Cover: Vipassana – der Quantensprung in eine andere Dimension

Vipassana – der Quantensprung in eine andere Dimension
Gewahrsein – Achtsamkeitsmeditation – Bewusstheit


EUR 25,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 374
ISBN: 978-3-7116-0819-2
Erscheinungsdatum: 25.09.2025
„Vipassana – der Quantensprung in eine andere Dimension“ bietet einen tiefen Einblick in die Achtsamkeitsmeditation. Dr. Claudia Pillat zeigt, wie diese Technik zu spirituellen Erkenntnissen führt und das Bewusstsein auf allen Ebenen transformiert.
QUANTENSPRÜNGE
Für die Weisheit ist es gleich-gültig,
welchen Namen Du ihr gibst


Für die Weisheit ist es gleich-gültig, welchen Namen Du ihr gibst!

Quantensprünge durch Achtsamkeit –
warum Quantensprünge?


Ein Quantensprung im Bewusstsein bringt uns die ultimative Freiheit verbunden mit einem unglaublichen Ausmaß an Verständnis, Weisheit, Freude, Liebe und Verbundenheit.

Jeder kann das erleben.

Nicht jeder kennt es.

Viele haben davon gehört, gelesen …
Die wenigsten haben solche Momente selbst erlebt …

Viele träumen davon … aber der Weg dorthin? Welcher Einsatz ist notwendig, was wird da verlangt?

Der Einsatz ist Achtsamkeit/Gewahrsein und das Training desselben.

Jeder Mensch jeglicher Konfession kann Vipassana ausüben. Gewahrsein ist ein Grundzustand des Geistes und damit völlig unabhängig von Glauben, Aberglauben, Religion, Alter, Geschlecht, Herkunft oder sonstigen Faktoren.

Das „Quantensprungbewusstsein“, wie ich es für mich nenne, wird bei den Theravada-Buddhisten „Nirodha“ mit ihren Folgeerkenntnissen genannt, bei den Zen-Buddhisten „Satori“ mit deren Folgeerkenntnissen, bei den Mystikern ist es vermutlich das „Göttliche Bewusstsein“, bei den Schamanen die Verbindung zum „Großen Ganzen“ oder zum „Großen Geist“.

Dabei legen die einen (Buddhisten) etwas mehr Wert auf den „Moment des Kollapses der Dualität“ – Nirodha –, während andere Kulturen stärker den „Effekt danach“ betonen: die erhöhte Bewusstseinsebene, die durch diesen Moment des absoluten Stillstands (engl. cessation) hervorgerufen wird.

Was die persönlichen Erfahrungen betrifft, vor allem auch innerhalb unterschiedlicher Kulturen und religiöser Grundvorstellungen, die in jeder Kultur vorhanden sind und zur Beschreibung dieser Phänomene verwendet werden, gibt es natürlich jede Menge Unterschiede im Sprachgebrauch. Es ist nicht ganz einfach, schon aufgrund dieser vorgegebenen Nomenklaturprobleme und dann noch der an sich bestehenden Unbeschreibbarkeit dieses Phänomens, Worte für diese Angelegenheit zu finden …

Im Augenblick des Quantensprungs geschieht das, was die Buddhisten Nirodha-Nirwana nennen – engl. Cessation, dt. Verlöschung –, im Zen: Satori. Hier wird der Bewusstseinsprozess zu diesem Augenblick und danach beschrieben, mit Fokus auf den Augenblick. Man kann diesen Moment nicht beschreiben, weil nichts da ist. Eine Umschreibung wäre der Zwischenraum zwischen den Quanten, der unbeschreibbar ist. Nur das Davor und Danach kann beschrieben werden, und wie man diesen Prozess subjektiv erlebt hat und was er für einen selbst subjektiv bedeutet. Detaillierte Beschreibungen sind in den Kapiteln „Ein Ausflug in die Quantenphysik“ und vor allem in „Quantensprünge – Was Vipassana bewirken kann“ zu finden.

Was die Bedeutsamkeit betrifft, haben unterschiedliche Kulturen den Schwerpunkt der Erkenntnisse für den gleichen Prozess anders gesetzt. Aber jedes Mal geht eine Änderung der Bewusstseinsebene damit einher, egal wie die Phänomene benannt werden.

Beruhigend zu wissen ist, dass es hier auf eine gelebte Erfahrung ankommt, bei der die Betroffenen genau für sich wissen, was passiert ist. Damit geht einher, dass es zu einer Änderung eigener philosophischer Grundeinstellungen kommt, deren Erkenntnisse das Leben dieser Menschen, auch für den Alltag, stark positiv ändert und beeinflusst.

