Survival in der Schule

Survival in der Schule

Damian Gsponer


EUR 14,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 118
ISBN: 978-3-99038-674-3
Erscheinungsdatum: 02.12.2014

Leseprobe:

Vorspann
Vor dem ersten Schritt


Ausgesetzt in der Wildnis

Am 27. August 2012 lasse ich mich von einem Wasserflugzeug in der Wildnis Alaskas aussetzen. Ein Versuch, zwei Wochen lang alleine in einer menschenleeren, abgelegenen Natur zu überleben.
Von Anchorage aus fliege ich 90 Minuten lang in Richtung Süden. Hier, wo es die scheinbar größten Braunbären gibt. Auf den Hinterbeinen aufgerichtet erreichen sie Höhen von über drei Meter und mehr. Hier, wo die Wölfe noch ungehindert im Rudel jagen. Hier, wo Elche ein Geweih mit Spannweiten von bis zu zwei Metern auf dem Kopf tragen. Genau hier lasse ich mich aussetzen.
Es gibt weit und breit keinen Menschen. Kein Telefonnetz. Keine Verbindung zur Außenwelt. Nichts. Nur die Schöpfung und ich.
Etwas naiv – oder vielleicht etwas sehr naiv – will ich lediglich ein Messer, ein Feuerzeug und eine Trinkflasche mitnehmen. Bei Bear Grylls sieht das jeweils recht einfach aus.
Meine Frau verpflichtet mich schließlich, zumindest ein (Satelliten-)Notfallsignal mitzunehmen. Ein guter Bergführer-Freund bietet mir ein Zelt mit Schlafsack an und weist mich darauf hin, dass dies die minimale Ausrüstung ist. Von David Bittner, einem Schweizer Bärenexperten, erfahre ich, dass ein Elektrozaun und Bärenspray gute Optionen sind, sich vor Bären zu schützen.
So kann ich kurz vor dem Abflug in Anchorage auf eine stolze Materialsammlung blicken.
Zur Verpflegung gönne ich mir die Mitnahme von einem Kilo Spaghetti und einem Kilo Haferflocken sowie einer Angelrute. In Alaska sollen die Fische ja gerade so an den Haken springen. Den Rest an Nahrung finde ich bestimmt in der Natur.
Nun ist die Stunde X gekommen. Der Pilot setzt mich aus. Mit großer Freude und ebenso großer Anspannung sehe ich – von Bäumen und Wasser umringt – zu, wie mein Flugzeug an diesem 27. August 2012 langsam hinter dem Horizont verschwindet.
In diesem Moment erreicht mich ein Adrenalinschub. Ich schlottere mehr vor Nervosität als vor Kälte. Es gibt kein Zurück mehr. Mein Abenteuer beginnt.
Es ist lediglich eine Frage der Zeit, bis der erste Bär mich besuchen wird.
Was ist nun meine erste Handlung?



Die erste Handlung

Was würdest du an meiner Stelle tun?
- Erst mal essen, damit ich neue Kraft und Energie erhalte?
- Den Elektrozaun aufstellen, damit alle Materialien in Sicherheit sind?
- Ich schaffe mir einen Überblick über das Gelände?
- Ich mache nichts und warte ab.
- Etwas anderes, nämlich:

Warum hast du deine Wahl so getroffen?

