Unsere Welt unter der Corona-Lupe

Unsere Welt unter der Corona-Lupe

Mahmud Majid


EUR 21,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 136
ISBN: 978-3-903861-57-2
Erscheinungsdatum: 31.01.2022
Corona hat unsere Welt auf den Kopf gestellt. Und das ist für jeden sichtbar. Anhand von konkreten Fällen zeigt Mahmud Majid, wie ein Virus unsere Welt verändert hat. Besonders authentisch wird es durch die dialogische Form der Erzählweise.
Corona-Krise und mein Schwiegervater

Elham und Mahmud sind verheiratet und führen eine Ehe, die auf einer gegenseitigen Liebe basiert.
Mahmud schätzt seinen Schwiegervater sehr und behandelt ihn wie seinen leiblichen Vater.
Sein Schwiegervater befindet sich in einem fortgeschrittenen Alter und ist gesundheitlich angeschlagen. Seitdem sorgt Mahmud sich um seinen Schwiegervater.
Nach wochenlangem Aufenthalt im Krankenhaus und in den Kuren ist Mahmuds Schwiegervater wieder zu Hause. Mahmud und seine Ehefrau lassen ihn nicht außer Acht.
Elham und Mahmud besuchen ihn jeden Tag.

Nun ist Mahmud bei seinem Schwiegervater. Sein Schwiegervater heißt Sabri.

Mahmud: Guten Abend, na wie schaut es aus? Wie fühlst du dich mittlerweile?
Sabri: Danke, mir geht es einigermaßen gut. Ganz fit bin ich noch nicht. Ich spüre immer noch Schmerzen.
Mahmud: Nimmst du deine Medikamente regelmäßig?
Sabri: Ja, ich nehme sie regelmäßig. Aber das ist nicht so einfach. Es sind verschiedene Tabletten, und ich kann sie voneinander kaum unterscheiden. Alle sehen ähnlich aus. Danke, dass du sie für mich vorbereitest.
Mahmud: Du hast Schmerzen, weil du erst vor drei Wochen operiert wurdest. Es kann nur besser werden. Du musst Geduld haben. Du bist außerdem in guten Händen. Die ganze Familie kümmert sich um dich.
Sabri: Hast du mich im Krankenhaus besucht?
Ich kann mich nicht mehr erinnern.
Mahmud: Du standest unter Medikamenteneinfluss, deswegen kannst du dich nicht mehr daran erinnern. Das ist aber ganz normal. Während deines gesamten Aufenthalts im Krankenhaus habe ich dich viermal besucht. Ich bin mir sicher.
Sabri: Du hättest doch jeden Tag kommen sollen. Du bist wie mein eigener Sohn. Mein Zimmer war immer voll. Ich langweilte mich nie.
Mahmud: Genau aus diesem Grund habe ich dich nur viermal besucht.
Sabri: Ich verstehe den Grund immer noch nicht. Aus welchem Grund hast du mich nur viermal besucht?
Mahmud: Wir müssen doch auf das Krankenhaus-Personal Rücksicht nehmen. Die Fluren und Patienten-Zimmer sind doch keine Unterhaltungsräume. Das muss man doch begreifen. Aber seitdem du zu Hause bist, bin ich doch jeden Tag bei dir. Ich muss jeden Tag ca. 40 km zurücklegen, um zu dir zu kommen.
Sabri: Das ist wohl wahr. Es fällt mir unheimlich schwer, allein zu bleiben.
Mahmud: Gehst du ab und zu nach draußen? Du sollst an die frische Luft gehen. Bei unangenehmem Wetter musst du dich dick anziehen. Du musst die Anweisungen deiner Ärzte befolgen.
Sabri: Das ist mir klar, aber das Wetter spielt manchmal nicht mit. Das ist vom Wetter abhängig. Wenn es draußen schön ist, gehe ich spazieren. Ich habe auch meinen Rollator dabei. Ich stütze mich auf ihn. Beim schlechten Wetter lese ich Romane und sehe fern. Es wundert mich, dass du heute allein gekommen bist. Wo ist Elham?
Mahmud: Sie hat heute kaum Zeit. Sie hat einen Termin beim Zahnarzt. Danach geht sie einkaufen, um Kuchen zu backen. Du hast sie letztes Mal gebeten, für dich Kuchen und Kekse zu backen. Hast du es erst gerade gemerkt?
Sabri: Ja, ich dachte, dass sie ihrer Mutter in der Küche hilft. Was hältst du von dieser Krankheit? Alle Menschen reden von der Corona-Pandemie. Sie ist ein aktuelles Thema.
Mahmud: Die Menschen sind im Recht. Überall ist die Rede von der Corona-Krise. Das ist ein Virus, das hoch ansteckend ist. In der Öffentlichkeit dreht sich alles um diese Pandemie. Die Virologen und Fachleute warnen ständig vor den gesundheitlichen Gefahren, die durch diese Pandemie entstehen können. Das muss doch ein gefährliches Virus sein. Ich muss jetzt losgehen. Bis ich zu Hause bin, wird es noch eine Weile dauern.
Sabri: Ich wünsche dir eine gute Fahrt. Danke, dass du mich besucht hast.

