Cover: Tausche Anzug gegen Wanderhose

Tausche Anzug gegen Wanderhose
Eine Reise der Transformation – Auf dem Pfad zu meinem wahren Selbst


EUR 21,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 144
ISBN: 978-3-7116-0799-7
Erscheinungsdatum: 18.02.2025
In Tausche Anzug gegen Wanderhose schildert Christian Dressler seine transformative Pilgerreise auf dem Jakobsweg. Zwischen Natur, Begegnungen und Reflexion zeigt er, wie Loslassen und innere Stärke zu einem bewussteren Leben führen – inspirierend für alle, die Veränderung suchen.
Prolog

Der nächtliche Mairegen hat den Asphalt in sattem Anthrazit hinterlassen, was ihm einen sanften Glanz verleiht. Lichter der Schaufenster, der Straßenlaternen, der ersten Fahrzeuge reflektieren in der nassen Oberfläche, fast so, als würde das Oben mit dem Unten verschmelzen. Noch wirkt alles unberührt, und doch riecht man es schon. Es riecht nach Aufbruch.
Nicht mehr lange, vielleicht noch zehn Minuten, dann wird dieser Morgenmagie ein jähes Ende bereitet – wenn sich hunderte Menschen wieder auf der Straße tummeln und geschäftig von einem Termin zum nächsten hetzen, ihren Verpflichtungen nachkommen, nur nicht(s) auslassen. All das ist nicht mehr meine Welt, gehört jetzt den anderen, ich bin draußen. Verharre als Beobachter eines altgewohnten Bildes vor meiner Haustüre.
Wie viele Male habe ich bereits gedankenverloren auf diese Straße hinuntergeblickt und darauf gewartet, dass das hellerleuchtete Schild am Autodach des Taxis vor mir auftaucht. Anders als sonst, trage ich heute keinen schwarzen Anzug, der Männern wie mir – so heißt es jedenfalls – einen seriösen Anblick verleiht. Den schwarzen Trolley mit HON-Circle-Anhänger habe ich gegen meinen nagelneuen Wanderrucksack getauscht. Eine weiße Muschel, einst ein Mitbringsel von der Insel Rab, baumelt nun jenen entgegen, deren Sinne dafür offenstehen, und machen mich zu dem, der ich sein möchte: ein Jakobsweg-Pilger.
Üblicherweise begleiten mich Gedanken an Verträge, Verhandlungsstrategien und anstehende Projekte auf meinen Reisen. Noch nie hat sich mein Kopf so leer angefühlt. Einzig die Vorstellung darüber, wie leichtfertig ich meine Rolle im Top-Management hinter mir gelassen habe, jagt mir einen kalten Schauder über den Rücken. All die Energie, die ich in meine Kariere investiert habe. Schneller, höher, weiter – es gab nur eine Richtung: nach oben. Doch dort angekommen, stand immer sofort das nächste Ziel vor der Tür.
Das Klicken des Kofferraumdeckels reißt mich aus meinen Gedanken. Die weichen Träger des Rucksacks gleiten durch meine Finger, bis ich entschlossen den Griff festige und meinen treuesten Reisebegleiter in spe in den Wagen befördere. Die Autotür steht einladend offen, ein kleiner Schritt und ein letzter flüchtiger Blick zurück zu den Fenstern der Wohnung. Schwach zeichnet sich die Silhouette meiner Frau hinter dem Glas ab. Während ich mich in die kalten Ledersitze der S-Klasse schäle, schießen mir plötzlich hunderte Gedanken durch den Kopf, das Pochen in der Halsschlagader treibt mir kalten Schweiß auf die Stirn. Freischwimmen. So fühlt es sich also an, wenn man sich dem Fluss des Lebens hingibt.
Der Jakobsweg ist schließlich kein Spaziergang und auch mehr als eine wochenendliche Wanderung. Er ist ein Pfad der Selbstfindung, eine Suche nach innerem Gleichgewicht. Dass das aus der Balance geraten ist, wundert niemanden – mittlerweile nicht mal mich selber. Viel zu lange habe ich ein Leben geführt, das sich nur noch nach den Bedürfnissen der Firma orientiert hat. Minutiös geplante Tagesabläufe bestimmten meinen Alltag, ja sogar die Mittagspause haben wir zugunsten zusätzlicher Meetings gestrichen. Die Wochenenden verbrachte ich im Flieger oder halb tot auf der Couch, um den Jetlag zu verarbeiten. Eine endlose Kette von Dienstreisen und intensiven Arbeitstagen, oft fern von Familie und Freunden. Ein Pfad des Erfolgs … doch um welchen Preis? Habe ich ausgerechnet diejenigen in der Hektik des Alltags vergessen, die mir am Herzen liegen?
Und auch jetzt gönnt mir mein Gewissen keine Ruhe: Wie egoistisch, wenn du jetzt gehst! So entfernst du dich nur noch weiter von deinen Liebsten! Doch da klingt auch diese andere Stimme, leise und beständig: Ist es nicht ebenso wichtig, für dich selbst zu sorgen? Denn wie kannst du für andere da sein, wenn du selbst verloren bist?



