Bewegung formt Leben

Bewegung formt Leben

Eduard Holzer


EUR 20,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 354
ISBN: 978-3-99064-156-9
Erscheinungsdatum: 27.12.2017
Das Leben ist kein Zufallsprodukt der Natur, sondern maximaler Antizufall. Warum Darwins Evolutionstheorie zu einer absolutistischen Doktrin verkommen ist und warum es Sinn macht, berühmte Thesen wie E=mc² zu hinterfragen, wird umfassend behandelt und belegt.
Die erfolglose Jagd nach der Weltformel und der Unsinn von Gleichungen in den Naturwissenschaften



Wie utopisch die Jagd mancher theoretischer Physiker nach der Weltformel ist, wird an der bisher und voraussichtlich immer unlösbaren Dreikörperproblematik sichtbar. Selbst wenn nur drei Himmelskörper miteinander in gravitativer Wechselwirkung stehen, ist der Verlauf ihrer Planetenbahnen nur näherungsweise bestimmbar, aber nicht mathematisch exakt vorhersagbar. Noch viel weniger gelingt die „Planetenbahnprognose“ bei größer werdender Anzahl von Himmelskörpern.
Unabhängig von diesem Grundproblem gibt es immer nur spezifische Energie- und Materiezustände, die sich stets durch ihren individuellen Charakter auszeichnen.
Zudem haben wir es nicht mit einem völlig konstanten, sondern mit einem „zitternden Universum“ zu tun, das sich auszudehnen scheint. Das sind zwei weitere wesentliche Grundphänomene, die astrophysikalische „Planetenbahnprognosen“ begrenzen.
Infolge der permanent wirkenden gravitativen Wechselwirkung der gesamten Materie und ständiger Veränderung ihrer Aufenthaltsorte gibt es im gesamten Universum keine völlig identen Materiezustände und Zeitmomente.
Doch zu den „materiellen Grenzen“ kommen noch ganz grundsätzliche, „ideell unüberwindbare Gegebenheiten“, die zeigen, dass jeder mathematische Gleichungsformalismus in allen Naturwissenschaften vollkommen unzulässig ist.
Unabhängig und völlig wertfrei von den großartigen Leistungen, beispielsweise in der Physik, haftet jeder auch noch so genialen naturwissenschaftlichen Gleichung der Makel fehlender mathematischer Exaktheit an.
Als Beispiel wird die wahrscheinlich bekannteste physikalische Formel der Welt, die Einstein’sche Energieformel E=mc2, analysiert. Bei der „Einsteinformel“ tritt zudem noch, wie bei fast allen physikalischen und chemischen Gleichungen, ein Fundamentalproblem der Einseitigkeit auf. In der Tat hat E=mc2 nur in exakt dieser „Symbolanordnung“ annähernde Gültigkeit. Löst man E=mc2 nämlich nach c2=E/m auf, ist das „Unheil perfekt“ und wir haben das Geschwindigkeitsmonster c2 zum Leben erweckt. Da jedoch die Lichtgeschwindigkeit c als absolute Obergrenze in den bisher bekannten physikalischen Theorien postuliert wird, sprengt c2 die Absurditätsgrenzen.
Wie kann es so weit kommen? Es kommt deshalb dazu, weil die Formelsprache der Mathematik 1:1 auf die Naturwissenschaft übertragen wird. Diese Vorgangsweise ist falsch, da das „Idealmuster“ der Zahlen und das „Ungefährmuster“ der Natur sich prinzipiell voneinander unterscheiden. Für alle naturwissenschaftlichen Gleichungen scheint deshalb ein einseitiger Richtungspfeil, mit einem Wellen-Gleichzeichen für ist ähnlich, unerlässlich zu sein (z.B. Emc2 - HOLZER 94/95, Grenzen unserer Welt).










