Mit diesen zehn Tipps schreiben Sie ein Sachbuch mit Bestsellerpotenzial.
Laut Börsenverein des Deutschen Buchhandels lag der Umsatzanteil von Sachbüchern 2021 am gesamten Buchmarkt bei rund 14 %. Damit zählen Sachbücher nicht nur zu der umsatzstärksten Warengruppe im Buchhandel, ihr Anteil gegenüber dem Vorjahr steigerte sich auch noch um 0,5 %. Das Sachbuchgenre erfreut sich Jahr für Jahr wachsender Beliebtheit. Vor allem in Krisenzeiten wenden sich Leser*innen gerne der sicheren, stabilen Faktenlage der wissenschaftlichen Welt zu und vertiefen sich in ihre Weiterbildung. Wenn Sie Sachbuchautorin oder Sachbuchautor werden wollen und über Expertise auf einem bestimmten Gebiet verfügen, können Sie diesen Effekt für sich nutzen. In diesem Beitrag verraten wir Ihnen, wie Sie Seite für Seite ein Sachbuch füllen und eine möglichst breite Publikumsschicht mit Ihrer Fachkenntnis ansprechen können.
Sachbücher: Fakt vs. Fiktion
Sachbücher gelten als eigenes Genre, das sich durch klare Kriterien von anderen Gattungen abgrenzt. Einerseits beschäftigen sich Sachbücher mit der Welt der Fakten, wodurch sie sich von fiktionalen, frei erfundenen Genres, worunter die Belletristik fällt, unterscheiden. Andererseits sind Sachbücher auch von Fach- und Lehrbüchern abzuheben, die sich an ein hoch spezialisiertes Publikum richten und oft ein Mindestmaß an Vorwissen voraussetzen. Ein Buch über Psoriasis zum Beispiel, das auf einem Dermatologenkongress vertrieben wird, ist sehr wahrscheinlich als Fach- und nicht als Sachbuch zu verstehen. Sachbücher sprechen eine möglichst breite Leserschaft an und ermöglichen einen barrierefreien Einstieg in ein bestimmtes Thema. Zu den Sachbüchern zählen etwa Bücher über Geistes- oder Naturwissenschaften und Technik. Zwar verschwimmen die Grenzen manchmal, wenn es um eindeutige Definitionsversuche geht. Vor allem mit dem artverwandten Genre des Ratgebers gibt es Berührungspunkte. Dennoch gibt es einige essenzielle Punkte zu beachten, wenn man professionelle*r Sachbuchautor*in werden will.
Themenwahl
Anders als im Bereich Fiction bestimmt bei Non-Fiction die Aktualität die Themenwahl. Die Themen der Belletristik, welche sich mit Liebe, Vernunft oder Moral beschäftigen, sind meistens zeitlos. Erfolgreiche Sachbücher hingegen orientieren sich inhaltlich immer am Zeitgeist. Dabei spielt es keine Rolle, welches Gebiet Sie grundlegend behandeln. Wichtig ist es, Ihr Kerngebiet im Einklang mit aktuellen Gesellschaftsphänomenen zu gestalten. Anstatt also ein Buch über Sozialpsychologie zu schreiben, bietet sich in Zeiten steigender Scheidungsraten zum Beispiel ein Buch über Beziehungen oder Bindungsstile an. Wenn Sie die Nachrichten und Medien nach aktuellen Ereignissen durchforsten, entstehen Ihnen dadurch gleich zwei Vorteile: Einerseits sichern Sie sich ein Thema, für das auch Nachfrage am Markt besteht. Andererseits grenzen Sie Ihr Themengebiet auf ein realistisches Maß ein, das Sie auch bewältigen können.
Recherche
Weder Krimis noch Sachbücher kommen ohne Recherche aus. Eine Fehlangabe in einem Sachbuch allerdings kann – im Gegensatz zur Belletristik – fatale Folgen haben. Beim Recherchieren gelten also Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit. Nachlässige Recherche kommt beim Schreiben eines Sachbuchs einer groben Fahrlässigkeit gleich. Je nach Inhalt Ihres Buchs bieten sich Internet, Bibliotheken, Museen, Antiquariate, Originalschauplätze, Biografien oder auch Zeitzeugen für die Recherche an. Wenn Sie Sachbuchautorin oder Sachbuchautor werden wollen, sollten Sie bei Ihrer Rechercheaktivität außerdem immer die Zitierwürdigkeit Ihrer Quellen prüfen und diese in einem lückenlosen Literaturverzeichnis dokumentieren. Statten Sie sich vor dem Schreiben auch mit dem erforderlichen Rüstzeug aus. Für Interviews mit Zeitzeugen zum Beispiel ist ein Diktiergerät unerlässlich. Heutzutage gibt es auch günstige Plug-ins für jedes Mobiltelefon!