Lass mich raten. Du hast nicht „Ich mache nichts und warte ab“ ausgewählt. Du würdest mir also empfehlen, in irgendeiner Weise aktiv zu werden. Habe ich Recht?
Und genau dies empfehle ich auch dir in deiner jetzigen Situation! Du hast dieses Buch gekauft, weil du in einer schwierigen Situation bist. Deine Bedrohung wartet nicht in Form eines Bären im Wald, sondern in Form von Aggressionen gegen dich in der Schule. Beides kann uns Angst einflößen, uns lähmen und verheerende Folgen haben.
Bei mir ist Fakt, dass irgendwann ein Bär vorbeikommen und schauen wird, was da Neues in seinem Revier herumstreift. Bei dir ist Fakt, dass es irgendwann wieder zu einer Aggression dir gegenüber kommen wird.
Was habe ich also in meiner Situation gemacht?
Einen Fehler.
Noch voller Adrenalin und aus Angst vor einem unliebsamen Bärenbesuch bin ich in blinden Aktionismus verfallen.
Ich habe sofort mit dem Aufbau des Lagers begonnen. Den ganzen Tag war ich damit beschäftigt, diesen verflixten Elektrozaun aufzubauen. Zum einen habe ich noch nie einen solchen Zaun aufgestellt – und zum anderen waren unter der dünnen Erdschicht lauter Steine. Ich hatte also erhebliche Mühe, die Pfähle in den Boden zu schlagen. Ich musste Steine zerschlagen, Löcher graben, Erde zusammenkratzen und auftürmen … Dies alles, um bloß einen halbwegs wackeligen Zaun herzurichten.
Inmitten von diesem Aktionismus habe ich vergessen, etwas zu essen und zu trinken. Außerdem fing der Rücken an zu schmerzen –
schließlich bin ich überhaupt nicht gewohnt, körperlich zu arbeiten. Meine Batterien waren bereits am ersten Abend leer.
Ich habe rückblickend eine denkbar schlechte Entscheidung getroffen. Ich habe hektisch reagiert. Aber immerhin hatte ich einen minimalen Schutz aufgebaut. Besser, als hätte ich nichts getan und abgewartet.
Was würde ich heute als Erstes tun?
Ich würde erst mal das Gelände erkunden, mir einen Überblick verschaffen. Denn nachdem ich mein ganzes Lager mit Zaun und Zelt mühsam, mit viel Kraftaufwand und unter einem ständigen, ängstlichen Gefühl aufgeschlagen hatte, entdeckte ich unweit von meinem Lager entfernt einen viel besser geeigneten Platz.
Ich habe mich von der Angst leiten lassen. Und Angst ist fast immer ein schlechter Ratgeber.
Auch in deiner Situation sind Handlungen aus Angst und aus blindem Aktionismus mit großer Wahrscheinlichkeit die falsche Lösung.
Deswegen zeige ich dir mit diesem Buch auf, wie du vorgehen kannst, damit du aus der für dich so schwierigen und kräftezehrenden – ja vielleicht sogar scheinbar ausweglosen – Situation wieder herauskommst.
Es gibt drei Prinzipien, an welche du dich während dieser zwanzig Schritten halten musst, damit sie funktionieren.
Du musst deine Situation ändern WOLLEN – Und damit bereit sein, an dir zu arbeiten. Denn die Situation wird sich nur ändern, wenn du in erster Linie an dir selber arbeitest.
Du musst es TUN – Wende die Techniken und Methoden an, selbst die Übungen, die dir sinnlos erscheinen. Frage dich nicht, wie und weshalb das funktioniert – sei einfach gewiss, dass es funktioniert!
Du darfst NIE AUFGEBEN – Selbst wenn du durch dieses Programm Rückschläge erleidest, selbst wenn du nach 17 Schritten denkst, es hätte keine Veränderung gebracht. Arbeite das volle 20-Schritt-Programm sorgfältig durch.

Ich glaube an dich!



Der Aufbau dieses Buches

Damit dir dieses Buch weiterhilft, solltest du alle Seiten der Reihe nach lesen und die entsprechenden Übungen konkret und gemäß Anleitung durchführen.
Das Buch beginnt mit einer Art Vorspann. Auf diesen Teil wird in den späteren Schritten immer wieder Bezug genommen.
Die zwanzig Schritte, die nach dem Vorspann beginnen, sind in je zwei Bereiche à zehn Schritte aufgeteilt. Bei den ersten zehn Schritten handelt es sich um Grundlagen, die erst aufgebaut werden müssen. Mithilfe dieser Grundlagen sind die zweiten zehn Schritte, deine eigene Offensive, anschließend umsetzbar.
Das Buch schließt mit einer Abrundung.
Der Einfachheit halber verwende ich jeweils nur eine Geschlechtsform. Die Informationen gelten jedoch stets für beide Geschlechter.
Ich wünsche dir viel Erfolg auf deinem Weg aus der Mobbingfalle.