Leben und Evolution beruhen auf universellen Lernvorgängen



Das Grundprinzip des Lebens und seiner Entwicklung scheint der bei einer einzigen Bewegungswiederholung auftretende Lerneffekt zu sein. Wenn sich ein Bewegungsablauf in einem bestimmten Zeitraum wiederholt, läuft er rascher, genauer und mit weniger Energieaufwand ab. Dieser schon bei einer einzigen Bewegungswiederholung auftretende Präzisions-, Tempo- und Energiezuwachs ist der kleinste Baustein des Lebens und der Schlüssel der Evolution (HOLZER 1988, S. 37). Der Anstieg von Bewegungspräzision, Bewegungstempo, bei gleichzeitig geringerem Energieaufwand, drückt sich in jedem gelungenen Bewegungsablauf aus und hat seine Entsprechung in den Muskel-, Nerven- und Hirnzellen. Der neuromuskuläre Stoffwechsel jeder Zelle reagiert sofort auf Veränderungen im Bewegungsverhalten.
Wie weit reichen die Auswirkungen jeder einzelnen Bewegung? Wirken sie bis in den Proteinstoffwechsel, die Eiweißmoleküle, Aminosäuren oder gar bis auf atomares Niveau? Jede einzelne motorische Aktion scheint bis zur letzten uns bekannten materiellen Größenordnung, bis auf Quantenebene zu reichen. Das bedeutet, dass jede auf kleinster Zeiteinheit ablaufende Bewegungsveränderung auch auf kleinster materieller Einheit „registriert“ wird.
Alle motorischen Veränderungen lebender Formen beeinflussen das Bewegungsverhalten der Aminosäuren, kleinerer Molekülverbindungen, Atom- und Quantenkomplexe. Der bei einer einzelnen Bewegungsaktion auftretende Lerneffekt wirkt bis auf die kleinste anorganische Ebene zurück. Lern- und Entwicklungsvorgänge lebender Systeme basieren auf „lernfähigen“ Molekülen, Atomen und Elementarteilchen.
Der bei allen Lernvorgängen grundlegend auftretende Präzisions-, Tempo- und Energiezuwachs scheint auf Präzisions-, Tempo- und Energiezunahme gleichzeitig ablaufender molekularer, atomarer und subatomarer Prozesse zu beruhen.
Das bedeutet, dass alle chemischen Elemente und vor allem die Grundbausteine des Lebens, Sauerstoff, Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff etc., unter ganz bestimmten Bedingungen eine Art Lern- und Gedächtnisfähigkeit besitzen müssen.
Wenn aus anorganischer Materie Leben entstehen soll, müssen die erforderlichen Bedingungen nicht nur kurzfristig wirken können. Sie müssen hingegen sehr lange in einem gleichmäßig stabilen Zustand gehalten werden und aufeinander einwirken können, damit die molekulare Erinnerung nicht verloren geht. Eine nur Sekundenbruchteile dauernde Durchtrennung des Rückenmarks reicht aus, damit die über Jahrmillionen gebildeten Bewegungsinformationen für die betroffenen Areale für immer verloren gehen.










Ähnlichkeit und Individualität



Obwohl sich alle lebenden Formen innerhalb ihrer Arten durch relativ große Ähnlichkeit auszeichnen, ist kein Individuum dem anderen vollkommen gleich. Diese 3%ige Variation bzw. 97%ige Wiederholungsgenauigkeit vieler lebender Organismen bestimmt gleichsam Artkonstanz und Individualität. Selbst bei eineiigen Zwillingen gibt es in keinem einzigen Merkmal vollkommene Strukturgleichheit. Nicht einmal eine einzige Körperzelle ist einer anderen vollkommen gleich. Dass eineiige Zwillinge einander sehr ähnlich sehen und für jemanden, der sie nicht kennt, nicht zu unterscheiden sind, liegt nicht an ihrer vollkommenen Gleichheit, sondern an unserer begrenzten Wahrnehmungsgenauigkeit. Völlige Identität bleibt in der Natur, insbesondere bei allen lebenden Formen, ein „biologisches Märchen“.
Die geringfügige Varianz aller biologischen Formen ermöglicht die oft über viele Millionen Jahre andauernde Beständigkeit der Arten. Sie sorgt gleichzeitig auch für die Besonderheit jedes Individuums. Ebenso birgt sie auch das Potenzial für Veränderung in sich. Diese kann in Weiterentwicklung, Stagnation oder Rückentwicklung münden. Wie die Entwicklungsrichtung auch verläuft, immer sind sowohl äußere als auch innere Anstöße am Veränderungsprozess beteiligt.
Obgleich wir, infolge begrenzter Wahrnehmungsgenauigkeit, Körperstrukturen als „feste Formen“ interpretieren, sind sie für uns nicht unmittelbar sichtbare, permanent ablaufende Bewegungsmusterprozesse. Diese „biologischen Bewegungsprozesse“ ereignen sich in einem engen zeitlichen und räumlichen Rahmen.
Bei Säugetierorganismen müssen sowohl das Energieniveau als auch alle Strukturformen in einem engen Spielraum gewahrt werden. Unabhängig von der Außentemperatur wird die durchschnittliche Körpertemperatur, wie schon erwähnt, zumeist im Bereich von 37°C reguliert. Gelingt dies nicht, treten lebensbedrohliche Zustände ein. Das Ablauftempo biologischer Prozesse hat einen bestimmten Spielraum. Die Molekülanordnung der Aminosäuren in den Proteinen richtet sich hingegen stets nach den „starren“ Vorgaben der DNA. Die DNA ist selbst wiederum an strenge Strukturformen und Abfolgen ihrer Aminosäuresequenzen gebunden. Genau betrachtet sind auch DNA, Chromosomen und Gene keine starren Proteingebilde, sondern werden fortwährend auf-, um- und abgebaut. Es handelt sich dabei um hochkomplexe, atomare und molekulare Bewegungsmusterprozesse mit nahezu perfekt abgestimmter Wechselwirkung.