Wenn Sie nun fragen, wer zu solchen Erkenntnissen fähig ist, ob es einen Weg dafür gibt oder wie denn das so passiert, dann gibt es dazu viele Antworten … Manche sind der Auffassung, es passiert einfach, man könne nichts tun, es gäbe eben Menschen, die solche Glückspilze seien. Andere halten große Erkenntnisse prinzipiell für nette Erfindungen aus der „Esoterik-Szene“ und geben gar nichts darauf. Wieder andere verschreiben sich einem Glauben, den sie dann samt Dogma und Nomenklatur für den „einzig wahren“ halten und alle anderen Versuche als wertlos verwerfen …

In meinen Augen ist jeder/jede zu diesen Erkenntnissen und Quantensprüngen fähig, aber nicht jeder oder jede will den Weg gehen, der sehr anstrengend sein kann. Wir müssen unterscheiden lernen zwischen übernommenen Vorstellungen und Lehren, die zu den eigenen authentischen Erfahrungen führen. Damit verbunden ist ein Weg, der uns Durchhaltevermögen und Disziplin abverlangt – ein Weg, auf dem wir uns auf ganz Neues, noch nie Dagewesenes einlassen müssen, wenn wir ihn gehen wollen. Wir sind gefordert, von teils liebgewonnenen Konditionierungen und Glaubensvorstellungen loszulassen. Nach all dem bisher Gesagten lässt sich aber hier schon eine Falle erahnen: Es geht hier nicht um die Jagd nach dem Quantensprung, einem Nirwana oder nach einem Erleuchtungserlebnis, das im westlich leistungsorientierten Denken und dessen Psyche als Ziel-Ergebnis am Ende der ganzen Bemühungen zählt. Da ginge es kurz gesagt ja nur um ein Ziel, ein Lebens-Event, das abgehakt wird auf der To-Do-Liste des Lebens. Im Gegenteil: Es geht um eine neue Art, mit sich und der Umwelt umzugehen – das Lassen neu zu lernen, mit Übung und Disziplin sowie mit neuer Akzeptanz, die durch die „Quantensprünge“ zu integrierter Erkenntnis und Weisheit führt. Wie schon oben erwähnt, sind die Einsätze das Training von Achtsamkeit oder Gewahrsein und das Einlassen auf ganz Neues, die zum Ziel führen aber gleichzeitig auch den Weg zum Ziel machen …

Wenn der Mensch ein Ziel hat, macht er sich auf den Weg – und dann ist der Weg das Ziel.

Auf diesem Weg stellt sich heraus, dass das ursprüngliche Ziel nur eine Etappe kennzeichnet. Wir gehen weiter. So wird der Weg zum Ziel. Vipassana ist eine lebenslange spirituelle Reise.

Aus eigener Erfahrung kann ich versichern, dass es diese ganz, ganz hellen Momente – diese Quantensprünge, resultierend aus dem Dualitätskollaps mit all seinen daraus folgenden Erkenntnissen – tatsächlich geben kann. Mein persönlicher Weg ist in diesem Hinblick Vipassana, die ich mittlerweile auch schon lange unterrichte und die jedem Menschen, unabhängig von Konfession oder spiritueller Richtung, offensteht. Die ursprüngliche Vipassana ist Achtsamkeitstraining pur – ohne religiöse Vorstellungen, auch ohne Dogma – und wurde in den Ländern des Theravada-Buddhismus bewahrt. Manchmal wird sie in der ursprünglichen Form noch unterrichtet, frei jeglichen Dogmas. Zuweilen wird sie aber auch durch Buddhistische Lehren beeinflusst und in bestimmte Rahmen gepresst.

Und um es gleich vorwegzunehmen: Keine Kultur hat meiner Ansicht nach die Achtsamkeit gepachtet oder gar erfunden – sie war immer schon das Werkzeug aller Erkenntnissuchenden.

