Philo auf der Suche nach dem Sinn des Lebens

Philo auf der Suche nach dem Sinn des Lebens

Werner Simon


EUR 12,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 224
ISBN: 978-3-85022-093-4
Erscheinungsdatum: 01.10.2007
Im Jahre 2050 bekommt der Altphilologe Philo kurz nach Beendigung seines Studiums von seiner hoch schwangeren Freundin eine Zeitreise geschenkt, die ihn innerhalb von fünfundzwanzig Tagen quer durch die Geschichte zu den anerkanntesten Philosophen des Abendlandes bringen soll. Sein Auftrag lautet, diesen die Frage nach dem Sinn des Lebens zu stellen, um dem erwarteten Nachwuchs ein bestmöglicher Vater sein zu können. Also tritt Philo, firm in der Kenntnis alter Sprachen und ausgerüstet mit entsprechender Verpflegung, Kleidung und Lektüre, die Reise in die Vergangenheit an, die ihn chronologisch von der Antike über das Mittelalter in die Neuzeit und schließlich zurück in die Postmoderne führen wird.

15.12.2007Buchbesprechung

Das Dosierte Leben

Sensationell ist das Preis-Leistungs-Verhältnis bei diesem Werk, das sich als der beste Philosophieroman der letzten Jahre erweist.Philo bekommt von seiner schwangeren Freundin eine Zeitreise geschenkt (ja das geht im Jahre 2050 selbstverständlich), damit der Philologiestudent von den klügsten Philosophen der Welt Nützliches zur Erziehung seines Kindes lernen könne. So reist er zu Sokrates und arbeitet sich dann von der Antike über das Mittelalter, die Renaissance und die Moderne bis zur Postmoderne (Lyotard!) vor, um den Philosophen zu lauschen. Stärken und Schwächen der großen Geister lernen wir dabei ebenso kennen wie Praxis, aber auch Grenzen ihrer Lehren.Das Ganze ist sehr geschickt mit der Geschichte des Zeitreisenden verwoben, so dass hier dem didaktisch gelungenen Konzept des „spielerischen narrativen Lernens“ sehr klug entsprochen wird. So rast die Story durch Raum und Zeit und trifft sich an der Pointe zu einem Happy End, das wir hier nicht verraten wollen.Das Buch – selbstredend mit starken autobiographischen Zügen – ist für jeden Philosophieinteressierten eine Wohltat, verständlich und anspruchsvoll zugleich und setzt für das wachsende Genre des Philosophieromans einen sehr hohen Standard.

