Sonstiges & Allerlei

Außerirdische und was Sie darüber wissen sollten

Peter Leibundgut

Außerirdische und was Sie darüber wissen sollten

Wissen(schaft) versus Spekulation

Leseprobe:

<strong>Außerirdisches intelligentes Leben</strong>

Eine uralte, aber stets aktuelle Frage, diskutiert im Lichte von Wissenschaft versus Spekulation.

Sind wir allein im schier unermesslichen Weltall oder haben wir irgendwo Nachbarn? Eine Frage, die uns Menschen seit alters her beschäftigt, denn es scheint eine kollektive Sehnsucht nach Beweisen zu geben, dass der Mensch nicht allein sei. Und als Folge der aktuellen Anstrengungen seitens der wissenschaftlichen Forschung könnte es durchaus sein, dass wir in Kürze einen epochalen Durchbruch erleben – nämlich den Nachweis von außerirdischem Leben überhaupt.
Was aber noch viel spannender ist: Wir werden sehen, dass sich außerirdisches intelligentes Leben a priori nicht ausschließen lässt; und deshalb lässt sich auch nicht ausschließen, dass uns die Außerirdischen unerwartet besucht – vielleicht schon morgen oder übermorgen!
Machen Sie sich auf einiges gefasst. Wir werden uns zum Teil auf äußerst exotische Abwege begeben, wenn wir zum Beispiel über hypothetische und fiktive Zivilisationen spekulieren.

Haben Sie auch schon einmal in den sternenübersäten Nachthimmel geblickt und sich gefragt: Sind wir Menschen wohl die einzige denkende Lebensform in diesem unermesslichen Weltall?
Waren Sie schon einmal an einer Diskussion über UFOs oder Außerirdische beteiligt?
Haben Sie befriedigende Antworten erhalten?
Konnten Sie – nicht nur emotional, sondern auch sachlich – argumentieren?

