Sonstiges & Allerlei

Kraft für das tägliche Leben (Die Freude der Fastenzeit)

Leonard Chinedu Ozougwu

Kraft für das tägliche Leben (Die Freude der Fastenzeit)

Mutmachende Worte für jeden Tag, besonders für die Fastenzeit Lesejahr A II

Leseprobe:

Vorwort von Univ.-Prof. Dr. Johann Pock
Auf dem Weg zur Auferstehung

Pfarrer Leonard Ozougwu ist ein spiritueller Begleiter. Seine Erfahrungen aus seiner Heimat in Nigeria und aus den österreichischen Begegnungen spiegeln sich wider in dem Weg, den er für die Fastenzeit auf dem Weg nach Ostern anbietet. Im Zentrum steht der feste Glaube an Jesus, der tot war und lebt. Jesu Botschaft riss Mauern ein: zwischen Reichen und Armen, zwischen Nationen und Religionen, zwischen Frauen und Männern. Die Botschaft der Auferstehung steht im Fokus der Mission: Leben ist stärker als der Tod. Und Leben ist das, was Gott einem jeden Menschen anbietet, ein Leben in Fülle.
Das vorliegende Buch möchte einladen, sich auf den Weg der Selbstfindung zu begeben – im Blick auf Jesus, der uns Begleiter ist. Leonard Ozougwu bringt dabei seine persönlichen Erfahrungen, seine Begegnungen mit den Menschen als Pfarrer, seine Erkenntnisse als Wissenschaftler und mit der Bibel Vertrauter ein.
Das Buch möge vielen Menschen eine spirituelle Hilfe sein und ein Wegbegleiter nicht nur in der Fastenzeit, sondern auch in den verschiedenen Phasen der geistlichen Suche im Leben.


Univ.-Prof. Dr. Johann Pock
Universität Wien



Vorwort von Andreas Schätzle
„Die Leute mögen es, wenn das Evangelium so gepredigt wird,
dass man die Salbung spürt.“
Papst Franziskus

Liebe Leserin, lieber Leser!
Lieber Leonard!

Woran man einen guten Priester erkennt, beschreibt Papst Franziskus in seiner Predigt zur sog. Chrisammesse am Gründonnerstag 2013. In der Chrisammesse der Karwoche werden in den einzelnen Diözesen die Öle für die Kranken und die Katechumenen, für die Taufen, Firmungen und die verschiedenen Weihen – so auch das Chrisam – geweiht. In dieser Chrisammesse erneuern die Priester, die um ihren Bischof versammelt sind, ihre Versprechen, die sie bei ihrer Priesterweihe gegeben haben. Chrisam heißt Salbung, Christus ist der Gesalbte, der Messias. Christen sind die Gesalbten, die in Taufe und Firmung Anteil bekommen an der dreifachen Salbung Christi, der gesalbt ist, zum Priester, König und Propheten. Täuflinge und Firmlinge werden auf der Stirn gesalbt; der Priester erhält bei seiner Weihe eine zusätzliche Salbung mit dem Chrisam. Seine Handflächen werden vom Bischof gesalbt zur Befähigung, die Gaben von Brot und Wein entgegenzunehmen, sie zu wandeln und als Jesu Leib und Blut auszuteilen.

„Den guten Priester erkennt man daran, wie sein Volk gesalbt wird. Das ist ein deutliches Beweismittel. Wenn die uns anvertrauten Menschen mit dem Öl der Freude gesalbt werden, ist das zu merken – zum Beispiel, wenn sie aus der Messe kommen mit dem Gesicht dessen, der eine gute Nachricht erhalten hat. Die Leute mögen es, wenn das Evangelium so gepredigt wird, dass man die Salbung spürt, sie mögen es, wenn das Evangelium, das wir predigen, ihr Alltagsleben erreicht, wenn es die Grenzsituationen, die „Randgebiete“ erleuchtet. Die Leute danken uns, weil sie spüren, dass wir unter Einbeziehung der Situation ihres Alltagslebens gebetet haben, mit ihren Leiden und ihren Freuden, ihren Ängsten und ihren Hoffnungen. Und wenn sie spüren, dass der Duft des Gesalbten schlechthin, der Duft Christi, durch uns zu ihnen kommt, fühlen sie sich ermutigt, uns all das anzuvertrauen, von dem sie möchten, dass es den Herrn erreiche.“

(Papst Franziskus, Gründonnerstag, 28. März 2013)