Liebe Grüße
Damian Gsponer, www.gd-vs.ch


Die Bereiche dieses Buches

Vorspann – Vor dem ersten Schritt
Die ersten zehn Schritte – Grundlagen
Die zweiten zehn Schritte – Die eigene Offensive
Abschluss



Die aktuelle Lage

Die Zaunpflöcke, welche ich einschlug, kosteten mich viel Energie. Mit halber Energie hätte ich noch bessere Pflöcke einschlagen können, wenn ich diese bloß am richtigen Ort eingeschlagen hätte. Nämlich dort, wo Erde und nicht Steine unter meinen Füßen gewesen wäre.
Daher verschaffen wir uns als Erstes eine Übersicht über die aktuelle Lage.
In deinem Fall gibt es verschiedene Ebenen, die du erst einmal überblicken musst. Beginnen wir bei Ebene 1.

Ebene 1 – Die Peers
Unter Ebene 1 verstehe ich deine Peers. Häufig erfolgen die Aggressionen genau aus dieser Stufe. Davon gehen wir in dieser Analyse einmal aus.
In dieser Stufe gibt es fünf Überkategorien. Du und deine Gleichgesinnten (Stufe 1), die Mobber (Stufe 2), die Mitläufer (Stufe 3), die Beobachter (Stufe 4) und die Unwissenden (Stufe 5).
Schauen wir uns dies anhand einer Grafik an.
Hinweis: Eine Kopiervorlage für das konkrete Ausfüllen in deinem Fall findest du im Anhang 1.

Stufe 1
In Stufe 1 bist in erster Linie du. Gegen dich richten sich die Aggressionen. Hier stellen wir uns die Frage, ob du alleine bist. Bist du der Einzige, der einem Mobbing ausgesetzt ist, oder gibt es noch andere aus deiner Klasse/Stufe, die seit Längerem regelmäßig und von denselben Personen angegriffen werden?
Du schreibst deinen Namen und falls vorhanden die Namen derer, die ebenfalls gemobbt werden, in den Mittelkreis.

Stufe 2
Hier befinden sich die Alphatiere. Diejenigen, die es auf dich abgesehen haben. Sie haben in der Klasse großen Einfluss und die Klassenmitglieder folgen ihren Anweisungen. Es muss sich in Stufe 2 also nicht zwingend um diejenigen handeln, die dich schlagen und beleidigen. Es können auch diejenigen sein, welche andere dazu motivieren, dies zu tun. Es können auch ältere Mitschüler sein, die nicht deiner Klasse und Stufe angehören.
Die Ausgangsfrage ist: Wer ist hauptverantwortlich dafür, dass es immer wieder zu negativen Handlungen gegen dich
kommt?
Schreib die Namen derer in den zweiten Kreis, die du als die Haupttäter identifizierst. Möglicherweise ist es auch nur eine Person.

Stufe 3
Stufe 3 sind die Mitläufer. Sie haben keine eigene Meinung und machen vor allem das, was man ihnen sagt. Sie beteiligen sich aktiv am Mobbing, würden aber sofort damit aufhören, wenn die Leute auf Stufe 2 dich nicht mehr ausstoßen würden. Ihre Motivation ist es, bei den Alphatieren der Klasse in gutem Licht zu stehen oder auf einmal nicht selber gemobbt zu werden.
Die Ausgangsfrage ist: Wer mobbt dich aktiv, tut dies aber vor allem, um den Leuten in Stufe 2 zu gefallen?
Schreib die Namen derer in den dritten Kreis, die du als Mitläufer einstufst.

Stufe 4
Wer weiß und sieht, dass du attackiert wirst, bleibt jedoch passiv? In der Regel sind dies alle übrigen in der Klasse oder auf deiner Stufe (oder gar Schule). Sie schauen weg, weil sie mit der ganzen Sache nichts zu tun haben wollen. Sie haben Angst, dass, wenn sie sich einschalten, sie auf einmal selbst zur Zielscheibe werden.
Zu dieser Stufe gehören auch diejenigen, die dir bereits versuchten zu helfen, die Situation aber nicht verbessern konnten.
Wer weiß von deiner Situation und versucht dir weder zu helfen noch dir zu schaden? Wer hält sich raus?