Wie gesagt: Achtsamkeit und Gewahrsein, die zu den höchsten Erkenntnissen führen, kann jeder lernen und praktizieren. Wer jedoch bei dieser Meditation eine nette Wellness-Erfahrung erwartet – eine sanfte, süße Reise ohne spitze Steine auf dem Weg –, der irrt sich. Leider herrscht hier im Westen immer wieder das Vorurteil, dass Meditation nur etwas Angenehmes, Schönes sei, bei der einem die Erkenntnisse zufliegen. Das sind nette Illusionen, und schon in der ersten Vipassana-Stunde muss man öfter mit diesem Ansinnen aufhören. Vipassana oder auch andere Achtsamkeitstechniken (Zen) gehören oft zur härtesten Arbeit, die man im Leben über längere Strecken hinweg auch immer wieder praktiziert. Das mag einige Interessierte abschrecken, vor allem wenn sie der Vorstellung verhaftet sind, dass Meditation zu den psychisch-geistigen Erholungsmethoden mit „Instant“-Dynamik gehören. Wir müssen bei den einzelnen Meditationsmethoden differenzieren (siehe das Kapitel über die Meditationsformen). Genauso ist es ein Aberglaube zu meinen, dass vielleicht ein, zwei Anstrengungen reichen, um eine große Erkenntnis zu haben. Ein Wochenende reicht nicht aus, um einen Erleuchtungsmoment zu erhaschen. Oft muss man mehrere Retreats investieren … Dass man sich ein Ziel setzt und der Weg das Ziel ist, scheint nicht im Sinne der westlichen Wirtschaftsmentalität erstrebenswert zu sein, die einen Erfolg innerhalb eines gewissen Zeitraumes aufweisen muss, der beschreibbar und herzeigbar ist. Wenn dann noch Höllenfahrten, die einem der eigene Geist präsentiert, hinzukommen, verwirft man solch ein Training gerne, weil es zu anstrengend und zu hart ist. Allerdings ist diese Härte nichts Schlechtes, nichts Böses, nichts Brutales. Es ist einfach Härte, ohne Wertung – ganz neutral. Alle jene, die diese Härte im neutralen Sinn nicht scheuen und bei der Praxis bleiben, entwickeln einen ganz klaren, hellen durchschauenden und durchscheinenden Geist, den man mit einem Diamanten vergleichen kann. Der Diamant ist das härteste Material, das in der Natur zu finden ist. Er lässt das Licht in allen Spektralfarben leuchten. Das Licht, das durch einen Diamanten fällt, strahlt auf ganz besondere Art – ein Wunder der Natur. Ein Diamant hat besondere Strahlkraft, einen besonderen Glanz, genauso wie Bewusstsein auf höchster Ebene. Wenn ein Diamant nicht diese Härte hätte, wäre die Strahlkraft nicht so wunderbar … Wenn man die Entstehung eines Diamanten gleichnishaft zur Bewusstseins- und Geistesschulung sieht und die physikalischen Eigenschaften in Analogie zu Erkenntnisbewusstsein, dann sagt uns das Bild des Diamanten mehr als tausend Worte …

Vipassana mit ihrer Achtsamkeit und ihrem Gewahrsein lässt uns Diamanten im Bewusstsein erkennen und finden.

Ich habe dieses Buch in drei Teile geteilt: Zuerst geht es um Vipassana und Achtsamkeit an sich, im zweiten Teil widmen wir uns der Praxis und im dritten Teil geht es darum, wie wir mit Achtsamkeit/Gewahrsein leben, um Einsichten für den Lebensweg, um Erkenntnisse für den Alltag …

Manche Themen überschneiden sich in den verschiedenen Teilen und Kapiteln des Buches und sind aus der jeweiligen Sichtweise beschrieben. Das ergibt Sinn, um die Inhalte gut und ganzheitlich zu präsentieren. Wenn man (noch) keine oder andere spirituelle Erfahrungen gemacht hat und manche Themen nicht auf die hier dargestellte Weise nachvollziehen kann, ist es am besten, diese Absätze für sich stehen zu lassen, mit dem Text fortzufahren und sie gegebenenfalls später erneut zu lesen. Die Texte sind nicht für flüchtiges Lesen geschrieben, das wäre unvereinbar mit dem Gesamtthema. Wenn man sich mit manchen Themen zweimal oder mehrfach beschäftigt, kann man diese von verschiedenen Seiten beleuchten, und das Verständnis wird anders, neu und spannend.




TEIL 1

Vipassana und Sati –
die Achtsamkeit/das Gewahrsein


Vipassana ist das Herz meiner Arbeit!
Ohne Vipassana hätte ich nie so viel Intuition, Kraft, Empathie und Liebe, die für meine Arbeit notwendig sind, erlangt.

Ohne Vipassana hätte ich kein so authentisches Leben und nicht die Fähigkeit, all meine Angelegenheiten auf die Reihe zu bringen.

Ohne Vipassana hätte ich nicht die große spirituelle Freiheit.

Mit Vipassana sind für mich Quantensprünge in neue spirituelle Dimensionen möglich.


1.1 Was bedeutet Vipassana bzw. was ist Vipassana-Meditation?

Vipassana = Einsicht/Innenschaumeditation
Vipassana = Geistesentfaltung durch Hellblick/Klarblick
Vipassana = Wahrnehmungsschulung durch Gewahrsein/Achtsamkeit

Vipassana stammt aus dem Pali, einer mittelindischen Literatursprache, die zu Zeiten Buddhas und danach zur Aufzeichnung von Schriften verwendet wurde. In dieser Sprache ist auch der Pali-Kanon verfasst, in dem die zuerst mündlichen Überlieferungen der Lehrreden Buddhas und die dazugehörigen Kommentare verfasst wurden.