Zugfahrt ins Ungewisse – Gedanken zwischen den Gleisen

Regentropfen tänzeln über die Scheibe und malen flüchtige Muster, als wolle die Natur meine Gedanken zur Betriebsamkeit des Lebens sichtbar machen. Wieder und wieder bilden sich Allianzen, Abzweigungen und Tropfen auf der Überholspur, die irgendwo im Nichts verlaufen. Hier sitze ich nun, in der Zweiten Klasse, ohne Reservierung, umgeben von Menschen, deren Leben sich unbemerkt mit meinem kreuzt.
Mein Rucksack vollgepackt mit allem, was ich nach ausführlicher Recherche für die nächsten Wochen glaube zu brauchen, ruht wohlbehütet zwischen den Beinen. Noch kann ich mir schwer vorstellen, dass ich mit nur zwei Garnituren Wanderkleidung, Regenschutz, Fleecejacke und dem kleinen Kulturbeutel mit Notapotheke das Auslangen finde. Trotz rigoroser Gewichtsbeschränkung dürfen iPad und das Notizbuch nicht fehlen. Beim Blick auf meine Habseligkeiten muss ich spontan an die Wanderarbeiter in China denken. Auf meinen Dienstreisen konnte ich oft beobachten, wie sie mit dem geschulterten Seesack am Straßenrand standen, auf der Suche nach Arbeit. Oft habe ich mich gefragt, was in ihren Köpfen vorgeht, was sie beschäftigt, sie antreibt, sie ängstigt. Sich in ihren Seesäcken verbirgt.
Vor mir die stillen Zeugen meiner Bindung an die alte Welt: Brille, Handy, iPad, Wasserflasche, Reste meiner Käsleberkäs-Semmel und ein Gewirr aus Ladekabeln. Lange halte ich es nicht aus, das Handy links liegen zu lassen. Ein vertrauter Klick auf die E-Mail-App – lauter ungelesene Newsletter, digitaler Lärm, der mich nicht mehr erreicht. Unsubscribe? Noch bin ich nicht bereit, diese letzte Verbindung zu kappen. Was, wenn ich etwas Wichtiges verpasse? Empfehlungen, Angebote, die kleinen Verlockungen des Alltags. Und siehe da, ein Lichtblick: die neuen Inhalte meiner Ausbildung zum zertifizierten Big Five for Life-Coach. Mit dem aktuellsten Auftrag, der da lautet: „Finde ein Akronym, das deine fünf Herzenswünsche einfängt!“
Na toll – wie soll ich das jetzt noch hinbringen? Normalerweise gehe ich schon nach der zweiten Runde Scrabble k. o.
Weltreisen, Kunst, Inspiration, Achtsamkeit, Richtung – wie formt man daraus ein Wort?
WIA-KR, WIRKA, … Das Spiel mit den Buchstaben gleicht dem Kampf mit mir selbst. Woher ein Wort finden, das alles einfängt? Vielleicht brauche ich einen neuen Ansatz, eine andere Perspektive. Als ob es beim Nachdenken helfen würde, krame ich in meinem Rucksack herum und stoße auf eine zerknüllte Packung Fisherman’s Friend. „Mach dein Ding“, steht da in großen Lettern. Wie ein Echo hallen diese Worte in meinem Kopf nach und lösen eine Flut an Fragen aus. Wie oft habe ich mich im Laufe meines Lebens gefragt, was „mein Ding“ eigentlich ist, umgeben von so vielen vorgegebenen Rahmenbedingungen, Regeln und Wertvorstellungen. Wie passt „mein