Cover: Wir haben uns alles gesagt – Die Aussöhnung mit den Eltern im letzten Lebensabschnitt

Wir haben uns alles gesagt – Die Aussöhnung mit den Eltern im letzten Lebensabschnitt


EUR 23,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 54
ISBN: 978-3-99130-544-6
Erscheinungsdatum: 07.08.2024
Das Buch „Wir haben uns alles gesagt“ von Florian Scherbauer zeigt uns effektive Wege zur nachhaltigen Befriedung eingefahrener Konflikte mit den Eltern und zur liebevollen Befreiung aller Beteiligten aus alten Mustern.
Vorwort

Im Jahre 2023 schloss meine Mutter nach längerer Krankheit für immer das Buch ihres Lebens. Einer der letzten Sätze, die sie in Bewusstsein in der Klinik zu mir sprach, war die Antwort auf meine Frage: „Mama, möchtest du mir noch etwas sagen?“ Ihre Antwort lautete: „Wir haben uns alles gesagt.“ Dieser Satz kam aus tiefsten Herzen und war so voller Reinheit, dass ich bereits in diesem Moment unglaublich berührt war. Eine gute Woche später gab sie ihren Kampf auf und verstarb.
Ich hatte keinen Schock, keine Starre, kein Trauerloch, keine Depression, sondern ruhiges Gewahrsein. Der Tod ist ein schwerwiegendes, individuelles Ereignis für alle Beteiligten, aber die Trauer beherrschte mich nicht, sie begleitete mich liebevoll und ich ließ all meinen Schmerz zu, ohne zu leiden. Viele positive Gefühle kamen auf: Erleichterung, Zuneigung und vor allem Dankbarkeit, und das, obwohl meine Mutter und ich die meiste Zeit im Leben ein schwieriges Verhältnis hatten.
Ich bin glücklich, dass meine Mutter und ich schon ein paar Jahre zuvor begonnen hatten, mit der Vergangenheit Frieden zu schließen. Auch wenn der Schein oft etwas anderes verheißt: Zwischen Eltern und Kindern gibt es immer Themen und es muss vermutlich auch so sein. Das Lösen meiner Themen und die Aussöhnung mit ihr als Mutter und Mensch hat mir ihren Heimgang leicht gemacht. Ich konnte sie in Liebe loslassen, ohne das Gefühl zu haben, dass Dinge noch nicht geklärt sind. Der Grund dafür ist ganz einfach: Wir waren und sind mit uns im Reinen.
In diesem Buch sind neben meinen Erfahrungen auch meine persönlichen Überzeugungen verankert. Diese beruhen unter anderem auf christlichen, asiatischen und indischen Lehren sowie auf Wissen des herzbasierten Coachings. Somit umfasst dieses Buch auch meine spirituellen Ansichten. All dies gibt meinem Leben seit mehreren Jahren einen für mich unschätzbaren Tiefgang. Sie sind für mich die Wahrheit und ich freue mich, wenn Sie daraus einen Nutzen ziehen können. Vielleicht sagt auch zu Ihnen eines Tages Ihre Mutter, Ihr Vater oder ein anderer geliebter Mensch auf seinem Heimweg: „Wir haben uns alles gesagt.“ Ich wünsche es Ihnen!


