Vermächtnis – Eine Reise zurück und nach vorn
EUR 29,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 216
ISBN: 978-3-99185-113-4
Erscheinungsdatum: 31.03.2026
„Kanada ist kein Land für Eilige“ – das wird auf beeindruckende Weise während des Aufenthaltes des Autors in Kanada deutlich. Das Buch beschreibt die Hürden eines Hausbaus sowie diverse „Reisen in der Reise“, die den Autor und seine Frau durch das Land führen.
Einleitung: Das Erbe meines Vaters
Als mein Vater 1985 zwei benachbarte Grundstücke in Kanada kaufte – jeweils einen Hektar groß, mitten in der Wildnis –, verstand niemand so recht, warum. Vielleicht war es einfach die Liebe zur Natur, vielleicht eine romantische Vorstellung vom weiten, unberührten Land. Oder ein stiller Traum, den er nie aussprach. Kanada sollte er nie wiedersehen. Zwei Jahre später starb er an Krebs.
Die Grundstücke blieben. Für uns waren sie lange nur eine Erinnerung – fast vergessen, wie ein altes Familienfoto in einer Schublade. Mein Bruder Rolf und ich erbten je eines davon. Rolf lebt seit 1992 auf Fuerteventura, ist dort verwurzelt und glücklich. Kanada war für ihn nie mehr als eine entfernte Möglichkeit. Vor etwa einem Jahr verkauften wir schließlich sein Grundstück. Es war eine Entscheidung, die er mit Ruhe traf – und die uns als Familie wieder ein Stück weiterbrachte.
Doch mein Grundstück blieb. Irgendwann fuhren wir hin. Zuerst, um nach dem Rechten zu sehen. Später, um zu begreifen, ob dieses Stück Land eine Bedeutung für uns haben könnte.
Jetzt sind wir wieder hier – nach all den Jahren. Dieses Mal für länger. Wir haben eine Straße bauen lassen, stehen tatsächlich hier, auf seinem Land, und fragen uns: Ist das der Ort, an dem wir etwas aufbauen wollen? Oder ist es einfach nur ein Ort, an dem wir etwas über uns selbst lernen?
Doch so ruhig dieser neue Ort wirkt, in uns selbst war es nicht ganz so still. Der Weg hierher war nicht leicht, auch innerlich nicht.
In den ersten Tagen haben wir mehr erlebt, gefühlt und hinterfragt, als wir erwartet hatten. Kanada fordert uns heraus. Die Sprache, die Weite, die Menschen, die Abläufe – alles ist anders. Und vielleicht liegt genau darin die Chance: in der Reibung mit dem Unbekannten etwas Neues zu entdecken.
Dieses Buch erzählt von unserer Reise – geografisch und innerlich. Es ist kein Reiseführer, sondern ein persönlicher Wegweiser für alle, die sich fragen, was passiert, wenn man die eigene Komfortzone verlässt.
***
Vor drei Jahren waren wir schon einmal hier – damals mit unserer Freundin und meiner Geschäftspartnerin Ute und ihrem Lebensgefährten Fritz. Gemeinsam wollten wir herausfinden, ob und wie dieses Land eine Rolle in unserem Leben spielen könnte. Es war eine intensive Zeit, voller Gespräche, Ideen – und geprägt von Begegnungen, die uns bis heute begleiten.
Besonders in Erinnerung geblieben ist uns Sieglinde (Name wurde geändert, Erklärung dazu in Kapitel „Schwierig“). Sie lebt auf Barrie Island, ganz in der Nähe unseres Grundstücks. Mit ihrem Mann war sie vor Jahren aus Deutschland nach Kanada ausgewandert. Ihre Offenheit, ihre Gastfreundschaft und ihre Stärke im Umgang mit all dem Neuen haben uns zutiefst beeindruckt. Bei ihr fühlten wir uns willkommen – nicht nur als Besucher, sondern als Menschen, die vielleicht selbst an einem Wendepunkt stehen.
Damals befuhren wir zum ersten Mal Sieglindes Grundstück, es dauerte mehrere Minuten, bis wir mit dem Auto das Haus erreichten – ein riesiges Anwesen, wie man es in Deutschland kaum findet. Ich hatte zuvor nie ein so großes Stück Land betreten. Weitläufig, hell, mit einem offenen Blick auf das Wasser. Es wirkte nicht protzig, sondern kraftvoll. Als würde es sagen: „Hier ist Platz. Für Träume, für einen Neuanfang, für ein anderes Leben.“
Das Grundstück meines Vaters dagegen war damals noch vollkommen bewaldet und nicht betretbar. Es wirkte unberührt, fast abweisend – als würde es seine Geheimnisse noch für sich behalten wollen. Umso größer war unser Wunsch, ihm näherzukommen.
