monogam, polygam?
EUR 19,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 254
ISBN: 978-3-99146-705-2
Erscheinungsdatum: 29.04.2024
Monogam oder polygam? Über das Wesen von Mutter Natur. Zum Weltfrieden durch den Bonobo-Geist? Freizeit-Polygamie überall auf Erden! Warum suchen die Menschen danach? Reflexionen über Sexualität, veranschaulicht am Exempel einer fiktionalen Erzählung.
Narrativ
Kassia, die tüchtige, gut aussehende Finanzjuristin, liebt ihren neuen Freund mehr als ihre früheren Freunde! Frank ist hochintelligent, groß und stark. Ein romantischer Jurist. Sie mag seinen Geruch. Seine Berührungen erregen sie. Auch er liebt sie über alle Maßen. Sie begehren sich täglich und bekommen stets gleichzeitig ihren Orgasmus, was nicht jedem Paar vergönnt ist! Dazu hat die Natur seine Männlichkeit großartig ausgestattet. Beide geschieden, ohne Kinder. Aus Bayern kommen sie, um die vierzig. Frank und Kassia möchten bald heiraten!
Für das Heiraten wie für das Fremdgehen gibt es hierzulande ganz ordentliche Regeln: Monogamie, die Einehe wird vom Staat gefordert und gefördert. Bigamie, die Mehrfachehe, ist verboten, sie wird sogar bestraft! Polygamie, Sex mit mehreren Partnern, ist erlaubt.
Ein Mann darf also nicht gleichzeitig mit zwei Frauen verheiratet sein! Die gleiche Pflicht zur Einehe hat natürlich auch seine Ehefrau – logisch!
Andererseits darf ein verheirateter Mann neben seiner Ehefrau so viele Geliebte haben, wie er mag. Das gleiche Recht auf beliebig viele Liebhaber neben ihrem Ehemann hat selbstverständlich auch seine Ehefrau! Dieser polygame Ehebruch ist seit über fünfzig Jahren in Deutschland nicht mehr strafbar. Juristisch auch kein Scheidungsgrund mehr. Immer ist Volljährigkeit vorausgesetzt. Ein Schritt in die richtige Richtung, möchte man sagen.
Polygamer Ehebruch ist weltweit sehr verbreitet und überaus beliebt!
Polygame Liebe, in Form von Fremdgehen, ist also auch in Deutschland nicht mehr verboten. Jeder darf jeden lieben! Auch gleichgeschlechtlich! „Und das ist gut so!“, wie ein regierender OB einmal erklärte. Für Heiratswillige kein unwichtiges Wissen!
Von dieser polygamen Liebe, die häufig neben der Ehe ihren geheimen Platz findet, handelt ein Großteil der Weltliteratur. Sogar Kriege entstanden durch sie im Altertum! Der Trojanische Krieg um die schöne Helena ist dafür ein dramatisches Beispiel.
Viele Theaterstücke, meist begleitet von „Hauen und Stechen“, kommen ohne die polygame Liebe, also ohne das Fremdgehen, gar nicht aus!
Auch dieses Büchlein handelt davon, aber ohne Hauen und Stechen! Dafür werden gute Gründe sichtbar für das Fremdgehen, für die polygame Liebe!
Sinnliche Vergnügen, erotische Freuden, sogar neues Wissen sind hier zu finden! Übrigens, dies ist kein unsittlicher Roman, auch wenn er sich gelegentlich mit der Fortpflanzung beschäftigt! Er spiegelt das reale Leben! Wo andere nur vage Andeutungen machen, schafft er Klarheit in Erotik, Liebe und Arterhaltung!
Dieser Roman ist, satirisch verfeinert, ein kleines Sachbuch für das Schöne und Problemhafte bei der Fortpflanzung. Natürlich in jugendverträglicher Sprache!
Die Geschichte beginnt nicht dort, wo der BH zu Boden segelt und der Knopf ihrer Jeans Probleme macht oder die Kamera wieder einmal schamvoll zur Seite schwenkt! Nein, sie beginnt nach fünfzehn Jahren monogamer Ehe von zwei Paaren, die sich fragen: „War das schon alles in unserer Ehe? In unserem Schlafzimmer? Wo sind die Schmetterlinge geblieben?“ Fragen, die wahrscheinlich jedes Paar kennt. Ausnahmen soll es geben!
Der rote Faden dieses Büchleins zeigt deutlich die Diskrepanz zwischen den schönen, uralten, polygamen Sex-Wünschen, die uns Mutter Natur gegeben hat, und den heutigen monogamen Restwünschen, die Religion und Staat festgelegt haben.
Außerdem zählt unser Staat den Menschen zu den monogamen Wesen, wie Rotfuchs und Seeadler, obwohl sich Menschen ganz offensichtlich polygam verhalten … – und wie polygam!! Das kann jeder in seinem Umfeld deutlich sehen. Auch der Staat!
Doch Gesetze macht er nur für Monogame, die es möglicherweise gar nicht gibt!
Warum hat er sich also diese falsche Zweckmeinung „Der Mensch ist ein monogames Wesen“ zugelegt? Ist es einfacher, monogame Menschen mit permanent schlechtem Gewissen zu regieren als Polygame mit freiem Geist? Oder war, wie so oft, die Religion die treibende Kraft zum Verschweigen der Wahrheit? Auch heute wieder eine große Frage!
Dennoch, ein kaltes Getränk bereitzuhalten, wäre vielleicht nicht falsch. Denn bei aller Sachlichkeit in der Darstellung dieses anspruchsvollen Stoffes kann es beim Lesen durchaus zu Spontanerregungen kommen! Sogar eine gelegentliche Schnappatmung ist nicht auszuschließen!
