Cover: Dem Wandel der Erde begegnen

Dem Wandel der Erde begegnen
Praktische und spirituelle Lösungen für einen neuen Umgang mit Mutter Erde


EUR 31,90

Format: 21 x 29,7 cm
Seitenanzahl: 196
ISBN: 978-3-99130-986-4
Erscheinungsdatum: 23.02.2026
Dieses Buch plädiert für einen ganzheitlichen Umgang mit der Erde – sowohl im eigenen Garten als auch in der Landwirtschaft. Ein Bekenntnis zum Gärtnern mit Herzblut, das Aspekte eines lebendigen Gartens einbezieht, um zu einem großen Ganzen zu verschmelzen.
Grundlagen der Permakultur


Der Permakultur schenke ich meine besondere Aufmerksamkeit. Für mich setzt sie die Liebe zur Erdmutter voraus, nur so kann ein gegenseitiger Austausch mit Hingabe erfolgen. Wir sind zu jeder Zeit von ihren Leistungen abhängig. Sie spendet uns sauberes Wasser, fruchtbare Böden und saubere Luft. Wir Menschenkinder sind als Teil der Natur fest mit ihr verwoben. Sie stellt uns alles zur Verfügung, was uns glücklich macht und gesund erhält. Auf dieser Annahme basiert auch die Permakultur. Mit ihr bekommen wir Werkzeuge an die Hand sowie Hilfestellungen bei Extremwettersituationen und weltweiten Umweltproblemen. Sie ist wie ein Funke der Hoffnung und stellt eine Basis dar – das Fundament sozusagen. Jedoch ist es mir in diesem Buch ein Anliegen, die Permakultur und weitere Wirtschaftsweisen um den Aspekt der Spiritualität zu erweitern.

Das Konzept der Permakultur gründet auf dem Nachahmen nachhaltiger Ökosysteme, um es auf menschliche Lebensräume und Lebensweisen zu übertragen. Der Begriff selbst setzt sich aus den Wörtern „Perma“ – von permanent – und aus „Kultur“ zusammen. Mit permanent verbindet man eine andauernde Bewirtschaftung und den Aufbau regionaler Kreisläufe. Dies beschreibt auch einen schonenden Umgang mit der Natur. Die Permakultur schließt alle Aspekte eines nachhaltigen Lebens, wie ökologisches Bauen, Energieversorgung und Landschaftsplanung, ein. Auch das soziale Miteinander hat in der Permakultur einen festen Platz. So orientiert sie sich auch an ethischen Grundlagen. Erfunden wurde sie von den Australiern Bill Mollison und David Holmgreen. Zeitgleich wurde in anderen Teilen der Welt Permakultur entwickelt und gelebt, wie von Sepp Holzer im Lungau/Österreich (lebt heute im Burgenland) oder Masaru Fukuoka in Japan. Ursprünglich für die Landwirtschaft entwickelt, trifft die nachhaltige Gestaltung unseres Umfeldes und der umgebenden Landschaft heute im besonderen Maße den Nerv der Zeit, um den Missständen auf der Erde entgegenzutreten. Alle Komponenten sollen gleichermaßen Berücksichtigung finden. Langfristiges Denken und das Verstehen der natürlichen Abläufe zeichnen die Permakultur im besonderen Maße aus. Dazu zählen auch die Regionalität eigens erzeugter Rohstoffe und ein respektvoller Umgang mit allem Leben. So weisen Permakultur-Projekte drei Grundprinzipien auf: den sozialen, fairen und den gerechten Aspekt. Mit dem Leitmotiv der Nachhaltigkeit trägt sie Sorge für eine gerechte Welt.

„Behave yourself
We are guests of nature“
Friedensreich Hundertwasser

Um den Fußabdruck auf der Erde gering zu halten, stellt sich die Frage, wie viel wir zum Leben benötigen und woher wir unsere Nahrung beziehen: Wenn man beispielsweise ein gewöhnliches Steak im Supermarkt kauft, kann man davon ausgehen, dass mit Soja aus Übersee gefüttert wurde. Solche Beispiele gibt es viele. Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit legt man deshalb Wert auf lokale Herstellung und Weiterverarbeitung. Nicht zuletzt ist die Permakultur eine Lebensphilosophie, die in allen Lebensbereichen Anwendung finden kann, wenn deren Prinzipien eingehalten werden. Sie ist somit ein intelligentes Konzept, das Hoffnung auf eine zukunftsfähige Welt verleiht.