Anstieg von Geburtsgewicht und Geburtsgröße in der Geburtenfolge



Recherchen bei der „Statistik Austria“ über das Geburtsgewicht in der Geschwisterfolge vom ersten bis fünften Kind zeigen einen deutlichen Gewichtsanstieg bis zum dritten Kind (n>1,3 Mill.). In der weiteren Folge kommt es zu einem leichten Rückgang des Geburtsgewichts. Der Gewichtsanstieg vom ersten aufs zweite Kind betrug 114g und vom zweiten aufs dritte Kind 11g (Abb. 17 + Tab. 4).
Es wird angenommen, dass Geburtsgewicht und Geburtsgröße miteinander direkt korrelieren. Deshalb dürften, bei einer statistisch ausreichenden Datenmenge, präzise Angaben über den Größenzuwachs getroffen werden können.
Trotzdem wäre natürlich eine exakte Größenmessung der Neugeborenen sicherlich ein zusätzlicher und wichtiger Anhaltspunkt für die Größendaten gewesen. Leider liegen keine Messergebnisse über die Körpergrößen der Neugeborenen vor.
Nichtsdestotrotz lässt eine exakte Messung des Geburtsgewichts präzise Aussagen über Größenunterschiede in der Geburtenfolge zu. Eine exakte Größenmessung scheint bei Neugeborenen schwierig durchführbar und mit Einschränkungen verbunden zu sein.

Bei der Datenanalyse des Geburtsgewichts der österreichischen Geburten von 1984 bis 1998 scheint die beträchtliche Gewichtszunahme vom erst- auf das zweitgeborene Kind mit 114g auffällig. Vergleichsweise dazu verringert sich die Gewichtszunahme vom Zweit- auf das Drittgeborene mit 11g deutlich.
Infolge des großen Gewichts- bzw. Größensprungs, der statistisch vom Erst- auf das Zweitgeborene auftritt, scheinen äußere Entwicklungsumstände dafür kaum eine Rolle zu spielen. Wären vorwiegend äußere Lebensbedingungen für die Gewichtszunahme maßgebend, müsste der Gewichtsanstieg in der Geburtenfolge annähernd linear verlaufen. Es zeigten sich aber ein beträchtlicher Gewichtszuwachs vom Erst- auf das Zweitgeborene (3,4%) und ein deutlich niedriger Zuwachs vom Zweit- auf das Drittgeborene (0,3%). Ab dem viert- und fünftgeborenen Kind tritt ein leichter Rückgang des Geburtsgewichts auf.
Auch dieser leichte Rückgang des Geburtsgewichts in der fortschreitenden Zeitskala beim Viert- und Fünftgeborenen spricht gegen einen Zeit- oder Umwelttrend. Deshalb scheinen für den sprunghaften Gewichts- und Größenanstieg in der Geburtenfolge bis zum dritten Kind ein geändertes Ernährungsverhalten bzw. bisher noch unbekannte Umweltfaktoren kaum eine Rolle zu spielen.