Solchen Fragen werden wir jetzt nachgehen – und dabei zum Teil verblüffende Antworten erhalten.
Dabei wollen wir uns stets bemühen, dem Gegenstand „außerirdisches intelligentes Leben“ sachlich und unvoreingenommen gegenüberzutreten. Dazu gehört auch, dass wir uns bewusst sind, dass es eine erste ernst zu nehmende Hürde gibt. Nämlich zu schauen, ob überhaupt irgendwelche Anzeichen für Leben außerhalb der Erde vorhanden sind. Die Chancen auf Erfolg stehen dabei nicht schlecht. Möglicherweise entdecken wir bereits in unserer allernächsten Nähe, auf dem Mars, Spuren von Leben. Daneben unternimmt die Wissenschaft mit diversen aktuellen Projekten große Anstrengungen, in weiter Entfernung Planeten zu entdecken. Die Erfolge dürfen sich sehen lassen – wir kennen heute schon über 500 sogenannte Exoplaneten. Das sind Planeten, deren Sonnen wir als funkelnde Sterne am Nachthimmel wahrnehmen. Angesichts dieser Sachlage scheint es durchaus angebracht, gedanklich bereits einen weiteren Schritt in die Zukunft zu wagen und zu fragen: Sind wir Menschen die einzige intelligente Spezies im Universum?
Die Möglichkeit, nicht allein zu sein, war und ist eine nicht versiegende Quelle zahlloser Spekulationen und wilder Fantasien. Doch seit ein paar Jahren macht sich auch unter Wissenschaftlern vermehrt die Meinung breit, dass wir nicht allein seien. Damit tritt aufgrund unseres heutigen Wissens, wie sich das Leben auf der Erde entwickelt hat, nüchterne Analyse an die Stelle vorschneller Aussagen. Dabei ist die zurückhaltende reservierte Haltung der Wissenschaftler zum höchst spekulativen Gegenstand „außerirdisches intelligentes Leben“ durchaus verständlich und angebracht. Denn für sie besteht das Risiko, rasch und bleibend im Lager der UFOlogen angesiedelt zu werden.
Die Thematik „außerirdisches intelligentes Leben“ wird auch in Printmedien, Rundfunk, Fernsehen und Internet immer wieder aufgegriffen. Leider oft in auflagen-, einschaltquotenorientierter und haarsträubender Darstellung. Wir wollen versuchen, solchen „Botschaften“ objektiv entgegenzutreten. Dies sollte uns gelingen, denn wir werden die anstehenden Fragen auf der Basis von Fakten, etablierten Theorien, aktuellen Erkenntnissen, fundierten Schätzungen und zulässigen Mutmaßungen beantworten. Um es vorwegzunehmen: Die uneingeschränkt überzeugten UFO-Befürworter werden eine gewisse Skepsis wohl spüren, und gerade deswegen sollen aber auch ihre Argumente in dieser Lektüre Platz finden. Vielleicht gelingt es uns gar, Brücken zu schlagen zwischen Wissenschaft, breiter Öffentlichkeit und UFO-Protagonisten.
Die Frage, ob wir im Universum allein sind oder nicht, ist eng verknüpft mit den fundamentalen Fragen „Warum gibt es das Universum?“ und „Warum sind wir hier?“ Diesen philosophischen Fragen mit dem Streben nach Erkenntnis des letzten Sinnes, der Ursprünge des Denkens, Seins und Glaubens werden wir nicht nachgehen. Wir wollen die Frage nach außerirdischem intelligentem Leben ausschließlich rational diskutieren. Jedenfalls scheint unser Universum und dessen Naturgesetze ideale Voraussetzungen zu bieten um Leben hervorzubringen!
„Sind wir allein?“ Könnte es sein, dass sich irgendwo – unter einem fremden Sternenhimmel – jemand anders genau die gleiche Frage auch stellt? Die Frage ist kurz und bündig, und es gibt sehr wohl Antworten; aber diese fallen eben sehr unterschiedlich aus, je nachdem, wen man fragt und welche Gegebenheiten vorausgesetzt werden. Und die Frage lässt sich nicht in einem Satz abhandeln; deshalb ist ein systematisches Vorgehen angebracht.

Zuerst werden wir festlegen, wo wir unsere Nachbarn überhaupt suchen wollen.
Dann starten wir eine „Umfrage“. Wir blättern in der Geschichte und lassen UFO-Protagonisten zu Wort kommen. Wir fragen Physiker und Astronomen und überlegen uns, weshalb die Medien die Thematik immer wieder aufgreifen. Zu guter Letzt fragen wir gar die Außerirdischen selbst.
Bevor wir das Thema schliesslich konkret angehen können, gilt es gewisse Annahmen zu treffen. Das heißt, wir müssen uns auf das Umfeld bestimmende Prinzipien einigen und auch festlegen, was für eine Art Nachbarn wir suchen.
Nach diesen vorbereitenden Schritten gehen wir die Kernfrage an: Haben wir heute in der Milchstraße intelligente Nachbarn – und falls ja, wie viele?
Die Ergebnisse führen dann zu nicht weniger spannenden Fragen wie: Wo wäre unser Platz in der Gesellschaft eventueller Zivilisationen? Werden wir kommunizieren können? Kommt es allenfalls gar zur Begegnung und was für soziale Folgen könnte eine Begegnung haben?
Die Antworten nötigen uns, einen Blick auf die Zukunft des Homo sapiens zu werfen.
Wir werden unsere Betrachtungen mit einem Ausblick abrunden, der Hinweise gibt, was wir von der forschenden Astronomie und Kosmologie in den nächsten fünf bis zehn Jahren zum Thema „außerirdisches intelligentes Leben“ erwarten dürfen.