In einem der Weiheversprechen des Priesters heißt es: „Bist Du bereit, in der Verkündigung des Evangeliums und in der Darlegung des katholischen Glaubens den Dienst am Wort Gottes treu und gewissenhaft zu erfüllen?“ Diesen Dienst am Wort und an der Lehre erfüllt unser lieber Mitbruder Leonard mit großer Treue, monatelang in Radio Maria, täglich mit allen, die seine Betrachtungen lesen oder hören. Leonard tut es in der Weise des guten Priesters, der sein Volk salbt, weil er selbst das Öl der Freude in der Betrachtung des Evangeliums empfängt. Aus der Lebendigkeit der biblischen Szenen und Personen übersetzt er es uns ins Alltagsleben und lässt das Öl der Freude und des Trostes, der Heilung und der Stärkung bis in die Randgebiete menschlicher Grenzsituationen fließen. So werden aus Lesern und Hörern wirkliche Liebhaber und Geliebte des Wortes.
Lieber Leonard, wir danken Dir für Deinen wunderbaren und gesalbten Dienst am Wort. Höre nicht auf, uns mit dem Duft Christi, dem Öl seiner Liebe, zu salben.

Dein Andreas Schätzle
Radio Maria Österreich, am Herz-Jesu-Fest 2020



Aus der Mission in die Mission

Dr. Leonard Chinedu Ozougwu ist nicht nur ein fundierter Theologe, sondern auch ein pfarrlich erprobter Seelsorger. Wie in seiner eigenen Biografie gelingt es ihm auch in seinen täglichen Gedanken zu den liturgischen Texten des Tages den Bogen zwischen dem tiefen theologischen Schatz der Bibel und den Bedürfnissen der Orientierungssuchenden von heute zu spannen. Die Alltagstauglichkeit und Treffsicherheit, durch die sich seine Texte auszeichnen, beweisen, wie weltumspannend und aktuell Gottes Wort ist. Pfarrer Leonard begann vor drei Jahren, per WhatsApp täglich Impulse zu den Tageslesungen an interessierte Pfarrmitglieder zu schicken. Der Kreis wuchs schnell an und reicht von Jung bis Alt. Ob Hausfrau, Berufsschullehrer, Altenbetreuerin oder Firmenchef – egal in welcher beruflichen oder privaten Situation, alle können sich auf die verlässliche Initialzündung am Morgen verlassen. Hier halten Sie nun die erste gebundene Ausgabe dieser Gedanken in Händen – so wie es begonnen hat: mit den Impulsen zur Fastenzeit des Lesejahrs A II.

Mögen die Gedanken auch Sie bereichern

Dr. Stephanie Merckens
Referentin für Biopolitik, Bioethik und Lebensschutz
Institut für Ehe und Familie




Einleitung


Dieses Büchlein soll eine Einladung und Begleitung zur täglichen Einkehr und zum Auftanken von göttlicher positiver Energie für das eigene Leben sein. Der Inhalt ist durchaus inspiriert durch die Schriftlesungen der Fastenzeit Jahr A II. Ist es ursprünglich als Fastenzeitbegleitung gedacht, so ist es doch ein nützliches Werkzeug für jede Zeit zum seelischen Neuwerden. Es lädt ein, sich Zeit zu nehmen, um alte, falsche Verhaltensweisen abzulegen und neue, hilfreichere anzueignen. Es ist auch eine Hilfe für Zeiten (etwa eine Fastenzeit oder Einkehrtage), in denen wir uns von schädlichen Einstellungen entleeren, die unser Glück verhindern können, um unser Leben mit neuem, Freude bringendem Verhalten zu füllen. Wie mit unseren Handys, so ist es auch mit unserer Seele. Wenn der Handyspeicher voll ist, müssen wir weniger nützliche Daten, Bilder und Videos löschen, um mehr Speicherplatz zurückzugewinnen. Die Inhalte dieses Buches sollen helfen, Pessimismus, Egoismus, Hochmut, Bitterkeit, Feindseligkeit, Neid, Eifersucht, Gottlosigkeit, üble Gedanken, Worte und Taten zu beseitigen, oder zumindest zu minimieren. Wir tun dies, um mehr Raum für Gebete, für das Wort Gottes, für gute Taten zu gewinnen und unsere Beziehung zu Gott und zu unseren Mitmenschen, insbesondere zu den Armen, zu verbessern. Herzlich wünsche ich eine bereichernde Leseerfahrung.


