
Wieso haben Sie diesen Titel für das Buch gewählt?
Mir war es wichtig, dass das Buch einen Titel trägt, der dem Leser nicht bereits verrät, worum es geht. Diese elf Monate, in denen meine Mutter nicht mehr sprechen konnte, waren für mich oft schwer greifbar. Mehrmals fühlte ich mich wie in einem Film – ich war mir nicht immer sicher, was ich geträumt hatte und was Realität war. Der Ausdruck «Ich fühle mich wie in einem Film» ist mir in dieser Zeit häufig über die Lippen gekommen. Aus diesem Grund empfand ich diesen Titel als sehr passend.
Wie sind Sie dazu gekommen, den Ausdruck «Verlust der Stimme» in der Realität darzustellen und ihn nicht symbolisch zu verwenden?
In der Literatur bedeutet der Verlust der Stimme meist, dass jemand unterdrückt wird oder lügen muss. Ich sah es als eine kleine Herausforderung, diesen Ausdruck wortwörtlich umzusetzen und eine Protagonistin zu erschaffen, die weder unterdrückt wird noch lügen muss, aber dennoch einen realen Verlust ihrer Stimme erlebt.
Was wollen Sie den Lesern mit dieser Geschichte mitgeben?
Ich weiß nicht, wie vielen Menschen bewusst ist, dass man seine Stimme verlieren kann und dann jeden Tag darauf wartet, sie zurückzubekommen – ohne zu wissen, ob das jemals geschehen wird. Für mich ist es bis heute unbegreiflich, dass ich vergessen habe, wie die Stimme meiner Mutter geklungen hat, nachdem ich sie elf Monate lang nicht hören konnte. Die Stimme, zu der ich seit Beginn meines Lebens die stärkste Verbindung hatte, zu vergessen, ist ein Gefühl, das ich niemandem wünsche. Mit meiner Geschichte möchte ich die Leser für solche Themen sensibilisieren und ihnen unsere Erlebnisse näherbringen.
Wieso haben Sie zwei Protagonistinnen gewählt?
Die Geschichte wird mithilfe der beiden Protagonistinnen Verena und Amalia aus zwei unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Amalia schildert, wie es für mich war, eine Mutter zu haben, die nicht mehr sprechen konnte. Sie erzählt von den Höhen und Tiefen, die wir durch die Krankheit erlebt haben. Verena berichtet aus der Sicht meiner Mutter und gibt den Lesern Einblick in das Leben ohne Stimme sowie in die Gedanken, die einen dabei begleiten. Sie zeigt auf, wie man sich auch dann in der Welt behaupten kann, wenn man im Nachteil ist und sich nicht mehr mit der eigenen Stimme wehren kann.

Würdest du den Film nochmals schauen?
Hardcover | 100 Seiten
ISBN 978-3-99130-940-6
EUR(A) 24,90
EUR(D) 24,20
CHF 35.50
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