Stufe 5
Gibt es jemanden in deiner Gruppe, der von deiner Situation nichts weiß?
Diese Namen – wenn es sie denn gibt – kommen in den Kasten rechts von den Kreisen.

Vorspann
Vor dem ersten Schritt


Ausgesetzt in der Wildnis

Am 27. August 2012 lasse ich mich von einem Wasserflugzeug in der Wildnis Alaskas aussetzen. Ein Versuch, zwei Wochen lang alleine in einer menschenleeren, abgelegenen Natur zu überleben.
Von Anchorage aus fliege ich 90 Minuten lang in Richtung Süden. Hier, wo es die scheinbar größten Braunbären gibt. Auf den Hinterbeinen aufgerichtet erreichen sie Höhen von über drei Meter und mehr. Hier, wo die Wölfe noch ungehindert im Rudel jagen. Hier, wo Elche ein Geweih mit Spannweiten von bis zu zwei Metern auf dem Kopf tragen. Genau hier lasse ich mich aussetzen.
Es gibt weit und breit keinen Menschen. Kein Telefonnetz. Keine Verbindung zur Außenwelt. Nichts. Nur die Schöpfung und ich.
Etwas naiv – oder vielleicht etwas sehr naiv – will ich lediglich ein Messer, ein Feuerzeug und eine Trinkflasche mitnehmen. Bei Bear Grylls sieht das jeweils recht einfach aus.
Meine Frau verpflichtet mich schließlich, zumindest ein (Satelliten-)Notfallsignal mitzunehmen. Ein guter Bergführer-Freund bietet mir ein Zelt mit Schlafsack an und weist mich darauf hin, dass dies die minimale Ausrüstung ist. Von David Bittner, einem Schweizer Bärenexperten, erfahre ich, dass ein Elektrozaun und Bärenspray gute Optionen sind, sich vor Bären zu schützen.
So kann ich kurz vor dem Abflug in Anchorage auf eine stolze Materialsammlung blicken.
Zur Verpflegung gönne ich mir die Mitnahme von einem Kilo Spaghetti und einem Kilo Haferflocken sowie einer Angelrute. In Alaska sollen die Fische ja gerade so an den Haken springen. Den Rest an Nahrung finde ich bestimmt in der Natur.
Nun ist die Stunde X gekommen. Der Pilot setzt mich aus. Mit großer Freude und ebenso großer Anspannung sehe ich – von Bäumen und Wasser umringt – zu, wie mein Flugzeug an diesem 27. August 2012 langsam hinter dem Horizont verschwindet.
In diesem Moment erreicht mich ein Adrenalinschub. Ich schlottere mehr vor Nervosität als vor Kälte. Es gibt kein Zurück mehr. Mein Abenteuer beginnt.
Es ist lediglich eine Frage der Zeit, bis der erste Bär mich besuchen wird.
Was ist nun meine erste Handlung?



Die erste Handlung

Was würdest du an meiner Stelle tun?
- Erst mal essen, damit ich neue Kraft und Energie erhalte?
- Den Elektrozaun aufstellen, damit alle Materialien in Sicherheit sind?
- Ich schaffe mir einen Überblick über das Gelände?
- Ich mache nichts und warte ab.
- Etwas anderes, nämlich:

Warum hast du deine Wahl so getroffen?