<strong>Die Mega-Überraschung</strong>

Bereits vor 15 Jahren war den Wissenschaftlern die Entstehung von Planetensystemen klar: Große Gasplaneten kreisen sonnenfern; kleine, erdähnliche Gesteinplaneten kreisen sonnennah. Diese These stand im Einklang mit dem einzigen uns beobachtungstechnisch zugänglichen Sonnensystem, nämlich unserem eigenen.
Die Welt war also in Ordnung, bis Michel Mayor und Didier Queloz im Oktober 1995 den Nachweis für einen ersten exosolaren Planeten veröffentlichten, und dies war ausgerechnet ein großer sonnennaher Gasplanet. Heute kennen wir über 500 exosolare Planeten – und die meisten sind große, sonnennahe Planeten, kreisen also ausgerechnet dort, wo sie nicht erwartet wurden.
Das bedeutet wohl dreierlei:
Im Bereich der Planetensystementwicklung haben wir wohl noch nicht alles verstanden.
Das Weltall scheint noch einige Überraschungen „auf Lager zu haben“!
Es ist gefährlich, Thesen nur auf eingeschränkten Beobachtungen aufzubauen.

Deshalb erstaunt es nicht, dass die Astronomen jetzt anhand neuer Erkenntnisse versuchen, zutreffendere Modelle von Planetensystemen zu entwerfen. Das Erstaunliche bei diesen Computermodellen ist, dass sie sehr viele erdähnliche Planeten im sonnennahen Raum voraussagen – also genau dort, wo man die bestmöglichen Bedingungen für die Entstehung von Leben erwarten darf. Allerdings müssen wir uns noch etwas gedulden, denn unsere astronomischen Instrumente werden erst in den nächsten fünf bis zehn Jahren soweit sein, dass sie diese fernen erdähnlichen Planeten nachweisen können.

Wo suchen wir?

Wir wollen unsere Suche erstmals auf die Milchstraße – unsere Galaxis – beschränken. Allerdings werden wir zu gegebener Zeit unsere Überlegungen auch auf das Universum ausdehnen.