Vipassana heißt wörtlich übersetzt Einsicht oder Innenschau. Vipassana-Praxis oder Vipassana-Meditation ist die Einsichts- oder Innenschaumeditation, auch Hellblick- oder Klarblick-Methode oder Achtsamkeitsmeditation genannt. In Pali spricht man von Vipassana-Bhavana. Die Übersetzung lautet: „Geistesentfaltung durch Klarblick oder Einsicht.“ In diesem Sinne ist Vipassana eine reine Wahrnehmungs-Schulung.

Die Wortbedeutung selbst zeigt uns schon, worum es geht: Die Vipassana-Praxis führt zu Einsichten über uns und unser Leben, sie führt zur Innenschau, in der uns präsentiert wird, wie wir sind. Wir können einen klaren Blick bekommen, „hellsichtig“ werden, wenn wir uns in Achtsamkeit üben und unser Gewahrsein trainieren. Wenn man lernt, von der Meta-Ebene aus wertfrei zu beobachten und alles an physischen, psychischen und geistigen Phänomenen ziehen zu lassen, um sich mit kristallklarem Bewusstsein zu versenken, kann man ganz neue spirituelle Erkenntnisse erfahren: Bedingungslosigkeit, inneren Frieden, absolute Ruhe sowie Momente jenseits der Dualität (Verlöschung, Nirwana) – und damit verbundene außerordentliche Einsichten. Vipassana macht frei, auf allen Ebenen des Daseins, ob das nun physische Prozesse sind, die sich verändern können, wie Krankheiten und Schmerzen, oder ob das psychisch-geistige Zustände oder Leiden sind, mit denen wir entweder kämpfen oder eben zu tun haben. Kulturelle Prägungen und Vorurteile werden durchlässiger und verabschieden sich. Auf der Ebene der spirituellen Erkenntnisse kann es jene „Quantensprünge“ geben, durch die unser Geist letztlich die Ebene wechselt. Manche mögen das einen „geistigen Aufstieg“ nennen – Zustände jenseits der Dualität, Erkenntnis, Erleuchtung …

Wir können aus allen möglichen Gründen mit der Achtsamkeitsmeditation beginnen: Manche haben Beziehungsprobleme, andere Sorgen, die ihre Kinder betreffen, wieder andere wollen einfach nur abschalten lernen. Ab und zu beginnen Menschen mit Vipassana-Meditation aus Interesse, weil sie mehr erfahren wollen … Viele beginnen, weil sie irgendein Problem haben, mit dem sie besser fertig werden möchten. Psychische, geistige oder materielle Sorgen lassen einen nachdenken und motivieren dazu, mit Achtsamkeitstraining zu beginnen. Krankheiten bewegen Menschen dazu, sich Gedanken zu machen und hinter die Kulisse blicken zu wollen … Die Gründe sind zahlreich, und ein Grund ist so gut wie jeder andere und jeder Grund ist gut genug! Was man benötigt, ist eine wirklich echt gemeinte authentische Entscheidung und einen guten Einführungsunterricht. Durchhaltevermögen kommt dann von selbst, wenn man die Sinnhaftigkeit und den Wert der Methode selbst durch die Praxis erfährt. Man braucht kein Talent dazu, kein Vorwissen, keine besondere körperliche Verfassung, keine sonst wie gearteten Voraussetzungen. Das Einzige, was man wissen sollte, ist, dass echte „Vipassana-Geistesentfaltung“ nicht nur ein Zuckerschlecken ist, sondern zwischenzeitlich auch anstrengend sein kann. Bei konsequenter Einsichtsmeditation kommen alte, vergrabene Inhalte zum Vorschein, die nicht immer angenehm sind – von psychisch-geistigen Narben angefangen hin bis zu Charakterfehlern und Persönlichkeitsdefiziten. Gleichzeitig bekommt man aber das Werkzeug, damit umzugehen. Menschen, die Achtsamkeitsmeditation wirklich ernst nehmen, laufen nie Gefahr, Psychopharmaka zu nehmen, sie kommen nicht auf die Idee, ihre Wahrnehmung mit Chemie zu vergiften … Deswegen kann manchmal fälschlicherweise der Eindruck entstehen, dass Vipassana-Meditation hauptsächlich bei psychischen Problemen angewandt wird, also „nur“ für Menschen mit solchen Herausforderungen gedacht ist. Das ist ein Irrtum: Vipassana kann „psychotherapeutisch“ wirken, und tut das auch immer, wenn ein derartiges Problem vorliegt. Vipassana geht aber dann weiter, viel weiter in spirituelle Gefilde …

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