Ding“ überhaupt in die Vorstellungen der anderen? Wie viele von meinen eigenen Wünschen musste ich zurückstellen, um den Konventionen zu entsprechen, um nicht aus dem Rahmen zu fallen, um den allgemeingültigen Vorstellungen von Erfolg zu genügen? Wo bleiben dabei Individualität und Selbstbestimmtheit? – Was für ein Teufelskreis! Wir ordnen uns unbewusst einer Gruppe zu, um dazuzugehören. Anzüge wie Uniformen, immer die gleichen Polo-Shirts, die je nach Geldbeutel andere Logos tragen. Und dann? Wo bleibt dabei „mein Ding“? Wird es am Ende nur zu einem „Ding“ unter vielen? Sicher ist: am Ende bleibt dir keines dieser Dinge. Offensichtlich geht es um mehr als nur die Anhäufung materieller Besitztümer, das Erreichen eines gewissen Status, um einer Gesellschaftsschicht anzugehören. Sich deren Sprache anzueignen, ihre Kleidung zu tragen, stolz die Zeit von einer Schweizer Manufakturuhr abzulesen – will ich das wirklich? Diese Frage bleibt als ständiges Murmeln im Hinterkopf, während ich weiterhin ziellos im Rucksack herumwühle, auf der Suche nach einer Antwort, die ich vielleicht längst schon kenne.
Das Konzept Big Five for Life habe ich vor zehn Jahren kennengelernt. Ich fand den Vergleich des eigenen Lebens mit einer Safari in Afrika sehr spannend. Die meisten Abenteurer:innen werten den Erfolg ihrer Reise danach, ob sie die Big Five – Nashorn, Löwe, Büffel, Leopard und Elefant – auf ihren Pirschfahrten erspähen konnten. Auf das Leben übertragen können wir uns fragen: Welche fünf Dinge möchte ich unbedingt erlebt haben, um auf ein glückliches Leben zurückblicken zu können? Was macht mein Leben gemäß meiner eigenen, höchst persönlichen Definition lebenswert?
Vergangenen Sonntag war es so weit, die intensive Entdeckungsreise hatte ein Ende. Meine persönlichen Big Five for Life standen fest. Gerade noch rechtzeitig, um den finalen Entwurf mit auf den Weg zu nehmen. Ich versuche mich zu erinnern. Christian, was ist los mit dir? Du wirst doch wohl noch deine Herzenswünsche aus dem FF aufsagen können!
Seufzend schlage ich das Notizbuch auf. Da stehen sie, meine Herzenswünsche: verfasst in meiner bemühtesten Schönschrift, einer Mischung aus Normschrift (ein Überbleibsel meiner Ingenieursausbildung), Schreibschrift und – wie meine Lehrer immer behaupteten – Hieroglyphen. Einzigartig wie das Geschriebene selbst:
Die Schönheit dieser Welt erleben, festhalten und fremde Kulturen verstehen, vermitteln und transferieren – das Beste aus allen Welten vereinen;
Menschen inspirieren mit dem, was ich tue, schaffe und vermittle und ihnen damit helfen, ihr volles Potenzial zu entdecken und entfalten;
Kreativität zum Ausdruck bringen sowie Kunst schaffen und damit begeistern und berühren;
in Achtsamkeit leben und der Welt mit Respekt begegnen;
Menschen und Organisationen eine Richtung geben.