Unsere scheibenförmige Milchstraße erstreckt sich als unregelmäßig breiter, schwach milchig-heller Streifen über den Nachthimmel und ist die Heimat von Milliarden von Sternen. Die gesamte sichtbare Masse entspricht etwa der von 100 Milliarden Sonnenmassen. Davon sind weniger als 50 % Einzelsterne, die übrigen bilden Doppel- oder Mehrfachsternsysteme. Viele dieser Sterne sind in offenen Haufen oder Kugelsternhaufen gravitativ gebunden. Und oft beobachten wir die „Überreste“ der Sterne in Form von Weißen Zwergen, Neutronensternen oder planetaren Nebeln. Weiter haben wir gesehen, dass der interstellare Raum zwischen den Sternen nicht leer ist! Er enthält viele ausgedehnte Gas- und Staubwolken. Wir nehmen diese Wolken als dunkle, fast schwarze und sternenlose Gebiete wahr. Der Staub ist gebietsweise sogar so dicht, dass er die Sicht ins Zentrum der Galaxis verdeckt. Um einem Missverständnis vorzubeugen: In solchen Regionen haben sich interstellares Gas und Staub verdichtet und absorbieren das Licht der dahinterliegenden Sterne. Es handelt sich dabei also keinesfalls um die bereits mehrmals erwähnte dunkle Materie. Letztere ist eine noch hypothetische Form von Materie, die zu wenig sichtbares Licht oder andere elektromagnetische Strahlung aussendet oder reflektiert, um direkt beobachtbar zu sein. Die dunkle Materie macht sich nur durch die gravitative Wechselwirkung mit der sichtbaren Materie bemerkbar. Deshalb wird auch die gesamte gravitierende Masse der Milchstraße auf eine Billion Sonnenmassen geschätzt!
Könnten wir von weit draußen auf die Milchstraße blicken, würden wir um das galaktische Zentrum eine ellipsenförmige, helle „Ausbauchung“, den Bulge, erkennen. Von dort nehmen wir das diffuse Leuchten von Milliarden Sternen wahr, die in der Regel sehr viel älter als unsere Sonne sind. Im Zentrum selbst hat man eine starke Radioquelle entdeckt. Innerhalb dieser Region befindet sich, konzentriert auf ein Gebiet von etwa 15 Millionen Kilometer Durchmesser, eine Masse von über vier Millionen Sonnenmassen. Nach den bekannten physikalischen Gesetzen folgt daraus, dass sich in diesem Bereich ein supermassives „Schwarzes Loch“ befinden muss. Diese Massenkonzentration wird von einer Gruppe von Sternen in einem Radius von weniger als einem halben Lichtjahr mit einer Umlaufzeit von etwa 100 Jahren umkreist. Zusätzlich kreist noch ein weiteres Schwarzes Loch mit 1 300 Sonnenmassen in etwa drei Lichtjahren Entfernung um das galaktische Zentrum.
Könnten wir von oben auf die Milchstraße blicken, würden wir eine spiralartige Struktur erkennen. Das Milchstraßensystem wurde früher als vier- oder fünfarmig betrachtet, heute gilt sie als zweiarmige Balkenspiralgalaxie vom Typ S(B)bc nach einem verfeinerten Klassifikationsschema von Hubble. Sie besteht aus etwa 100 bis 300 Milliarden Sternen und hat einen Durchmesser von etwa 100 000 Lichtjahren. Die Dicke der Scheibe liegt zwischen 3 000 und 10 000 Lichtjahren und der zentrale Bulge hat eine Ausdehnung von etwa 16 000 Lichtjahren. Unsere Sonne befindet sich zwischen dem „Sagittarus-„und dem „Perseusarm“, etwa 26 000 Lichtjahre vom galaktischen Zentrum entfernt. Bei einer Kreisbahngeschwindigkeit von etwa 220 Kilometer pro Sekunde benötigt sie für einen Umlauf um das Zentrum der Galaxis etwa 230 Millionen Jahre.
Die Milchstraße ist von einem kugelförmigen Halo mit einem Durchmesser von etwa 600 000 Lichtjahren, einer Art galaktischer „Atmosphäre“, umgeben. In ihm befinden sich neben den etwa 150 Kugelsternhaufen nur alte, metallarme Sterne und Gas sehr geringer Dichte. Dazu kommen große Mengen Dunkler Materie.
Charakteristisch für unsere Milchstraße sind ihre Spiralarme. In diesen befinden sich enorme Ansammlungen von Wasserstoff und damit die größten Sternentstehungsgebiete der Galaxis. Erstaunlicherweise ist die Dichte in den Spiralarmen nur um etwa 5 % größer als in Bereichen dazwischen. Nun wäre es aber falsch, zu glauben, die Sterne seien primär in diesen Spiralarmen gebunden und rotierten „in Formation“ um das galaktische Zentrum. Die Sterne bewegen sich unabhängig von dieser Spiralarmstruktur ums galaktische Zentrum. Denn wären sie an die Spiralarmstruktur der Milchstraße gebunden, würde sich diese innerhalb relativ kurzer Zeit aufwickeln und unkenntlich werden. Dies, weil die Kreisbahngeschwindigkeit der Sterne in den Außenbereichen mit zunehmendem Abstand nicht mehr zunimmt, sondern konstant bleibt, und die außen liegenden Sterne demzufolge sehr rasch gegenüber den weiter gegen das Zentrum rotierenden Sterne zurückbleiben würden. Welche Prozesse für die Entstehung der Spiralstruktur verantwortlich sind, ist bisher noch nicht eindeutig geklärt. Eine Erklärung bietet die bereits früher ausgeführte Dichtewellentheorie. Nach dieser erzeugen „stehende Dichtewellen“ Zonen erhöhter Materiedichte, die infolge unzähliger junger, hell leuchtender Sterne als Spiralarme aufleuchten.


