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Tashi – Reise ins Schattenland

Arobed Assiah

Tashi – Reise ins Schattenland

Leseprobe:

„Aaach nein! Nein, nein! Muss das wirklich sein? Regenbogen! Ich will nicht zum blauen Planeten geschickt werden! Du liebe Güte, wie frustend ist denn das!“
Der Junge, der gerade aufgefordert wird, eine weitere Reise zurück auf die Erde zu unternehmen, ist gar nicht zufrieden mit diesen Aussichten. Er schmollt und wendet sich vom Regenbogen ab, der ihm diese Neuigkeiten gerade eben unterbreitet hat. Etwas lauter meint der Junge:
„Muss ich tatsächlich durch das halbe Universum reisen, um dort noch mal ein ganzes Leben im Schattenland zu verbringen?“
Er schnalzt mit der Zunge, er ist wirklich ziemlich beunruhigt. „Guck mal!“, wobei er mit dem Finger auf die Erde zeigt. Man kann wie durch ein Fernglas auf den winzigen Planeten gucken, so etwa wie durch ein Wurmloch. Nicht alle wollen oder können das, aber der Junge kennt sich da aus. Und gerade deswegen ist er so muffelig, weil er das alles schon kennt.
„Schau doch, wie die Menschen im Land des Vergessens herumrennen und sich nicht mehr erinnern, woher sie kommen oder weshalb sie überhaupt auf Erden sind. Ihr Kraftstrom zu den Anderswelten ist unterbrochen. Ihr Geist ziemlich spartanisch auf Sparflamme eingestellt. Ich will nicht mehr in diese lieblose Hölle reisen! Nein!“
Er wendet sich ab und stampft mit dem Fuß. Seine ganze Rebellion kommt mit dieser Geste zum Ausdruck.
Der Junge hat Angst, diese Reise wieder zu unternehmen. Wenn er könnte, würde er sich total weigern, überhaupt irgendwelche Vorbereitungen zu treffen, da hinzugehen. Hat er diese Entscheidung wirklich selber getroffen oder wurde sie für ihn getroffen? War er sich zu wenig klar, was er auf seiner nächsten Reise überhaupt lernen will? Aber zur Erde reisen? Ausgerechnet Planet Erde! Wo man doch weiß, was für turbulente, umwälzende Zeiten diesem Planeten bevorstehen. Phewww … Lieber würde er in der Gemeinschaft mit seinen Sternengeschwistern bleiben und dort lernen, was sich seine Seele als Nächstes vorgenommen hat.
Hach, eigentlich egal, er weiß, er kann nicht kneifen, er muss da durch. Wenn er sich trauen würde, würde er Luft ablassen wie eine Dampflokomotive!
„Haben die dunklen, gefallenen Hierarchien immer noch Regentschaft über den blauen Planeten? Es könnte doch ein so schönes Paradies sein auf Erden. Aber die Menschen haben es noch immer nicht kapiert, oder, Regenbogen???“
Der Junge dreht sich um und schaut den Regenbogen an, der geduldig auf die Bereitschaft des Jungen wartet. Aber der Regenbogen antwortet nicht, weder auf die Frage des Jungen noch auf seine traurige, aufmüpfige Laune.