Aus Sicherheitsgründen wird daher empfohlen, das Buch gemeinsam mit Frau, Mann oder Geliebter/Geliebtem zu lesen! Die gewiss auftretenden Fragen können dann, nach gründlicher Diskussion und eventuell notwendiger sexueller Interaktion, sachgerecht formuliert werden!
Bevor wir uns gemeinsam in die erregenden Höhen der Erotik begeben mit all ihren lustvollen Erscheinungsformen, mit verwirrenden Regeln und Schwierigkeiten, scheint es sinnvoll, Erotik, Sex und Liebe von heute etwas genauer zu beleuchten.
Liebe Leserinnen und Leser, zu Fragen oder Antworten, die Sie bestimmt haben werden, können Sie dem Autor gerne eine Mail (Buch-Mail) schicken.
Schreiben Sie einfach: „Zu Seite xx:“ und dann Ihren Text. Antwort kommt garantiert!
Ziel ist es, einen nützlichen Gedankenaustausch, eine seriöse, geistige Interaktion zwischen Leserin/Leser und Autor herzustellen!
Für Kritik ist der Autor gelegentlich auch dankbar. Doch bedenken Sie bitte, er hat seine Lebenserfahrungen nicht als Mediziner, sondern als Naturwissenschaftler gesammelt!
Also bitte nicht hadern, wenn der feine Unterschied zwischen Vagina und Vulva nicht exakt erklärt ist.
Erotik heute
Allein „Mutter Natur“ ist die Verantwortliche im Hintergrund, die alle natürlichen Liebes- und Erotikfunktionen steuert, die uns von der Natur gegeben wurden und auf die wir keinen oder nur geringen Einfluss haben, die aber nolens volens in uns ablaufen und uns beeinflussen. Also können wir uns nur bei Mutter Natur beklagen oder bedanken, wenn es um unsere Sexualität geht, nicht aber bei unserer Familienministerin! Sie darf durchaus für vieles verantwortlich gemacht werden, aber nicht für unsere Fortpflanzung!
Oder vielleicht doch? Zum Sex benötigt man in unserer Klimazone meist ein Zimmer, also eine Wohnung. Aber genau davon fehlen zurzeit in Deutschland eineinhalb Millionen!
Also kein Sex? Keine Fortpflanzung? Keine Kinder?
Ganz so schlimm ist es noch nicht! Der natürliche Drang zum Sex sucht und findet stets ein verschwiegenes Plätzchen für die minimal notwendigen zwölf Minuten zur Arterhaltung!
Diese zwölf Minuten sind kein Fantasiewert, sondern ein statistisch erfasster Wert.
Liebe erfahrene Leserschaft, kommen Ihnen diese kargen zwölf Minuten auch ein wenig zu knapp vor? So ganz das Gegenteil Ihrer eigenen Erinnerungen? Wo – wie Sie sich freudvoll erinnern – solch ein Lustspiel durchaus Stunden dauern konnte?
Also nur ein Versehen in der Statistik? Oder ist etwas dran, an den zwölf Minuten?
Ohne dass wir es so richtig wahrnehmen, übt unser Bedürfnis nach Fortpflanzung, also unser Sextrieb, in allen Lebenslagen einen großen Druck auf unsere Entscheidungen aus. Hauptsächlich in jungen Jahren. So ab sechzehn, in denen alle wichtigen Grundsteine gelegt und die Weichen fürs Leben gestellt werden! Hier ist der Einfluss durch Sex riesengroß.
Aber auch um die vierzig plus wird das Thema „Erotik“ oft wieder hochspannend. Wenn sich in den allermeisten Ehen die unvermeidliche Frage stellt: „War das schon alles in unserem Liebesleben?“ Oder: „Was müssen wir ändern, damit wir wieder zufriedener sind?“ Beim Antworten meldet sich wieder unser Sexbedürfnis ganz stark und es entscheidet mit!
Bis ins hohe Alter fordert der Sextrieb alle gesunden Männer und Frauen auf, Kinder zu zeugen. Am Ende gelingt das nur noch mit großer Mühe und mit Hilfsmittelchen. Und zuallerletzt, wenn das Fleisch total versagt, dann nur noch mental!
Das wird bis in alle Ewigkeit auch so bleiben. Dafür sorgt eben auch Mutter Natur, unter anderem mit der immer langsamer werdenden Zellteilung im Alter. Das Fleisch wird schwach! Der Geist bleibt willig! Die Synapsen im Gehirn schalten unverändert schnell auf Sex-Reize.
Beruhigend zu wissen: Alle Versuche durch Staat, Religion oder Sekten, unseren Sex nach deren Vorstellung zu verändern, waren auf Dauer erfolglos. Mutter Natur war stärker!
Pubertät
In der Pubertät, am Anfang unseres Sexlebens, ist plötzlich das andere Geschlecht zu erkunden. Das ist wahrlich schwer genug, unterlaufen uns dabei doch die ersten Fehleinschätzungen mit langwierigen Folgen. Vorurteile zum anderen Geschlecht werden gebildet: „Der ist ja so was von doof, der kann ja nicht mal richtig küssen!“ Oder: „Der weiß ja gar nicht, wie er mit einer Frau umgehen muss!“, erklärt die Sechzehnjährige. Das spricht sich bei den Freundinnen herum. Folge für den jungen Mann: Der arme Teufel kann auch bei ihren Freundinnen nicht mehr landen. Dennoch: Alle warten mit Spannung auf die Liebe.
Je nach Mobilität erweitert sich nun das Suchen nach der „richtigen Frau“, dem „richtigen Mann“! Oft sogar mit Erfolg! Die Natur zwingt alle zur ersten, zweiten, dritten … Liebe: also zur Auswahl, mit welcher Frau, mit welchem Mann wir uns sexuell verbinden wollen, um Erbgut auszutauschen. Um ein Kind zu zeugen. Letztlich, um die Menschheit zu erhalten!