Jetzt sind wir zurück. Die Straße, die wir damals planten, wurde inzwischen gebaut. Alles ist greifbarer geworden – und zugleich fremder denn je. Vielleicht, weil es diesmal um mehr geht als um Pläne. Vielleicht, weil wir dieses Mal wirklich angekommen sind.
Doch so ruhig dieser neue Ort wirkt – in uns selbst war es nicht ganz so still. Der Weg hierher war nicht leicht, auch innerlich nicht. Unsere Mutter, Jahrgang 1940, war in ihrem letzten Lebensjahr unser größter Gedanke. Nach einer schweren Lungenentzündung im Februar konnte sie nicht mehr allein in ihrer kleinen Wohnung leben. Der Umzug ins Seniorenheim fiel uns nicht leicht, aber er war nötig – und er gelang.
Sie gewöhnte sich erstaunlich schnell ein, weil sie merkte, wie sehr sie diese Hilfe brauchte. Es war, als wäre sie angekommen. Für uns war das ein beruhigendes Gefühl. Wir spürten: Wir haben das Richtige getan. Die Planungen für unsere längere Reise nach Kanada reichten weiter zurück. Immer wieder hatten wir davon gesprochen – mit ihr, mit Freunden und untereinander. Es war kein spontaner Entschluss, sondern etwas, was gereift war. Und sie – unsere Mutter – verstand das. Sie freute sich mit uns, wenn wir davon erzählten.
Manche würden vielleicht sagen: „Wie egoistisch!“ Aber irgendwann, mit sechzig, fragt man sich: Wenn nicht jetzt, wann dann?
Dann ging alles plötzlich sehr schnell. Der Anruf vom Heim kam: starke Bauchschmerzen, Einweisung ins Krankenhaus. Die Diagnose war eindeutig und brutal – an mehreren Stellen abgestorbener Darm, eine beginnende Sepsis. Mein Bruder und ich trafen noch gemeinsam die Entscheidung für eine Operation, aber es gab keine Chance mehr.
Am 8. April dieses Jahres starb sie. Die Beerdigung war am 23. April. Obwohl sie traurig war, war sie auch hell.
Zum einen, weil wir eine so großartige Trauerrednerin hatten – Mone. Sie hat mit einer leichten Art persönliche Dinge und Erlebnisse von unserer Ma erzählt.
Zum anderen: Zwei fantastische Musiker – eine Sängerin und ein Saxofonspieler – spielten wunderschöne, berührende Musik, ihre Musik. Sie hätte gelächelt.
Nur drei Tage später, am 26. April, flogen wir nach Kanada. Mit uns im Gepäck: Trauer, Stille und Schuldgefühle vielleicht. Aber auch Dankbarkeit. Und die Hoffnung, dass wir etwas fortsetzen, das wir als Familie tragen. Denn so widersprüchlich es klingen mag: Die Freude auf das Neue war da und sie blieb.
Die Flüge hatten wir als Erstes gebucht – frühzeitig, fast ein Dreivierteljahr im Voraus. Es war uns wichtig, diesen Fixpunkt zu haben. Einen sicheren Termin, etwas Konkretes. Auch das Hotel in Toronto – eigentlich eher gehobene Kategorie – hatten wir früh und zu einem sehr guten Kurs reserviert. Planung gab uns Halt und Vorfreude.
Kurz vor Abflug entschied ich mich, bei der Airline für ein Upgrade zu bieten. Saga Premium nennt sich das bei Icelandair. Und ganz ehrlich: Auch wenn es ein wenig mehr kostete – es hat sich sehr gelohnt. Mehr Platz, mehr Beinfreiheit, freundlicher Service, echtes Durchatmen auf dem Weg ins Neue. In unserer Situation, die von innerer Unruhe geprägt war, war das ein kleines Geschenk an uns selbst und eine schöne Überraschung für meine Frau.
Flug und Ankunft
Der Flug nach Kanada fühlte sich an wie ein Übergang – nicht nur zwischen Kontinenten, sondern zwischen Leben. Noch drei Tage zuvor hatten wir am Grab unserer Mutter gestanden, umgeben von Trauer, Musik und Erinnerungen. Jetzt saßen wir in einer Maschine über dem Atlantik, mit schwerem Herzen und leiser Hoffnung. Während das Flugzeug durch die Nacht flog, dachten wir viel nach. Über sie, über uns, darüber, was kommt.