Der Junge seufzt laut, Aufgabe ist Aufgabe und muss ausgeführt werden. Nur in der Isolation der Polarität werden seine Charakteristiken, seine Stärken und auch seine Schwächen den letzten Schliff bekommen. Natürlich weiß das der Regenbogen, legt die Arme um den Jungen und erklärt ihm:
„Junge, Junge, du kennst es doch schon. Du warst unglaublich viele Male auf der Erde. Eigentlich liebt dich die Erde, sie nimmt dich liebend in ihrem Schoß auf. Sie weiß, dass du ein Transmitter für das Licht bist. Du hilfst der Weltenseele im gegenwärtigen Wandlungsprozess. Aber auf dieser Reise probiere doch alle meine Farbstrahlen aus, sie stehen dir allesamt zur Verfügung. Du musst dich nicht immer im gleichen Departement meiner Farbauswahl aufhalten. Wenn du mehrere meiner Dimensionen ausprobierst, würde das dein Abenteuer im Menschenkleid gleichzeitig aufheitern und viel abwechslungsreicher gestalten. Vor allem würde es dir helfen, dich besser auszugleichen. Du hast den freien Willen, alles auszuprobieren, was dir Spaß macht. Du sollst dich mit so vielen unterschiedlichen Welten wie möglich vernetzen! Das wünsche ich mir für dich. Es muss sich ja nicht wie letztes Mal wie in der Hölle anfühlen. Wenn du zu oft die gleiche Farbe durchforschst, könnte dich das eventuell einseitig entwickeln, und ein Übermaß an Genieenergie bringt dich aus dem Gleichgewicht. Vergiss nicht, jeweils die Komplementärfarbe zu beachten, denn sie schafft die jeweils notwendige Harmonie!“
Der Junge schaut den Regenbogen an, etwas gelangweilt, weil er ja eigentlich den Werdegang kennt. Das mit der Genieenergie interessiert ihn aber doch. „Wie meinst du das genau, Genieenergie?“
„Ja ich weiß, hört sich lustig an, gell. Aber wenn du zu oft immer im gleichen Farbdepartement, in derselben Farbe inkarnierst und sie sich in deinem Energiesystem verdichtet, passen sich deine Zellen an einen gewissen Rhythmus und gewissen Frequenzen in deiner Molekularstruktur an. Du erschaffst dir ein Netz von immer ähnlichen Informationen, die dich begleiten. Fast wie ein Hamsterrad, aus dem es immer schwieriger wird, auszubrechen. Das gilt natürlich für die lichten wie für die Schattenseiten deiner Erfahrungen. Selbst deine Hormone reagieren darauf, eine chemische Reaktion auf den Überschuss derselben Farbe.“
Der Junge denkt über das nach. „Sind chemische Zusammensetzungen auch Energie?“
„Alles, Junge, sind Schwingungen, Wellenbewegung, Wirbel, Frequenzen, Energie und … Nichts! Die endlose Suppe von Potenzial, aus der alles entstanden ist und sich immer neu ausdehnt. Und sich auch wieder verschluckt!Göttliche Lichtintelligenz - also Geist - bleibt! Materie verwandelt sich, sie verändert sich kontinuierlich, wird manipuliert, verdreht, verformt und verfälscht. Materie kommt und geht! Geist bleibt!“
Der Regenbogen neigt sich dem verwirrt dreinblickenden Jungen entgegen und lächelt ihn an.
„Jede Farbe enthält sogar ihre eigenen Mineralien, Intelligenz, Schwingungen und Informationen. Man kann die Kälte oder Wärme einer Farbe fühlen! Die Farben funktionieren wie ein Spiegel der Seele. Farben verbinden dich mit den Informationen deines Überbewusstseins und deines Unterbewusstseins. Die drei Ur-Farben, die in jedem Chromosom gespeichert sind, und deren Mischung, also wenn du Gelb mit Rot mischst zum Beispiel, bestimmen die Eigenschaften einer jeweiligen Seele. Als Ur-Farben gelten, aber das weißt du sicher noch, Gelb - Rot - Blau. Falls du dies vergessen hast, wirst du dich schnell wieder daran erinnern. Denn diese Grundelemente sind die Kräfte, die in der Schöpfung existieren. Sie sind das Proton, Elektron und das Neutron. Womit mein Regenbogenwissen in jeder Zelle verankert ist. Auch die Natur ist diesen Frequenzen und Grundgesetzen unterworfen!“ Der Regenbogen würde dem Jungen gleich die ganze Physik erklären, der aber schaut mit großen Augen tief in das Regenbogenwissen hinein und ist kurz überfordert. „Mein Junge, jetzt habe ich dich aber etwas verwirrt. Du wirst deine Reise etwas anders gestalten dieses eine Mal. Du wirst schon sehen! Auch wenn dir das momentan ganz und gar nicht gefällt oder dir alles zu viel erscheint. Wie bereits erwähnt, jede Farbe hat auch ihren Gegenpol, und den gilt es zu finden, um ein Gleichgewicht zu schaffen! Nicht vergessen, es gilt, immer schön zu versuchen, die Polarität in Balance zu halten!“
Wieder lächelt der Regenbogen den traurigen, muffeligen Jungen an. Der betrachtet Nachdenklich den Regenbogen, der sich alle Mühe gibt und sehr freundlich mit ihm gesprochen hat.
Trotz seines Widerstands wird er wieder aufgefordert, eine weitere Reise in diese so weit entfernte Ecke des Universums zu unternehmen.Und ob er die Farben so leicht von einem Erfahrungsdepartement ins andere wechseln kann, darüber ist er sich auch noch nicht so sicher. Laut meint er:
„Wenn also die Grundfarben bereits gegeben sind, dann werde ich mich mit meinen Mischfarben, welche meinen Charakter ausmachen, auseinandersetzen müssen. Aber erst werde ich herausfinden müssen, welche das sind!“ Der Regenbogen versucht, den Jungen aufzumuntern.