Die Auswahlkriterien werden beim Manne ausschließlich im Unterbewusstsein von Mutter Natur diktiert: Sie lässt ihn begeistert nach großen Brüsten schauen und auch greifen. Warum? Sie versprechen ausreichende Nahrung für seine Kinder, deren Zeugung ihm von der Natur auferlegt wurde. Begeistert will er sich nun dieser Aufgabe stellen.
Dem jungen Mann von fünfzehn Jahren gehen schon kostbare Tropfen seines Erbgutes in die Wäsche, wenn er nur den schönen, prallen Hintern seiner Mitschülerin in den Jeans sieht oder sich ihre üppigen Brüste vorstellt. Noch wärmer, romantischer, auch geheimnisvoller werden seine Gefühle für sie, wenn er sich vorstellt, ihr wundervolles, rundes Becken mit schmaler Taille und Venushügel als Nisthöhle für gemeinsame Kinder haben zu können. Davor kommt natürlich der überaus begehrte Zeugungsakt, auf den er mit Spannung wartet.
Diese Überlegungen finden alle im Unterbewusstsein statt. Ein junger Mann könnte sie nicht formulieren! Dazu fehlt ihm noch viel Wissen und praktische Erfahrung!
„Er fühlt nur, was ihm die Natur diktiert.“ Das macht er dann auch, im Rahmen seiner Erziehung und seiner Möglichkeiten!
Die wunderschönen Rundungen einer jungen Frau in Gesicht, Brust, Po, Bauch, Schenkel lösen bei ihm besondere Reize aus: wohligste Gefühle mit Neugier, Spannung, positive Erregung und Herzklopfen. Er hat den heißen Wunsch, sie möge nur ihm allein gehören – er würde auch um sie kämpfen! Ja, das alles fühlt er deutlich, ohne zu wissen, was das ist. Was ihn oft am Einschlafen hindert! Und wenn ihm jemand sagt, das sei die Liebe, dann ahnt er vielleicht den Zusammenhang zwischen seiner sexuellen Lust mit erigiertem Glied – das er ständig mit sich herumschleppt und das ihn in kurzen Hosen oft am Radfahren hindert – und seinem Herzklopfen, wenn er an ein bestimmtes Mädchen denkt.
„Sex und Liebe gehören offenbar zusammen!“, vermutet er. „Aber Moment mal“, sagt sich der unerfahrene Bursche, „Männer, die ins Freudenhaus gehen, haben doch offenbar auch große Freude am Sex! Und das ohne jegliche Liebe?! Ohne jede Romantik?!“ Hm … Irgendwas stimmt da nicht, was die Alten ihm erzählt haben! Genügt also wirklich die Lust allein, um mit einer x‑beliebigen Frau zu schlafen? Sich also lediglich zu befriedigen? Das kann er nicht so recht glauben! Verängstigt denkt er auch an die Verantwortung, wenn dabei ein Kind entsteht!
Na ja, denkt er weiter, wenn er onaniert hat, ist er ja auch befriedigt, so ganz ohne Liebe und ohne Romantik. In seiner Erziehung erklärte man ihm immer: „Nur in Liebe dürfen Mann und Frau ein Fleisch sein!“ So fordert es die Bibel. Also: Samen austauschen darf man nur, wenn beide einander lieben?
Dieser Bibelanspruch scheint ihm überzogen: Wenn er eine Elefantenherde sieht, in der alle aufeinander aufpassen, sich helfen, sich also lieben, und es völlig wurscht ist, wer die Leitkuh besamt, dann wird dem Beischlaf vielleicht doch etwas zu viel Bedeutung beigemessen.
„Wer ist im Recht?“, fragt sich der Bursche. „Der, der ohne Liebe ins Freudenhaus geht, um sich für Geld befriedigen zu lassen, egal von welcher Frau? Oder hat der recht, der mit viel Liebe im trauten Heim mit seiner Frau gemeinsame Befriedigung beim Sex sucht?“ – Sehr kompliziert, diese Sache mit dem Sex und dem Samentransfer! Und was ist mit den Benachteiligten, die keinen Partner für ihre Liebe und ihren Sex finden?
Haben vielleicht beide recht? „Dann müsste aber auch die Frau im Freudenhaus den gleichen gesellschaftlichen Status und denselben Schutz genießen wie die Ehefrau am heimischen Herd“, denkt er.
Der junge Mann weiß aber schon: Hier in Deutschland ist das nicht so! Die Frauen im deutschen Freudenhaus werden meist wirtschaftlich ausgebeutet, geschlagen, vergewaltigt, verkauft … Ekelhaft, für sein Empfinden!
Mutter Natur würde ihm diese schwierige Frage aus ihrer Sicht vielleicht so erklären: „Das Wichtigste beim Sex ist doch, für den Fortbestand der Menschheit zu sorgen, also Kinder zu zeugen! Die Liebe ist lediglich ein stimulierendes Element zur Zeugung!“
„Wenn aber mit Liebe gezeugt wird“, würde sie sagen, „dann kommt zu der Freude am Sex auch noch ein Glücksgefühl hinzu: das wohltuende Empfinden, zusammenzugehören. Nicht mehr allein zu sein! Sich geborgen zu fühlen, die Zukunft gemeinsam bewältigen zu können. Dazu kommt eine große Zufriedenheit ob ihres gemeinsamen Glücks.“
„Diese Dinge sind eben von weit größerem Wert als ohne Liebe, also nur mit tierischem Trieb zu zeugen – wie ein Rammler!“, würde sie wahrscheinlich sagen! Und weiter: „Seltsamerweise rammelt ein Großteil der Menschheit ohne Liebe so vor sich hin! Trotzdem behaupten die meisten, sie seien zufrieden, ja sogar glücklich! Ob mit oder ohne Trauschein! Sie sind offenbar zufrieden, jedoch in ständiger Hoffnung auf eine noch größere Zufriedenheit, auf noch größeres Glück!“
Wie auch immer die Wirklichkeit aussieht, es ist ein weites Feld für Spekulationen über die Qualität von Zufriedenheit und Sex, für die es leider noch keine DIN-Norm mit Qualitätsstufen gibt. Auch Sex-Plattformen hätten gerne so eine Norm für ihre Werbung.