Im März 2024
Florian Scherbauer




Die Zeit: Ein Phänomen

Der Tod eines nahestehenden Menschen konfrontiert uns mit unserer EIGENEN schwindenden Lebenszeit. Jeder Atemzug bringt uns unserem eigenen Heimgang ein kleines Stück näher und wenn wir ehrlich sind, tun wir uns mit der Wahrheit schwer, dass das eigene Leben jederzeit zu Ende sein kann.
Die Zeit ist ein rein irdisches Phänomen. Wir kommen nicht um sie herum und wir machen uns von ihr abhängig. Viel Zeit zu haben, wird in der Gesellschaft nicht unbedingt als positiv angesehen und nicht viel Zeit zu haben, ist ein seit Jahrzenten anhaltender Trend. Wer nicht viel Zeit hat, verdient Anerkennung, denn dieser Mensch leistet viel, wenn man nach der vorherrschenden Meinung geht. Manch einer berichtet auch sehr ausschweifend (ungefragt) darüber und unterstreicht nach außen seine Leitungsfähigkeit.
Was aber wirklich interessant erscheint, ist, was Sie tatsächlich mit Ihrer Zeit anfangen. Hier gibt es viele Lifestyle-Trends wie die zurzeit stark beachtete Work-Life-Balance. Ich stelle hier die Fragen: Lebt man in der Arbeit nicht? Ist Leben nicht auch Arbeit? Entstehen durch das Umsetzen der Work-Life-Balance wirklich mehr Zeit und Lebenssinn?
Leben findet permanent statt und so ist es auch gewollt. Es geht darum, sich zu jeder Zeit mit sich und seinem Leben auseinanderzusetzen. Das ist natürlich nicht den ganzen Tag möglich, denn wir müssen unsere Familie versorgen, arbeiten, einkaufen, aufräumen, essen, schlafen usw. Aber eins ist klar: Ein zufriedener Mensch wird am Ende seines Lebens nicht vom angehäuften Geld oder von beruflichen Erfolgen sprechen, sondern die wirklich wichtigen Erinnerungen werden zum Vorschein kommen: Momente der Erleichterung, Ver- und Aussöhnungen, schöne Familienfeste, Liebesbeziehungen, lustige Begebenheiten, ergreifende Erfahrungen usw. Solche Begebenheiten sind zeitlich nicht programmierbar. Es sind Situationen, die auf Herzebene geschehen.

Auf den letzten Metern des Lebens haben viele Menschen den Wunsch, mit Familienmitgliedern oder Situationen Frieden zu schließen. Das Herz sehnt sich danach, noch etwas in Ordnung zu bringen, damit ein vermeintlicher Schaden repariert werden kann. Jetzt ist allerdings die Zeit wirklich knapp und es kann nur noch das Nötigste geklärt werden. Ich finde es daher gut, mit dem Friedenschaffen bereits früher anzufangen, denn dann haben Sie noch ausreichend Zeit, um möglichst viel zu verändern, und können die Früchte ernten, solange die Eltern noch am Leben sind. Ich vertiefe das später noch, aber gehen Sie davon aus, dass Sie als erwachsenes Kind die Schritte zur Klärung der Konfliktpunkte selbst beginnen können und dürfen.
Universell betrachtet spielt Zeit keine Rolle. Ich finde diese Tatsache tröstlich, denn wie wäre es z. B., für alle Zeit im Paradies oder in der Hölle zu sein? Wir stellen uns das irgendwie langweilig vor und vielleicht wäre das auch so. Die übergeordnete Instanz, wie immer sie für Sie auch heißen mag, kennt die Zeit nicht. Wenn wir davon ausgehen, dass es eine unauslöschliche Seele gibt, ist es für diese auch kaum von Belang, wann die verändernden Situationen geschaffen werden. Entscheidend ist nur, dass sie geschehen. Seien Sie also keineswegs enttäuscht von sich selbst, wenn Sie beispielsweise erst im Alter von 60 Jahren die Aussöhnung mit Ihren Eltern angehen. Im Gegenteil: Dieser Schritt ist sehr mutig und nur im besten Licht zu sehen.




Das Leben: Der bedeutsamste Umstand

Bei der Suche nach dem Sinn des Lebens verhält es sich wie bei der Suche nach Gott: Wenn man ihn gefunden hat, geht die Suche weiter. Die Suche nach dem Sinn des Lebens ist reines Menschsein und sie dient der Menschwerdung. Sie schließt mit dem letzten Atemzug ab. Das bedeutet, dass uns die Neugier – egal wie viel wir auf diesem Gebiet bereits erreicht haben – niemals verlässt. Es ist für viele Menschen das zentrale Thema. Gleichzeitig speisen sich viele Menschen selbst mit recht einfachen Weisheiten ab, was ihren Lebenssinn betrifft: Spaß haben, irgendwie durchkommen, Geld vermehren, besser als andere sein usw. Das sind Produkte unseres Verstandes, der uns jeden Tag hilft, möglichst alles richtig zu machen. Er ist ein starker Kamerad, der uns das Überleben ermöglicht. Universell betrachtet bringt er uns allerdings nicht groß voran. Der Verstand ist an unseren Körper gebunden und wird uns nach dem Ableben nicht mehr zur Verfügung stehen. Insbesondere die westliche Welt ist außerordentlich auf Verstandesthemen ausgelegt. Das zeigt sich sehr gut an dem Umgang mit Pandemien, Kriegen und weiteren angstverbreitenden Situationen. Wir sind dermaßen auf unseren Verstand getrimmt, dass wir unserem Herzen nicht mehr ausreichend Gehör schenken.