Garten- und Landschaftsgestaltung


Eine intelligente Landschafts- bzw. Gartenplanung nach dem Vorbild der Natur kann als Basis allen Wirtschaftens eingeschätzt werden. Bevor ich mir meinen Permakultur-Garten angelegt habe, galt es für mich, die Rahmenbedingungen vor Ort wahrzunehmen und zu berücksichtigen – im Buch der Natur zu lesen. Dieser Ausspruch von Paracelsus bezieht sich hauptsächlich auf die Beachtung des vorherrschenden Klimas, der Hauptwindrichtung, der Beurteilung der Bodenbeschaffenheit vor Ort, der Speicherfähigkeit des Bodens und des Themas Wasserrückhalt. Sich mit Letzterem auseinanderzusetzen, sehe ich als eine der Hauptaufgaben an, wozu eine gute Beobachtungsgabe von Nutzen ist. Um den Verlauf des Wassers im gesamten Einzugsgebiet zu erkunden, ist es notwendig, zu beobachten, bei welchen Regenereignissen Wasser abfließt und wann es in die Erde infiltriert. Somit können optimale Orte für eine Wasserspeicherung gefunden werden.

Um dem Garten Struktur zu verleihen, legten wir zuerst Terrassen an. Dem Humusaufbau galt mein Hauptaugenmerk, weshalb ich eine Gründüngung auf den frisch modellierten Flächen einsäte. Es schien mir ebenfalls wichtig, mich mit allem auseinanderzusetzen, was in meinem Garten „keucht und fleucht“. Das half mir auch, die natürlichen Zusammenhänge besser zu verstehen. Um effektiv wirtschaften zu können und um mir unnötige Wege zu ersparen, teilte ich meinen Garten in unterschiedliche Zonen ein. So liegt bei mir die Zone 1 im direkten Umfeld des Hauses. In diesem Teil finden sich meist mehrjährige Kräuter, zum Teil einjähriges Gemüse, unser Gewächshaus, Sitz- und Essplätze und das Backhaus. In der Zone 2 liegen unsere Obstbäume, der ehemalige Hühnerstall und Retentionsbecken, die wir zum Gießen nutzen.

In der Zone 3 haben wir unseren Waldgarten mit großem Wasseranteil geplant, den wir zu einem späteren Zeitpunkt mit mehrjährigem Gemüse, diversen Fruchtgehölzen und Kräutern angelegt haben. Größte Aufmerksamkeit haben wir dabei der Wasserretention gewidmet. Das Sammeln und Zurückhalten dieses kostbaren Gutes ist für uns zwingend notwendig. Wasser ist kostbar. Umso wichtiger ist es, sorgsam mit dieser Ressource umzugehen und sie nutzbringend einzusetzen (s. unter Wasserretention und Waldgarten). Außerdem befinden sich hier eine Hütte mit Komposttoilette und unser Brennholzplatz.




Garten- und Landschaftsgestaltung


Eine intelligente Landschafts- bzw. Gartenplanung nach dem Vorbild der Natur kann als Basis allen Wirtschaftens eingeschätzt werden. Bevor ich mir meinen Permakultur-Garten angelegt habe, galt es für mich, die Rahmenbedingungen vor Ort wahrzunehmen und zu berücksichtigen – im Buch der Natur zu lesen. Dieser Ausspruch von Paracelsus bezieht sich hauptsächlich auf die Beachtung des vorherrschenden Klimas, der Hauptwindrichtung, der Beurteilung der Bodenbeschaffenheit vor Ort, der Speicherfähigkeit des Bodens und des Themas Wasserrückhalt. Sich mit Letzterem auseinanderzusetzen, sehe ich als eine der Hauptaufgaben an, wozu eine gute Beobachtungsgabe von Nutzen ist. Um den Verlauf des Wassers im gesamten Einzugsgebiet zu erkunden, ist es notwendig, zu beobachten, bei welchen Regenereignissen Wasser abfließt und wann es in die Erde infiltriert. Somit können optimale Orte für eine Wasserspeicherung gefunden werden.