Für den Erhalt der Menschheit gibt es dagegen eine einfache, aber eiserne Regel: Es müssen mindestens so viele Kinder geboren werden, wie alte Menschen sterben! Wenn weniger geboren werden, verschwindet die Menschheit von diesem Planeten nach ganz kurzer Zeit! Schätzungsweise würde das Verschwinden der Menschheit weniger als hundert Jahre dauern! Mutter Natur verhindert das hoffentlich!
So weit die Kausalität! Na ja … ob das Aussterben der Menschheit überhaupt ein Verlust wäre? – Und wenn ja, für wen?
Dieses oder Ähnliches würde ihm Mutter Natur vielleicht sagen. Wahrscheinlich würde ihm das auch einleuchten. Aber so ganz zufrieden wäre der junge Mann mit diesen Erklärungen heute noch nicht. Er hätte doch noch ein paar Fragen, zum Beispiel: „Gibt es denn graduelle Unterschiede in der sexuellen Zufriedenheit? Wenn ja, welche, und wie bemerkt man den Unterschied?“ Er kennt keinen beim Onanieren! Wenn seine Ejakulation davongeschossen ist und damit auch das Hochgefühl, dann hat er immer das gleiche schlappe Gefühl einer „gewissen Befreiung mit etwas Leere – also nichts Tolles, was da in wenigen Sekunden abläuft“, sagt sich der junge Mann.
Übrigens: Wenn der Bursche sechzig Jahre später als alter Mann seine Spermaproduktion wieder einstellt, dann werden seine Hoden ca. 50 Liter Erbmasse, also Spermien hergestellt haben. Das sind 50.000 Milliliter. Diese große Menge wird er bei 5 bis 10 Milliliter pro Ejakulation in ca. zweiundzwanzigtausend Tagen und Nächten verjubelt haben! Um seine zwei Kinder in die Welt zu setzen, hat er lediglich 10 Milliliter benötigt. Der restlichen 49.990 Milliliter Erbmasse gingen drauf beim Vergnügungssex, zur puren Freude!
Weiter wüsste der junge Mann gerne, warum Frauen in Freudenhäusern, also diese Sexarbeiterinnen, nicht besser von der Gesellschaft gegen Unrecht geschützt werden. Sie erfüllen doch eine wichtige Funktion zur Gesunderhaltung des männlichen Körpers.
Das sind die wichtigsten Fragen und Erkenntnisse des jungen Mannes an diesem Tag. Damit gibt er sich für heute zufrieden.
Frage an die verehrte Leserschaft: Hat Mutter Natur recht? Ist die Liebe lediglich ein stimulierendes Element für eine größere Bereitschaft zur Zeugung? Also nur ein Kompendium für den Fortbestand der Menschheit? Auch Film und Fernsehen sehen das gelegentlich so.
Die christliche Religion macht übrigens keine klärende Aussage zu dieser wichtigen Frage. Es scheint ihr egal zu sein. Lediglich beim Bestrafen wird sie konkret: Siehe die sieben Plagen!
Liebe – Nacharbeit
Wenn unser testosterongesteuerter junger Mann bisher onanierte, war ihm dabei eine Frau im Hinterkopf vollkommen egal. Er sah im Geiste nur gigantische Brüste, einen aufregenden großen Hintern sowie eine leicht geöffnete, feuchte Vulva, die ihn wahnsinnig anzog. Das Internet lieferte ihm dazu passende Bilder. Das genügte ihm für einen Orgasmus! Doch sofort nach der Ejakulation waren seine Gedanken wieder frei für Tennis und Fußball.
Heute ist das nicht mehr so. Er hat sich in ein Mädchen verliebt. Die Frau ist Realität geworden. Sie hat nun einen Namen, ein Gesicht, einen Körper, eine Seele, eine Vagina. Er denkt ständig an sie! Schickt ihr seine Gedanken, seine Gefühle, seine Wüsche in einem täglichen Strom von SMS, E‑Mails und Anrufen.
Ja, Mutter Natur weiß sehr genau, worauf im Vorfeld geachtet werden muss, damit eine spätere Zeugung zustande kommt.
Auch die junge Frau sucht die Liebe. Auch ihr wurden die Wünsche einprogrammiert. Auch sie möchte einmal Mutter sein, möchte Kinder in die Welt setzen. Warum sie diesen Drang hat, weiß sie nicht. Er ist plötzlich da. Sie sucht instinktiv nach dem großen starken Mann, der sie und ihr Kind beschützen und ernähren kann. Auch das wurde in ihre DNA eingehämmert. Damals gab es noch keine Sozialhilfe. Frau war immer auf sich selbst gestellt, oder sie hatte einen treuen, starken Verbündeten, der Hilfe garantierte.
Vielleicht entstand ja so das erste Gefühl für Liebe und Dankbarkeit?
In ihrer Doppelhelix eingeprägt ist auch ihr Suchen nach einem Penis, der sie total ausfüllt. Und das nicht nur wegen der Lustgefühle, von denen sie bisher nur gehört hat. Nein, er soll auch schön groß sein, damit er seinen Samen so tief wie möglich in ihre Vagina einbringen kann. Damit der gefährliche Weg seiner Spermien zur Eizelle und dann zur Gebärmutter nicht zu lange wird! Sie machen sonst schlapp: Dann entsteht kein neues Leben! Dann wird’s nix mit Arterhaltung, trotz bester Libido!