„Das ist wirklich keine Herausforderung für dich! Wenn du dich im Menschenkleid befindest, wirst du das schnell herausfinden! Ich versichere dir das und werde dir dabei helfen. Und zudem verrate ich dir was, mein lieber Junge. Viele, viele Qualitäten, Eigenschaften und Potenziale warten auf dich, um von dir ausgedrückt zu werden. Deshalb wird es gar nicht so schwer sein, von einer Farbe zur anderen zu reisen. So wie du jetzt auf meiner Regenbogenbrücke von einer Erfahrung zur anderen gleitest und vorbereitet wirst, so, also in diesem Sinne, kannst du deine Reise auf Erden weiterführen. Genau genommen, müsstest du nur das jeweilige Farbspektrum in deinem Bewusstsein aktivieren und schon entsteht Resonanz. Ich würde sagen, erweitere dein Spektrum, dabei musst du nichts wechseln. Du kannst viele deiner Seelenfragmente innerhalb eines einzigen Lebens zur Vervollständigung aufblühen lassen. Du wirst die Freude der Farben und ihre Qualitäten erforschen und auch sie werden deine besten Freunde werden! Du wirst sogar in Farben denken wollen! Das wird ganz lustig werden, ich freu mich jetzt schon auf diesen Moment, wenn du mich ganz neu wiederentdeckst in deinem Menschenkleid. Dann feiern wir! Ich verspreche es dir. Lass es einfach auf dich zukommen. Was bereits in dir als Software für dein Menschenleben programmiert ist, kannst du gar nicht suchen! Es wird dich finden, als Resonanz deiner Bereitschaft sozusagen. Fragt sich nur, ob du dann diese Herausforderung, den Ruf deiner Seele, auch hören und annehmen willst!
Auch wirst du Seelengeschwister kennenlernen, die jeweils ein Stück deines Weges mit dir gehen. Gleichgesinnte, die in deinen jeweiligen Entwicklungsprozess und das entsprechende Farbdepartement passen!“ Der Regenbogen betrachtet den Jungen nachdenklich. Wird sein Schützling seine geistige Kraft verwirklichen, verwirklichen wollen, wenn er dermal einst sein Menschenkleid annimmt? Wird er den großartigen Ausdruck seiner Lebenskraft, sein großes Wissen und seine innewohnende Schönheit entfalten? Wird er die Partnerschaft mit seinen lichten Welten aufrechterhalten wollen oder sie verleugnen wie die meisten Menschen? Er glaubt an den Jungen, der eine Meisterseele ist. Er glaubt an die Weisheit und den starken Willen des Jungen. Sein Schützling wird wohl oftmals motzen, weil er sich möglicherweise überfordert fühlt. Dennoch weiß der Regenbogen, dass der Junge mächtig und mit allen Mitteln, die zur Verfügung stehen, für seine Reise in die Schattenwelt vorbereitet wird. Er ist eine sanfte Seele, aber mit außerordentlich starkem Willen ausgerüstet. Nun lächelt der Regenbogen und spricht laut weiter: „Auch wenn nicht alle deine Erdenbegleiter aussehen wie Menschen, gehören sie dennoch zu deiner Seelengruppe. Ich erlaube mir zu sagen, dass nicht alles, was wie ein Mensch aussieht, auch ein Mensch ist!“ Ein langes ausgedehntes „Aha mmm …“ war alles, was der Junge dazu zu sagen hat.Er schaut wieder in die verschiedenfarbigen Regenbogenlichter, die jetzt ganz stark leuchten. „Und noch was!“
Der Regenbogen wartet auf die Reaktion des Jungen, aber viel kommt da nicht. Unentschlossen sitzt der Junge da, den Kopf in die Hände gestützt, und schaut in die weite Ferne. Er ist umgeben von vielen anderen, die es kaum erwarten können, wieder auf die lange Reise losgeschickt zu werden. Sie lieben es, Erfahrungen zu machen. Der Junge hingegen liebt seine Familie und Freunde, die er leider hierlassen muss. Es macht ihm nicht wirklich Spaß, sich aus dieser Geborgenheit und Gemeinschaft von Gleichgesinnten lösen zu müssen. Er weiß es jetzt schon, da er sich an viele andere Reisen erinnern kann, die nicht so einfach waren für ihn. Sie waren wohl etwas schwierig, weil sich der Junge immer an seine lichte Herkunft erinnern konnte. Das Licht, das sind helle, große, zeitlose Dimensionen, in denen man einfach sich selbst sein darf. Man ist mit der Quelle allen Seins EINS … Man ist mit der höchsten Schöpferkraft verbunden … Man ist mit Gleichgesinnten zusammen und alles ist klar … Man ist nicht dem dauernden Kampf der Sinnfindung und den Polaritäten ausgeliefert. Für das Licht, das er den schlafenden und suchenden Menschen bringen wollte, musste er so oft sterben oder wurde mundtot gemacht. Diese Erinnerung hängt noch tief in seiner Psyche.