Zielgruppe
Sachbuchautor*innen können ihre Zielgruppe im Gegensatz zu ihren Kolleg*innen aus der Welt der Fiktion realistisch einschätzen. Überlegen Sie sich Alter, Geschlecht, Bildungsgrad, Einkommensniveau oder Interessensgebiete Ihrer Zielgruppe und stimmen Sie Inhalt, Aufbau und Stil auf diese ab.
Konkurrenzanalyse
Die Konkurrenz am Sachbuchmarkt schläft nicht. Prüfen Sie auf jeden Fall vor Ihrer Publikation, ob und wie viele Bücher zu Ihrem Themengebiet bereits erschienen sind. Die Veröffentlichungen durch Mitbewerber*innen müssen kein Nachteil sein, sondern können durchaus zum eigenen Vorteil genutzt werden. Vielleicht finden Sie in den Büchern Ihrer Vorgänger*innen wertvolle Anknüpfungspunkte für Ihr eigenes Buch. Grundsätzlich gilt: Dort, wo die Recherche des anderen aufhört, fängt Ihre erst an.
Gliederung
In ihrer Struktur weisen Sachbücher Ähnlichkeit mit wissenschaftlichen Arbeiten auf. Anstelle einer komplexen Plotstruktur sind Sachbücher in Anfang, Hauptteil und Schluss gegliedert, welche Problemaufriss, -behandlung und -ausblick entsprechen. Der Anfang enthält den Themenaufriss und Theorieteil des Buchs. Im Hauptteil werden Argumente und Gegenargumente für die eigene Position geliefert. Behauptungen werden mit Statistiken oder Studienergebnissen belegt sowie mit Praxisbeispielen untermauert. Am Ende wartet ein Ausblick aufs Publikum, der Prognosen zur bestehenden Situation erlaubt. Auch für ein Vorwort, das Raum für die persönlichen Gedanken und Motive des*der Autorin liefert, sollte Platz sein. Grundsätzlich muss die Struktur eines Sachbuchs kompakt und logisch sein und die Gedankengänge des*der Autor*in widerspiegeln. Die Gliederung eines Sachbuchs sollte noch vor der Recherche und dem Schreiben erfolgen. Eine klare, strukturierte Gliederung hilft Ihnen, auch bei einer Überfülle an Material Ordnung zu bewahren und sich nicht in Details zu verlieren.
Sprache und Stil
Der Stil von Sachbüchern und Romanen könnte unterschiedlicher kaum sein. Die Sprachästhetik ist das Herz eines Romans, doch in einem Sachbuch entscheidet das Hirn. Sachlichkeit und Logik kommen vor Schönheit und Emotion und bestimmen auch den Sprachstil Ihres Buchs. Nicht nur die Objektivität, sondern auch die Komplexität von Sachliteratur verpflichtet Sachbuchautor*innen zu einer klaren, kompakten Sprache. Ohnehin komplexe Themen sollten durch den Satzbau nicht noch komplizierter werden. Setzen Sie auf kurze, einfache Sätze. Erklären Sie Fachbegriffe und -jargon, wann immer Sie diese verwenden. Schreiben Sie sachlich und pflegen Sie ein ausgewogenes Verhältnis zwischen objektiven und subjektiven Passagen. Objektivität ist zwar das Qualitätskriterium von Sachbüchern. Jedoch ist die persönliche Meinung beim Publikum nicht nur beliebt, sondern belebt den Text auch auf erfrischende Weise.
Bilder und Illustrationen
Statt trockener Zahlen, Fakten und Statistiken sollten Sie Bilder für sich sprechen lassen. Bilder und Illustrationen beleben die starre Welt der Zahlen und wirken sich außerdem positiv auf die Lesbarkeit eines Buchs aus. Ziehen Sie auch die Zusammenarbeit mit einem*einer Illustrator*in in Betracht, um eine einheitliche Gestaltung Ihres Buchs zu gewährleisten. Die Investition kann sich lohnen, wenn Sie die Illustrationen später für Werbemittel wie Poster oder Social-Media-Postings wiederverwerten.
Zitate und Literaturverzeichnis
Das Zitieren sollte immer sofort erfolgen. Ein nachträgliches Einarbeiten am Schluss ist Schwerstarbeit und kann zu einer echten Sisyphosaufgabe werden. Für das Zitieren gibt es standardisierte Regeln, die Sie akribisch beachten müssen. Es gibt zahlreiche unterschiedliche Zitierweisen, die Sie beim Schreiben anwenden können. Informieren Sie sich online über die Regeln der Zitation, bevor Sie ein Sachbuch schreiben. Im Literaturverzeichnis werden zwecks Transparenz die Quellen aller Ihrer Zitate angeführt. Sowohl Autor*in, Herausgeber*in, Titel, Untertitel, Auflage, Erscheinungsort, Verlag als auch Erscheinungsjahr müssen für jede einzelne Quelle genannt werden. Zum Zitieren sind Sie verpflichtet, wann immer Sie sich auf andere Autor*innen berufen. Andernfalls machen Sie sich eines Plagiats verdächtig.
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