Übrigens, Mutter Natur musste deshalb in der Anatomie des Mannes ein wenig nacharbeiten bzw. sie tut das noch: „Der Penis des Mannes wird im erregten Zustand von Generation zu Generation größer!“ Das sagt die Wissenschaft. Dazu hat sie Langzeitmessungen durchgeführt.
…
Kassia, die tüchtige, gut aussehende Finanzjuristin, liebt ihren neuen Freund mehr als ihre früheren Freunde! Frank ist hochintelligent, groß und stark. Ein romantischer Jurist. Sie mag seinen Geruch. Seine Berührungen erregen sie. Auch er liebt sie über alle Maßen. Sie begehren sich täglich und bekommen stets gleichzeitig ihren Orgasmus, was nicht jedem Paar vergönnt ist! Dazu hat die Natur seine Männlichkeit großartig ausgestattet. Beide geschieden, ohne Kinder. Aus Bayern kommen sie, um die vierzig. Frank und Kassia möchten bald heiraten!
Für das Heiraten wie für das Fremdgehen gibt es hierzulande ganz ordentliche Regeln: Monogamie, die Einehe wird vom Staat gefordert und gefördert. Bigamie, die Mehrfachehe, ist verboten, sie wird sogar bestraft! Polygamie, Sex mit mehreren Partnern, ist erlaubt.
Ein Mann darf also nicht gleichzeitig mit zwei Frauen verheiratet sein! Die gleiche Pflicht zur Einehe hat natürlich auch seine Ehefrau – logisch!
Andererseits darf ein verheirateter Mann neben seiner Ehefrau so viele Geliebte haben, wie er mag. Das gleiche Recht auf beliebig viele Liebhaber neben ihrem Ehemann hat selbstverständlich auch seine Ehefrau! Dieser polygame Ehebruch ist seit über fünfzig Jahren in Deutschland nicht mehr strafbar. Juristisch auch kein Scheidungsgrund mehr. Immer ist Volljährigkeit vorausgesetzt. Ein Schritt in die richtige Richtung, möchte man sagen.
Polygamer Ehebruch ist weltweit sehr verbreitet und überaus beliebt!
Polygame Liebe, in Form von Fremdgehen, ist also auch in Deutschland nicht mehr verboten. Jeder darf jeden lieben! Auch gleichgeschlechtlich! „Und das ist gut so!“, wie ein regierender OB einmal erklärte. Für Heiratswillige kein unwichtiges Wissen!
Von dieser polygamen Liebe, die häufig neben der Ehe ihren geheimen Platz findet, handelt ein Großteil der Weltliteratur. Sogar Kriege entstanden durch sie im Altertum! Der Trojanische Krieg um die schöne Helena ist dafür ein dramatisches Beispiel.
Viele Theaterstücke, meist begleitet von „Hauen und Stechen“, kommen ohne die polygame Liebe, also ohne das Fremdgehen, gar nicht aus!
Auch dieses Büchlein handelt davon, aber ohne Hauen und Stechen! Dafür werden gute Gründe sichtbar für das Fremdgehen, für die polygame Liebe!
Sinnliche Vergnügen, erotische Freuden, sogar neues Wissen sind hier zu finden! Übrigens, dies ist kein unsittlicher Roman, auch wenn er sich gelegentlich mit der Fortpflanzung beschäftigt! Er spiegelt das reale Leben! Wo andere nur vage Andeutungen machen, schafft er Klarheit in Erotik, Liebe und Arterhaltung!
Dieser Roman ist, satirisch verfeinert, ein kleines Sachbuch für das Schöne und Problemhafte bei der Fortpflanzung. Natürlich in jugendverträglicher Sprache!
Die Geschichte beginnt nicht dort, wo der BH zu Boden segelt und der Knopf ihrer Jeans Probleme macht oder die Kamera wieder einmal schamvoll zur Seite schwenkt! Nein, sie beginnt nach fünfzehn Jahren monogamer Ehe von zwei Paaren, die sich fragen: „War das schon alles in unserer Ehe? In unserem Schlafzimmer? Wo sind die Schmetterlinge geblieben?“ Fragen, die wahrscheinlich jedes Paar kennt. Ausnahmen soll es geben!
Der rote Faden dieses Büchleins zeigt deutlich die Diskrepanz zwischen den schönen, uralten, polygamen Sex-Wünschen, die uns Mutter Natur gegeben hat, und den heutigen monogamen Restwünschen, die Religion und Staat festgelegt haben.
Außerdem zählt unser Staat den Menschen zu den monogamen Wesen, wie Rotfuchs und Seeadler, obwohl sich Menschen ganz offensichtlich polygam verhalten … – und wie polygam!! Das kann jeder in seinem Umfeld deutlich sehen. Auch der Staat!
Doch Gesetze macht er nur für Monogame, die es möglicherweise gar nicht gibt!
Warum hat er sich also diese falsche Zweckmeinung „Der Mensch ist ein monogames Wesen“ zugelegt? Ist es einfacher, monogame Menschen mit permanent schlechtem Gewissen zu regieren als Polygame mit freiem Geist? Oder war, wie so oft, die Religion die treibende Kraft zum Verschweigen der Wahrheit? Auch heute wieder eine große Frage!
Dennoch, ein kaltes Getränk bereitzuhalten, wäre vielleicht nicht falsch. Denn bei aller Sachlichkeit in der Darstellung dieses anspruchsvollen Stoffes kann es beim Lesen durchaus zu Spontanerregungen kommen! Sogar eine gelegentliche Schnappatmung ist nicht auszuschließen!
Aus Sicherheitsgründen wird daher empfohlen, das Buch gemeinsam mit Frau, Mann oder Geliebter/Geliebtem zu lesen! Die gewiss auftretenden Fragen können dann, nach gründlicher Diskussion und eventuell notwendiger sexueller Interaktion, sachgerecht formuliert werden!