Tag 1
Du bist Asche und zur Asche kehrst du zurück
Joel 2,12–18,2 Kor 5,20–6,2, Mt 6,1–6.16–18

Die Asche ist ein religiöses Symbol, das in mehreren Religionen Reue, Demut und Reinigung ausdrückt. In der christlichen Tradition ist sie das Hauptsymbol für den Beginn der Fastenzeit. Am Aschermittwoch werden die Gläubigen mit einem Aschenkreuz auf der Stirn markiert – eine Einladung zur Buße, aber auch zum Nachdenken, dass wir Menschen in der Vergänglichkeit der Zeit leben und letztlich einmal sterben werden. Wer dies versteht, lebt freier und glücklicher. Die Asche, mit der wir unsere Stirn mit dem Zeichen des Kreuzes markieren, kommt von den gesegneten Palmen des Palmsonntags des Vorjahres. Die getrocknete Palme wird in Brand gesetzt, sie verwandelt sich in Asche. So soll das Feuer des Gebets, des Fastens und der Nächstenliebe uns zu demütigeren, wohltätigeren und fröhlicheren Menschen verwandeln. Ja, das Ziel unserer ganzen Fastenpraktiken soll innerliches Neuwerden sein, denn das garantiert uns Freude, solche, die der heilige Paulus mit dem Reich Gottes gleichsetzt (Röm 14,7). Diese Freude entspringt vom Tiefsten unseres Herzens und durchdringt unser ganzes Sein. Je mehr wir unsere innerste Kammer (unser Herz/unsere Seele) erreichen, desto besser gelingt uns diese Freude. Darum sagt der Prophet Joel: Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider, und Jesus selbst lockt uns mit seinem Wort weg von den Äußerlichkeiten und in die Kammer unserer Seele. Unsere Fastenübungen – Gebet, Fasten, Verzicht, Werke der Barmherzigkeit – sollen uns helfen, weg von den äußeren Ablenkungen zu kommen, um sicherer Gott in unserer innersten Kammer zu finden und uns mit ihm dort zu versöhnen. Möge uns alles, was wir uns in dieser Zeit freiwillig vornehmen, egal wie viel oder wie wenig, viel Freude und Begeisterung bereiten.
Gott segne dich!


Tag 2
Wähle also das Leben, damit du lebst
Dtn 30,15–20/Lk 9,22–25

Unser Leben wird bestimmt durch unsere freiwilligen Entscheidungen, durch die Wahl, die wir treffen. Mose sagt: Wähle also das Leben, damit du lebst. Ist es gescheit, wenn wir freiwillig eine Wahl treffen, die uns nur Probleme bringt? Ist das klug? Jesus fragt uns heute: Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert und Schaden nimmt? Möge der Herr uns helfen, damit wir nur Gutes für uns wählen und dass wir auch zu unserer guten Wahl oder Entscheidung stehen, auch wenn es nicht ganz leicht ist.
Gott segne dich!


Tag 3
Ein Fasten, wie Gott es liebt
Jes 58,1–9a/Mt 9,14–15

Es genügt nicht, einfach zu hungern im Sinne von Fasten. Ein richtiges Fasten, so wie es dem Herrn gefällt und das uns von vielen seelischen Lasten befreien kann, sollte von der Liebe zu Gott und unserem Nächsten begleitet sein. Grund ist: Was wir unseren Mitmenschen tun, das tun wir Gott. Wenn wir fasten und trotzdem absichtlich jemanden verletzen, verletzen wir Gott. Nach dem Propheten Amos ist dies das Fasten, das dem Herrn gefällt: die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen, an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dein gutes Versprechen zu halten. Papst Franziskus wiederholt den gleichen Sinn des Propheten mit anderen Worten: faste verletzende Worte, sag freundliche Worte; faste Traurigkeit, sei mit Dankbarkeit erfüllt; faste Wut, sei mit Geduld erfüllt; faste Pessimismus und sei mit Hoffnung erfüllt; faste dir Sorgen zu machen und vertraue auf Gott; faste dich zu beschweren und übe Einfachheit; faste Stress, bete; faste Bitterkeit, erfülle dein Herz mit Freude; faste Selbstsucht und sei mit anderen barmherzig; faste Groll und versöhnt euch; faste Worte und schweige, damit du zuhören kannst. Gottes Erbarmen sei mit uns, während wir versuchen, einiges von diesem umzusetzen.
Gott segne dich!


