Analyse des Scheiterns oder das Prinzip der Selbsterschaffung

Analyse des Scheiterns oder das Prinzip der Selbsterschaffung

Christian Müller


EUR 15,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 196
ISBN: 978-3-99048-760-0
Erscheinungsdatum: 10.07.2017
Für den Menschen ohne Scheuklappen gibt es nach Camus kein schöneres Schauspiel als die Intelligenz im Kampf mit einer ihr überlegenden Wirklichkeit. Mit der organistischen Philosophie sind wir bestens für diesen Kampf gerüstet!
Vorwort

Fragen spiegeln im Voraus immer die ganze Not ihrer Zeit wider. Doch nicht nur zu fragen wie, sondern auch warum, ist ein kurioser, wundervoller und gleichsam typisch menschlicher Charakterzug. Es liegt in der Natur des Menschen, sich seiner Existenz Rechtfertigung und Gewissheit zu verschaffen. Doch ob das Leben jemals verstanden, der Natur ein immanenter Sinn oder Zweck innewohnt, „… die Welt verstehen heißt sie auf Menschliches zurückzuführen, ihr einen menschlichen Siegel aufzudrücken“, so Camus.
Im lebendigen Zielen auf seine eigene Selbstbegründung symbolisiert der Geist dabei nicht nur die Emanzipation des Verstehens über das Empfinden, sondern auch einen dauernden Ort autonom kreativer Emphase. Wir finden uns und unsere Bezüge zur Welt, als dem verstehenden Sein überantwortete Wesen gerade in jenen Worten gemessenen reflexiven Bezügen und Begrifflichkeiten, die das Leben als Ablagerung des kreativen Strebens der Natur selbst einfängt.
Für Bergson „… gleicht das Leben einer Anstrengung, ein Gewicht zu heben das fällt und doch gelingt es immer nur seinen Sturz zu verzögern.“ Als Weg sein eigener Prozess, ein sich selbst fortsetzendes Abenteuer, dass sich fortwährend das Fundament seiner eigenen Basis schafft. Sicher mit ständig wechselnden Charakteren, Intentionen und Epochen. Doch so liegt unabdingbar das Vermächtnis einer jeden solchen Periode nun gerade darin, das Mögliche durch den seiner Zeit und Phase erfüllten Körper und damit vollzogenen Standpunkten zu ergreifen, ohne sich jedoch dabei den Blick von der Tradition her verdunkeln zu lassen.
Der Begriff der Aufgabe ist nach Gasset Wesensbestandteil des Menschseins. Wir stehen somit selbst in der Verantwortung, denn jene erschöpft sich eben nicht nur damit, zu sehen oder zu hören, sondern vielmehr darin, das Mögliche auszuschöpfen; nicht Erlösung, sondern das endlose Überwinden und Erheben ist Vermächtnis und Pflicht – der Erlös des geborgten oder, wie Camus es formulierte: „… der Mensch ist nicht ganz schuldig, da er die Geschichte nicht begann, aber auch nicht ganz unschuldig, da er sie fortsetzte.“ Letztlich führt so die Problematik des Seins im Sinne der Organistik auf die Frage von Erfüllung im Rahmen von Möglichkeit und Ziel dieses unzerstörbar perpetuierenden Weltprozesses und Prinzips, welches sich in, mit und durch uns bewegt.

Vollzieht sich hingegen unser Leben zumeist entlang gewohnter und alltäglicher Bahnen, denen wir Sicherheit und Wohlstand verdanken, Zeit für uns, Zeit zu fragen finden, so lassen wir mitunter auch entlang dieser Wege viel zu viel unerledigt, immerfort aufgeschoben oder nie ausgesprochen zurück. Halten wir also für einen Moment inne, lassen unseren Gedanken freien Lauf und Blicke schweifen. Doch auch jene Sinnesfreuden und Stunden der Erkenntnis, in welchen wir jenes Mehr zu erfühlen glaubten, bedeuten letztlich nichts, ohne sie zu teilen. Mit dem Verfassen dieser Schrift sehen wir nun unserseits uns der erdrückenden Last entledigt, all jene kostbaren Tage und Stunden durchschritten und aufgebraucht zu haben. Mag nun auch kaum das die Feder über das Pergament gestrichen, all jene Gedanken gezeichnet, die Klauen der Zeit bereits wieder nach ihnen prangen; doch welch Wahl bleibt uns, als dem Narrentreiben mit guter Miene zu zollen, was die Vernunft vergilt.