Bevor wir uns gemeinsam in die erregenden Höhen der Erotik begeben mit all ihren lustvollen Erscheinungsformen, mit verwirrenden Regeln und Schwierigkeiten, scheint es sinnvoll, Erotik, Sex und Liebe von heute etwas genauer zu beleuchten.
Liebe Leserinnen und Leser, zu Fragen oder Antworten, die Sie bestimmt haben werden, können Sie dem Autor gerne eine Mail (Buch-Mail) schicken.
Schreiben Sie einfach: „Zu Seite xx:“ und dann Ihren Text. Antwort kommt garantiert!
Ziel ist es, einen nützlichen Gedankenaustausch, eine seriöse, geistige Interaktion zwischen Leserin/Leser und Autor herzustellen!
Für Kritik ist der Autor gelegentlich auch dankbar. Doch bedenken Sie bitte, er hat seine Lebenserfahrungen nicht als Mediziner, sondern als Naturwissenschaftler gesammelt!
Also bitte nicht hadern, wenn der feine Unterschied zwischen Vagina und Vulva nicht exakt erklärt ist.
Erotik heute
Allein „Mutter Natur“ ist die Verantwortliche im Hintergrund, die alle natürlichen Liebes- und Erotikfunktionen steuert, die uns von der Natur gegeben wurden und auf die wir keinen oder nur geringen Einfluss haben, die aber nolens volens in uns ablaufen und uns beeinflussen. Also können wir uns nur bei Mutter Natur beklagen oder bedanken, wenn es um unsere Sexualität geht, nicht aber bei unserer Familienministerin! Sie darf durchaus für vieles verantwortlich gemacht werden, aber nicht für unsere Fortpflanzung!
Oder vielleicht doch? Zum Sex benötigt man in unserer Klimazone meist ein Zimmer, also eine Wohnung. Aber genau davon fehlen zurzeit in Deutschland eineinhalb Millionen!
Also kein Sex? Keine Fortpflanzung? Keine Kinder?
Ganz so schlimm ist es noch nicht! Der natürliche Drang zum Sex sucht und findet stets ein verschwiegenes Plätzchen für die minimal notwendigen zwölf Minuten zur Arterhaltung!
Diese zwölf Minuten sind kein Fantasiewert, sondern ein statistisch erfasster Wert.
Liebe erfahrene Leserschaft, kommen Ihnen diese kargen zwölf Minuten auch ein wenig zu knapp vor? So ganz das Gegenteil Ihrer eigenen Erinnerungen? Wo – wie Sie sich freudvoll erinnern – solch ein Lustspiel durchaus Stunden dauern konnte?
Also nur ein Versehen in der Statistik? Oder ist etwas dran, an den zwölf Minuten?
Ohne dass wir es so richtig wahrnehmen, übt unser Bedürfnis nach Fortpflanzung, also unser Sextrieb, in allen Lebenslagen einen großen Druck auf unsere Entscheidungen aus. Hauptsächlich in jungen Jahren. So ab sechzehn, in denen alle wichtigen Grundsteine gelegt und die Weichen fürs Leben gestellt werden! Hier ist der Einfluss durch Sex riesengroß.
Aber auch um die vierzig plus wird das Thema „Erotik“ oft wieder hochspannend. Wenn sich in den allermeisten Ehen die unvermeidliche Frage stellt: „War das schon alles in unserem Liebesleben?“ Oder: „Was müssen wir ändern, damit wir wieder zufriedener sind?“ Beim Antworten meldet sich wieder unser Sexbedürfnis ganz stark und es entscheidet mit!
Bis ins hohe Alter fordert der Sextrieb alle gesunden Männer und Frauen auf, Kinder zu zeugen. Am Ende gelingt das nur noch mit großer Mühe und mit Hilfsmittelchen. Und zuallerletzt, wenn das Fleisch total versagt, dann nur noch mental!
Das wird bis in alle Ewigkeit auch so bleiben. Dafür sorgt eben auch Mutter Natur, unter anderem mit der immer langsamer werdenden Zellteilung im Alter. Das Fleisch wird schwach! Der Geist bleibt willig! Die Synapsen im Gehirn schalten unverändert schnell auf Sex-Reize.
Beruhigend zu wissen: Alle Versuche durch Staat, Religion oder Sekten, unseren Sex nach deren Vorstellung zu verändern, waren auf Dauer erfolglos. Mutter Natur war stärker!
Pubertät
In der Pubertät, am Anfang unseres Sexlebens, ist plötzlich das andere Geschlecht zu erkunden. Das ist wahrlich schwer genug, unterlaufen uns dabei doch die ersten Fehleinschätzungen mit langwierigen Folgen. Vorurteile zum anderen Geschlecht werden gebildet: „Der ist ja so was von doof, der kann ja nicht mal richtig küssen!“ Oder: „Der weiß ja gar nicht, wie er mit einer Frau umgehen muss!“, erklärt die Sechzehnjährige. Das spricht sich bei den Freundinnen herum. Folge für den jungen Mann: Der arme Teufel kann auch bei ihren Freundinnen nicht mehr landen. Dennoch: Alle warten mit Spannung auf die Liebe.
Je nach Mobilität erweitert sich nun das Suchen nach der „richtigen Frau“, dem „richtigen Mann“! Oft sogar mit Erfolg! Die Natur zwingt alle zur ersten, zweiten, dritten … Liebe: also zur Auswahl, mit welcher Frau, mit welchem Mann wir uns sexuell verbinden wollen, um Erbgut auszutauschen. Um ein Kind zu zeugen. Letztlich, um die Menschheit zu erhalten!
Die Auswahlkriterien werden beim Manne ausschließlich im Unterbewusstsein von Mutter Natur diktiert: Sie lässt ihn begeistert nach großen Brüsten schauen und auch greifen. Warum? Sie versprechen ausreichende Nahrung für seine Kinder, deren Zeugung ihm von der Natur auferlegt wurde. Begeistert will er sich nun dieser Aufgabe stellen.