Begriffe sind „fest gewordene“ Bewegungsautomatismen des Sprechens. Die Häufigkeit seiner Verwendung macht die „Stärke oder Schwäche“ eines Begriffes aus.
Sprechen und Denken laufen nur in Ausnahmefällen bewusst ab. Beinahe immer entstehen beide durch unbewusstes, oftmaliges Nachsprechen, blindes Nachsagen und gedankenlose Wort-, Begriffs-, Phrasen- und Satzwiederholungen.
Das Bildungsniveau der überwiegenden Mehrheit entsteht durch unbewusstes, kritikloses Übernehmen des bestehenden Wissensstandes von als solche akzeptierte Autoritäten durch oftmaliges Hören, Wiederholen und Nachsagen bestimmter „Meinungen“ von klein auf. Dem vergleichbar laufen Wissensvermittlung sowie Wissenserwerb in fast allen Bildungssystemen und Bildungsebenen ab. So können beispielsweise auch völlig absurde Begriffskombinationen verwendet werden, ohne dass ihr Unsinn über Jahrhunderte allgemein bewusst wird. Als Beispiel darf hier die mathematische Aussage „kleiner als null“ dienen. Doch kleiner als null gibt es nicht. Richtig muss es heißen „negativ, da null als die kleinste mögliche Größe, als nichts definiert wurde“. Alle negativen Zahlenwerte sind die Umkehrung der positiven Zahlenwerte, nur mit Änderung ihrer Richtung.










Kleiner als null gibt es nicht - logischer Fehler, entstanden durch Sprachwiederholung



Es gibt in der Natur keinen Wert, keine Größe kleiner als null. Selbst der in der Geometrie als ausdehnungslos gedachte Punkt ist praktisch nicht realisierbar, ebenso wie die völlig gerade Linie oder der völlig runde Kreis oder die vollkommene Kugel. Doch man kann sie sich zumindest als Idealbild vorstellen. Beim Begriff „kleiner als null“ geht das nicht mehr, kleiner als null ist unvorstellbar. Kleiner als null ist mindestens genauso sinnwidrig wie größer als unendlich. Kleiner als null und größer als unendlich sind Aussagen mit maximalem Widerspruch in sich. Kleiner als null ist eine doppelte, maximale Fehldefinition. Erstens weil sie in der praktisch erfahrbaren Wirklichkeit nicht möglich ist. Zweitens weil formal mit null die kleinste Größe schon festgelegt ist, kleiner geht es nicht mehr. Denn mit der Akzeptanz der Aussage kleiner als null - zum Beispiel minus eins ist kleiner als null - würde ich die Definition von null völlig ignorieren. Minus eins bedeutet nicht kleiner als null, sondern gleich groß wie plus eins, jedoch mit entgegengesetzter Richtung.
Es ist interessant, dass diese doppelte Falschaussage, als Zahlenwert und Formalkonstrukt, in der Mathematik so lange überdauern konnte. Ist gerade das Einfachste so schwer zu verstehen? Nimmt man gerade in der Mathematik die Wahrheit nicht so genau, so streng, wie man immer wieder vorzugeben versucht? Oder gibt es eine noch stärkere Wahrheit als die Logik des Denkens?
Es gibt eine noch viel stärkere Wirklichkeit als die Logik des abstrakten Denkens, sie ist die Realitäten erschaffende Sprachgewohnheit durch Sprechwiederholung. Man hat häufig die Begriffe „kleiner“ und „null“ sprachlich kombiniert und hintereinander „geschaltet“. Dies hat anscheinend völlig ausgereicht, dass sich selbst in der Mathematik die Fehlaussage „kleiner als null“ einbürgern konnte und nicht mehr infrage gestellt wurde.
Der Zahlenbegriff „null“ ist infolge dieser Fehlaussage noch interessanter geworden. Weitere unterschiedliche Bedeutungen von null zeigen die Allmacht des Sprachgebrauchs. So hat beispielsweise 1:0 in der Mathematik eine andere Bedeutung als 1:0 bei einem Fußballspiel, bzw. bei der Bezeichnung einer Person als „Null“. Diese Beispiele zeigen ganz deutlich, dass dasselbe Wort durch unterschiedlichen Sprachgebrauch unterschiedliche Bedeutung erhält. Die Begriffsbedeutung liegt dabei nicht im Wort, sondern sie wird durch immer wiederkehrende Begriffsverwendung geschaffen.
Alle Wortbedeutungen existieren nicht von selbst, sondern entstehen durch oftmalige Sprechwiederholung, durch die sich im Laufe der Zeit Sprachbedeutung entwickelt.
Die Wortbedeutung ist also nicht von Haus aus ein für alle Mal gegeben, sondern wird durch den Sprachgebrauch geschaffen. Sie kann sich im Laufe der Zeit auch ändern, abhängig vom Wiederholungsgrad der einzelnen Begriffe (Bewegungs-Automationsniveau), vergleichbar dem strömenden Wasser (Sprechen), welches das Flussbett (Sprache) formt (HOLZER 1994/95).

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