Um dem Garten Struktur zu verleihen, legten wir zuerst Terrassen an. Dem Humusaufbau galt mein Hauptaugenmerk, weshalb ich eine Gründüngung auf den frisch modellierten Flächen einsäte. Es schien mir ebenfalls wichtig, mich mit allem auseinanderzusetzen, was in meinem Garten „keucht und fleucht“. Das half mir auch, die natürlichen Zusammenhänge besser zu verstehen. Um effektiv wirtschaften zu können und um mir unnötige Wege zu ersparen, teilte ich meinen Garten in unterschiedliche Zonen ein. So liegt bei mir die Zone 1 im direkten Umfeld des Hauses. In diesem Teil finden sich meist mehrjährige Kräuter, zum Teil einjähriges Gemüse, unser Gewächshaus, Sitz- und Essplätze und das Backhaus. In der Zone 2 liegen unsere Obstbäume, der ehemalige Hühnerstall und Retentionsbecken, die wir zum Gießen nutzen.

In der Zone 3 haben wir unseren Waldgarten mit großem Wasseranteil geplant, den wir zu einem späteren Zeitpunkt mit mehrjährigem Gemüse, diversen Fruchtgehölzen und Kräutern angelegt haben. Größte Aufmerksamkeit haben wir dabei der Wasserretention gewidmet. Das Sammeln und Zurückhalten dieses kostbaren Gutes ist für uns zwingend notwendig. Wasser ist kostbar. Umso wichtiger ist es, sorgsam mit dieser Ressource umzugehen und sie nutzbringend einzusetzen (s. unter Wasserretention und Waldgarten). Außerdem befinden sich hier eine Hütte mit Komposttoilette und unser Brennholzplatz.




Erosionsschutz an Hanglagen


Auf unserem Hof, gelegen an einem Südhang, haben wir das Gelände genutzt, um die Terrassen anzulegen. Der Humusabtrag durch Erosion kann hierbei gestoppt und die Fließgeschwindigkeit des Wassers deutlich reduziert werden. So kann man Wasser recht lange am Grundstück halten, damit es infiltrieren kann. Terrassen schaffen Zugang zu ursprünglich steilen Orten und somit zu einer einfacheren Bearbeitung des Geländes. Da das Wasser bei einer Erosion immer Humus mit sich reißt, leisten Terrassen auch einen enormen Beitrag zur Bodenfruchtbarkeit. Um jedoch zu verhindern, dass sich das Wasser staut, haben wir talwärts eine leichte Neigung angelegt. Die Formgebung dient im Allgemeinen der Landschaftsgestaltung und bei steileren Hängen auch der Hangsicherung. Solche Flächen sind immer erosionsgefährdet, daher sind Terrassierungen, natürliche Rückhaltebecken oder Gräben und Feldraine unerlässlich. Terrassen schützen durch ihre Form auch vor Wind und Wetter und sind mit dem dabei entstehenden Kleinklima für wärmeliebende Kulturen bestens geeignet. Ein Arbeiten mit Agroforstsystemen (s. Kapitel: „Aufbau von stabilen Ökosystemen“) dient ebenfalls in großem Maße der Hangsicherung.




Biotopvernetzung


In der Permakultur wird versucht, die Muster und die Vielfalt der Natur nachzuahmen und Systeme zu kreieren, damit die größtmögliche Wechselwirkung unterschiedlicher Gestaltungselemente entstehen kann. Wenn man sie miteinander verbindet – eine Biotopvernetzung schafft –, kann man sich weitere Vorteile zunutze machen. Bei uns ergänzen sich zum Beispiel unser Teich und die Trockenmauer oder die Gemüsebeete mit einem Gehölzstreifen als Wärmepuffer ideal. Je größer die Vielfalt, desto größer auch die Stabilität. Durch die Vernetzung unterschiedlicher Elemente miteinander entsteht eine Art Selbstregulierung, das heißt, man lässt die Natur für sich arbeiten. Es bedeutet auch, sie zu nutzen und zu lenken, denn jedes Element erfüllt eine Funktion, die von unterschiedlichen Aspekten unterstützt wird. Treten Schwierigkeiten auf, ist es wichtig, sich nicht entmutigen zu lassen, denn die Natur hält immer Lösungen für uns parat.