Das renommierte HeartMath Institute in Kalifornien beschreibt unter anderem: „Das Herz steht im ständigen Austausch mit dem Gehirn, trifft viele eigene Entscheidungen und beginnt bereits im ungeborenen Fötus zu schlagen, bevor das Gehirn gebildet wird.“ Die elektromagnetische Energie des Herzens beträgt das 5.000-Fache derer des Gehirns und strahlt über den Körper hinaus. Man geht von ca. 1,5 Metern aus. Vielleicht haben Sie schon einmal in der vollen U-Bahn bemerkt, dass Ihnen ein Mitmensch hinter Ihnen angenehm oder unangenehm erscheint, ohne dass Sie diese Person überhaupt gesehen haben. Das Herz hat in uns das Sagen und auch wenn wir uns innerlich gegen diese Vorstellung wehren, können wir diesen Umstand glücklicherweise nicht ändern.

In Indien wird u. a. die folgende Lehre vertreten: Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst. Auch das Leben ist, wie die Zeit, ein Phänomen. Es wird uns zur Verfügung gestellt und wir können damit machen, was wir wollen. Nicht schlecht, oder? Jede Glaubensrichtung hat ihre eigene Auffassung des Lebenssinns parat. Ich persönlich gehe davon aus, dass sehr viele Auffassungen an die Wahrheit angelehnt sind. Allerdings werden wir diese Wahrheit auf dieser Welt niemals erfahren. Es geht im Leben darum, sich auf Herzebene weiterzuentwickeln und näher an die Seele heranzukommen und diese Erkenntnis trage ich erst seit wenigen Jahren vor Verfassen dieses Buches in mir. Es war ein steiniger Weg, bei dem mich ein erfahrener Coach unterstützt hat. Einer meiner größten Erfolge war die Öffnung hin zu meiner Mutter, obwohl sehr viel zwischen uns stand und viele alte Geschehnisse weiterhin sozusagen ihr Unwesen mit uns trieben. Die Nachricht lautet also: „Wir können unsere Ablehnung, unseren Hass und unsere Ängste wirklich überwinden und in den Prozess der Ver-/Aussöhnung mit unseren Eltern eintreten.“ Unter Versöhnung ist die energetisch geringere Variante zu verstehen. Dabei geht es in erster Linie darum, dass man wieder mehr in Kontakt tritt, die alten Dinge ruhen lässt, vielleicht das Eine oder Andere verzeiht und einen guten Umgang miteinander hat. So weit schafft man es manchmal in den letzten paar Wochen noch, was keinesfalls zu unterschätzen ist.

Bei der Aussöhnung geht es in die Tiefen des Herzens und die Themen werden in Liebe aufgearbeitet. Wie viel dann ein Elternteil noch bereit ist, diesen Schritt mitzugehen, spielt nur eine untergeordnete Rolle. Im Alter wird das Lösen von alten, schwierigen Situationen nicht leichter. Sie als erwachsenes Kind haben aber die große Chance, in sich etwas zu bewegen, und somit kommt auch Ihr ganzes Umfeld in Bewegung. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Ihr Verstand immer wieder teils massiv gegen diese positive Entwicklung arbeitet. Es ist ganz normal, denn der Verstand wurde über Jahre und Jahrzehnte von Ihnen damit gefüttert, dass Ihre Eltern vielleicht an Ihren Misserfolgen, mangelnden Kompetenzen und Verstrickungen schuld seien. Auch das ist Leben pur. Bleiben Sie am Ball – Sie haben nichts zu verlieren!