Mahmud ist zu Hause angekommen und seine Frau backt immer noch Kuchen und Kekse.
Mahmud geht ebenfalls in die Küche, um das Gebäck zu probieren.

Elham: Guten Abend, du bist zum richtigen Zeitpunkt gekommen. Ich habe die ganze Zeit auf dich gewartet.
Mahmud: Ich liebe diesen Geruch.
Elham: Ich habe ein Stück Kuchen zur Seite gelegt. Ich gönne mir eine Kaffee-Pause.
Mahmud: Soll ich zwei Tassen Kaffee kochen?
Elham: Ich habe gerade Kaffee gekocht. Ich wusste, dass du auf dem Weg nach Hause bist. Mein Vater hat mich gerade angerufen. Wir setzen uns an den Tisch. Geht es meinem Vater besser?
Mahmud: Ja, ich denke schon. Es geht ihm seinem Alter entsprechend sogar sehr gut. Er soll langsam auf die Beine kommen. In dem Alter muss er selbstverständlich Geduld haben. Die Körperkraft lässt nach.
Elham: Es freut mich unheimlich sehr, dass du dich so barmherzig und liebevoll um meinen Vater kümmerst. Aber warum umarmst du ihn nicht, wenn wir ihn besuchen. Wenn du ihn begrüßt, hältst du von ihm immer Abstand. Ich kann das nicht realisieren. Das wundert mich. Wenn seine Krankheit ansteckend wäre, hätten uns seine Ärzte informiert. Du hast selber seine Ärzte gefragt.
Mahmud: Um Gottes willen, seine Krankheit ist überhaupt nicht ansteckend. Ich war im ständigen Kontakt mit seinem behandelnden Arzt. Das ist doch eine falsche Einstellung. Du bildest dir das nur ein. Es ist doch für ihn besser, wenn wir uns von ihm fernhalten. Wie viele Menschen besuchen ihn am Tag?
Elham: Er hat immer Besuch.
Mahmud: Womit muss man rechnen, wenn alle Besucher seine Hände schütteln oder ihn küssen?
Elham: Ich bin überfragt. Das weiß ich doch nicht.
Mahmud: Tragen gesunde Menschen keine Viren?
Elham: Stellst du jetzt wissenschaftliche Fragen?
Mahmud: Sind alle Menschen, die ihn besuchen, gesund?
Elham: Ich kann weder ja noch nein sagen, aber das kann ich mir kaum vorstellen.
Mahmud: Wie viele Viren schleppt jeder Mensch mit sich herum?
Elham: Du hast Recht. So weit denken wir leider nicht.
Mahmud: Man muss kein Fachmann sein. Das sind allgemeine Informationen, die jeder Mensch wissen sollte. Wir leben doch im einundzwanzigsten Jahrhundert.
Mahmud: Ich schätze deinen Vater sehr. Man muss das nicht persönlich nehmen. Man muss Prioritäten setzen. Es geht um seine Gesundheit.
Elham: Gibt es Neuigkeiten über die Corona-Pandemie?
Mahmud: Ich habe gerade Nachrichten gehört. Nachrichten über die Corona-Krise gibt es in bestimmten Abständen. Übrigens: Das Kontakt-Verbot und die Freiheitseinschränkungen treten morgen in Kraft. Das heißt: Ab morgen dürfen wir deinen Vater nicht mehr besuchen. Das wird ihm sehr schwerfallen, aber wir müssen nicht emotional denken. Wir werden mit ihm telefonischen Kontakt aufrechterhalten.