Damit sind wir mit dem Gebiet, in dem wir nach möglichen Nachbarn suchen wollen, genügend vertraut. Als nächstes wollen wir uns umhören und versuchen, in Erfahrung zu bringen, wie sich „Andere“ zur Frage „Haben wir in unserer Milchstraße intelligente Nachbarn?“ stellen.

<strong>Kein neuer Gedanke</strong>

Die Frage nach außerirdischem Leben ist nicht neu, im Gegenteil, vermutlich beschäftigte sie schon die frühen Menschen, welche Selbstbewusstsein entwickelt hatten und zum Nachthimmel aufblickten.

Für vorgeschichtliche Himmelsbeobachtungen liegen nur vereinzelt Indizien vor, darunter Wandmalereien in der Höhle von Lascaux (Frankreich, Département Dordogne, circa 17 000 bis 15 000 v. Chr.), in denen vielleicht die Plejaden und eine Art Tierkreis dargestellt sind. In der Jungsteinzeit mehren sich die Quellen merklich. Die Verwendung eines Kalenders, der bestimmte Kenntnisse über die Vorgänge am Himmel voraussetzte, war für landwirtschaftliche Kulturen lebenswichtig. Damit nahmen auch religiöse Deutungen der Himmelsphänomene und deren möglichen Ursachen ihren Lauf; Hinweise auf Gedanken nach außerirdischem Leben liegen aber noch keine vor.
Für die Griechen bewegten sich die Sterne an einer Himmelssphäre und bereits Aristarch von Samos (circa 310 bis 230 v. Chr.) postulierte ein heliozentrisches Sonnensystem. In Plutarchs Werk „Das Mondgesicht“ oder in der Schrift von Lukian von Samosatas, „Ikaromenipp oder die Wolkenreise“, finden wir die ersten schriftlich überlieferten Hinweise über Gedanken zu Lebewesen jenseits der Erde. Derartige Texte orientieren sich allerdings im Wesentlichen an mythischen Motiven und erheben nicht den Anspruch, mithilfe einer rationalen Argumentation Theorien über außerirdisches Leben zu entwickeln.
Für uns wird es erst im Mittelalter so richtig interessant. Der italienische Naturphilosoph Giordano Bruno (1548 bis 1600) glaubte nicht nur, dass das Weltall unendlich ist, sondern dass es auch unendlich viele Lebewesen auf anderen Planeten im Universum gibt. Diese Schlussfolgerungen zog er aus dem Gedanken, dass einer allmächtigen und unendlichen Gottheit auch nur ein unendliches Universum entsprechen kann. Alles andere wäre einer unendlichen Gottheit nicht würdig. „Hiernach gibt es nicht eine einzige Welt, sondern so viele Welten, als wir leuchtende Funken über uns sehen. […] Es ist ausgesprochen töricht und gemein, zu glauben, es gäbe keine anderen Sinne, keine anderen Intelligenzen, als sie unseren Sinnesorganen erscheinen.“ (Bruno, 1584) Von fast achtjähriger Kerkerhaft körperlich gebrochen, wurde der 52-jährige Giordano Bruno am 17. Februar 1600 auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. Vor der Hinrichtung wurde Giordano Bruno angeblich die Zunge festgebunden, damit er nicht zum anwesenden Volk sprechen konnte.
Sir William Herschel, eigentlich Friedrich Wilhelm Herschel (1738 bis 1822), britischer Astronom deutscher Herkunft, leistete bedeutende Beiträge zur Astronomie. 1774 begann er zusammen mit seiner Schwester Caroline Herschel, eine umfassende und systematische Übersicht des Sternenhimmels zu erarbeiten. Berühmt wurde er, als ihm bei dieser Durchmusterung des Himmels 1781 die Entdeckung des Planeten Uranus gelang. Unter Herschels Anleitung wurde 1789 in Slough, in der Nähe von Windsor, ein Spiegelteleskop mit einem Spiegel von 1,22 Meter Durchmesser errichtet. Damit fand Herschel die Saturnmonde Enceladus und Mimas. Er erforschte auch die Rotationsperioden vieler Planeten und die Bewegung von Doppelsternen. Sein Hauptinteresse lag aber bei den nebligen Himmelsobjekten, die er entdeckte. Er vertrat als Erster die Ansicht, dass diese Nebel aus Sternen gebildet würden. Ob er im Zusammenhang mit den im Teleskop erkennbaren Sternen auch an Planeten mit Bewohnern dachte, ist bis heute nicht gesichert.
Die „Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels“ ist ein Werk vom Königsberger Philosophen Immanuel Kant, das er 1755 verfasste und anonym veröffentlichte. Im dritten Teil der Schrift – „Von den Bewohnern der Gestirne“ – entwickelt Kant eine Theorie des außerirdischen Lebens. Darin zweifelt er nicht an der Existenz von Leben auf anderen Planeten. Zwar könnten einige Planeten unbewohnt sein, dies sei dann jedoch eine Ausnahme. Zum einen könnten manche Planeten noch nicht vollkommen entwickelt sein und daher noch nicht die Bedingungen für organisches Lebens bieten – Jupiter sei ein Kandidat für ein solches Gestirn. Auch „könnte es wohl öde und unbewohnbare Gegenden“ geben, es wäre jedoch eine Ungereimtheit, zu bestreiten, dass die meisten Planeten bewohnt sind. Zudem formuliert er ein Sonnenabstandsgesetz, nach dem die geistigen Fähigkeiten von Lebewesen zunehmen, je weiter sie von der Sonne entfernt leben. Demnach seien Lebewesen auf dem Jupiter den Menschen geistig weit überlegen, während Merkurbewohner den Erdbewohnern intellektuell deutlich unterlegen seien. Aus einer geistigen Überlegenheit folge zudem eine moralische Überlegenheit, weswegen die Menschen aus geistiger und moralischer Perspektive nicht mehr als „Krone der Schöpfung“ zu betrachten seien.
Kants Theorie des außerirdischen Lebens wurde in der Philosophie- und Astronomiegeschichte wenig beachtet, auch weil sich seine Thesen aus heutiger Perspektive als nicht plausibel herausgestellt haben.
Der deutsche Mathematiker, Astronom und Physiker Carl Friederich Gauss (1777 bis 1855) dachte sogar darüber nach, wie man mit Außerirdischen unseres Sonnensystems in Kontakt treten könnte. Er schlug vor, in Sibirien kilometergroße Strukturen in Kornfelder zu mähen. Zum Beispiel den Satz des Pythagoras, um so Außerirdischen unsere hoch entwickelten mathematischen Kenntnisse mitzuteilen.