***

Symphonie des Lebens,
Währest nur ein Lachen lang,
Kaum dass Kummer und Sorg’ im Tränenmeer ertrank
Bangend Not, Stund’ um Stunde band,
Schon im Himmel sanft ertönt
Engelsgleicher Schwangesang
Entlang des Werdens und Verderbens Pfad
Des sterblich größtes Geschenk
Sein größter Schrecken ward

Die Zeit drängt und duldet nicht
Des Schicksals fein geknüpfte Stricke
Unerbittlich sie zerbricht,
Doch zu entreißen bin nun bereit,
Mich dem Sog der kreisend’ Zeit
Und zu brechen, gleich sie zerbrach

***

Bizarr die Nacht sich endlos weitet
Sehnsucht, die zum Lichte drängt,
In schwarzer Mystik prophetisch keimt
Verheißung, welche alles zu geben
Nichts zu fordern scheint
Und hin zu jenen fernen Weiten
Der Mensch sich sehnt
Denn nur dort, wo er nicht sein kann,
Er sich glücklich wähnt

Doch zu winzig, um emporzureichen
Zu groß auch, um zu gleichen
Entrückter Geist, der brenn’d Seel’ entsandt
Mit Weisheit zu erfüllen
Voll Ungeduld und Tatendrange
Das Verborgene zu enthüllen,
Doch nie gelingt’s, der unstillbar’ Dürste zu befrieden
Und aller Zweifel zu besiegen

Denn nicht kann gefasst,
Was nicht umhüllt
Nicht entkleidet, was den Stoffe meidet
Nicht kann genommen,
Was nur gegeben
Nicht entzogen,
Was ewig zu währen, noch betrogen
Nicht kann zerbrochen,
Was so behutsam gereift
Und doch, nicht lässt sich unterjochen
Der Sturm, der aller Herz und Seele streift


Einleitung

Jede Zeit schreibt ihre eigenen Tragödien, besitzt ihre Höhe- und Wendepunkte. Und so folgte dann auch bald die Ernüchterung; denn dessen, was nur noch ein letzter notwendiger Schritt hätte sein sollen, zu einer Zeit, als man sich den Sternen schon so nah zu fühlen glaubte; lehrte uns zu bescheiden, von unseren Vorurteilen und Hoffnungen Abschied zu nehmen. Der Wunsch auf einer untersten elementarsten Ebene unveränderliche reale objektive Einheiten vorzufinden, aus denen sich das Weltgerüst nach noch zu bestimmenden Gesetzen zusammensetzt, erfüllte sich nicht. Dennoch eröffnete sich ein Tor zu einer gänzlich neuen Welt, die es zu erschließen und darzustellen galt. Und die Arbeit war schnell getan, doch niemand wusste sie so recht einzuordnen. Ein erster und letztlich nie recht abgeschlossener Versuch mündete in der sogenannten Kopenhagener Deutung. Eine Art „Kochbuch“, welches zwar selbst keine Antworten, dafür doch aber einige nützliche Anleitungen für den rechten und „sachgemäßen“ Gebrauch gab, um wenigstens den gröbsten Widersprüchen oder Ungereimtheiten aus dem Weg zu gehen. Der Knackpunkt bleibt dabei jedoch gerade der Heilige Gral der Wissenschaft: der Realitätsbegriff. Jener lässt sich in seiner naiven Fassung nicht mehr widerspruchslos in das moderne Weltbild integrieren.