Ein wohlig warmes Gefühl beginnt sich breitzumachen, erfasst meinen gesamten Bauchraum und lässt meinen Atem ruhiger werden. Noch ein Blick auf die Zeilen vor mir und mit einem tiefen Atemzug verlieren sich meine Gedanken in der Weite der Landschaft, die an mir vorüberzieht.
Die Farben des Frühlings verschwimmen vor meinen Augen, während ich mich der Worte von John besinne: „Du suchst dir deine Herzenswünsche nicht aus, vertraue darauf, dass es immer Menschen gibt, die dir bei der Erfüllung deiner Big Five for Life behilflich sein möchten. Du wirst auf die Menschen treffen, deren Big Five sich mit deinen überschneiden, die bereits ähnliches erreicht haben oder die Freude empfinden, wenn sie dir weiterhelfen können.“
Um diese „Helferleins“ zu finden – John nennt sie im englischen Originalton die Whos –, hat er selbst seine Big Five for Life auf die Rückseite seiner Visitenkarte geschrieben. Beim Anblick meiner eigenen Big Five wird mir klar, dass ich ein ziemlich großes Visitenkartenformat bräuchte, wenn ich auf eine Lupe verzichten will.
Aus dem Wagonfenster spiegeln mir die funkelnden Augen eines Kerls entgegen, dessen Grinsen immer breiter wird. Alsdann: Auf zu neuen Ufern!




Der Check-in – Abschied vom Gewohnten

Als Pilger beim HON Circle-Sonderschalter einzuchecken ist schon komisch, aber ich habe wenig Lust, mich in die lange Schlange vor dem Austrian Airlines-Schalter zu stellen. Dafür würde ich den Porsche zum Flieger ablehnen und etwas zu den zehntausend Schritten für diesen Tag beitragen.
In der Lounge passt lediglich die Farbe meiner Wanderhose zu dem Outfit der anderen Besucher:innen, deren Blicke ich meine zu spüren. Vielleicht aber auch alles nur Einbildung, denn zum ersten Mal fühle ich mich fremd in dieser Blase. Mein winziger, halbtransparenter Rucksack hebt sich deutlich von den noblen Ledertaschen ab.
Neunzig Minuten bis zum Boarding, das sollte für die Zwischenprüfung reichen. Eine Sache weniger, die ich gedanklich auf den Jakobsweg mitnehmen möchte. Was für eine grandiose Entscheidung, dass ich mein iPad mitgenommen habe. Die Verbindung zum WLAN wird automatisch hergestellt. Auch das: ein Relikt meiner ständigen Dienstreisen, das mir jetzt zunutze wird. Ich logge mich in die Prüfungsplattform ein. Ganz schön gefinkelt, dieser Multiple-Choice-Test! Hier heißt es, genau auf die Formulierungen zu achten, um nicht in die Falle zu tappen. Achtzig Prozent brauche ich richtig, dann habe ich bestanden. Gefasst starre ich auf die im Uhrzeigersinn drehende Sanduhr und warte auf das Ergebnis: Fünfundachtzig Prozent beim ersten Anlauf! Ich fühle, wie meine Brust tatsächlich ein wenig anzuschwellen scheint. Die abendlichen Lernsessions haben sich also doch ausgezahlt. Erleichtert stoße ich die Luft aus, lasse meinen Blick vorsichtig durch den Raum gleiten – schade, niemand da zum Teilen – und klappe das iPad zu, mit dem Zertifikat in der Tasche, die sich gleich um einige Kilos leichter anfühlt. Auf zum Gate.
Beim Scannen der Bordkarte leuchtet es plötzlich rot, Druckgeräusche ertönen vom Terminal. Einladend präsentiert sich eine neue Bordkarte mit Sitzplatz 1A in der Business-Class. Was für ein Start in meine Pilgerreise! Die materielle Reduktion eines Pilgers muss ich vorerst wohl noch etwas verschieben. Ich greife nach meinen Kopfhörern und starte die Playlist, um etwas Privatsphäre zu haben. Die Vibrationen beim Start, die vertraute Musik und das Wissen um die stundenlange Reise vor mir lassen mich schnell in einen leichten Schlaf finden.