Nun muss er wieder in das Schattenland, um eine weitere Erfahrung zu machen. Das gurkt ihn an und gefällt ihm gar nicht besonders.
Der Regenbogen kann seine traurigen Gedanken lesen und sanft umhüllt er den Jungen mit seinen herrlich fluoreszierenden Farben. Leise flüstert er dem Jungen zu:
„Ich sage dir ein Geheimnis, das du aber für eine Weile vergessen wirst, während du im Schattenland verweilst. Keine Angst, gerade zur rechten Zeit in deinem Erdenleben wirst du dich wieder daran erinnern, was ich dir jetzt sage. Gerade dann, wenn du alle Freude verloren hast, du das Gefühl hast, du möchtest ‚sterben‘. Wenn dir alles verleidet ist und dich nichts mehr wirklich erfreuen kann. Gerade dann komme ich zu dir und erinnere dich wieder an das Geheimnis. Was meinst du?“
„Und was ist das Geheimnis?“ Zum ersten Mal seit langer Zeit kommt etwas Spannung in den Jungen und er schaut den Regenbogen aufmerksam an.
„Edelsteine! Sie sind die Urahnen der Menschen und haben die Geschichte des Universums gespeichert. Auch sie entspringen dem Ur-Gedanken und haben ihr Licht verkörpert, so wie du es tust. Durch die Kristallisation ihres Lichtes sind aus ihnen die wunderschönsten Wesen entstanden. Ihre Schönheit und ihre Heilkraft sind für die Menschen sichtbar und erlebbar geworden. Der Stein ist ihr Körper geworden, so wie dein feinstoffliches Wesen sich bald in einem Menschenkörper ausdrücken wird. Feinstofflich wird stofflich! Die Edelsteine haben ihre Informationen in Steinformationen verankert. Und du wirst universelles Wissen in deiner menschlichen Hülle verankern. Ein sehr ähnlicher Prozess. Man könnte auch sagen: wenn Geist die Materie beseelt. Die verborgene Intelligenz der Edelsteine ist das große Geheimnis, das du wiederentdecken wirst. Sie werden deine besten Freunde werden und du wirst ganz neu aufleben können. Edelsteine sind auch mit meinem Wissen und meinem Farbspektrum verbunden. Edelsteine sind ein intelligentes Netz der Kommunikation mit anderen Planetensystemen und mit anderen Galaxien. Sie rufen dich und zeigen dir den Weg zurück zu mir, dem Regenbogen. Das ist das Geheimnis, das du aber zu Beginn deiner Erdenreise erst mal für kurze Zeit vergessen wirst. Edelsteine und Farben, sie sind deine Magie!“
Plötzlich strahlt der Junge, etwas vibriert durch sein ganzes Energiefeld. Eine nebulöse Erinnerung, oder ist es Vorahnung, erwacht, und sein Gesicht hellt sich auf.
„Ja, das ist wunderbar, dann wird meine Reise aus dem Sonnenlicht und weg von dir und meiner Familie doch noch einen Sinn haben. Werde ich dann weniger traurig sein?“
„Ja, ich denke schon, da du endlich finden wirst, was du selber bist. Ein diamantenes Licht …
Auch daran wirst du dich wieder erinnern können, auch deshalb wirst du nochmals zu Erde geschickt.“
„Waaas, auch deshalb muss ich nochmals auf diese Reise, um mich an mich selbst zu erinnern? Und deshalb muss ich so vieles vergessen? Nein echt, das ist nicht schön! Gar nicht schön!“ Der Junge reagiert sehr emotional auf diese Aussage. Er motzt schon wieder und macht einige unhöfliche Geräusche.
Der Regenbogen muss jetzt wirklich lachen. So viel Emotion hätte er nicht vom Jungen erwartet. Aber das ist ein gutes Zeichen, das wird ihm Kraft geben, sich endlich aus der Warteschleife des Sich-nicht-entscheiden-Wollens zu lösen.