05.04.2008Mit dem ersten Buch geht ein Traum in Erfüllung

Neumarkter Tagblatt

Der Waltersberger Werner Simon veröffentlicht „Philo auf der Suche nach dem Sinn des Lebens“.Werner Simon liebt die Natur, und er liest gerne Bücher. Beides konnte er miteinander verbinden, indem er sein Studium durch die Arbeit in der Landschaftspflege finanzierte. Jetzt hat sich für ihn ein Traum erfüllt. Er hat ein Buch geschrieben, ein modernes Märchen, und innerhalb kürzester Zeit wurde es veröffentlicht.Als 16-Jähriger sah Werner Simon in einem Schaufenster das Buch von Schopenhauer „Die Welt als Wille und Vorstellung“. Der Titel hielt ihn gefangen und seine Leidenschaft für das Lesen begann. Unendlich viele Bücher hat er seitdem durchgearbeitet, vor allem während der Studienzeit. Gezählt hat er sie nie. Werner Simon ging in die Volksschule Deining, dann nach Neumarkt in die Realschule und anschließend in die Fachoberschule. In Regensburg studierte er Sozialpädagogik bis zum Vordiplom und machte dann ein Magister-Studium der Soziologie, Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg mit anschließender Promotion im Fach Philosophie.„Die Idee, ein Buch zu schreiben, traf mich wie ein Blitz. Es war gerade zu der Zeit, als ich meine Doktorarbeit im Fach Philosophie verfasst habe, im Oktober 2006“, erinnert sich Werner Simon. Tag und Nacht habe er geschrieben und innerhalb kürzester Zeit war das Buch fertig. Robert Wenger und Judith Friede, ein befreundetes Paar aus Döllwang, haben das Manuskript gelesen und sind ihm beratend zur Seite gestanden. Auch im Freundeskreis sei er oft angesprochen worden, ein Buch zu schreiben. „Ich wollte einen spannenden Roman schreiben, bei dem das relativ ernste Thema Philosophie leichter und verständlicher wird“, erzählt er.„Philo auf der Suche nach dem Sinn des Lebens“, heißt dieses erste Werk von Werner Simon. Ein modernes Märchen, das im Jahr 2050 spielt und gleichzeitig bis zur abendländischen Philosophie zurück reicht. Ein weites Feld, in dem sich der Held des Buches, Philo bewegt. Seine hochschwangere Freundin Sophie schenkt ihm eine Zeitreise, die ihn quer durch die Geschichte bis hin zu den weisesten Gelehrten der Antike, zu Sokrates, Platon und Epikur bringt. Er solle sich dort Rat holen und den Sinn des Lebens erfragen. Sophie macht ihr Geschenk nicht ohne Hintergedanken – im Gegenteil. Sie tut es der Erziehung des gemeinsamen Kindes wegen, das Sophie bald bekommen soll. Doch das Ende sei hier nicht verraten, nur soviel, dass Philo und Sophie über die Philosophie eine Antwort gefunden haben.Wer jetzt neugierig geworden ist, der kann das Buch über jede Buchhandlung oder per Internet erwerben, zum Beispiel bei www.amazon.de. Nähere Informationen oder eine Leseprobe findet man im Internet beim novum Verlag, unter wwww.novumverlag.at unter dem Autor Werner Simon. Inzwischen arbeitet dieser bereits an seinem zweiten Werk, einer Novelle. In diesem Buch geht es vor dem Hintergrund einer fiktiven Kriminalgeschichte um die Problematik des Klonens beim Menschen.