Zwischenstopp in Reykjavík – Erste Hürden
Schon der Zwischenstopp in Reykjavík hatte es in sich. Dass wir dort bereits vom kanadischen Zoll kontrolliert würden, überraschte uns – und stellte uns gleich auf die erste Probe. Die Fragen waren zahlreich und präzise: Wieso reisen Sie nach Kanada? Wie lange bleiben Sie? Haben Sie ein Rückflugticket? Als wir unsere ETA, das elektronische Visum, vorzeigen sollten, wurde es kurz stressig. Natürlich hatten wir sie längst beantragt und bestätigt bekommen – für sechs Monate –, aber ich fand sie nicht sofort in meinen E-Mails. Die Dame an der Kontrolle war freundlich, professionell – und konsequent. Während ich nervös in meinem Handy suchte, hatte meine Frau Xenia die Nummer nach dreißig Sekunden parat. Ich brauchte zehn Minuten. Was uns etwas ins Schwitzen brachte, war die Frage, warum wir ohne Rückflug einreisen würden, eine durchaus heikle Angelegenheit. In meinem noch etwas stotterhaften Englisch erklärte ich, dass wir in Kanada ein Grundstück besitzen und überlegen, es zu bebauen. Keine Lüge – aber eben auch kein klassisches Touristenprogramm. Nach weiteren Nachfragen – wo genau, weshalb, wie lange – durften wir schließlich weiter. Der nächste Moment war ein kleiner Triumph: Premium-Check-in, vorbei an der Schlange, direkt zum Gate. Ein kurzer Augenblick der Erleichterung. Es ging weiter. Kanada war einen Schritt näher gerückt.
Ankunft in Toronto – Müde, geprüft, angekommen
Der zweite Flug – etwa fünf Stunden – verlief ruhig. Doch spürten wir, wie die Müdigkeit langsam in uns hineinkroch. Der Tag war lang, die Erlebnisse intensiv. Aber das Ziel war nun greifbar nah. In Toronto angekommen, wartete die nächste bürokratische Hürde: Noch vor der Zollkontrolle mussten wir uns an einem Terminal selbst identifizieren. Pass scannen, Angaben zur Person machen, etliche Fragen beantworten – alles digital. Zum Glück kannten wir das Verfahren noch von unserem letzten Besuch vor drei Jahren. Damals hatten wir es gemeinsam mit unseren Freunden durchgekämpft. Dieses Mal lief es schneller. Ein aktuelles Foto am Automaten – und weiter ging es.
Der eigentliche Zoll dann bei einem freundlichen, aber sehr aufmerksamen Beamten. Die Fragen wiederholten sich – fast wortgleich wie in Reykjavík, aber noch etwas strenger im Ton. Woher? Wie lange? Warum kein Rückflug? Doch dieses Mal gelang es mir, besser zu antworten. Vielleicht, weil ich nun vorbereitet war. Oder einfach müder und dadurch lockerer.
Wir durften einreisen. Unser Gepäck war schnell da – ein Glück. Doch dann, auf dem Weg zum Taxistand, fiel mir eine Wechselstube ins Auge: ICE, angeblich seriös. Ich erinnerte mich, zuvor Positives darüber gelesen zu haben. Also wechselte ich dort 500 Euro – ein Fehler. Der Kurs war katastrophal. Fast 90 kanadische Dollar weniger als zwei Tage später bei der BMO Bank in der Innenstadt. Nicht der Dollar war gefallen – wir waren schlicht am Flughafen abgezockt worden. Wenig später saßen wir im Taxi. Der Fahrer war wortkarg, die Stadtlichter zogen vorbei. Wir fuhren Richtung Hotel – unserem ersten Zuhause in Kanada.
Vier Tage in Toronto – Stadtlichter, Höhen und Aromen
Nachdem wir im Omni King Edward eingecheckt hatten, gingen wir direkt aufs Zimmer. Wir waren müde vom langen Tag, frischten uns im Hotel kurz auf und suchten dann die Hotelbar auf – nicht, um groß zu feiern, sondern einfach, um anzukommen. Ein kleiner Snack, ein ruhiger Platz, ein erster Eindruck vom neuen Land. Die erste Nacht war gut. Ein wirklich komfortables Bett, das uns auffing. Wir schliefen tief und fest. Am nächsten Morgen wollte ich uns einen Kaffee mit der Zimmermaschine machen – aber sie funktionierte nicht. Kein Drama: Der Zimmerservice brachte uns Kaffee aufs Zimmer. Heiß, stark, schwarz, genau richtig. Der Tag konnte beginnen.
Nach einem kleinen Frühstück im Hotel startete unser Touristenprogramm: Der Besuch des CN Towers stand an. Diese Höhe – beeindruckend. Wir verzichteten allerdings auf den sogenannten Edge Walk, bei dem man außen am Turm in Sicherungsgurten entlangläuft. Für Xenia mit ihrer Höhenangst wäre das der falsche Therapieansatz gewesen – und mir war auch nicht ganz danach. Die Aussicht reichte völlig. Vom CN Tower aus fuhren wir mit dem Wassertaxi hinüber nach Ward’s Island, Teil des Toronto-Islands-Parks. Ein bisschen spazieren gehen, durchatmen, ein Hamburger als Snack auf der Hand – entspannt, freundlich, fast ein wenig europäisch. Am späten Nachmittag kehrten wir ins Hotel zurück, duschten und ruhten kurz. Am Abend hatten wir einen Tisch im Pai, einem thailändischen Restaurant, das uns empfohlen worden war. Es war voll, laut und sehr lebendig – und das Essen war fantastisch. Vollgegessen, voll mit Eindrücken und den Jetlag noch im Nacken sowie 20 000 Schritte am Tag in den Beinen fielen wir todmüde ins Bett. Es war ein guter erster Tag in Kanada.
