Schicksalsschläge verkraften und hat dennoch bis zu seinem Tod nie aufgegeben. Ich bin überzeugt, dass er selbst nach einem Umzug nach Westdeutschland wieder eine Fabrik gegründet hätte.

Was hat Sie am meisten betroffen gemacht?
Bis heute bewegt mich das Schicksal meiner Cousine am meisten. Sie musste im Alter von drei Jahren in Polen bleiben und durfte ihrer Mutter nicht nach Frankreich folgen. Dadurch konnte sie ihre Mutter, die bereits 1957 starb, nie wiedersehen. Viele Grausamkeiten jener Zeit sind aus heutiger Sicht kaum nachvollziehbar. Es ist schwer zu begreifen, dass so etwas überhaupt möglich war.

Was kann der Leser aus Ihrem Buch mitnehmen?
Selbst wenn man alles verliert, bleiben die Familie und der unbedingte Wille, nicht aufzugeben, das Wichtigste. Wer daran festhält, bewahrt seine Würde und kann vieles wieder aufbauen und erreichen.

 

 

Wie's kommt, so wird's gefressen
Hardcover | 300 Seiten
ISBN 978-3-99185-107-3
EUR(A) 23,90
EUR(D) 23,20
CHF 34.50

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