Zwei Tage später ruft Mahmud seinen Schwiegervater an.

Mahmud: Guten Abend, du hast mich bestimmt erwartet. Wie fühlst du dich?
Sabri: Ich fühle mich besser, aber du tauchst nicht mehr auf. Ich gucke immer auf die Uhr. Ich weiß ganz genau, zu welcher Uhrzeit du mich besuchst.
Mahmud: Du hast mich letztes Mal über die Corona-Pandemie gefragt. Die Regierung hat jetzt Kontaktverbote verhängt.
Sabri: Das ist doch unbegreiflich. Das habe ich noch nie erlebt. Soll ich darunter verstehen, dass du mich nicht mehr besuchst.
Mahmud: Ich möchte dich gerne besuchen, aber wir müssen uns an die Auflagen halten.
Sabri: Um diese Uhrzeit war unser Wohnzimmer voll.
Ich bin aber trotzdem nicht allein.
Mahmud: Mit wem unterhältst du dich?
Sabri: Mir gegenüber ist das Foto von meiner verstorbenen Ehefrau. Sie weckt tolle Erinnerungen in mir. Ich unterhalte mich die ganze Zeit mit ihr, als ob sie jetzt neben mir wäre. Solange ich lebe, lebt sie weiterhin in meinem Geist.
Mahmud: Das ist mir klar. Jeder Anfang hat auch ein Ende, und das Ende ist manchmal schmerzhaft. Zu dieser Überzeugung musst du kommen.
Sabri: Das ist die einzige Lösung. Eine andere Alternative habe ich nicht. Das ist eine enorme Lebensumstellung, wenn ich in die Vergangenheit zurückblicke. Meine Ehefrau war meine Lebensbegleiterin. Wir wechseln lieber das Thema. Wie lange können diese Kontaktverbote noch dauern?
Mahmud: Die Aufhebung der Kontaktverbote und der Freiheitseinschränkungen hängen bestimmt von zahlreichen Faktoren ab. Wir können aber darüber nicht entscheiden. Dafür sind Virologen, Fachleute, Politiker und auch andere Instanzen zuständig.
Sabri: Das heißt: Politiker und Fachleute können jederzeit die geltenden Kontaktverbote und die Freiheitseinschränkungen aufheben.
Mahmud: Nein, sie treffen solche Entscheidungen nicht willkürlich. Das ist von der Verbreitung des Virus abhängig. Wenn die Ausbreitung des Virus eingedämmt ist, dann kündigen sie wahrscheinlich stufenweise Lockerungen an.
Sabri: Wir können aber die Ausbreitung des Virus nicht beeinflussen. Sie verlangen viel von uns. Wir sind doch keine Wissenschaftler. Wir sind doch einfache Menschen.
Mahmud: Doch, zum Eindämmen der Virus-Ausbreitung leisten wir einen enormen Beitrag.
Sabri: Was können wir überhaupt dagegen tun?
Mahmud: Es reicht doch, wenn wir die verkündeten Auflagen in die Praxis umsetzen. Wir können doch auf Grillpartys verzichten. Wir können uns per WhatsApp, Handys, E-Mails und SMS austauschen. Trauerfeier, Hochzeitsfeier, Geburtstagsanlässe, Ansammlungen und andere Veranstaltungen können doch verschoben werden. Es geht letztendlich um die allgemeine Sicherheit. Es geht um unsere Sicherheit und Gesundheit. Wir müssen uns gegenseitig unterstützen.
Sabri: Verschwindet das Virus irgendwann?
Mahmud: Wir müssen uns kooperativ verhalten und optimistisch in die Zukunft blicken.
Sabri: Wie kann man die Zahl der Todesfälle gering halten?
Mahmud: Wir können nur dann die Zahl der Todesfälle gering halten und in den Griff bekommen, wenn wir uns in die Pflicht nehmen, die angekündigten Auflagen ernst nehmen und sie nicht missachten.
Sabri: Was für eine Pandemie ist das?
Mahmud: Das ist nicht die erste Pandemie, die die Menschheit im Laufe der Geschichte erlebt hat.