Beziehungen zwischen Eltern und Kindern

Die Rolle der Eltern
Im klassischen, gesellschaftlichen Sinne sind die Eltern dafür zuständig, ihre Kinder zu gewissenhaften und ehrlichen Menschen zu erziehen, die ihre Ziele erreichen und mit beiden Beinen fest im Leben stehen. Was für eine schöne Phrase für den Verstand und gleichzeitig sehen wir einen kritischen Punkt: Dieses Vorhaben ist einerseits eine ehrenhafte Herausforderung, andererseits auch eine Bürde, da dieses Thema – insbesondere in früheren Jahrzehnten – stark moralisch behaftet war und innerhalb der Gesellschaft oft sehr kritisch beäugt wurde. Man tat sich manchmal schwer, die Kinder nach eigenen Grundsätzen zu erziehen, denn Familie, Nachbarn und Freunde haben gerne mitgeredet und geurteilt. Hier sprechen wir aber nur über den ganz normalen Alltag. Die schwierigen Konflikte entstehen u. a., wenn die Erwartungen an die Kinder noch viel höher sind. Stellen Sie sich vor, ein Vater, der seinen Sohn sehr streng erzogen, ihm kaum Freiraum gelassen und immer Leistung gefordert hat, wirkt immer noch auch auf den erwachsenen Sohn und somit auch auf dessen Kinder ein. Diese Dynamik funktioniert auch weiterhin atmosphärisch, wenn der Sohn mit dem Vater keinen Kontakt mehr hat oder die beiden die schwierigen Themen ruhen lassen. Der Sohn tritt möglicherweise nicht in seine Rolle als Vater für seine Kinder in ganzem Maße ein, weil er diese Art von innerem Gepäck nicht entlang des Weges abgestellt hat.
Eine andere belastende Situation tritt auf, wenn die Kinder ungleich behandelt werden. Mit „ungleich“ ist gemeint, dass nicht jedes Kind entsprechend seinen Neigungen und seinem Potenzial erzogen wird. Jedes Kind ist eine selbstständige Persönlichkeit mit eigenen Bedürfnissen. Früher hatte man meistens nicht die Zeit und auch kein Verständnis, um darauf einzugehen. Eltern sagten oft: „Wir erziehen alle unsere Kinder gleich.“ Das kann nicht funktionieren. Rollenkonflikte, Verteilungskonflikte und Beziehungsprobleme werden somit auf den Weg des Lebens mitgegeben. Andererseits gilt, dass im Normalfall die Eltern ihre Kinder lieben und ihr Bestes geben. Sie meinen es gut, aber haben es nicht immer gut gemacht. Ich finde das sehr menschlich und tröstlich.

Eltern möchten im Normalfall ihren Kindern nicht schaden, sondern sind meistens selber durch ihre Eltern verletzt worden und geben dies oft unbewusst weiter. Auch können Geschehnisse wie Krieg, Hungersnot, Verbrechen, verstorbene Kinder usw., die in den vorherigen Generationen stattgefunden haben, bis in diese Zeit hineinwirken, ohne dass über diese Geschehnisse jetzt noch bewusste Kenntnis herrscht und gesprochen wird. Hier geht es jetzt nicht um die Relativierung der Elternrolle oder einen Freifahrtschein für verbale und körperliche Verletzungen. Aber Eltern sind eben auch nur Menschen, nicht mehr und vor allem nicht weniger. Die eigenen Umstände an sich als Elternteil zu erkennen und zu heilen, ist eine große Herausforderung. In den vergangenen Jahrzehnten war so gut wie kein Bewusstsein dafür da und der Satz: „Unsere Kinder sollen es besser haben“ ist auch nur eine Projektion eines eigenen Wunsches auf die Kinder. Es ist eine Bevormundung, die daraus entsteht, dass es den Eltern im Leben vermeintlich nicht gut ergangen ist. Dabei ist es doch das größte Ziel, den Kindern Freiraum zu geben, sich ganz selbst entwickeln zu können und Verschiedenes auszuprobieren. Dabei werden sie natürlich auch liebevoll gelenkt, damit sie Werte, z. B. Gleichbehandlung, Gerechtigkeit, Durchsetzungsfähigkeit, Selbstliebe und Großzügigkeit, lernen können und Liebe erfahren.
Eine spirituelle Auffassung ist, dass Kinder sich ihre Eltern aussuchen. Wenn man sich damit auseinandersetzt, entsteht eine ganz neue Welt. Es bedeutet, dass sich die Seelen bewusst die Eltern aussuchen, damit sie ihnen das Leben schenken und die Erziehung angedeihen lassen. Dafür bekommen die Eltern viel zurück. Kinder sind in ihrer Haltung im liebevollen Sinne gnadenlos. Gnadenlos ehrlich, gnadenlos authentisch, gnadenlos fordernd, gnadenlos gebend, gnadenlos liebend. Welcher Erwachsene schenkt einem schon so viel von sich?
Eltern bleiben immer Eltern und Kinder bleiben immer Kinder. Bis zum letzten Atemzug. Daher leben wir in Abhängigkeit zu unseren Eltern. Es geht darum, die unheilsame in eine heilsame Abhängigkeit zu wandeln. Schauen wir uns nachfolgend die Rolle der Kinder an.