In den ersten Tagen haben wir mehr erlebt, gefühlt und hinterfragt, als wir erwartet hatten. Vielleicht liegt genau darin die Chance: in der Reibung mit dem Unbekannten etwas Neues zu entdecken.
Wir hatten dann noch zwei Tage Sightseeing in Toronto. Es waren fantastische Plätze dabei, wie der St. Lawrence Market, wo wir ein Breakfast typisch kanadisch einnahmen, weiter zum Distillery District, ausgestattet mit einladenden Geschäften und Cafés, und dann am letzten Tag das Schloss Casa Loma, wovon wir sehr beeindruckt waren. Viele bekannte Filme wurden hier gedreht, z. B. der Film „Cocktail“ mit Tom Cruise, „X-Men“ und „Chicago“, um nur einige zu nennen. Alles Topadressen des Tourismus. Da haben wir etwas Fußmarsch gespart, weil wir alles mit dem Hop-on-Hop-off-Bus gemacht haben.
Nun bereiteten wir uns aufs Packen vor. Wir mussten am nächsten Tag mit dem Zug nach Acton, weil wir dort die Personen treffen sollten, die das Grundstück meines Bruders gekauft hatten. Ein erster Kontakt persönlich nach vielen WhatsApp-Verhandlungen über das Grundstück. Durch den Verlauf des Kontakts entwickelte sich mehr und wir wollten uns kennenlernen. Wir wurden für zwei Nächte in ihr privates Haus eingeladen, mitten ins kanadische Landleben.
Die Anreise dahin war auch wieder etwas anders, als wir es in Deutschland gewohnt sind. Hier kauft man kein Ticket, sondern bezahlt am Bahnsteig mit seiner Kreditkarte je für eine Person. Man kann keine zwei Tickets mit einer Kreditkarte gleichzeitig buchen, sondern muss für jede Person separat am Terminal bezahlen. Kreditkarte ans Lesegerät ranhalten, kurzes Registrierungssignal, fertig und schon kann man den Bahnsteig durch ein Gleisterminal betreten. Das war für uns zunächst ungewohnt, aber letztlich funktionierte es reibungslos. Der Bahnsteig wurde erst wenige Minuten vor Abfahrt bekanntgegeben, ca. 10 Minuten vor Abfahrt, was etwas hektisch wirkte – doch das Einsteigen verlief unkompliziert.
Die Zugfahrt selbst war angenehm und je näher wir unserem Ziel Acton kamen, desto gespannter waren wir auf das persönliche Treffen. Nach all den digitalen Gesprächen über den Verkauf des Grundstücks sollte nun erstmals ein echtes Kennenlernen stattfinden. Susanne empfing uns herzlich.
Die Ankunft bei Susanne und ihrem Lebenspartner Dominic war ein ganz besonderer Moment. Die beiden sind verheiratet, doch Susanne hat ihren Namen behalten – ein kleines, aber bewusst gesetztes Zeichen von Individualität.
Die Autofahrt dorthin verging wie im Flug. Auf Deutsch gab es so viel zu erzählen; in der Muttersprache sprudeln die Details einfach freier hervor. Doch je näher wir dem Ziel kamen, desto seltsamer fühlte es sich an: Ich war noch nie bei eigentlich fremden Menschen für zwei Nächte eingeladen. Eine neue Erfahrung – spannend, aber auch ein wenig befremdlich.
Dominic empfing uns zurückhaltend. Wir hatten zuvor keinen Kontakt gehabt, nicht einmal per WhatsApp. Doch war da sofort etwas Warmes, Gastfreundliches in seiner Art. Gemeinsam schleppten wir unsere beiden schweren Koffer ins Haus und bezogen ein kleines Gästezimmer. Wieder einmal hieß es: aus dem Koffer leben. Für zwei oder vier Nächte packt man nicht aus. Das kann auf Dauer schon nerven.
Doch kaum hatten wir die Tür hinter uns geschlossen, wurde uns ein kaltes Bier angeboten – herrlich. Das Eis war gebrochen.
Die nächsten beiden Abende waren erfüllt von Gesprächen, Lachen und einem ersten Hineinspüren in die neue Nachbarschaft auf Barrie Island, dort, wo sich die beiden geerbten Grundstücke befinden. Susanne übernahm oft die Rolle der Dolmetscherin, was vieles erleichterte. Wir kochten gemeinsam. Am ersten Abend gab es eine große Pizza à la Dominic. Er ist italienischer Abstammung und das war bei den Gerichten deutlich zu erkennen.