Kleinklimazonen als Wärmepuffer


Nischen, in denen sich die Wärme gut halten kann, sind durch die Formgebung immer windgeschützt und von großem Nutzen, denn der Wind nimmt dem Boden immer Wärme und Feuchtigkeit. So haben wir auch auf gerade Wege verzichtet, damit keine Windkanäle entstehen können. Wir haben unsere Wege meist schlangenlinienförmig angelegt und uns dadurch Nischen geschaffen. Somit sind mehrere günstige, feuchtwarme Standorte bzw. Wärmefallen entstanden. Darin fühlen sich wärmeliebende Pflanzen wie Kürbisse, Tomaten, Paprika, Melonen oder Bohnen besonders wohl.

„Eine gerade Linie ist eine gottlose Linie. Was für den Menschen Ordnung bedeutet,
ist für die Natur Chaos.“
Friedensreich Hundertwasser

Diese Nischen und Kleinklimazonen nutze ich auch, um wärmeliebende Gehölze anzulegen. Das finde ich besonders spannend. So finden sich in meinem Garten neben den üblichen Obstgehölzen frostempfindliche Sorten wie Kakis, ein Granatapfelbaum, winterfeste Bananen, ein Blauschotenstrauch, ein Gemüsebaum, Maulbeerbäume, Ölweiden, Mai-Goji-und Aroniabeeren, ein Pfefferstrauch, ein Mandelbaum, eine Dattelfeige, eine Schwarznuss, ein Che-Frucht-Baum, Pfirsichbäume, Baumhaseln, Speierlinge, eine essbare Eberesche und eine Bitterorange und bilden eine nutzbringende Symbiose Mit dem Anlegen von Kleinklimazonen schaffe ich auch ein Angebot an Lebensräumen und Brutplätzen für eine große Anzahl an Tieren.


Der Kratergarten

Auch der Kratergarten, den man an der tiefsten Stelle des Gartens anlegt, bietet eine gute Möglichkeit, wärmeliebende Pflanzen anzubauen und mehrere Gestaltungselemente ergänzend miteinander zu verbinden. Bei uns sorgt die Trockenmauer zusammen mit dem angelegten Schwimmteich für beste Voraussetzungen. Die zwei Hauptkomponenten – die Spiegelung der Sonne im Teich und deren Speicherung in der Natursteinmauer – sorgen für ein feuchtwarmes Mikroklima. Durch das Zusammentreffen der beiden Lebensräume erziele ich eine Mehrfachfunktion, die sich gegenseitig unterstützt und für Stabilität sorgt. Die Mauer wirkt dabei als Wärmespeicher und fungiert wie ein Kachelofen. Sie gibt die Wärme langsam wieder ab und liegt sinnvollerweise auf der Südseite. Wir haben sie als Nische angelegt, um die Wärme besser halten zu können. Die Trockenmauer beherbergt außerdem Ringelnattern, Eidechsen und Co. – ein Eldorado für Nützlinge und ein Refugium von unterschiedlichen Sukkulenten. Ein Windschutzdamm, den wir an der Süd- und Ostseite des Kratergartens angelegt haben, ergänzt die Anlage und dient uns als Wind- und Lärmschutz. Er trägt mit seiner Bepflanzung aus unterschiedlichen Gehölzen ebenfalls zu einem besonderen Mikroklima bei. So liegt die Temperatur im Kratergarten im Durchschnitt um ca. 3 °C höher als im restlichen Garten. Wegen des besonderen Klimas wachsen hier ein wärmeliebender Granatapfel,- ein Maulbeer – und ein Pfirsichbaum recht gut.