Wenn Sie sich also mit unserer Fragestellung auseinandersetzen, sind Sie in guter Gesellschaft!

UFO – die gesuchten Nachbarn?

C. F. Gauss hat vorgeschlagen, zur Verständigung mit Außerirdischen kilometergroße Strukturen in Kornfelder zu schneiden. Für die Ufologen ist es bereits umgekehrt gekommen, die Außerirdischen legen für uns Kornkreise an!

<strong>Begriffsherkunft</strong>

Bevor die Außerirdischen aber solche Kornkreise anlegen könnten, müssten sie zu uns gelangen – zum Beispiel mit einem „UFO“! UFO ist eine Wortschöpfung der UFO-Untersuchungskommission (1947 bis 1969) des Technischen Zentrums des Geheimdienstes der US-Luftwaffe. Die Abkürzung steht für „Unidentifiziertes Flug-Objekt“. Anfang der 1950er Jahre schlug die Kommission vor, grundsätzlich jedes „Objekt, das durch seine Manöver, aerodynamischen Charakteristika oder unüblichen Merkmale mit keinerlei gegenwärtig bekanntem Fluggerät oder Raketentyp übereinstimmt oder das in keiner Weise als vertrautes Objekt identifiziert werden kann“, als UFO zu bezeichnen. Dies umfasste auch irdische Flugobjekte, die nicht registrierte Flüge durchführten oder sich nicht identifizierten, einschließlich etwa geheimer Versuchsflugzeuge oder möglicher neuartiger Fluggeräte des damaligen Ostblocks.
Heute wird UFO – ebenso wie „fliegende Untertasse“ – umgangssprachlich als Kurzbezeichnung für Raumschiffe verwendet, mit denen außerirdische Lebensformen die Erde besuchen sollen.