Wir verbrachten gesellige Abende bei Wein, Bier und einem besonderen Tropfen: selbst gebrannter Grappa aus dem Bestand von Dominics verstorbenem Vater. Es wurde erzählt, gelacht und nachgedacht. Eine herrliche Zeit des Ankommens und Kennenlernens.
Wir fühlten uns wirklich willkommen und angenommen.
Als mein Vater 1985 zwei benachbarte Grundstücke in Kanada kaufte – jeweils einen Hektar groß, mitten in der Wildnis –, verstand niemand so recht, warum. Vielleicht war es einfach die Liebe zur Natur, vielleicht eine romantische Vorstellung vom weiten, unberührten Land. Oder ein stiller Traum, den er nie aussprach. Kanada sollte er nie wiedersehen. Zwei Jahre später starb er an Krebs.
Die Grundstücke blieben. Für uns waren sie lange nur eine Erinnerung – fast vergessen, wie ein altes Familienfoto in einer Schublade. Mein Bruder Rolf und ich erbten je eines davon. Rolf lebt seit 1992 auf Fuerteventura, ist dort verwurzelt und glücklich. Kanada war für ihn nie mehr als eine entfernte Möglichkeit. Vor etwa einem Jahr verkauften wir schließlich sein Grundstück. Es war eine Entscheidung, die er mit Ruhe traf – und die uns als Familie wieder ein Stück weiterbrachte.
Doch mein Grundstück blieb. Irgendwann fuhren wir hin. Zuerst, um nach dem Rechten zu sehen. Später, um zu begreifen, ob dieses Stück Land eine Bedeutung für uns haben könnte.
Jetzt sind wir wieder hier – nach all den Jahren. Dieses Mal für länger. Wir haben eine Straße bauen lassen, stehen tatsächlich hier, auf seinem Land, und fragen uns: Ist das der Ort, an dem wir etwas aufbauen wollen? Oder ist es einfach nur ein Ort, an dem wir etwas über uns selbst lernen?
Doch so ruhig dieser neue Ort wirkt, in uns selbst war es nicht ganz so still. Der Weg hierher war nicht leicht, auch innerlich nicht.
In den ersten Tagen haben wir mehr erlebt, gefühlt und hinterfragt, als wir erwartet hatten. Kanada fordert uns heraus. Die Sprache, die Weite, die Menschen, die Abläufe – alles ist anders. Und vielleicht liegt genau darin die Chance: in der Reibung mit dem Unbekannten etwas Neues zu entdecken.
Dieses Buch erzählt von unserer Reise – geografisch und innerlich. Es ist kein Reiseführer, sondern ein persönlicher Wegweiser für alle, die sich fragen, was passiert, wenn man die eigene Komfortzone verlässt.
***
Vor drei Jahren waren wir schon einmal hier – damals mit unserer Freundin und meiner Geschäftspartnerin Ute und ihrem Lebensgefährten Fritz. Gemeinsam wollten wir herausfinden, ob und wie dieses Land eine Rolle in unserem Leben spielen könnte. Es war eine intensive Zeit, voller Gespräche, Ideen – und geprägt von Begegnungen, die uns bis heute begleiten.
Besonders in Erinnerung geblieben ist uns Sieglinde (Name wurde geändert, Erklärung dazu in Kapitel „Schwierig“). Sie lebt auf Barrie Island, ganz in der Nähe unseres Grundstücks. Mit ihrem Mann war sie vor Jahren aus Deutschland nach Kanada ausgewandert. Ihre Offenheit, ihre Gastfreundschaft und ihre Stärke im Umgang mit all dem Neuen haben uns zutiefst beeindruckt. Bei ihr fühlten wir uns willkommen – nicht nur als Besucher, sondern als Menschen, die vielleicht selbst an einem Wendepunkt stehen.
Damals befuhren wir zum ersten Mal Sieglindes Grundstück, es dauerte mehrere Minuten, bis wir mit dem Auto das Haus erreichten – ein riesiges Anwesen, wie man es in Deutschland kaum findet. Ich hatte zuvor nie ein so großes Stück Land betreten. Weitläufig, hell, mit einem offenen Blick auf das Wasser. Es wirkte nicht protzig, sondern kraftvoll. Als würde es sagen: „Hier ist Platz. Für Träume, für einen Neuanfang, für ein anderes Leben.“
Das Grundstück meines Vaters dagegen war damals noch vollkommen bewaldet und nicht betretbar. Es wirkte unberührt, fast abweisend – als würde es seine Geheimnisse noch für sich behalten wollen. Umso größer war unser Wunsch, ihm näherzukommen.
Jetzt sind wir zurück. Die Straße, die wir damals planten, wurde inzwischen gebaut. Alles ist greifbarer geworden – und zugleich fremder denn je. Vielleicht, weil es diesmal um mehr geht als um Pläne. Vielleicht, weil wir dieses Mal wirklich angekommen sind.