06.05.2008Per Hubschrauber zu Sokrates

Philosophische Schnipsel - http://oxnzeam.de

Wer Jugendliche oder „Quereinsteiger“ für das scheinbar so altväterlich-trockene Thema Philosophie begeistern will, sollte sich neben einer zeitgemäßen Sprache auch einen pfiffigen Aufhänger einfallen lassen. Jostein Gaarder hat es mit seinem Bestseller „Sophies Welt“ vorgemacht, dass man 15-, 16-jährige im Ethikunterricht nicht „durchhegeln“ muss, um sie auf den Geschmack der geistigen „Haute Cuisine“ zu bringen und damit Anfang der 1990er Jahre eine richtige „Philomania“ losgetreten.Auch der promovierte Philosoph Werner Simon hat für sein „Einsteigerbuch“ einen fiktionalen Rahmen gewählt und es im Untertitel schon mal fingerzeigend als „postmodernes Märchen zur Geschichte der abendländischen Philosophie“ ausgewiesen. Im Vorwort stellt er denn auch klar, dass er keinen Anspruch auf akademische oder hochintellektuelle Ausdifferenzierung philosophischer Positionen hege, sondern im eher aufklärerischen Sinn zur möglichen Erheiterung philosophisch interessierter Laien beitragen wolle. Na gut, dann wollen wir ihm auch den etwas unglücklich gewählten, in die Ratgeberecke weisenden Titel „Philo auf der Suche nach dem Sinn des Lebens“ verzeihen und die darin mitschwingende Ironie wohlwollend als Lektüreproviant einheimsen.Der Handlungsrahmen ist eine Zeitreise, die der Altphilologe „Philo“ in einem computergesteuerten Zeit-Hubschrauber vom Jahr 2050 zurück zu den Anfängen der Philosophie im antiken Griechenland unternimmt, um sich von dort in Zeitsprüngen durch die Denktraditionen der Jahrhunderte wieder seinem postmodernen Ausgangspunkt zu nähern. Gemäß dem Auftrag seiner schwangeren Lebensgefährtin „Sophie“ soll er dabei die jeweils bedeutendsten Denker mit der Frage nach dem „Sinn des Lebens“ konfrontieren, um mit deren Antworten dem erwarteten gemeinsamen Kind die bestmögliche Erziehung angedeihen zu lassen. So beginnt er seine insgesamt 20 Besuche bei Sokrates, Platon & Co. und hubschraubert sich ohne wesentliche Gefahr quer durch Europa und die Zeiten bis zu Nietzsche und Heidegger, immer bemüht, eine befriedigende Essenz aus dem Gehörten zu destillieren. Die gibt’s natürlich nicht, dafür aber findet er durch Verknüpfen und Gegenüberstellen die wesentlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Denken der Geistesgrößen. Er stellt Entwicklungszusammenhänge her, ohne genealogisch haarklein zu sezieren, wobei man allerdings „Philos“ Vermutungen über die Intentionalitäten der Denker nicht immer ganz ernst nehmen sollte. Dabei entwickeln sich aber mitunter geistreiche Dialoge, in denen auch die schon länger am philosophischen Diskurs interessierten Leser manch frische Konnotation entdecken können. Etwa in Anekdoten zu Platons „Waldakademie“, die „der Gottlosigkeit verdächtigt, erst endgültig geschlossen wurde, nachdem die finstere Zeit des Mittelalters mit seiner religiösen Vereinheitlichungstendenz über Europa hereingebrochen war, im selben Jahr 529 n. Chr., als der erste große Mönchsorden durch die Benediktiner gegründet wurde.“ Oder zum „Kategorischen Imperativ“, dass nämlich „Kant anscheinend der erste Globalisierungsgegner war, der in ethischer Hinsicht gleiche Rechte und Pflichten für alle Menschen einforderte.“ Die Auswahl der interviewte Philosophen ist durchaus repräsentativ für die jeweiligen Denktraditionen, wenngleich man „Philo“ gern eine weitere Zeitreise zum Besuch der hier „Überflogenen“ gönnen möchte, etwa der doch bis heute wirkmächtigen „Stoa“, des Mystikers Meister Eckhardt, Giordano Bruno, Marx und anderen Weltbewegern. Und dass er dem Ockham doch bitte sein „Rasiermesser“ bringen möge...Das Buch will aber eben kein trockener, nur belehren wollender korrekter Abriss der abendländischen Geistesgeschichte sein, sondern interessierte „Philosophie-Novizen“ zur Auseinandersetzung mit bereits Gedachtem und dem eigenen Denken verführen. So lässt es sich der Autor auch nicht nehmen, seine Abneigungen und Sympathien für bestimmte Weltinterpretationen deutlich zu machen. Dabei kriegt nicht nur die Institution Kirche „ihr Fett weg“, sondern am Ende auch die lebens- und kulturfeindlichen Entwicklungen der zeitgenössischen Postmoderne. Mit einem kleinen Wink zu einer möglichen positiven Lösung der individuellen 'Sinnfrage' gibts für „Philo“ & „Sophie“ doch noch ein Happy End - zwar haarscharf am Kitschrand entlanggeschrammt, aber kein echter Faux Pas in diesem unterhaltsamen und doch in seinem Grundanliegen anspruchsvollen Jugendbuch.

15.12.2007Buchbesprechung

Das Dosierte Leben

Sensationell ist das Preis-Leistungs-Verhältnis bei diesem Werk, das sich als der beste Philosophieroman der letzten Jahre erweist.Philo bekommt von seiner schwangeren Freundin eine Zeitreise geschenkt (ja das geht im Jahre 2050 selbstverständlich), damit der Philologiestudent von den klügsten Philosophen der Welt Nützliches zur Erziehung seines Kindes lernen könne. So reist er zu Sokrates und arbeitet sich dann von der Antike über das Mittelalter, die Renaissance und die Moderne bis zur Postmoderne (Lyotard!) vor, um den Philosophen zu lauschen. Stärken und Schwächen der großen Geister lernen wir dabei ebenso kennen wie Praxis, aber auch Grenzen ihrer Lehren.Das Ganze ist sehr geschickt mit der Geschichte des Zeitreisenden verwoben, so dass hier dem didaktisch gelungenen Konzept des „spielerischen narrativen Lernens“ sehr klug entsprochen wird. So rast die Story durch Raum und Zeit und trifft sich an der Pointe zu einem Happy End, das wir hier nicht verraten wollen.Das Buch – selbstredend mit starken autobiographischen Zügen – ist für jeden Philosophieinteressierten eine Wohltat, verständlich und anspruchsvoll zugleich und setzt für das wachsende Genre des Philosophieromans einen sehr hohen Standard.