Und so drängen, da die Zeit reif, die an und unter der Oberfläche schlummernden Fragen und Ideen als Produkt einer gewissen Grundhaltung nun zum Vorschein; und so wie alles sein Ziel hat, die Erfüllung dessen, was mit seiner Zeugung gesetzt war, gedeiht ein Samen jedoch auch nur auf dem Boden, wo er Wurzeln zu schlagen vermag. So schöpft diese Schrift ihre Kraft und Inspiration vornehmlich aus den ihr zugrunde liegenden Quelltexten der organistischen Philosophien, derer letztlich doch alle nur ein und denselben Gedanken in sich tragen; die Weltgeschichte als Bild einer ewigen schöpferischen Gestaltung und Umgestaltung, eines wunderbaren Werdens und Vergehens organischer Formen, einer metaphysischen Entmechanisierung, welche ein organisches Werden durch methodisches Missverstehen als ein Mechanismus des Gewordenen begreifen wollte.

„Nun lässt sich zwar – wie Spengler richtig bemerkt – aus dem Charakter einer Gegenbewegung leicht ersehen, was sie bekämpft, hingegen aber immer ebenso schwer erkennen, was sie eigentlich erreichen will.“
Daten und Fakten waren das Symbol der letzten großen Epoche. Unsere Zeit ist das Alter der Prozess-, System- und Informationstheorien. Doch geben uns andererseits diese willkürlichen Elemente der Natur auch zu bedenken, dass wir uns immer in einer speziellen Phase der Naturgeschichte befinden. Dieser Exkurs will daher gerade das metaphysische Denken von diesen speziellen Epochen und den damit implizit vollzogenen Halte- und Standpunkten losgelöst wissen und zielt stattdessen direkt auf das wohl höchste Transzendent: das Sein als autopoietischer Prozess verstanden. In der organistischen Philosophie verkörpert es die elementarste aller Tatsachen.
„Ein Prinzip dunkelgründig, als ob es nicht sei, und doch ist es, zwanglos aus sich selbst wirkend, gestaltenlos und doch voll zauberischer Kraft. Alle Dinge ernährt es, und doch wissen diese nichts davon. Dies ist des Ursprungs Wurzel. Wer sie kennt, kennt – nach Chuang-tse Natur“.

Indem nicht mehr Eigenschaft oder Maß, sondern System und Beziehung in den Mittelpunkt des Interesses rücken: eine Mechanik der Umbildungen, welche nun auch die Operationen mit einbezieht. Ein sich wechselseitig bedingendes und aufeinander bauendes Beziehungsgeflecht mit Zug zur unendlichen Mannigfaltigkeit. Ein Standpunkt, der sich seiner Möglichkeiten und Grenzen vollends bewusst ist, welcher nicht vom zufälligen Standort des Betrachters als interessierendes Glied einer bestimmten Kultur abhängt, die ihn verführt, den Stoff aus einer beschränkten Perspektive zu lesen, ihm eine willkürlich an der Oberfläche anheftende Form zu geben, ausgehend von den zufällig gegenwärtig gültigen Idealen als Maßstäbe und Ziele, welche über die Bedeutung des Erreichten und zu Erreichenden bestimmen.

Enthält die Moderne die klassische Physik als Grenzfall, so beruht hingegen die eigentliche versinnbildlichende Geistestätigkeit des Wissenschaftlers gerade auf dem entgegengesetzten Fall, in welcher die Klassik die Moderne als Grenzfall einschließt. Aber wie auch dem Geist Gewalt antun? Eine Paradigmenangleichung ist mit keinem Grenzübergang, Retuschieren und Modifizieren mehr zu erreichen.
Der Realitätsbegriff, dessen, worauf sich die Wissenschaft in erster Instanz beruft und in höchster Abstraktion zu umgreifen versucht, bleibt die beobachterunabhängige Beschreibung einer Wirklichkeit, einer Realität, wie sie Einstein geliebt, Bohr abgelehnt hätte. Das erklärte Ziel – der Titel dieses Büchleins – deutet es an; bleibt hingegen die Befreiung vom diesem Erkenntnisideal der klassischen Physik und die Darstellung einer ontologisch-epistemischen Alternative mit Hinblick auf das Paradigma der Moderne. War der Realitätsbegriff naiver Auffassung noch der große Motor und Triebkraft, so stellt er mittlerweile doch ein ebenso großes Hindernis dar, welches es ebenso hartnäckig zu beseitigen gilt. Es war der offensichtlichste, notwendigste und dennoch der Kardinalsfehler aller Erkenntnis – und Wissenschaftstheorien.