Er muss über alles, was der Regenbogen ihm so freundlich versucht hat zu erklären, nachgrübeln. Nach geraumer Weile steht der Junge auf, seufzt und klopft sich bedächtig und langsam das Sternenkleid zurecht. Nachdem er sich wieder etwas beruhigt hat, und nach langem beschaulichem Nachdenken und sich verinnerlichen, nickt er dem Regenbogen zu. Der freut sich über die Entscheidung seines Schützlings und ruft sofort zwei Begleiter, es sind Wächter, für den Jungen, damit er seine lange Reise beginnen kann. Ohne persönliche Begleiter, ganz persönliche treue Wächter, geht nämlich keine Seele auf Reisen, das muss hier auch mal noch erwähnt werden. Einige der wartenden Seelen schauen dem Spektakel der Vorbereitung zu. Nicht alle werden durch die gleichen Vorbereitungen gehen, da jede Seele eine andere Aufgabe haben wird. Die einen tragen schwerere Lasten, während andere leichter durch die lineare, strukturierte Zeit reisen werden. Die meisten werden vergessen, woher sie kommen und weshalb sie diese Zeitreise überhaupt unternehmen. Nun wird dem Jungen das Kleid wie eine Schale langsam entfernt. Je weiter sich sein Sternenkleid von der Seele entfernt, desto kälter und melancholischer wird der Junge jetzt schon. Er weiß, seine Aufgabe ist es, die Menschen daran zu erinnern, dass auch sie irgendwann einmal über den Regenbogen gewandert sind. Er will diese Herausforderung gar nicht mehr. Warum ist er überhaupt verantwortlich für andere? Der Regenbogen hat diese stille Frage gehört. „Du musst gar nichts! Aber indem du realisiert, was du im wesentlichen Kern selber bist, wirst du deine Wahrheit, oder deine Realität, ausstrahlen, und das wird gleichgesinnte und suchende Seelen anziehen. Du TUST nichts, du WIRST wieder! Das ist ein großer Unterschied! Nach dem Gesetz der Anziehung - Ursache und Wirkung! Wenn Menschen wieder realisieren und erkennen, dass ihr Körper ein Kanal für Geist und ihre Seele ist! Die Verschmelzung von Geist und Materie, dann, ja dann geschehen Wunder! Die Seele beginnt ihren Siegeszug in ihre ganz persönliche Freiheit. Der Befreiung von Kontrollmustern, der Befreiung des Opferseins, der Befreiung des Müssens, der Freiheit - nach Gutdünken sein eigenes Leben zu kreieren! Und so vieles mehr.“ Der Junge betrachtet den Regenbogen. Sie stehen sich still gegenüber. Darauf, was der Regenbogen gesagt hat, antwortet er nicht. Er muss über alles nachdenken. Auch jetzt schleichen sich schon wieder Gedanken durch sein jetzt noch offenes Energiefeld. Sind die Menschen vielleicht gefallene Engel? Sie rebellierten und wollten so ihre ganz persönlichen Erfahrungen machen? Und je weiter sie gereist sind und je länger sie unterwegs sind, umso mehr haben sie sich von der Ur-Quelle entfernt und die Erinnerung an ihr Paradies verloren? Sie haben sich so verdichtet in ihrer Struktur, dass sie ihre lichte Erinnerung an ihre Herkunft voll vergessen haben? Durch Einmischung haben sich Mutationen und Hybride ergeben?
Die originale Lichtinformation wurde mit der Zeit verzerrt und verfälscht?
Sie fließen nicht mehr in Harmonie mit dem Licht, sie sind verstopft, was immer größere Isolation hervorruft? Die Menschen sind verschlossen, kleingeistig und vom großen lebendigen Geist ausgesperrt?
Das Geist-Seelengefüge ist aus dem Konzept und aus dem Anschluss der Einheit gefallen? Oder sind sie in Ungnade gefallene Engel?Gibt es nur auf Erden Menschen? Oder haben sie sich auch noch woanders im Universum angesiedelt?
Wird er es schaffen, den Kontakt mit seiner lichten Quelle bewusst aufrechtzuerhalten, trotz Schattenland? Er schüttelt seinen Wuschelkopf und seufzt schwer, während er sich, umgeben von großen Lichtern, der Zeremonie hingibt.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 182
ISBN: 978-3-99064-940-4
Erscheinungsdatum: 15.06.2020
EUR 15,90
EUR 9,99

Krampus & Nikolo