Eine grundlegende Möglichkeit, Wärmefallen zu schaffen, besteht darin, den Garten auf drei Ebenen anzulegen. Wir haben die bestehenden Bäume auf der Nordseite des Grundstückes integriert, davor die Strauch- und als Letztes die Krautschicht gepflanzt. Eine solche Anordnung bringt eine optimale Lichtausbeute mit sich, bremst ebenfalls den Wind, hält die Wärme und düngt sich selbst. Auf diese Weise kann die Bepflanzung auch als Abgrenzung zum Nachbarn dienen.


Hügelbeet mit Sonnenfalle

Hügelbeete bieten viele Vorteile. Einen besonderen Wärmeeffekt erzielt man mit einem Hügelbeet mit Sonnenfalle. Dazu legt man das Beet halbrund mit der Öffnung nach Süden hin an, um die Sonneneinstrahlung zu nutzen. In der dabei entstehenden Nische kann die Wärme optimal gespeichert werden.

Um ein solches Hügelbeet anzulegen, wählt man eine Breite von 1,80 m und eine Höhe von ca. 70 cm bis 1 m. Mit dieser Höhe soll die Arbeit an den Kulturen erleichtert werden. Ein derartiges Beet weist auch ein Innenleben mit einer Vertiefung von 25 bis 50 cm auf. Beim Ausheben legt man die Erde zunächst zur Seite. Die entstehende Grube, das heißt den Kern des Beetes, befüllt man mit ca. 50 cm langen Rundhölzern, worüber man eine 20 cm hohe Schicht Reisig packt. Dieses grobe Material übernimmt die Funktion einer Drainage, sodass keine Staunässe entstehen kann. Legt man das Beet in einer Wiese an, verwendet man den Grassoden als Abdeckung, den man spatentief heraussticht. Der Bewuchs wird nach unten auf das Reisig gelegt. Alternativ kann auch eine Schicht Stroh oder Heu verwendet werden. Auf dieses Material folgen eine Erdschicht von 10 cm und dann eine Schüttung von 25 cm feuchtem Laub, eventuell mit Erde vermengt. Der Aufbau wird mit einer Humusschicht von 15 cm abgeschlossen. Natürlich darf eine durchgehende Mulchabdeckung nicht fehlen.

Die Kulturen profitieren von der entstehenden Wärme im Inneren des Beetes, die sich im Laufe der Zeit entwickelt. Dadurch erwärmt sich auch die Erde schneller, sodass das Beet früher als üblich bepflanzt werden kann. Im Herbst können die Kulturen außerdem länger reifen, was besonders in rauen Gebieten von Vorteil ist. Das verwendete Holz liefert Nährstoffe und kann Feuchtigkeit besonders gut speichern. Das hat zur Folge, dass das Beet weniger gegossen werden muss. Die angebauten Kulturen profitieren durch das entstehende Mikroklima mit besonderer Wachstumsfreudigkeit. Auch stellt die Form des Beetes eine größere Anbaufläche zur Verfügung, was hohe Erträge auf kleinstem Raum garantiert. Durch die lockeren und humosen Schichten stellt sich ein reiches Wurzelwachstum ein. In den ersten beiden Jahren enthält das Hügelbeet die meisten Nährstoffe, deshalb sollte man in dieser Zeit auf dem Hügelbeet nur Starkzehrer anbauen und die Schwachzehrer wie Salat erst im dritten Jahr. Sinkt das Beet zusammen, kann mit organischem Dünger oder Kompost aufgefüllt werden.

Eines haben alle diese Kleinklimazonen gemeinsam: Sie sind durch eine hohe Artenvielfalt gekennzeichnet und bieten Fressfeinden Lebensraum.




Vertikaler Anbau


Kartoffelturm

Eine besonders platzsparende Möglichkeit des Anbaus in kleineren Gärten leistet der vertikale Anbau, wie der Kartoffelturm: In eine aufgestellte Röhre von ca. 80 cm Durchmesser lege ich ca. fünf Kartoffeln und bedecke diese mit Erde und anschließend mit Stroh. Nachdem die Kartoffelpflanzen hervorgewachsen sind, wiederhole ich diesen Vorgang so lange, bis die Pflanzen am oberen Rand angelangt sind. Dabei achte ich darauf, dass ich immer etwas von den Blattspitzen der Pflanzen stehen lasse, sodass sie gut weiterwachsen können. Man sollte nicht vergessen, unter der Röhre ein Gitter als Wühlmausschutz anzulegen.