Doch der Naturwissenschaftler tut, was er tun muss, aller Fortschritt respektive alles Scheitern vollzieht sich nur an und durch greifbare Tatsachen. Die Tat kann sich nicht im Irrationalen oder an einem Ideal vollziehen. Somit bleibt der Wissenschaftler unausgesprochen Realist, wenigstens doch Pragmatist. Der Philosoph – bleibt er konsequent –, muss sich hingegen vollends auf das Subjekt als Apriori aller Erfahrung stützen und mit ebenso entschiedener Vehemenz alles darüber hinaus vernachlässigen. Hier liegt bereits eine jener Hürden einer gemeinsamen Naturbeschreibung verborgen. Wir brauchen eine metaphysische Erklärung, welche sich wieder mit der der modernen Naturtheorie zur Deckung bringen lässt, welche gleichermaßen zu Wandel und Einheit, auf Gegebensein und Potenzialität Bezug und Stellung nimmt. Es braucht darüber hinaus eine Erklärung, die nicht auf äußere Gründe und Beweger angewiesen ist, denn die Welt als ein solches Totalitär kann definitionsgemäß keine äußeren, sondern nur innere Ursachen, Bewandtnisse und Wahrheiten haben.
Nun ist der Prozess der Selbsterschaffung dabei eben kein Kunstgriff, welcher die Ur-gründe nur nach „innen“ verschiebt und so die Problematik sich immer weiter nach hinten verschiebenden Verlagerungen umgeht, sondern zielt vielmehr auf die mit diesem Prozess implizit geforderte ontologische Struktur und deren Freilegung. Eine unmittelbare Konsequenz und eine der Kernthesen der organistischen Philosophie bleibt dabei gerade die Feststellung, dass sich alle Probleme der Erkenntnistheorien, nur als Rückgriff auf die Ontologien – und umgekehrt – verstehen und lösen lassen. Sie stellen keine getrennten Probleme, sondern verschiedene Aspekte ein und derselben Medaille dar. In Whiteheads Sprache wird der Begriff der „fließenden Energie“ im Zuge physisch begrifflicher Umwandlungen diesem Sachverhalt Rechnung tragen.

Das Prinzip der Selbsterschaffung scheint uns fremd und unwirklich und doch begegnet es uns nahezu auf allen elementaren Ebenen, angefangen von den inneren Zusammenhängen zwischen der Materie und den ihr inhärenten Gesetzmäßigkeiten bis hin zur Selbstreplikation des Lebens. Im Allgemeinen betrachten wir diese gewöhnlich als Henne-Ei-Probleme, dessen Darstellungen sich gemäß traditioneller Philosophien versagen und erst mit dem Begriff der Gleichursprünglichkeit Heideggers eine gemeinsame Erklärung erfahren. Das Sein ist korrelativ mit seinem Werden verknüpft und damit zur zweiten Hauptthese und Präambel der der organischen Philosophie: Der Weg ist das Ziel.

In der Organistik besitzt einzig der Prozess unmittelbare Wirklichkeit. Epistemologisch ist somit nicht eine Unvollkommenheit des Erkenntnisvermögens schuld, sondern es sind vielmehr die auf dieser Struktur beruhenden immanenten System- und Prozessgrenzen, welche weder eine völlige „Selbstauflösung“ noch „Loslösung“ eines etwaigen Subjektes oder Objektes vom Prozess ermöglichen. Subjekt und Objekt lassen sich also nicht mehr wie noch in den traditionellen Philosophien trennen und erkenntnistheoretisch auf ein Entweder-oder abstellen. Erkenntnis fußt in der Organik gerade auf der Verwobenheit der Dinge. Wirklichkeit bleibt somit jedoch immer auch ein perspektivischer Standpunkt und sein bestimmendes Element gerade die Abgrenzung.
Es liegt in der Natur der Sache als Selbsterschaffungsprozesses, dass sich dessen konstitutive Vollzugsformen notwendigerweise immer aus einer (komplementären) Mitte, heraus entwickeln und damit letztlich jedwede Möglichkeit von Allaussagen oder Letztbegründungen unterbinden, mehr noch, die immanente Potenzialität, welcher dieser Struktur innewohnt, uns so zu einem endlos aufregenden Abenteuer führt.
Potenzialität ist die Freiheit, sich zu lösen und dort anzusiedeln, wo es entsprechend den Forderungen und Erfordernissen als „zeitgemäß“ gilt. Fortwährend wird dieser „Brennstoff“ verbraucht, um sich entweder anzupassen, zu evolvieren, den Zufall abzuwehren oder die Willkür des Schicksals zu antizipieren.