05.04.2008Mit dem ersten Buch geht ein Traum in Erfüllung

Neumarkter Tagblatt

Der Waltersberger Werner Simon veröffentlicht „Philo auf der Suche nach dem Sinn des Lebens“.Werner Simon liebt die Natur, und er liest gerne Bücher. Beides konnte er miteinander verbinden, indem er sein Studium durch die Arbeit in der Landschaftspflege finanzierte. Jetzt hat sich für ihn ein Traum erfüllt. Er hat ein Buch geschrieben, ein modernes Märchen, und innerhalb kürzester Zeit wurde es veröffentlicht.Als 16-Jähriger sah Werner Simon in einem Schaufenster das Buch von Schopenhauer „Die Welt als Wille und Vorstellung“. Der Titel hielt ihn gefangen und seine Leidenschaft für das Lesen begann. Unendlich viele Bücher hat er seitdem durchgearbeitet, vor allem während der Studienzeit. Gezählt hat er sie nie. Werner Simon ging in die Volksschule Deining, dann nach Neumarkt in die Realschule und anschließend in die Fachoberschule. In Regensburg studierte er Sozialpädagogik bis zum Vordiplom und machte dann ein Magister-Studium der Soziologie, Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg mit anschließender Promotion im Fach Philosophie.„Die Idee, ein Buch zu schreiben, traf mich wie ein Blitz. Es war gerade zu der Zeit, als ich meine Doktorarbeit im Fach Philosophie verfasst habe, im Oktober 2006“, erinnert sich Werner Simon. Tag und Nacht habe er geschrieben und innerhalb kürzester Zeit war das Buch fertig. Robert Wenger und Judith Friede, ein befreundetes Paar aus Döllwang, haben das Manuskript gelesen und sind ihm beratend zur Seite gestanden. Auch im Freundeskreis sei er oft angesprochen worden, ein Buch zu schreiben. „Ich wollte einen spannenden Roman schreiben, bei dem das relativ ernste Thema Philosophie leichter und verständlicher wird“, erzählt er.„Philo auf der Suche nach dem Sinn des Lebens“, heißt dieses erste Werk von Werner Simon. Ein modernes Märchen, das im Jahr 2050 spielt und gleichzeitig bis zur abendländischen Philosophie zurück reicht. Ein weites Feld, in dem sich der Held des Buches, Philo bewegt. Seine hochschwangere Freundin Sophie schenkt ihm eine Zeitreise, die ihn quer durch die Geschichte bis hin zu den weisesten Gelehrten der Antike, zu Sokrates, Platon und Epikur bringt. Er solle sich dort Rat holen und den Sinn des Lebens erfragen. Sophie macht ihr Geschenk nicht ohne Hintergedanken – im Gegenteil. Sie tut es der Erziehung des gemeinsamen Kindes wegen, das Sophie bald bekommen soll. Doch das Ende sei hier nicht verraten, nur soviel, dass Philo und Sophie über die Philosophie eine Antwort gefunden haben.Wer jetzt neugierig geworden ist, der kann das Buch über jede Buchhandlung oder per Internet erwerben, zum Beispiel bei www.amazon.de. Nähere Informationen oder eine Leseprobe findet man im Internet beim novum Verlag, unter wwww.novumverlag.at unter dem Autor Werner Simon. Inzwischen arbeitet dieser bereits an seinem zweiten Werk, einer Novelle. In diesem Buch geht es vor dem Hintergrund einer fiktiven Kriminalgeschichte um die Problematik des Klonens beim Menschen.