Doch so ruhig dieser neue Ort wirkt – in uns selbst war es nicht ganz so still. Der Weg hierher war nicht leicht, auch innerlich nicht. Unsere Mutter, Jahrgang 1940, war in ihrem letzten Lebensjahr unser größter Gedanke. Nach einer schweren Lungenentzündung im Februar konnte sie nicht mehr allein in ihrer kleinen Wohnung leben. Der Umzug ins Seniorenheim fiel uns nicht leicht, aber er war nötig – und er gelang.
Sie gewöhnte sich erstaunlich schnell ein, weil sie merkte, wie sehr sie diese Hilfe brauchte. Es war, als wäre sie angekommen. Für uns war das ein beruhigendes Gefühl. Wir spürten: Wir haben das Richtige getan. Die Planungen für unsere längere Reise nach Kanada reichten weiter zurück. Immer wieder hatten wir davon gesprochen – mit ihr, mit Freunden und untereinander. Es war kein spontaner Entschluss, sondern etwas, was gereift war. Und sie – unsere Mutter – verstand das. Sie freute sich mit uns, wenn wir davon erzählten.
Manche würden vielleicht sagen: „Wie egoistisch!“ Aber irgendwann, mit sechzig, fragt man sich: Wenn nicht jetzt, wann dann?
Dann ging alles plötzlich sehr schnell. Der Anruf vom Heim kam: starke Bauchschmerzen, Einweisung ins Krankenhaus. Die Diagnose war eindeutig und brutal – an mehreren Stellen abgestorbener Darm, eine beginnende Sepsis. Mein Bruder und ich trafen noch gemeinsam die Entscheidung für eine Operation, aber es gab keine Chance mehr.
Am 8. April dieses Jahres starb sie. Die Beerdigung war am 23. April. Obwohl sie traurig war, war sie auch hell.
Zum einen, weil wir eine so großartige Trauerrednerin hatten – Mone. Sie hat mit einer leichten Art persönliche Dinge und Erlebnisse von unserer Ma erzählt.
Zum anderen: Zwei fantastische Musiker – eine Sängerin und ein Saxofonspieler – spielten wunderschöne, berührende Musik, ihre Musik. Sie hätte gelächelt.
Nur drei Tage später, am 26. April, flogen wir nach Kanada. Mit uns im Gepäck: Trauer, Stille und Schuldgefühle vielleicht. Aber auch Dankbarkeit. Und die Hoffnung, dass wir etwas fortsetzen, das wir als Familie tragen. Denn so widersprüchlich es klingen mag: Die Freude auf das Neue war da und sie blieb.
Die Flüge hatten wir als Erstes gebucht – frühzeitig, fast ein Dreivierteljahr im Voraus. Es war uns wichtig, diesen Fixpunkt zu haben. Einen sicheren Termin, etwas Konkretes. Auch das Hotel in Toronto – eigentlich eher gehobene Kategorie – hatten wir früh und zu einem sehr guten Kurs reserviert. Planung gab uns Halt und Vorfreude.
Kurz vor Abflug entschied ich mich, bei der Airline für ein Upgrade zu bieten. Saga Premium nennt sich das bei Icelandair. Und ganz ehrlich: Auch wenn es ein wenig mehr kostete – es hat sich sehr gelohnt. Mehr Platz, mehr Beinfreiheit, freundlicher Service, echtes Durchatmen auf dem Weg ins Neue. In unserer Situation, die von innerer Unruhe geprägt war, war das ein kleines Geschenk an uns selbst und eine schöne Überraschung für meine Frau.
Flug und Ankunft
Der Flug nach Kanada fühlte sich an wie ein Übergang – nicht nur zwischen Kontinenten, sondern zwischen Leben. Noch drei Tage zuvor hatten wir am Grab unserer Mutter gestanden, umgeben von Trauer, Musik und Erinnerungen. Jetzt saßen wir in einer Maschine über dem Atlantik, mit schwerem Herzen und leiser Hoffnung. Während das Flugzeug durch die Nacht flog, dachten wir viel nach. Über sie, über uns, darüber, was kommt.
Zwischenstopp in Reykjavík – Erste Hürden
Schon der Zwischenstopp in Reykjavík hatte es in sich. Dass wir dort bereits vom kanadischen Zoll kontrolliert würden, überraschte uns – und stellte uns gleich auf die erste Probe. Die Fragen waren zahlreich und präzise: Wieso reisen Sie nach Kanada? Wie lange bleiben Sie? Haben Sie ein Rückflugticket? Als wir unsere ETA, das elektronische Visum, vorzeigen sollten, wurde es kurz stressig. Natürlich hatten wir sie längst beantragt und bestätigt bekommen – für sechs Monate –, aber ich fand sie nicht sofort in meinen E-Mails. Die Dame an der Kontrolle war freundlich, professionell – und konsequent. Während ich nervös in meinem Handy suchte, hatte meine Frau Xenia die Nummer nach dreißig Sekunden parat. Ich brauchte zehn Minuten. Was uns etwas ins Schwitzen brachte, war die Frage, warum wir ohne Rückflug einreisen würden, eine durchaus heikle Angelegenheit. In meinem noch etwas stotterhaften Englisch erklärte ich, dass wir in Kanada ein Grundstück besitzen und überlegen, es zu bebauen. Keine Lüge – aber eben auch kein klassisches Touristenprogramm. Nach weiteren Nachfragen – wo genau, weshalb, wie lange – durften wir schließlich weiter. Der nächste Moment war ein kleiner Triumph: Premium-Check-in, vorbei an der Schlange, direkt zum Gate. Ein kurzer Augenblick der Erleichterung. Es ging weiter. Kanada war einen Schritt näher gerückt.
