
Herr Matl, Sie sind Salzburger. Wie kamen Sie ins Südburgenland?
Ich bin und bleibe Stadtsalzburger, Salzburg ist meine Heimat. An der Schönheit lag es nicht – ich wollte Veränderung. Auf einer Reise nach Ungarn stießen wir auf Tschanigraben. Am Rückweg kamen meine Lebensgefährtin Elfriede und ich in Gaas auf Baugründe zu sprechen. Ich wusste, dass Tschanigraben nach Gramais die zweitkleinste Gemeinde Österreichs ist – genau das reizte mich. Auf der Gemeindehomepage sah ich ein Projekt mit 14 Parzellen, einige waren frei – und ich kaufte.
Sie wohnen jetzt fix hier?
Ursprünglich planten wir nur einen Nebenwohnsitz und bauten ein Tiny House. Kurz nach meinem 63. Geburtstag erlitt ich jedoch einen Herzinfarkt. Der Arzt riet mir, dringend kürzerzutreten. Das war der Anstoß, endgültig hierher zu übersiedeln.
Gefällt es Ihnen?
Nur wegen günstiger Baugründe verlässt man nicht seine Heimat. Der Süden des Burgenlands hat eine stille, fast verborgene Schönheit. Die sanfte Hügellandschaft wirkt ruhig und unaufgeregt, aber sehr reizvoll.
Wie erleben Sie die Menschen?
Man braucht Zeit, die Unterschiede zwischen West und Ost zu verstehen. Der Westler gilt als „harte Schale, weicher Kern“, hier begegnet man einem offen und herzlich. Der Dialekt war anfangs ungewohnt, doch man wächst hinein.
Sie sind Geologe – wie kam das Dichten dazu?
Als Geologe mit dem Titel Dr. phil. hatte ich auch viel mit Philosophie zu tun. Eine musische Ader hatte ich immer. Ich schrieb Hochdeutsch-Gedichte, ein Libretto für das Musical „Die Schwalben“ und ein kleines Theaterstück – die Manuskripte gingen leider verloren.
Warum Gedichte im Hianzischen?
In einem neuen Land interessieren mich besonders Sprache und Kultur. Das Hianzische, dem Niederbayerischen ähnlich, faszinierte mich. Ich begann, meine Eindrücke als gereimtes Tagebuch festzuhalten. Da ich hier lebe, sollten sie im Dialekt erscheinen. Dialekt trägt die Seele einer Sprache in sich. Eine ehemalige Lehrerin übertrug sie ins originale Hianzische. Sie ermutigte mich zur Veröffentlichung. Beim novum Verlag wurde mein Manuskript positiv beurteilt.
Ich möchte meine Eindrücke des Landes und seiner Menschen teilen – für Zugezogene wie Einheimische.
Bleibt es bei einem Band?
Ein weiteres Manuskript liegt bereits vor, zudem arbeite ich an einem Jahrestagebuch – Stoff für mindestens zwei weitere Bände ist vorhanden.

Wie a zuagroasta Solzbuaga as Buagnlaund siagt
Hardcover | 136 Seiten
ISBN 978-3-99185-077-9
EUR(A) 24,90
EUR(D) 24,20
CHF 35.50
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