Abschied von der Vergangenheit – Das Ausräumen

Es war nicht das erste Mal, dass ich mein Büro ausräumte. Nach jeder beruflichen Veränderung verabschiedete ich mich von einigen Dingen aus der vorherigen Station, denen ich entwachsen war, entwachsen wollte. Wichtige Dokumentationen gab ich weiter oder archivierte sie, unnützes Zeug wurde entsorgt. Dieses Ausräumen brachte stets Erinnerungen ans Licht: Erinnerungen an erfolgreiche Projekte, aber auch an schmerzliche Niederlagen, welche zu den größten Lernerfolgen zählten – im Nachhinein betrachtet. Viel war ohnehin nicht mehr übrig, denn beim letzten Umbau hatte ich bereits alle Aktenschränke entsorgen und gegen kleine dekorative Kommoden und Regale tauschen lassen. Der große Schreibtisch und der Besprechungstisch bildeten das Epizentrum intensiver Projektarbeit, die mir das eine oder andere Mal gehörig um die Ohren flog.
Geblieben waren die selbstgemalten Porträts großer Persönlichkeiten, die mich bei meinen Überlegungen stets inspirierten. Ein Beraterteam in einzigartiger Zusammenstellung. Einstein, Gandhi, Picasso und Buddha – jeder für sich war eine Persönlichkeit, prägte und beeinflusste die Welt über seine Lebenszeit herausragend. Jeder hat auf seine ganz eigene Art die Weltordnung auf den Kopf gestellt, Grenzen verschoben, Muster gebrochen und etwas Neues in die Welt gesetzt. Und jeder wollte etwas bewegen, sich und sein Umfeld entwickeln und einen Beitrag zur Veränderung leisten. Vielleicht sprechen mich diese Menschen genau deshalb an? Es ist ebendiese Vielfältigkeit, die mich immer wieder einlädt innezuhalten, um mich selbst und gewisse Entscheidungen zu reflektieren.
Meine Entscheidung, das Unternehmen nach fast dreißig Jahren zu verlassen, hatte ich im Übrigen gewiss tausendmal reflektiert. Viele meiner Kolleg:innen und Mitarbeitenden waren mir über die Jahre ans Herz gewachsen. Wir glaubten an die Unternehmensvision und hatten das Gefühl, Sinnvolles zu tun. Allerdings hatte sich das in den vergangenen Monaten gravierend geändert. War es meine eigene Veränderung, oder die Veränderung im Unternehmen? Ich wusste es nicht. Die Kernfrage, ob ich in diesem Umfeld weiter wachsen und mit meinen Talenten das Unternehmen mitgestalten könnte, oder ob es mich sukzessive aushöhlen und in eine Art Managerzombie verwandeln würde, stellte sich mir immer häufiger. Einer konkreten Antwort wich ich geschickt aus, vermutlich um mir selbst nicht eingestehen zu müssen, dass ich möglicherweise falschen Zielen hinterhergelaufen war. Schlussendlich war es mein Körper, dem ich die entscheidenden Hinweise verdanke. Ein Energievampir nagte an mir, der mich immer mehr aussaugte und nur noch funktionieren ließ. Nur funktionieren? – Nein, nicht mit mir. Keinen Tag länger. Mit Tränen in den Augen schloss ich die Bürotür hinter mir und machte mich auf zu meinem finalen Rundgang durch die Firma.
Das sanfte Schulterklopfen der Flugbegleiterin reißt mich jäh aus meinen Gedanken. Als ich die Augen öffne, merke ich, wie wir uns offenbar im Anflug auf Bilbao befinden. Endlich. Wir sind spät dran. Viel zu spät, um genau zu sein. Gut, dass ich den Bus nach Irun direkt vom International Terminal in Bilbao gebucht habe. Sollte sich alles ausgehen. Dem Priority-Sticker sei Dank, kommt mein Rucksack als erstes Gepäckstück in der Wartehalle an. Schwungvoll hieve ich ihn auf meinen Rücken und begebe mich in die Empfangshalle am Flughafen, wo ich sehr schnell die Orientierung verliere. Eilig scanne ich alle Schilder nach Hinweisen durch. Wo zum Kuckuck geht’s hier zum Busterminal? Zum Glück hat der Infoschalter noch offen. Als ich der Mitarbeiterin mein Ticket zeige, lächelt sie bemüht freundlich. Das wird knapp, sagt sie in routiniertem Englisch, als hätte sie den Satz heute schon zum hundertsten Mal gesagt. Aber mit dem Taxi sollte ich es rechtzeitig schaffen. Mit dem Taxi? Shit, da hätte ich wohl doch genauer recherchieren müssen. Völlig außer Atem komme ich beim Taxistand an und lasse mich zum Busterminal bringen, das mitten im Stadtzentrum liegt statt am Flughafen.
Merkwürdig, wie viele Busse in die Tiefgarage fahren. Intuitiv schlage ich diese Richtung ein, doch als eine Passantin meinen Weg streift, komme ich nicht drumherum, sie zu fragen. Kontrolle ist besser. „Wo geht’s hier zum Bus nach Irun?“ Die nette Frau zeigt auf die riesigen roten Schilder vor mir − wie konnte ich die nur übersehen? −, ich stammle noch ein „Gracias“, ehe ich dem herausströmenden Tunnelsmog entgegenlaufe.
Völlig außer Atem erreiche ich die Bilbao Intermodal Station und orientiere mich weiter an den Anzeigetafeln. Die Rolltreppe führt zu einem kleinen Wartebereich mit direktem Zugang zu den Plattformen. Nur eine Türe steht offen. Aus der Ferne erkenne ich hinter der Windschutzscheibe des Busses das Schild mit der Aufschrift „Irun“. Gerade noch rechtzeitig springe ich mit einem Satz in den Bus. Ich hatte Glück, mit einem sanften Pfeifen schließen die Türen hinter mir.
5 Sterne
Inspirierend, viele Themen die zum Nachdenken anregen - 21.02.2026
Peter S.