Lass mich raten. Du hast nicht „Ich mache nichts und warte ab“ ausgewählt. Du würdest mir also empfehlen, in irgendeiner Weise aktiv zu werden. Habe ich Recht?
Und genau dies empfehle ich auch dir in deiner jetzigen Situation! Du hast dieses Buch gekauft, weil du in einer schwierigen Situation bist. Deine Bedrohung wartet nicht in Form eines Bären im Wald, sondern in Form von Aggressionen gegen dich in der Schule. Beides kann uns Angst einflößen, uns lähmen und verheerende Folgen haben.
Bei mir ist Fakt, dass irgendwann ein Bär vorbeikommen und schauen wird, was da Neues in seinem Revier herumstreift. Bei dir ist Fakt, dass es irgendwann wieder zu einer Aggression dir gegenüber kommen wird.
Was habe ich also in meiner Situation gemacht?
Einen Fehler.
Noch voller Adrenalin und aus Angst vor einem unliebsamen Bärenbesuch bin ich in blinden Aktionismus verfallen.
Ich habe sofort mit dem Aufbau des Lagers begonnen. Den ganzen Tag war ich damit beschäftigt, diesen verflixten Elektrozaun aufzubauen. Zum einen habe ich noch nie einen solchen Zaun aufgestellt – und zum anderen waren unter der dünnen Erdschicht lauter Steine. Ich hatte also erhebliche Mühe, die Pfähle in den Boden zu schlagen. Ich musste Steine zerschlagen, Löcher graben, Erde zusammenkratzen und auftürmen … Dies alles, um bloß einen halbwegs wackeligen Zaun herzurichten.
Inmitten von diesem Aktionismus habe ich vergessen, etwas zu essen und zu trinken. Außerdem fing der Rücken an zu schmerzen –
schließlich bin ich überhaupt nicht gewohnt, körperlich zu arbeiten. Meine Batterien waren bereits am ersten Abend leer.
Ich habe rückblickend eine denkbar schlechte Entscheidung getroffen. Ich habe hektisch reagiert. Aber immerhin hatte ich einen minimalen Schutz aufgebaut. Besser, als hätte ich nichts getan und abgewartet.
Was würde ich heute als Erstes tun?
Ich würde erst mal das Gelände erkunden, mir einen Überblick verschaffen. Denn nachdem ich mein ganzes Lager mit Zaun und Zelt mühsam, mit viel Kraftaufwand und unter einem ständigen, ängstlichen Gefühl aufgeschlagen hatte, entdeckte ich unweit von meinem Lager entfernt einen viel besser geeigneten Platz.
Ich habe mich von der Angst leiten lassen. Und Angst ist fast immer ein schlechter Ratgeber.
Auch in deiner Situation sind Handlungen aus Angst und aus blindem Aktionismus mit großer Wahrscheinlichkeit die falsche Lösung.
Deswegen zeige ich dir mit diesem Buch auf, wie du vorgehen kannst, damit du aus der für dich so schwierigen und kräftezehrenden – ja vielleicht sogar scheinbar ausweglosen – Situation wieder herauskommst.
Es gibt drei Prinzipien, an welche du dich während dieser zwanzig Schritten halten musst, damit sie funktionieren.
Du musst deine Situation ändern WOLLEN – Und damit bereit sein, an dir zu arbeiten. Denn die Situation wird sich nur ändern, wenn du in erster Linie an dir selber arbeitest.
Du musst es TUN – Wende die Techniken und Methoden an, selbst die Übungen, die dir sinnlos erscheinen. Frage dich nicht, wie und weshalb das funktioniert – sei einfach gewiss, dass es funktioniert!
Du darfst NIE AUFGEBEN – Selbst wenn du durch dieses Programm Rückschläge erleidest, selbst wenn du nach 17 Schritten denkst, es hätte keine Veränderung gebracht. Arbeite das volle 20-Schritt-Programm sorgfältig durch.

Ich glaube an dich!



Der Aufbau dieses Buches

Damit dir dieses Buch weiterhilft, solltest du alle Seiten der Reihe nach lesen und die entsprechenden Übungen konkret und gemäß Anleitung durchführen.
Das Buch beginnt mit einer Art Vorspann. Auf diesen Teil wird in den späteren Schritten immer wieder Bezug genommen.
Die zwanzig Schritte, die nach dem Vorspann beginnen, sind in je zwei Bereiche à zehn Schritte aufgeteilt. Bei den ersten zehn Schritten handelt es sich um Grundlagen, die erst aufgebaut werden müssen. Mithilfe dieser Grundlagen sind die zweiten zehn Schritte, deine eigene Offensive, anschließend umsetzbar.
Das Buch schließt mit einer Abrundung.
Der Einfachheit halber verwende ich jeweils nur eine Geschlechtsform. Die Informationen gelten jedoch stets für beide Geschlechter.
Ich wünsche dir viel Erfolg auf deinem Weg aus der Mobbingfalle.