<strong>UFO-Stimuli</strong>

Als UFO-Stimuli bezeichnet man die Gegebenheiten, durch welche besonders oft über UFO berichtet wird. Folgende Objekte, Quellen oder Phänomene wurden als UFO-Stimuli identifiziert: die Planeten Venus, Jupiter, Saturn und Mars, beleuchtete Partyballone in der Dunkelheit, Modell-Heißluftballone, Wetterballone, Reflexionen von Skybeamern an Wolken, Positionslichter von Flugzeugen und Hubschraubern, Raketen oder deren wieder in die Atmosphäre eintretende Endstufen, Versuchsflugzeuge und Flugdrohnen, Lenticulariswolken, Kornkreise und anderes mehr.

<strong>Ufologie</strong>

In der Ufologie werden Phänomene und Hypothesen über Herkunft und Zweck von UFOs untersucht. Dabei haben sich zwei Hauptthesen etabliert.

<strong>Extrasolare Hypothese</strong>

Weil die moderne Astronomie und Exobiologie hoch entwickeltes intelligentes Leben außerhalb der Erde, aber noch innerhalb des Sonnensystems überzeugend ausschließen kann, wird bei der extrasolaren Hypothese davon ausgegangen, dass raumfahrende Außerirdische von anderen Sonnensystemen auf die Erde kommen.

<strong>Interdimensionale Hypothese</strong>

Angenommen wird hierbei, dass UFOs aus einem Bereich außerhalb unseres Raumzeit-Gefüges stammen. Varianten dieses Erklärungsversuchs sind Zeitreisen und Paralleluniversen. Bei den Zeitreisenden soll es sich um Wesen handeln, die in der Lage wären, aus der Zukunft der Erde zurück in die Vergangenheit zu reisen. Im Falle der Paralleluniversen-Hypothese wird angenommen, dass Wesen aus nebenliegenden Räumen auf die Erde zugreifen.