Die organistische Philosophie will und kann kein Analogon zum naiven Realitätskonzept bereitstellen, denn gemäß ihrer Präambel richtet sie sich gerade am vollziehenden Prozess selbst aus. Doch im Gegensatz zu den traditionellen Philosophien erklärt sie auch nichts weg, sondern legt, wie es Weyl forderte „… unverblümt den Finger in die Wunde, anstatt diese geschickt zu umschiffen.“ Wir dürfen nicht einfache Antworten auf derlei weitreichende Fragen erwarten, „… denn wie weit unser Blick auch immer emporsteigt, es gibt“, so Whitehead, „jenseits dessen immer noch Höhen, die unserer Einsicht im Wege stehen.“ Diese Einsicht ist letztlich Testament der Erkenntnis des Seins als Prozess.
Ein metaphysisches Denken hat ohne letzte Gründe auszukommen, „es muss sich selbst an den Abgrund bringen“, bekräftigt Heidegger. Dies leistet zweifelsfrei die organistische Philosophie, was man ihr jedoch vorab nicht unbedingt zu ihren Gunsten hin wertet. Wir fordern jedoch keinen Bonus oder Vorschusslorbeeren, denn einzig einen aufgeschlossenen Geist, der fähig und willens ist, sich über die Gewohnheit der täglichen begegnenden Welt, welche sich tief in das Knochenmark der Anschauung gegraben hat, zu erheben.

Die organistische Lehre, wonach reale Einheiten mehr sind als nur zusammengefasste Disjunktionen der enthaltenden Elemente, ist die Binsenweisheit der Kunst der Moderne. Ihre Motive sind die Gestalten und Formen, ein von Potenzialitäten sich nährendes Geflecht, in sich verwebende Strukturen, dessen Essenzen sich zu ganzheitlich geschlossenen Gebilden erheben, deren Formen das Mögliche zum Wirklichen drängen. Sicher braucht es im Auge des Betrachters eine Zeit lang, das abstrakte in seiner bestechenden Brillanz zu erfassen, um die Antipoden und Symmetriebrüche, aus denen es erwächst, aufzulösen. Doch schimmern erst einmal die Formen an der Oberfläche, ziehen sie ihre Bahnen und ergreifen Besitz, werden zum Dogma, aus dem auch das wissenschaftliche Paradigma erwächst. Naturwissenschaft und Philosophie verschmelzen so zu einem Ganzen, aber teilbare Aspekte einer einheitlichen Weltschau. Doch auch eine solche Philosophie wird nicht an einem einzigen Tage geschaffen, sondern durch gemeinsame, fortgesetzte und einander sich ergänzende, berichtigende und verbessernde Bemühungen vieler, in dessen Zenit sich vielleicht die technische formale Niederschrift finden wird.
So wies Nietzsche bereits darauf hin, „… dass kein Fluss durch sich selber groß und reich ward, sondern weil er gar viele Nebenflüsse aufnahm und fortführte.“ Als eine dieser Strömungen und ständige Quelle der Inspiration und Nachschlagewerk, von der hier bisweilen vielleicht mehr Gebrauch gemacht wurde als dies ursprünglich geplant war und Sitte ist, sei hier stellvertretend für alle eventuell nicht namentlich erwähnten Beiträge, Gedanken, Zitate oder Autoren, derer mit einer Vielzahl kleiner, dennoch wichtiger Beiträge und so hoffentlich zum Gelingen dieser Schrift beitrugen, das wissenschaftliche Forum Wikipedia genannt.

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