Spannende Geschichte die den Zeitgeist einfängt. Ich habe mich in vielen Gedanken gefunden und wurde inspiriert über meinen eigenen Weg neu nachzudenken

5 Sterne
Inspirierende Reise zur Selbstfindung - 21.02.2026
Stefan Hofmayr

Das Buch hat mich tief berührt und inspiriert. Christian Dressler beschreibt authentisch seinen Weg zur Selbsterkenntnis und ermutigt dazu, dem eigenen Herzen zu folgen. Absolut empfehlenswert!

5 Sterne
Danke für die Einblicke ins Leben eines "normalen" und doch besonderen Menschen - 20.10.2025
Kristina

Danke für die Reise an die verschiedenen Orte und vor allem die persönlichen Momente! Die Ehrlichkeit über die Tiefgänge und Aufstiege bzw. Erfolge in jeder Hinsicht ist bewegend und motivierend! <3

5 Sterne
Unterhaltsam und inspirierend zugleich - 02.07.2025
Berndt Cupak

Das Buch ist viel mehr als nur ein Reisebericht über den Jakobsweg. Obwohl die Reiseroute und das Erlebte sehr visuell beschrieben werden, wird man am Ende zu einer Reise der persönlichen Transformation und Weiterentwicklung eingeladen. Inspirierend für Menschen, welche sich an Kreuzungspunkten des Lebens befinden oder solche suchen.

5 Sterne
Tolle Reflexion - 13.03.2025
Gerald Sturm-Ofenböck

Lieber Christian, tolle Hedanken und Einblicke die du in deinem Buch mit uns teilst. Ich kann es nur empfehlen, dich auf deiner Reise zu begleiten. Alles Liebe und Gute auf deinen neuen Wegen.

5 Sterne
Vom Erfolg zur Erfüllung: Was mich "Tausche Anzug gegen Wanderhose" lehrte - 10.03.2025
Christina Hochstraßer

In "Tausche Anzug gegen Wanderhose“ erzählt Christian Dressler, wie er sich nach Jahren des beruflichen Erfolgs plötzlich leer fühlte. Trotz all seiner Errungenschaften spürte er, dass etwas fehlte. Der Jakobsweg wird für ihn zum Wendepunkt, an dem er sich auf den Weg zu sich selbst begibt. Dieses Buch hat mich wirklich berührt, weil es mich dazu gebracht hat, über meine eigene Lebensreise nachzudenken. Es hat mir gezeigt, dass Erfolg nicht immer Erfüllung bringt und mich dazu inspiriert, mehr auf mein inneres Gefühl zu hören und meinen eigenen Weg zu gehen.