Liebe Grüße
Damian Gsponer, www.gd-vs.ch


Die Bereiche dieses Buches

Vorspann – Vor dem ersten Schritt
Die ersten zehn Schritte – Grundlagen
Die zweiten zehn Schritte – Die eigene Offensive
Abschluss



Die aktuelle Lage

Die Zaunpflöcke, welche ich einschlug, kosteten mich viel Energie. Mit halber Energie hätte ich noch bessere Pflöcke einschlagen können, wenn ich diese bloß am richtigen Ort eingeschlagen hätte. Nämlich dort, wo Erde und nicht Steine unter meinen Füßen gewesen wäre.
Daher verschaffen wir uns als Erstes eine Übersicht über die aktuelle Lage.
In deinem Fall gibt es verschiedene Ebenen, die du erst einmal überblicken musst. Beginnen wir bei Ebene 1.

Ebene 1 – Die Peers
Unter Ebene 1 verstehe ich deine Peers. Häufig erfolgen die Aggressionen genau aus dieser Stufe. Davon gehen wir in dieser Analyse einmal aus.
In dieser Stufe gibt es fünf Überkategorien. Du und deine Gleichgesinnten (Stufe 1), die Mobber (Stufe 2), die Mitläufer (Stufe 3), die Beobachter (Stufe 4) und die Unwissenden (Stufe 5).
Schauen wir uns dies anhand einer Grafik an.
Hinweis: Eine Kopiervorlage für das konkrete Ausfüllen in deinem Fall findest du im Anhang 1.

Stufe 1
In Stufe 1 bist in erster Linie du. Gegen dich richten sich die Aggressionen. Hier stellen wir uns die Frage, ob du alleine bist. Bist du der Einzige, der einem Mobbing ausgesetzt ist, oder gibt es noch andere aus deiner Klasse/Stufe, die seit Längerem regelmäßig und von denselben Personen angegriffen werden?
Du schreibst deinen Namen und falls vorhanden die Namen derer, die ebenfalls gemobbt werden, in den Mittelkreis.

Stufe 2
Hier befinden sich die Alphatiere. Diejenigen, die es auf dich abgesehen haben. Sie haben in der Klasse großen Einfluss und die Klassenmitglieder folgen ihren Anweisungen. Es muss sich in Stufe 2 also nicht zwingend um diejenigen handeln, die dich schlagen und beleidigen. Es können auch diejenigen sein, welche andere dazu motivieren, dies zu tun. Es können auch ältere Mitschüler sein, die nicht deiner Klasse und Stufe angehören.
Die Ausgangsfrage ist: Wer ist hauptverantwortlich dafür, dass es immer wieder zu negativen Handlungen gegen dich
kommt?
Schreib die Namen derer in den zweiten Kreis, die du als die Haupttäter identifizierst. Möglicherweise ist es auch nur eine Person.

Stufe 3
Stufe 3 sind die Mitläufer. Sie haben keine eigene Meinung und machen vor allem das, was man ihnen sagt. Sie beteiligen sich aktiv am Mobbing, würden aber sofort damit aufhören, wenn die Leute auf Stufe 2 dich nicht mehr ausstoßen würden. Ihre Motivation ist es, bei den Alphatieren der Klasse in gutem Licht zu stehen oder auf einmal nicht selber gemobbt zu werden.
Die Ausgangsfrage ist: Wer mobbt dich aktiv, tut dies aber vor allem, um den Leuten in Stufe 2 zu gefallen?
Schreib die Namen derer in den dritten Kreis, die du als Mitläufer einstufst.

Stufe 4
Wer weiß und sieht, dass du attackiert wirst, bleibt jedoch passiv? In der Regel sind dies alle übrigen in der Klasse oder auf deiner Stufe (oder gar Schule). Sie schauen weg, weil sie mit der ganzen Sache nichts zu tun haben wollen. Sie haben Angst, dass, wenn sie sich einschalten, sie auf einmal selbst zur Zielscheibe werden.
Zu dieser Stufe gehören auch diejenigen, die dir bereits versuchten zu helfen, die Situation aber nicht verbessern konnten.
Wer weiß von deiner Situation und versucht dir weder zu helfen noch dir zu schaden? Wer hält sich raus?

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