Corona-Krise und unsere Osterferien

Dilo und seine Mutter Elena unterhalten sich über die Osterferien.
Seine Mutter möchte aber genau herausfinden, warum sich Dilo über die Osterferien freut.
Sie stellt gezielt folgende Fragen:

Elena: Du strahlst vor Freude. Das merke ich jedes Jahr, wenn die Osterferien sich nähern.
Dilo: Das macht mir unheimlich viel Spaß. Ich kann es kaum erwarten. Im letzten Jahr habe ich zu den Ostern so schöne Zeit mit meiner Oma und meinem Opa verbracht.
Elena: Woran erinnerst du dich genau?
Dilo: Opa und Oma sind zu uns gekommen, und wir sind zusammen einkaufen gegangen. Sie haben mir alles gekauft, was man sich zu Ostern vorstellen kann.
Elena: Was haben Opa und Oma für dich gekauft?
Dilo: Sie haben zwei Osterhasen, Ostereier, Osterschokoladen, Osterfiguren und auch ganz andere Sachen gekauft. Sie haben auch ein Poster für mich gekauft. Der Poster ist immer noch in meinem Schrank.
Elena: Hast du dir die Sachen ausgesucht?
Dilo: Natürlich habe ich mir die Sachen ausgesucht. Sie standen neben mir und lächelten mich an. Danach sind wir in mein Zimmer gegangen und haben es so schön dekoriert. An der Wand waren Osterbilder. Ich hatte auch Ostereier aus Schokolade. Es sind so schöne Erinnerungen. Ich bin mal gespannt, was wir dieses Jahr wieder zusammen unternehmen werden. Im letzten Jahr hast du im Garten Ostereier versteckt. Opa, Oma und ich haben sie gesucht.
Elena: Du hast aber ein tolles Gedächtnis. Ich habe noch viele Fotos.
Dilo: Das fand ich am tollsten. Ich habe fast alle versteckten Ostereier gefunden. Ich war schneller als sie. Aber das ist doch ganz normal. Opa und Oma sind ziemlich alt. Auch in diesem Jahr haben sie bestimmt tolle Überraschungen für mich. Ich lasse mich überraschen. Sie haben sich bestimmt was Schönes ausgedacht. Ich freue mich schon jetzt auf Ostern. Ich kann es kaum erwarten.
Elena: Was stellst du dir vor? Was hast du geplant?
Dilo: Ich stelle mir ein buntes Programm vor.
Elena: Würdest du es mir verraten? Ist das ein Geheimnis?
Dilo: Nein, ich kann es dir gerne sagen. Wir gehen einkaufen. Wir kaufen dieses Mal Bio-Eier. Ich möchte mit meinen Großeltern Ostereier färben. Wir kaufen viele Farben. Ich möchte dir nicht mehr verraten. Das reicht auch, es macht ansonsten keinen Spaß mehr. Wie findest du meine Idee?
Elena: Das ist eine tolle Idee. Deine Idee ist einfach genial. Aber ich glaube es nicht, dass wir in diesem Jahr mit Opa und Oma Ostern feiern können. Das stelle ich mir schwer vor.
Dilo: Doch, sie werden bestimmt zu uns kommen. Ohne meinen Opa und meine Oma habe ich noch nie Ostern gefeiert. Habt ihr ohne sie Ostern gefeiert, als ich noch klein war?

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