Dem jungen Mann von fünfzehn Jahren gehen schon kostbare Tropfen seines Erbgutes in die Wäsche, wenn er nur den schönen, prallen Hintern seiner Mitschülerin in den Jeans sieht oder sich ihre üppigen Brüste vorstellt. Noch wärmer, romantischer, auch geheimnisvoller werden seine Gefühle für sie, wenn er sich vorstellt, ihr wundervolles, rundes Becken mit schmaler Taille und Venushügel als Nisthöhle für gemeinsame Kinder haben zu können. Davor kommt natürlich der überaus begehrte Zeugungsakt, auf den er mit Spannung wartet.
Diese Überlegungen finden alle im Unterbewusstsein statt. Ein junger Mann könnte sie nicht formulieren! Dazu fehlt ihm noch viel Wissen und praktische Erfahrung!
„Er fühlt nur, was ihm die Natur diktiert.“ Das macht er dann auch, im Rahmen seiner Erziehung und seiner Möglichkeiten!
Die wunderschönen Rundungen einer jungen Frau in Gesicht, Brust, Po, Bauch, Schenkel lösen bei ihm besondere Reize aus: wohligste Gefühle mit Neugier, Spannung, positive Erregung und Herzklopfen. Er hat den heißen Wunsch, sie möge nur ihm allein gehören – er würde auch um sie kämpfen! Ja, das alles fühlt er deutlich, ohne zu wissen, was das ist. Was ihn oft am Einschlafen hindert! Und wenn ihm jemand sagt, das sei die Liebe, dann ahnt er vielleicht den Zusammenhang zwischen seiner sexuellen Lust mit erigiertem Glied – das er ständig mit sich herumschleppt und das ihn in kurzen Hosen oft am Radfahren hindert – und seinem Herzklopfen, wenn er an ein bestimmtes Mädchen denkt.
„Sex und Liebe gehören offenbar zusammen!“, vermutet er. „Aber Moment mal“, sagt sich der unerfahrene Bursche, „Männer, die ins Freudenhaus gehen, haben doch offenbar auch große Freude am Sex! Und das ohne jegliche Liebe?! Ohne jede Romantik?!“ Hm … Irgendwas stimmt da nicht, was die Alten ihm erzählt haben! Genügt also wirklich die Lust allein, um mit einer x‑beliebigen Frau zu schlafen? Sich also lediglich zu befriedigen? Das kann er nicht so recht glauben! Verängstigt denkt er auch an die Verantwortung, wenn dabei ein Kind entsteht!
Na ja, denkt er weiter, wenn er onaniert hat, ist er ja auch befriedigt, so ganz ohne Liebe und ohne Romantik. In seiner Erziehung erklärte man ihm immer: „Nur in Liebe dürfen Mann und Frau ein Fleisch sein!“ So fordert es die Bibel. Also: Samen austauschen darf man nur, wenn beide einander lieben?
Dieser Bibelanspruch scheint ihm überzogen: Wenn er eine Elefantenherde sieht, in der alle aufeinander aufpassen, sich helfen, sich also lieben, und es völlig wurscht ist, wer die Leitkuh besamt, dann wird dem Beischlaf vielleicht doch etwas zu viel Bedeutung beigemessen.
„Wer ist im Recht?“, fragt sich der Bursche. „Der, der ohne Liebe ins Freudenhaus geht, um sich für Geld befriedigen zu lassen, egal von welcher Frau? Oder hat der recht, der mit viel Liebe im trauten Heim mit seiner Frau gemeinsame Befriedigung beim Sex sucht?“ – Sehr kompliziert, diese Sache mit dem Sex und dem Samentransfer! Und was ist mit den Benachteiligten, die keinen Partner für ihre Liebe und ihren Sex finden?
Haben vielleicht beide recht? „Dann müsste aber auch die Frau im Freudenhaus den gleichen gesellschaftlichen Status und denselben Schutz genießen wie die Ehefrau am heimischen Herd“, denkt er.
Der junge Mann weiß aber schon: Hier in Deutschland ist das nicht so! Die Frauen im deutschen Freudenhaus werden meist wirtschaftlich ausgebeutet, geschlagen, vergewaltigt, verkauft … Ekelhaft, für sein Empfinden!
Mutter Natur würde ihm diese schwierige Frage aus ihrer Sicht vielleicht so erklären: „Das Wichtigste beim Sex ist doch, für den Fortbestand der Menschheit zu sorgen, also Kinder zu zeugen! Die Liebe ist lediglich ein stimulierendes Element zur Zeugung!“
„Wenn aber mit Liebe gezeugt wird“, würde sie sagen, „dann kommt zu der Freude am Sex auch noch ein Glücksgefühl hinzu: das wohltuende Empfinden, zusammenzugehören. Nicht mehr allein zu sein! Sich geborgen zu fühlen, die Zukunft gemeinsam bewältigen zu können. Dazu kommt eine große Zufriedenheit ob ihres gemeinsamen Glücks.“
„Diese Dinge sind eben von weit größerem Wert als ohne Liebe, also nur mit tierischem Trieb zu zeugen – wie ein Rammler!“, würde sie wahrscheinlich sagen! Und weiter: „Seltsamerweise rammelt ein Großteil der Menschheit ohne Liebe so vor sich hin! Trotzdem behaupten die meisten, sie seien zufrieden, ja sogar glücklich! Ob mit oder ohne Trauschein! Sie sind offenbar zufrieden, jedoch in ständiger Hoffnung auf eine noch größere Zufriedenheit, auf noch größeres Glück!“
Wie auch immer die Wirklichkeit aussieht, es ist ein weites Feld für Spekulationen über die Qualität von Zufriedenheit und Sex, für die es leider noch keine DIN-Norm mit Qualitätsstufen gibt. Auch Sex-Plattformen hätten gerne so eine Norm für ihre Werbung.