<strong>Geheimhaltung und Verschwörungstheorien</strong>

Die zwei „UFO-Klassiker“, Roswell und Greifswald, sowie viele andere UFO-Beobachtungen bemühen zur Wahrung ihrer Reputation immer wieder Geheimhaltung und Verschwörungstheorien, die behaupten, schon heute würden einige Regierungen, namentlich die der USA, der Öffentlichkeit die Existenz von Kontakten zu Außerirdischen vorenthalten. So soll die Regierung der Vereinigten Staaten stattgefundene Zusammentreffen und möglicherweise sogar ein Abkommen von Politikern oder Militärs mit Außerirdischen verheimlicht haben. Eine unvoreingenommene Betrachtungsweise lässt solche Geheimhaltung und Verschwörungstheorien gar nicht so abwegig erscheinen. Denn wir wissen vom Bau der ersten Atombombe, dass es in Krisenperioden möglich ist, die Öffentlichkeit über mehrere Jahre hinweg über ein äußerst umfangreiches Geheimprojekt im Unklaren zu lassen. Und dies gelingt interessanterweise um so eher, je schwerwiegender die Informationen sind, die der Öffentlichkeit vorenthalten werden sollen.
Nun dürfte man aber erwarten, dass das amerikanische Informationsfreiheitsgesetz in Sachen Geheimhaltung und Verschwörungstheorien Klarheit schaffen könnte. Diese Offenlegung der amerikanischen Dokumente betreffend „Unidentified Flying Objects“ (rund 1 600 Seiten) sagt in etwa Folgendes aus: Das Material, welches unter dem Thema „Unerklärliche Tierverstümmelungen“ gesammelt wurde, enthält alle Akten, die zu diesem Gegenstand seit den späten Siebzigerjahren bekannt wurden. Das FBI war mit insgesamt 15 Tierverstümmelungen in New Mexico befasst. Dabei wurden verschiedenste Theorien betreffend deren Ursachen überprüft, einschließlich böswilliger Scherze, Satanskulte, mögliche Anwesenheit von Raubtieren und natürlich von UFOs. Alle Nachforschungen eine Ursache zu identifizieren schlugen fehl. Es mag verwirrend erscheinen, dass das Thema UFO nur als Teil einer Akte zu Tierverstümmelungen behandelt wird. Dies liegt daran, dass die unerklärlichen Ereignisse eben die konkret vorliegenden Verstümmelungen waren, diese aber immer wieder im Umfeld hypothetischer UFO-Begegnungen auftraten. Aber letztendlich schafft die Offenlegung der erwähnten Akten keine zweifelsfreie und abschließende Klärung. Denn es kommt hinzu, dass geheimes Material – zum Beispiel zur Vermeidung einer nationalen oder gar globalen Panik – nach wie vor gesetzeskonform von der Einsichtnahme ausgeschlossen werden kann.
Seit dem Frühjahr 2009 veröffentlichen nun auch die britischen Behörden gegen 200 Aktenordner über die Beobachtung von UFOs – im Internet, zum Download für £ 3.50 pro Akte. Denn nach fast 60 Jahren hat das britische Verteidigungsministerium seine Abteilung zur Dokumentation, Archivierung und Untersuchung von UFO-Sichtungen still und leise geschlossen.
Nach zahlreichen anderen Ländern hat auch die Ukraine ihre teilweise einst geheimen UFO-Akten im Internet veröffentlicht. Laut einer Meldung der staatlichen Hörfunkanstalt der Ukraine (Natsionalna Radiokompanya Ukrainy, NRCU) wurde auf der Webseite des Ukrainischen Ufologischen Verbandes (UFODOS) das Nationale Archiv von UFO-Beweisen freigegeben.
Vor kurzem gab die brasilianische Regierung ehemals geheime UFO-Akten frei. Unter diesen UFO-Akten aus den 1980er Jahren sind die Dokumente der sogenannten „offiziellen brasilianischen UFO-Nacht“ enthalten. Am 19. Mai 1986 sorgten nämlich 21 kugelförmige Objekte für einen regelrechten Flugverkehrsstau über brasilianischen Flughäfen. Mehrere Mirage und F-5 Jets wurden losgeschickt, um die Objekte zu verfolgen.
Neben den bereits genannten Ländern haben auch Mexico, Peru, Chile, Frankreich, Irland, Ecuador, Dänemark, Kanada, Italien und die Schweiz ihre ehemals geheimen UFO-Akten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.


Damit können sowohl UFO-Anhänger wie ihre skeptischen Gegner jedem Einzelfall auf den Grund gehen und neue Beweise oder Gegenbeweise zusammentragen.

In diesem Sinne gründete Dr. Steven M. Greer 1993 das Disclosure Project, zu deutsch „Projekt Enthüllung“. Es gilt als US-amerikanische Non-Profit-Organisation, welche die Enthüllung vermeintlich geheim gehaltener Informationen und UFO-Techniken erreichen will. Es soll dabei alles über Außerirdische und deren nicht-konventionelle Antigravitations- und Nullpunktenergie-Antriebsysteme offengelegt werden. Dazu werden unter anderem Anhörungen durch den amerikanischen Kongress angestrebt.

Format: 17 x 22 cm
Seitenanzahl: 240
ISBN: 978-3-99003-549-8
Erscheinungsdatum: 24.08.2011
Durchschnittliche Kundenbewertung: 5
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