Ankunft in Toronto – Müde, geprüft, angekommen
Der zweite Flug – etwa fünf Stunden – verlief ruhig. Doch spürten wir, wie die Müdigkeit langsam in uns hineinkroch. Der Tag war lang, die Erlebnisse intensiv. Aber das Ziel war nun greifbar nah. In Toronto angekommen, wartete die nächste bürokratische Hürde: Noch vor der Zollkontrolle mussten wir uns an einem Terminal selbst identifizieren. Pass scannen, Angaben zur Person machen, etliche Fragen beantworten – alles digital. Zum Glück kannten wir das Verfahren noch von unserem letzten Besuch vor drei Jahren. Damals hatten wir es gemeinsam mit unseren Freunden durchgekämpft. Dieses Mal lief es schneller. Ein aktuelles Foto am Automaten – und weiter ging es.
Der eigentliche Zoll dann bei einem freundlichen, aber sehr aufmerksamen Beamten. Die Fragen wiederholten sich – fast wortgleich wie in Reykjavík, aber noch etwas strenger im Ton. Woher? Wie lange? Warum kein Rückflug? Doch dieses Mal gelang es mir, besser zu antworten. Vielleicht, weil ich nun vorbereitet war. Oder einfach müder und dadurch lockerer.
Wir durften einreisen. Unser Gepäck war schnell da – ein Glück. Doch dann, auf dem Weg zum Taxistand, fiel mir eine Wechselstube ins Auge: ICE, angeblich seriös. Ich erinnerte mich, zuvor Positives darüber gelesen zu haben. Also wechselte ich dort 500 Euro – ein Fehler. Der Kurs war katastrophal. Fast 90 kanadische Dollar weniger als zwei Tage später bei der BMO Bank in der Innenstadt. Nicht der Dollar war gefallen – wir waren schlicht am Flughafen abgezockt worden. Wenig später saßen wir im Taxi. Der Fahrer war wortkarg, die Stadtlichter zogen vorbei. Wir fuhren Richtung Hotel – unserem ersten Zuhause in Kanada.
Vier Tage in Toronto – Stadtlichter, Höhen und Aromen
Nachdem wir im Omni King Edward eingecheckt hatten, gingen wir direkt aufs Zimmer. Wir waren müde vom langen Tag, frischten uns im Hotel kurz auf und suchten dann die Hotelbar auf – nicht, um groß zu feiern, sondern einfach, um anzukommen. Ein kleiner Snack, ein ruhiger Platz, ein erster Eindruck vom neuen Land. Die erste Nacht war gut. Ein wirklich komfortables Bett, das uns auffing. Wir schliefen tief und fest. Am nächsten Morgen wollte ich uns einen Kaffee mit der Zimmermaschine machen – aber sie funktionierte nicht. Kein Drama: Der Zimmerservice brachte uns Kaffee aufs Zimmer. Heiß, stark, schwarz, genau richtig. Der Tag konnte beginnen.
Nach einem kleinen Frühstück im Hotel startete unser Touristenprogramm: Der Besuch des CN Towers stand an. Diese Höhe – beeindruckend. Wir verzichteten allerdings auf den sogenannten Edge Walk, bei dem man außen am Turm in Sicherungsgurten entlangläuft. Für Xenia mit ihrer Höhenangst wäre das der falsche Therapieansatz gewesen – und mir war auch nicht ganz danach. Die Aussicht reichte völlig. Vom CN Tower aus fuhren wir mit dem Wassertaxi hinüber nach Ward’s Island, Teil des Toronto-Islands-Parks. Ein bisschen spazieren gehen, durchatmen, ein Hamburger als Snack auf der Hand – entspannt, freundlich, fast ein wenig europäisch. Am späten Nachmittag kehrten wir ins Hotel zurück, duschten und ruhten kurz. Am Abend hatten wir einen Tisch im Pai, einem thailändischen Restaurant, das uns empfohlen worden war. Es war voll, laut und sehr lebendig – und das Essen war fantastisch. Vollgegessen, voll mit Eindrücken und den Jetlag noch im Nacken sowie 20 000 Schritte am Tag in den Beinen fielen wir todmüde ins Bett. Es war ein guter erster Tag in Kanada.