06.05.2008Per Hubschrauber zu Sokrates

Philosophische Schnipsel - http://oxnzeam.de

Wer Jugendliche oder „Quereinsteiger“ für das scheinbar so altväterlich-trockene Thema Philosophie begeistern will, sollte sich neben einer zeitgemäßen Sprache auch einen pfiffigen Aufhänger einfallen lassen. Jostein Gaarder hat es mit seinem Bestseller „Sophies Welt“ vorgemacht, dass man 15-, 16-jährige im Ethikunterricht nicht „durchhegeln“ muss, um sie auf den Geschmack der geistigen „Haute Cuisine“ zu bringen und damit Anfang der 1990er Jahre eine richtige „Philomania“ losgetreten.Auch der promovierte Philosoph Werner Simon hat für sein „Einsteigerbuch“ einen fiktionalen Rahmen gewählt und es im Untertitel schon mal fingerzeigend als „postmodernes Märchen zur Geschichte der abendländischen Philosophie“ ausgewiesen. Im Vorwort stellt er denn auch klar, dass er keinen Anspruch auf akademische oder hochintellektuelle Ausdifferenzierung philosophischer Positionen hege, sondern im eher aufklärerischen Sinn zur möglichen Erheiterung philosophisch interessierter Laien beitragen wolle. Na gut, dann wollen wir ihm auch den etwas unglücklich gewählten, in die Ratgeberecke weisenden Titel „Philo auf der Suche nach dem Sinn des Lebens“ verzeihen und die darin mitschwingende Ironie wohlwollend als Lektüreproviant einheimsen.Der Handlungsrahmen ist eine Zeitreise, die der Altphilologe „Philo“ in einem computergesteuerten Zeit-Hubschrauber vom Jahr 2050 zurück zu den Anfängen der Philosophie im antiken Griechenland unternimmt, um sich von dort in Zeitsprüngen durch die Denktraditionen der Jahrhunderte wieder seinem postmodernen Ausgangspunkt zu nähern. Gemäß dem Auftrag seiner schwangeren Lebensgefährtin „Sophie“ soll er dabei die jeweils bedeutendsten Denker mit der Frage nach dem „Sinn des Lebens“ konfrontieren, um mit deren Antworten dem erwarteten gemeinsamen Kind die bestmögliche Erziehung angedeihen zu lassen. So beginnt er seine insgesamt 20 Besuche bei Sokrates, Platon & Co. und hubschraubert sich ohne wesentliche Gefahr quer durch Europa und die Zeiten bis zu Nietzsche und Heidegger, immer bemüht, eine befriedigende Essenz aus dem Gehörten zu destillieren. Die gibt’s natürlich nicht, dafür aber findet er durch Verknüpfen und Gegenüberstellen die wesentlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Denken der Geistesgrößen. Er stellt Entwicklungszusammenhänge her, ohne genealogisch haarklein zu sezieren, wobei man allerdings „Philos“ Vermutungen über die Intentionalitäten der Denker nicht immer ganz ernst nehmen sollte. Dabei entwickeln sich aber mitunter geistreiche Dialoge, in denen auch die schon länger am philosophischen Diskurs interessierten Leser manch frische Konnotation entdecken können. Etwa in Anekdoten zu Platons „Waldakademie“, die „der Gottlosigkeit verdächtigt, erst endgültig geschlossen wurde, nachdem die finstere Zeit des Mittelalters mit seiner religiösen Vereinheitlichungstendenz über Europa hereingebrochen war, im selben Jahr 529 n. Chr., als der erste große Mönchsorden durch die Benediktiner gegründet wurde.“ Oder zum „Kategorischen Imperativ“, dass nämlich „Kant anscheinend der erste Globalisierungsgegner war, der in ethischer Hinsicht gleiche Rechte und Pflichten für alle Menschen einforderte.“ Die Auswahl der interviewte Philosophen ist durchaus repräsentativ für die jeweiligen Denktraditionen, wenngleich man „Philo“ gern eine weitere Zeitreise zum Besuch der hier „Überflogenen“ gönnen möchte, etwa der doch bis heute wirkmächtigen „Stoa“, des Mystikers Meister Eckhardt, Giordano Bruno, Marx und anderen Weltbewegern. Und dass er dem Ockham doch bitte sein „Rasiermesser“ bringen möge...Das Buch will aber eben kein trockener, nur belehren wollender korrekter Abriss der abendländischen Geistesgeschichte sein, sondern interessierte „Philosophie-Novizen“ zur Auseinandersetzung mit bereits Gedachtem und dem eigenen Denken verführen. So lässt es sich der Autor auch nicht nehmen, seine Abneigungen und Sympathien für bestimmte Weltinterpretationen deutlich zu machen. Dabei kriegt nicht nur die Institution Kirche „ihr Fett weg“, sondern am Ende auch die lebens- und kulturfeindlichen Entwicklungen der zeitgenössischen Postmoderne. Mit einem kleinen Wink zu einer möglichen positiven Lösung der individuellen 'Sinnfrage' gibts für „Philo“ & „Sophie“ doch noch ein Happy End - zwar haarscharf am Kitschrand entlanggeschrammt, aber kein echter Faux Pas in diesem unterhaltsamen und doch in seinem Grundanliegen anspruchsvollen Jugendbuch.

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