Für den Erhalt der Menschheit gibt es dagegen eine einfache, aber eiserne Regel: Es müssen mindestens so viele Kinder geboren werden, wie alte Menschen sterben! Wenn weniger geboren werden, verschwindet die Menschheit von diesem Planeten nach ganz kurzer Zeit! Schätzungsweise würde das Verschwinden der Menschheit weniger als hundert Jahre dauern! Mutter Natur verhindert das hoffentlich!
So weit die Kausalität! Na ja … ob das Aussterben der Menschheit überhaupt ein Verlust wäre? – Und wenn ja, für wen?
Dieses oder Ähnliches würde ihm Mutter Natur vielleicht sagen. Wahrscheinlich würde ihm das auch einleuchten. Aber so ganz zufrieden wäre der junge Mann mit diesen Erklärungen heute noch nicht. Er hätte doch noch ein paar Fragen, zum Beispiel: „Gibt es denn graduelle Unterschiede in der sexuellen Zufriedenheit? Wenn ja, welche, und wie bemerkt man den Unterschied?“ Er kennt keinen beim Onanieren! Wenn seine Ejakulation davongeschossen ist und damit auch das Hochgefühl, dann hat er immer das gleiche schlappe Gefühl einer „gewissen Befreiung mit etwas Leere – also nichts Tolles, was da in wenigen Sekunden abläuft“, sagt sich der junge Mann.
Übrigens: Wenn der Bursche sechzig Jahre später als alter Mann seine Spermaproduktion wieder einstellt, dann werden seine Hoden ca. 50 Liter Erbmasse, also Spermien hergestellt haben. Das sind 50.000 Milliliter. Diese große Menge wird er bei 5 bis 10 Milliliter pro Ejakulation in ca. zweiundzwanzigtausend Tagen und Nächten verjubelt haben! Um seine zwei Kinder in die Welt zu setzen, hat er lediglich 10 Milliliter benötigt. Der restlichen 49.990 Milliliter Erbmasse gingen drauf beim Vergnügungssex, zur puren Freude!
Weiter wüsste der junge Mann gerne, warum Frauen in Freudenhäusern, also diese Sexarbeiterinnen, nicht besser von der Gesellschaft gegen Unrecht geschützt werden. Sie erfüllen doch eine wichtige Funktion zur Gesunderhaltung des männlichen Körpers.
Das sind die wichtigsten Fragen und Erkenntnisse des jungen Mannes an diesem Tag. Damit gibt er sich für heute zufrieden.
Frage an die verehrte Leserschaft: Hat Mutter Natur recht? Ist die Liebe lediglich ein stimulierendes Element für eine größere Bereitschaft zur Zeugung? Also nur ein Kompendium für den Fortbestand der Menschheit? Auch Film und Fernsehen sehen das gelegentlich so.
Die christliche Religion macht übrigens keine klärende Aussage zu dieser wichtigen Frage. Es scheint ihr egal zu sein. Lediglich beim Bestrafen wird sie konkret: Siehe die sieben Plagen!
Liebe – Nacharbeit
Wenn unser testosterongesteuerter junger Mann bisher onanierte, war ihm dabei eine Frau im Hinterkopf vollkommen egal. Er sah im Geiste nur gigantische Brüste, einen aufregenden großen Hintern sowie eine leicht geöffnete, feuchte Vulva, die ihn wahnsinnig anzog. Das Internet lieferte ihm dazu passende Bilder. Das genügte ihm für einen Orgasmus! Doch sofort nach der Ejakulation waren seine Gedanken wieder frei für Tennis und Fußball.
Heute ist das nicht mehr so. Er hat sich in ein Mädchen verliebt. Die Frau ist Realität geworden. Sie hat nun einen Namen, ein Gesicht, einen Körper, eine Seele, eine Vagina. Er denkt ständig an sie! Schickt ihr seine Gedanken, seine Gefühle, seine Wüsche in einem täglichen Strom von SMS, E‑Mails und Anrufen.
Ja, Mutter Natur weiß sehr genau, worauf im Vorfeld geachtet werden muss, damit eine spätere Zeugung zustande kommt.
Auch die junge Frau sucht die Liebe. Auch ihr wurden die Wünsche einprogrammiert. Auch sie möchte einmal Mutter sein, möchte Kinder in die Welt setzen. Warum sie diesen Drang hat, weiß sie nicht. Er ist plötzlich da. Sie sucht instinktiv nach dem großen starken Mann, der sie und ihr Kind beschützen und ernähren kann. Auch das wurde in ihre DNA eingehämmert. Damals gab es noch keine Sozialhilfe. Frau war immer auf sich selbst gestellt, oder sie hatte einen treuen, starken Verbündeten, der Hilfe garantierte.
Vielleicht entstand ja so das erste Gefühl für Liebe und Dankbarkeit?
In ihrer Doppelhelix eingeprägt ist auch ihr Suchen nach einem Penis, der sie total ausfüllt. Und das nicht nur wegen der Lustgefühle, von denen sie bisher nur gehört hat. Nein, er soll auch schön groß sein, damit er seinen Samen so tief wie möglich in ihre Vagina einbringen kann. Damit der gefährliche Weg seiner Spermien zur Eizelle und dann zur Gebärmutter nicht zu lange wird! Sie machen sonst schlapp: Dann entsteht kein neues Leben! Dann wird’s nix mit Arterhaltung, trotz bester Libido!
Übrigens, Mutter Natur musste deshalb in der Anatomie des Mannes ein wenig nacharbeiten bzw. sie tut das noch: „Der Penis des Mannes wird im erregten Zustand von Generation zu Generation größer!“ Das sagt die Wissenschaft. Dazu hat sie Langzeitmessungen durchgeführt.
…

