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Dawson’s Creek - Die Wurzeln

Reinhard Bicher

Dawson’s Creek - Die Wurzeln

Rezensionen:

15.06.2009Buchbesprechung

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Der insgesamt dritte Band der Buchreihe bildet den Abschluss der DC-Trilogie, und analysiert in ausführlichen Episodenbeschreibungen und Rezensionen die beiden ersten Staffeln der Serie.InhaltZwei Teenager auf dem Weg zum Erwachsenwerden, inmitten einer typischen amerikanischen Kleinstadt an der Ostküste, mit pupertären Liebessorgen und familiären Problemen - mit diesen Worten kann man die ersten beiden Staffeln der Dramaserie "Dawson’s Creek" zusammenfassen, die im Mittelpunkt von "Dawson’s Creek - Die Wurzeln" von Reinhard Bicher stehen.In der ersten Staffel beginnen Dawson Leery und Joey Potter ihre High School Zeit und werden von der Pupertät überrascht, die plötzlich mit all ihren Facetten zwischen ihnen steht. Ihre Körper formen sich, verwirrende Gefühle entstehen und einfach alles scheint sich zu verändern. Dawson ist ein verträumter Filmfreak, dessen größter Traum es ist, eines Tages in die Fußstapfen von Steven Spielberg zu treten. Joey ist seit Kindesbeinen an seine beste Freundin, seine Vertraute und beinahe so etwas wie ein Familienmitglied der Leerys. Joey selbst wohnt auf der anderen Seite des Flusses und hat eine schwierige Zeit hinter sich. Ihre Mutter ist früh gestorben, ihr Vater sitzt im Gefängnis und nun lebt sie gemeinsam mit ihrer Schwester in einem kleinen Häuschen, immer an der Grenze zum Existenzminimum und mit dem großen Traum, eines Tages aus Capeside rauszukommen und etwas aus ihrem Leben zu machen.Daneben gibt es noch Pacey, Dawsons bester Freund und so etwas wie der klassischer Loser der Schule, sowie Jen, das frühreife Mädchen, das aus New York nach Capeside geschickt wurde, um dort ihre Männer- und Drogengeschichten hinter sich zu lassen. Dawson verliebt sich Hals über Kopf in die hübsche Jen und merkt dabei nicht, welche Gefühle Joey für ihn entwickelt hat. Die erste Staffel dreht sich hauptsächlich um die Frage, ob Dawson und Joey sich kriegen oder nicht - und ja, sie kriegen sich. Daneben spielen vor allem die Eheprobleme von Dawsons Eltern eine große Rolle.In Staffel 2 sind Dawson und Joey ein glückliches Paar, wenn auch nur für kurze Zeit. Joey merkt schon bald, dass sie für eine Beziehung noch nicht bereit ist und möchte sich erst einmal selbst finden. Pacey hingegen verliebt sich in das Mädchen Andie, das mit ihrem homosexuellen Bruder Jack nach Capeside gezogen ist.KritikAls "Dawson's Creek" 1999 in Deutschland seine Premiere feierte, bot die Serie etwas vollkommen Neues. Im Mittelpunkt standen äußerst tiefgründige 15-jährige, die über ihre Probleme, Sorgen und Sex beinahe klüger sprechen, als dies manch ein Erwachsener tut. Einfühlsame Geschichten und Charaktere, mit denen sich der Zuschauer identifizieren kann, sowie eine Kulisse der amerikanischen Ostküste, die man sich schöner und romantischer kaum ausmalen kann, runden das Ganze ab. Themen wie Eheprobleme, Fremdgehen, Homosexualität, Alkoholismus und Drogen werden keinesfalls ausgeklammert, sondern sind wichtiger Bestandteil des Plots.Die ersten beiden Staffeln von "Dawson's Creek" sind immer auch so etwas wie eine Reise in die eigene Vergangenheit. Die Geschichten laden zum Mitfiebern ein und so manches dürfte einem aus seiner eigenen Jugendzeit bekannt vorkommen. Die Staffeln 1 und 2 sind einzigartig und von der Qualität her kaum mit den späteren Staffeln vergleichbar.In den beiden Büchern "Das späte Dawson's Creek" und "Dawson’s Creek – Das Zentrum" behandelte der Wiener Autor Reinhard Bicher die dritte bis sechste Staffel der Serie. Zum Abschluss der Buchreihe steht nun in "Dawson’s Creek – Die Wurzeln" das "frühe Dawson’s Creek", also die ersten beiden Serienstaffeln, im Mittelpunkt. Erschienen ist das Buch im österreichischem novum Verlag. Wie schon bei den Vorgängerwerken wurde der Titel liebevoll mit einer Pastellkreidezeichnung passend zur Kulisse Capesides geschmückt.In ausführlichen Episodenbeschreibungen und sehr tiefgründigen Analysen behandelt Reinhard Bicher die 36 Episoden der Staffeln 1 und 2 von "Dawson's Creek" und nimmt den Leser mit auf eine Reise in das Gefühlsleben der Charaktere. Man sieht die ein oder andere Geschichte mit anderen Augen, nachdem man die Analysen zu den einzelnen Episoden gelesen hat und genau das macht das Buch so lesenswert.Der Autor sieht die Folgen nicht als einzelne, in sich abgeschlossene Teile der Serie, sondern stellt immer wieder Bezüge zu späteren und früheren Folgen her und betrachtet sie im Gesamtzusammenhang. Wie schon bei den Vorgängertiteln der Trilogie liest man das Buch am besten, während man die Episoden auf DVD anschaut, um die Inhalte noch einmal zu rekapitulieren. Wünschenswert wäre noch eine Art Gesamtfazit der einzelnen Staffeln am Ende der einzelnen Beschreibungen und Analysen gewesen, dieses ließen auch die beiden ersten Bände schon vermissen.FazitMit "Dawson's Creek – Die Wurzeln" ist die Trilogie komplett. Der dritte Band lohnt sich vor allem, weil die ersten beiden Staffeln eindeutig zu den besten der Serie zählen. Für Fans ist das Buch daher ein Muss.Es lohnt sich, alle drei Bände komplett im Regal stehen zu haben, um sie immer wieder zur Hand zu nehmen und darin zu schmökern. Es sind wieder vor allem die klugen wie tiefgründigen Analysen und übergreifenden Bezüge, die merken lassen, dass Reinhard Bicher ein großer Verehrer der Serie ist und sie nicht als Seifenoper oder typisches amerikanisches Teeniedrama sieht, wie es sie zu Dutzenden gibt. Im Gegenteil, Bicher nimmt "Dawson's Creek" als das, was sie ist: Eine kluge, romantische wie ungewöhnliche Serie über das Erwachsenwerden - oder, um Bicher zu zitieren "eine meisterhafte Kombination aus Witz, mitreißenden Dialogen, Niveau, Tiefgang, Subtext und Emotionalität".

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 219
ISBN: 978-3-85022-483-3
Erscheinungsdatum: 06.04.2009
EUR 16,90
EUR 10,99

Herbstlektüre