Hitzeturm

Um ein Gestell von vier bis sechs Metallstangen beliebiger Größe, zu einem Turm aufgestellt, haben wir hier ein Gittergewebe aus Gazestoff gespannt und an den Stangen fixiert. Daran haben wir einen Draht als Kletterhilfe für die Pflanzen befestigt. Den Turm selbst haben wir mit organischem Material, bestenfalls aus Reisig oder Kartonagen, gefüllt. Während der Verrottung gibt er Wärme nach außen ab und liefert einen guten Humus für die Kletterpflanzen. In der Mitte des Turmes haben wir ein Drainagen-Rohr senkrecht von oben nach unten angebracht, es oben fixiert und unten mit einem Deckel versehen. Um den Verrottungsprozess zu beschleunigen, fülle ich das Drainagen-Rohr in der Mitte immer wieder mit Wasser, sodass es langsam wieder aus den Löchern abfließen kann, um das organische Material im Turm zu befeuchten. Durch die große, zur Verfügung stehende Anbaufläche und die im Turm entstehende Wärme eignet sich der Turm sehr gut für wärmeliebende Kulturen. Ich pflanze an meinem Turm meist Kürbisse, Kletterzucchini, Melonen oder Bohnen, die ich um den Turm herum anlege.


Gemüsetürme

Eine weitere Möglichkeit der vertikalen Nutzung sind die beiden Gemüsetürme, wie ich sie in meinem Garten angelegt habe. Ich habe sie von oben und seitlich bestückt. Somit steht mir mehr Platz zur Verfügung. Am besten legt man sie aus einem festen Drahtgestell, um das Kokosmatten gelegt werden, an, was dem Turm eine gute Stabilität verleiht. Seitlich habe ich mit einem Messer Schlitze in die Matten geschnitten, um darin verschiedene Gemüse zu kultivieren. Im inneren Teil soll eine Drainageschicht aus Reisig und anderem groben Material für einen guten Wasserabfluss sorgen. Das Ganze habe ich noch mit Humus aufgefüllt.




Wasserrückhaltung


Die Notwendigkeit der Wasserretention

Der Notwendigkeit der Wasserrückhaltung wird in der Permakultur größte Aufmerksamkeit geschenkt.