5 Sterne
Eine inspirierende Reise zur Selbstfindung - 10.03.2025

Christian Dressler nahm mich in „Tausche Anzug gegen Wanderhose“ mit auf seine persönliche Reise, die weit über das bloße Wandern hinausging. Mit eindrucksvollen Schilderungen seiner Erfahrungen auf dem Jakobsweg bietet er einen interessanten Einblick in die Beschreitung dieser spirituellen Route. Seine inspirierende Geschichte regt dazu an, innezuhalten und über den eigenen Lebensweg zu reflektieren.

5 Sterne
Wanderung ins ICH - 10.03.2025
Edel

Eine wunderbar beschriebene Reise inkl. schönen Bildern, die dem Leser verdeutlich, wie sich durch körperliche und geistige Bewegung die Sicht auf das eigene Leben verändert. Wunderbar inspirierend und gleichzeitig motivierend sich auf derartige Reisen – Wanderungen ins Ich - einzulassen, sich zu öffnen, inne zu halten und über eigene Grenzen zu gehen. Sehr zu empfehlen.

5 Sterne
Großartige und vielseitige Inspiration! - 09.03.2025
Bernhard Durchschlag

Herr Dressler nimmt uns nicht nur auf eine Reise mit wunderbaren Eindrücken und traumhaften Fotos mit, sondern auch auf eine Reise zur eigenen, inneren Mitte, sehr inspirierend und anregend!!

5 Sterne
Tausche Anzug gegen Wanderhose  - 09.03.2025
Mahboobeh Bayat

Das Buch sollte jeder lesen . Das macht Mut und inspiriert. Wunderschöne Bilder, sehr kurzweilig und genau die richtige Inhalte für jede Phase des Lebens. Veränderungen angehen , obwohl nicht jedes Detail bekannt ist und eigene Intuition vertrauen. Darüber und vieles mehr schreibt der großartige Autor in diesem Buch, das ein perfektes Format und sehr gute Schriftgroße hat.

5 Sterne
Inspirierend, macht Mut zur Veränderung - 09.03.2025
Franz

Ein Buch über den Mut, alte Wege zu verlassen und sich selbst neu zu entdecken. Christian hat mich auf seine Reise voller Höhen und Tiefen mitgenommen. Mal tiefgründig und mal mit einem Augenzwinkern.Aus meiner Sicht eine volle Empfehlung für jeden, der auf der Suche nach mehr Sinn im Leben ist und aus dem Hamsterrad aussteigen möchte.

5 Sterne
Inspirierend - 09.03.2025
Ernst Pichler

Tolles Buch des Autors auf der Suche nach sich selbst

5 Sterne
Reise zu sich - 09.03.2025
Christopher Schlesinger

In diesem Buch wird man mitgenommen auf eine Reise zu sich und dem was wirklich zählt. Den Rucksack (seinen Ballast) des Lebens muss man selber tragen. Ich finde es zeigt perfekt auf worauf wir wirklich achten sollten und die Oberflächlichkeiten nicht so wichtig nehmen. Sehr empfehlenswertes Buch!!

5 Sterne
Sehr inspirierend - 09.03.2025

Man findet viele spannende und unterhaltsame, aber auch Momenete zum Nachdenken. Das Buch inspiriert einen, die eigene Herangehensweise mit Problemen zu überdenken. Danke, dass wir an dieser Wanderung teilnehmen durften.

5 Sterne
Spannender Wechsel von Business zum Abenteuer! - 09.03.2025
Petra Kastinger

Mein Mann und ich wurden total inspiriert unseren Lebensstil zu hinterfragen und motiviert unsere Reise auf dem Jakobsweg fortzusetzen! Christian Dressler hat einen lockeren Erzählstul mit Humor und Selbstreflexion.

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