In den ersten Tagen haben wir mehr erlebt, gefühlt und hinterfragt, als wir erwartet hatten. Vielleicht liegt genau darin die Chance: in der Reibung mit dem Unbekannten etwas Neues zu entdecken.
Wir hatten dann noch zwei Tage Sightseeing in Toronto. Es waren fantastische Plätze dabei, wie der St. Lawrence Market, wo wir ein Breakfast typisch kanadisch einnahmen, weiter zum Distillery District, ausgestattet mit einladenden Geschäften und Cafés, und dann am letzten Tag das Schloss Casa Loma, wovon wir sehr beeindruckt waren. Viele bekannte Filme wurden hier gedreht, z. B. der Film „Cocktail“ mit Tom Cruise, „X-Men“ und „Chicago“, um nur einige zu nennen. Alles Topadressen des Tourismus. Da haben wir etwas Fußmarsch gespart, weil wir alles mit dem Hop-on-Hop-off-Bus gemacht haben.
Nun bereiteten wir uns aufs Packen vor. Wir mussten am nächsten Tag mit dem Zug nach Acton, weil wir dort die Personen treffen sollten, die das Grundstück meines Bruders gekauft hatten. Ein erster Kontakt persönlich nach vielen WhatsApp-Verhandlungen über das Grundstück. Durch den Verlauf des Kontakts entwickelte sich mehr und wir wollten uns kennenlernen. Wir wurden für zwei Nächte in ihr privates Haus eingeladen, mitten ins kanadische Landleben.
Die Anreise dahin war auch wieder etwas anders, als wir es in Deutschland gewohnt sind. Hier kauft man kein Ticket, sondern bezahlt am Bahnsteig mit seiner Kreditkarte je für eine Person. Man kann keine zwei Tickets mit einer Kreditkarte gleichzeitig buchen, sondern muss für jede Person separat am Terminal bezahlen. Kreditkarte ans Lesegerät ranhalten, kurzes Registrierungssignal, fertig und schon kann man den Bahnsteig durch ein Gleisterminal betreten. Das war für uns zunächst ungewohnt, aber letztlich funktionierte es reibungslos. Der Bahnsteig wurde erst wenige Minuten vor Abfahrt bekanntgegeben, ca. 10 Minuten vor Abfahrt, was etwas hektisch wirkte – doch das Einsteigen verlief unkompliziert.
Die Zugfahrt selbst war angenehm und je näher wir unserem Ziel Acton kamen, desto gespannter waren wir auf das persönliche Treffen. Nach all den digitalen Gesprächen über den Verkauf des Grundstücks sollte nun erstmals ein echtes Kennenlernen stattfinden. Susanne empfing uns herzlich.
Die Ankunft bei Susanne und ihrem Lebenspartner Dominic war ein ganz besonderer Moment. Die beiden sind verheiratet, doch Susanne hat ihren Namen behalten – ein kleines, aber bewusst gesetztes Zeichen von Individualität.
Die Autofahrt dorthin verging wie im Flug. Auf Deutsch gab es so viel zu erzählen; in der Muttersprache sprudeln die Details einfach freier hervor. Doch je näher wir dem Ziel kamen, desto seltsamer fühlte es sich an: Ich war noch nie bei eigentlich fremden Menschen für zwei Nächte eingeladen. Eine neue Erfahrung – spannend, aber auch ein wenig befremdlich.
Dominic empfing uns zurückhaltend. Wir hatten zuvor keinen Kontakt gehabt, nicht einmal per WhatsApp. Doch war da sofort etwas Warmes, Gastfreundliches in seiner Art. Gemeinsam schleppten wir unsere beiden schweren Koffer ins Haus und bezogen ein kleines Gästezimmer. Wieder einmal hieß es: aus dem Koffer leben. Für zwei oder vier Nächte packt man nicht aus. Das kann auf Dauer schon nerven.
Doch kaum hatten wir die Tür hinter uns geschlossen, wurde uns ein kaltes Bier angeboten – herrlich. Das Eis war gebrochen.
Die nächsten beiden Abende waren erfüllt von Gesprächen, Lachen und einem ersten Hineinspüren in die neue Nachbarschaft auf Barrie Island, dort, wo sich die beiden geerbten Grundstücke befinden. Susanne übernahm oft die Rolle der Dolmetscherin, was vieles erleichterte. Wir kochten gemeinsam. Am ersten Abend gab es eine große Pizza à la Dominic. Er ist italienischer Abstammung und das war bei den Gerichten deutlich zu erkennen.
Wir verbrachten gesellige Abende bei Wein, Bier und einem besonderen Tropfen: selbst gebrannter Grappa aus dem Bestand von Dominics verstorbenem Vater. Es wurde erzählt, gelacht und nachgedacht. Eine herrliche Zeit des Ankommens und Kennenlernens.
Wir fühlten uns wirklich willkommen und angenommen.