Vor allem die konventionelle Landwirtschaft trägt mit ihren maschinellen Bewirtschaftungsmethoden und durch die Beseitigung von kleinstrukturierten Flächen dazu bei, dass aus den ursprünglichen Flächen großflächige Agrarwüsten entstanden sind. Diese können das Wasser nicht mehr ausreichend speichern, was durch die Verdichtung des Unterbodens mit schweren Maschinen noch verschärft wird. Durch diese Maßnahme können die Wurzeln nicht mehr nach unten treiben. Im Normalfall benötigen die Kulturen 14 Tage, um Wurzeln zu bilden und sich das Wasser erschließen zu können. Inzwischen dauert das bis zu zwei Monate. Die angebliche „Frühjahrstrockenheit“ resultiert daher aus der Tatsache, dass die Wurzeln den Unterboden nicht mehr nutzen können. Sie müssen sich mit dem Wasser des Oberbodens zufriedengeben, mit erheblichen Konsequenzen für die Erträge. Haben wir ein recht feuchtes Frühjahr, geht die Kapillarwirkung verloren, das Wasser kann nicht abfließen, wodurch die Kulturen an Sauerstoffmangel leiden, was deren Atmung verhindert. Dieser Zustand findet oft zu wenig Berücksichtigung, bringt er doch einen Ernteverlust von ca. 25 % mit sich. Die Fähigkeit, Wasser zu speichern, ist durch die Unterbodenverdichtung nur noch eingeschränkt bis gar nicht möglich. Die Schuld jedoch den Landwirten in die Schuhe zu schieben, wäre einseitig gedacht. Schließlich beruhen das damit verbundene Wirtschaftswachstum und die Effektivität auf einer gesamtgesellschaftlichen Entscheidung. Wird das Feldstück bei einer Hanglage vertikal bewirtschaftet, kommt es bei Regenfällen verstärkt zur Verschlämmung des Bodens. Dies hat wiederum zur Folge, dass das Wasser nicht mehr infiltrieren kann: Es kommt zur Erosion. So wird wertvoller Humus mit dem Regen abgeschwemmt und der im Boden gebundene Kohlenstoff in die Atmosphäre freigesetzt. Der Boden landet dann dort, wo er gar nicht hingehört – in den Bächen und Flüssen. Wir können es uns auch nicht mehr leisten, Wasser zu verschwenden, ungenutzt in den Kanal abzuleiten und wertvolle Flächen zu versiegeln. Solche Maßnahmen verhindern das Infiltrieren des Wassers und es staut sich vor allen Dingen in den Tälern und in Großstädten. Sie haben in der Folge mit Überschwemmungen zu kämpfen. Vielerorts werden dort Dämme und Mauern als Hochwasserschutz errichtet. Doch die Erosion beginnt bereits an den Bergen und Hängen, weshalb wir dort schon Retentionsbecken anlegen müssen. Das Motto der Wasserretention lautet deshalb auch: „verteilen, verlangsamen und versickern“. Um der Versiegelung der wassergebundenen Verkehrswege in der Industrie, den Siedlungen oder so manchen Nebenstraßen – die vormals oft noch mit einer versickerungsfähigen Decke versehen waren – entgegenzuwirken, wäre eine Oberflächengestaltung aus offen gestalteten Belägen wieder eine gute Lösung. Auf versiegelten Flächen findet der Regen keine Möglichkeit des Infiltrierens vor. Wäre diese Option gegeben, könnte dies zur Grundwasserneubildung beitragen. Bäume verhindern mit ihren Wurzeln ebenfalls Bodenerosion, weshalb Aufforstungen so essenziell sind. Sofern man als Eigenheimbesitzer nicht über ein begrüntes Dach verfügt, trägt man auch zu einem beschleunigten Abfluss in den Kanal bei. Eine Möglichkeit der Verdunstung ist hier nicht gegeben. Ein weiteres Problem stellt die Drainierung der Feuchtwiesen dar. Mit dieser Maßnahme hat man ebenfalls dazu beigetragen, das Wasser möglichst schnell vom Land abzuleiten. Feuchtwiesen sind jedoch als ein Ökosystem für sich anzusehen. Hier kann man noch die so selten gewordenen Brachvögel, Uferschnepfen oder Kiebitze antreffen. Der Wert solcher Wiesen findet oft wenig Beachtung. So profitieren die umgebenden Anbauflächen besonders von deren Verdunstung und Kühlung, was wiederum eine Stabilisierung der Erträge mit sich bringt. Fehlt die Feuchtigkeit, hat das einen Temperaturanstieg und Trockenperioden zur Folge. Will man dennoch ein solches Feuchtbiotop trockenlegen, kann eine Anpflanzung von Weiden dienlich sein, da sie der Wiese Feuchtigkeit entziehen und damit eine Entwässerung überflüssig machen. Um der Hochwasserproblematik Einhalt zu gebieten, sollten die tiefsten Stellen und Täler einer Landschaft von baulichen Maßnahmen weitgehend für das Wasser freigehalten werden.