Die Rolle der Kinder
Wenn man sagt: „Die Kinder sind ein Geschenk“, dürfte das gut hinkommen. Ein weiterer Aspekt an dieser Auffassung ist faszinierend: Kinder erziehen die Eltern. Jeder, der Kinder hat und mit Herz bei der Sache ist, wird sagen können, dass ihn die Kinder in der eigenen Entwicklung sehr stark weitergebracht haben. Wir erfahren Liebe, Heiterkeit, Unvoreingenommenheit, Gemeinschaft und vieles mehr.
Was geschieht aber, wenn das Leben mit dem Kind schwierig ist und es viele Probleme bereitet? Auch dann ist das Kind vollkommen in seiner Rolle und veranlasst die Eltern zum Handeln und Umdenken. Zur Veranschaulichung schildere ich folgenden Fall:

Marie (16 Jahre) hatte ein scheinbar harmonisches Verhältnis zu den Eltern, gute Schulleistungen, spielte Handball und hatte nette Freunde. Sie verfiel ohne sichtbare Ankündigung von einem Tag auf den anderen in eine mittelschwere Depression. Sie konnte nicht mehr zur Schule gehen, lehnte jeglichen Kontakt nach außen ab und verbrachte nahezu den ganzen Tag in ihrem Zimmer. Die Stimmung schwankte zwischen Hoffnung, Verzweiflung, Fröhlichkeit, Fatalismus, Überdrehen und Apathie. Mutter und Vater waren durch diese Situation in Gänze überfordert, denn es lief doch alles immer so gut. Beide waren sehr besorgt. Die Tochter wehrte sich gegen alle liebevoll gemeinten Hilfsangebote und sagte, dass sie selber aus dieser Senke herauskommen werde. Leider trat dies über Monate nicht ein. Die nervliche Anspannung der Eltern wuchs und sie stritten immer öfter. Beide waren berufstätig und dabei ehrgeizig und fleißig. Allerdings wurde die Arbeit nun zur Belastung. Durch die Depression der Tochter kam alles ins Wanken, da die Energie nicht mehr ausreichte, um weiterhin in gewohnter Weise zu leben. Es ging so weit, dass die Eltern der Tochter gegenüber nicht mehr einfühlsam reagierten, und es fielen Sätze wie „Mein Gott, jetzt reiß dich endlich zusammen!“ und „Gehe endlich zum Arzt, du schaffst das selber niemals!“.
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5 Sterne
... ein wirklich lesens- und lebenswertes Buch aus der und für die Praxis - 12.09.2024
Dr. Ralf Bergjan

Eine Bereicherung gerade auch für den "Privatgebrauch", die auf wenigen Seiten viele Informationen/Tipps und Anregungen zur Problembewältigung bereit hält und die jeder lesen sollte, dessen Eltern noch in guter Verfassung/bei guter Gesundheit sind, bevor sie von uns scheiden (denn dann ist es leider zu spät, die vielen guten Anregungen von Florian Scherbauer noch rechtzeitig zu beherzigen). Da steckt sehr viel Erfahrung und vielleicht auch Selbst-Durchgemachtes in diesem kompakten Buch. Ideal zu lesen für zwischendurch...

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