Tag 4
Barmherzige Liebe
Jes 58,9b–14/Lk 5,27–32

Barmherzige Liebe (in Gedanken, Worten und Werken) bewirkt Wunder, sowohl in unserer Beziehung mit anderen als auch in unserer Beziehung mit Gott. Barmherzige Liebe hier kann heißen, den Bedürftigen freiwillig materielle und nicht materielle Hilfe zu schenken, oder eine Spende eigener Zeit und Fähigkeit, um anderen Freude zu bereiten. Die größte Art dieser Liebe ist die freiwillige Selbsthingabe zu Gott, wie sie der Apostel Matthäus praktiziert hat. Der Prophet Jesaja sagt: Wenn du der Unterdrückung bei dir ein Ende machst, auf keinen mit dem Finger zeigst und niemand verleumdest, dem Hungrigen dein Brot reichst und den Darbenden satt machst, dann geht im Dunkel dein Licht auf, und deine Finsternis wird hell wie der Mittag. Der Herr wird dich immer führen, auch im dürren Land macht er dich satt und stärkt deine Glieder. Du gleichst einem bewässerten Garten, einer Quelle, deren Wasser niemals versiegt. Mutter Teresa von Kalkutta gab sich hin für Gott und ihre Mitmenschen. Der Journalist Malcolm Muggeridge nannte sie und ihre Werke „Something beautiful for God“ (Etwas ganz Schönes für Gott). Vielleicht können wir nicht ein Apostel Matthäus oder eine Mutter Theresa sein, aber wir können „Something beautiful“ – „etwas ganz Schönes“ – für Gott und für unsere Mitmenschen sein, nämlich durch unsere barmherzige Liebe in Gedanken, Worten und Werken, und zwar in unserem Familien- und Freundeskreis und wo auch immer wir uns befinden. Möge deine barmherzige Liebe Wunder für dich bewirken, möge sie Freundschaften für dich ermöglichen!
Gott segne dich!


Tag 5
Versuchungen zur Sünde besiegen
Gen 2,7–9; 3,1–7/Röm 5,12–19/Mt 4,1–11

Sünde ist Verletzung gegen Gott, unsere Mitmenschen oder uns selbst. Es gibt zwei Haltungen gegenüber der Sünde: sie zu verbergen oder von uns selbst wegzuschieben, indem wir andere für unser Vergehen beschuldigen, wie Adam und Eva es zu tun versuchten. Diese Haltung macht unsere Probleme komplexer und verzögert unsere Heilung. Die zweite Haltung ist, Unrecht oder Sünde zuzugeben und zu bekennen. So können wir die Gnade Gottes nutzen, um Heilung zu bekommen für die Sünden, die eben seelische Wunden sind. Nach dem heiligen Paulus ist Gottes barmherzige Gnade in dieser Hinsicht grenzenlos. Seine Bereitschaft zu vergeben steigt mit zunehmender Sünde (vgl. 2 Kor 12,9). Nur müssen wir ehrlich darum bitten. Warum aber sündigen wir überhaupt? Versuchung ist der Grund! Wir sind alle anfällig für Versuchungen. Jesus hat auch Versuchungen erlebt! Er wurde mit Reichtum, Besitz und Ruhm versucht, und weil er nach seinem Fasten hungrig war, wurde er auch mit Essen versucht. Der Versucher (der Teufel) weiß, was wir uns wünschen und wonach wir uns sehnen. Und genau um diese Bedürfnisse will er seine Falle der Versuchung für uns legen. Jesus hat ihn durch Gebet, Fasten und seine gute Erkenntnis des Wortes Gottes besiegt.
Seien wir achtsam bezüglich unserer Bedürfnisse und Wünsche. Sie sind Anziehungspunkte der Versuchung gegen uns. Aber wir sollen keine Angst vor Versuchungen haben, sondern sie, wie Jesus, mit Gebet, Fasten und Gottes Wort besiegen. Wenn wir aber fallen, können wir schnell zu Gottes Gnade und Barmherzigkeit zurückkehren, indem wir unsere Sünden annehmen und bekennen. Gott wird uns die Kraft geben, neu zu beginnen, und zwar glücklicher und stärker. So möge Gott uns helfen.
Gott segne dich!

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 98
ISBN: 978-3-99107-315-4
Erscheinungsdatum: 03.11.2020
Durchschnittliche Kundenbewertung: 5
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