Problematik des Kahlschlages für Fließgewässer

Victor Schauberger, ein österreichischer Forstmann, tat für die damalige Zeit etwas Ungewöhnliches. Statt sich in blindem Fortschrittsglauben an Dampfmaschinen und Verbrennungsmotoren zu orientieren, wählte er die belebte Natur als Vorbild. Mit ihm begann eine Entwicklung, die viele Probleme der heutigen Zivilisation zerrinnen lässt. Der Autor Olof Alexandersson schreibt über ihn in seinem Buch „Lebendiges Wasser“: Sein Hauptaugenmerk widmete er dem Wasser. Bereits Ende der Zwanzigerjahre warnte er vor dem Kahlschlag und seinen Folgen. Am Zustand des Rheins sowie an vielen anderen Flüssen kritisierte er die zerstörenden Maßnahmen. Man begann damit, dass man am Rhein den Wald an den Hängen des Oberlaufs abholzte, was das Gleichgewicht erheblich störte. Im gesunden Zustand wird durch die Verdunstung der Feuchtigkeit in den Baumkronen auch Wärme vom Wurzelbereich abgezogen. Daher kühlt der Wald das Ufer nicht nur über die Schatteneinwirkung, sondern auch über seine Wurzeln. Der gewaltige Speicher- und Kühleffekt war durch den Kahlschlag also weggefallen. Die Folge war nicht nur ein Absinken des Grundwasserspiegels, sondern auch eine Unterbrechung des sonst ständig stattfindenden Nährstofftransports aus dem Erdinneren. So stürzte bei Starkregen und Schneeschmelze – was in kurzer Zeit zu einem reißenden Strom anwachsen konnte – das gesamte Wasser geradewegs den Fluss hinunter, erwärmte sich sehr schnell und riss alles mit sich. Überschwemmungen, Lawinen- und Erdrutsche waren die Folge dieser Misswirtschaft und damit eine Bedrohung für Gebäude und Menschen. Das Flussbett wurde zerstört und das Wasser konnte seine Läufe nicht mehr sauber halten, sodass sich Schutt und Schlamm ablagerten. Das Wasser wurde kraftlos, wie ein Mensch, der Fieber hat. Um die Wassergeschwindigkeit zu erhöhen und den Lauf des Flusses sauber zu halten, begann man damit, dessen Windungen und Schleifen an unterschiedlichen Stellen zu begradigen. Das aber brachte nur eine Verschiebung des abgelagerten Materials flussabwärts mit sich, was bei starken Niederschlägen die Ufer unterspülte. Je mehr man den Fluss begradigte, desto schneller schritt die Verschlammung voran.

Die Bedrohung dieses Wasserlaufes erforderte Gegenmaßnahmen. Um das Wasser daran zu hindern, über das Ufer zu treten, begann man, den Wasserlauf in ein Betonkorsett einzuzwängen, und baggerte sein Bett aus, zur Freude der Baggerunternehmen, denn die hatten von da an ausgesorgt. Man hatte sich eine nie enden wollende Arbeit aufgehalst. Nach jedem kräftigen Niederschlag füllte sich das Flussbett wieder auf und die Uferwände mussten ständig repariert werden.

Von Schaubergers Vorschlag zur Regulierung des Flusses und zur Wiederaufforstung nahm niemand Notiz. In weiterer Folge begannen Quellen zu versiegen. Zu guter Letzt trockneten auch viele Bäche aus und schrittweise starb die ganze Landschaft im Bereich eines auf diese Weise ausradierten Waldes. Eine Rekultivierung war nicht in Sicht. Während bei einem natürlichen Fluss- und Bachlauf die Selbstreinigungskräfte wirken, gehen diese bei einem begradigten und in Betonwannen gezwungenen Kanal gänzlich verloren. Durch einen natürlichen Lauf würde das Wasser jedoch selbst seine Bahn wieder in Ordnung bringen. Doch es geht auch anders. In manchen Flüssen platzierte Victor Schaubergerzu deren Regulierung wasserbauliche Konzepte. Mit ihren Spiralbewegungen sorgten sie für einen Abtransport der grobkörnigen Geschiebemassen, die durch die Beförderung nach außen gedrängt wurden. So erhält ein Fluss neues Leben und es werden ihm geordnete Impulse verliehen.

Von besonderer Bedeutung ist der Wald für die Wasserqualität, denn ohne ihn kann das Wasser nicht mehr die notwendige Bodenspannung aufbauen. Ein wiederhergestelltes Energie-Gleichgewicht zwischen Wasser und Erde ist demnach für einen optimalen Anbau nötig.

Wir sehen uns in den letzten Jahren mit zwei Extremen konfrontiert: der Trockenheit in den Sommermonaten auf der einen und Flutkatastrophen auf der anderen Seite. Wir müssen uns auch darüber im Klaren sein, dass alles, was wir verändern, eine Wirkung hervorruft, die einen Ausgleich fordert, so wie jede Aktion eine Reaktion mit sich bringt. Wenn wir also in den Wasserhaushalt eingreifen, wird sich unweigerlich eine Nebenwirkung einstellen.
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