Himmel und Erde – Hin und zurück

Himmel und Erde – Hin und zurück

Eva Gostoni


EUR 16,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 120
ISBN: 978-3-903155-07-7
Erscheinungsdatum: 24.07.2018
Unsere moderne Welt, die in ihrer materialistischen Evolution schon große Höhen erreicht hat, erlebt Schwankungen. Umwälzungen, doch auch Fortschritt und Entfaltung bringen eine alte Ordnung ins Wanken. Eine ausgeglichenere Welt bahnt sich ihren Weg.
HALLO, MEIN GOTT, WO BIST DU?

Hallo, mein Gott, wo bist Du? Ich such Dich doch überall,
am Abend in der Stille und auch, wenn der Morgen erwacht.
Du bist meine Sehnsucht, mein Himmelszelt,
das mich bewacht und beschützt und die Richtung meiner Schritte weist.

Du bist die Mutter, die das Kind an den Händen führt,
und das Gefühl, dass Du mich immer wieder sanft berührst.
Ich suche Dich in der Weite und in den Tiefen meiner Seele,
in der Unendlichkeit der Wüste und über den Felsen hoher Berge.

Manchmal bist Du wie ein Orkan, der alles verändert,
wenn auch der stolzeste Baum das Biegen lernt,
doch, auch die strahlende Sonne, die den Samen zum Wachsen bringt,
und ich finde Dein Lächeln, in jedem kleinen Blumenkind.

Deine Güte, Gott, spüre ich überall,
und Deine tröstenden Worte sind mein innerer Widerhall.
Ist mein Herz schwer und das Leid groß,
spüre Deine Hände und wird ertragbar mein Los.

Doch warum brauchen wir das Leid? Die Dunkelheit der Nacht?
Die Traurigkeit und die Angst, bis ein Morgen wieder erwacht?
Ich möchte Deine Liebe zu verstehen und zu spüren,
auch wenn mein Körper nur noch Schmerzen kann fühlen?

Oh mein Gott, lass mich verstehen und begreifen,
dass der Weg ist lang, vom Kind ein Erwachsener zu werden.
Wir möchten noch spielen, doch es ist Zeit,
dass wir lernen, im Leben verantwortlich zu sein.

Sag mal, mein Gott, kann es doch sein,
dass Du gar nie fort warst und immer mein,
dass Du bist mein Morgen und auch meine Nacht,
mein erwachendes Licht, doch auch die Dunkelheit, die mich bewacht?

Meine Sehnsucht, meine Hoffnung, wenn der Frühling erwacht,
wenn aus dem klirrenden Eis wird wieder ein Bach,
und die durstende Erde sprießt und erwacht,
ja, dann spüre ich auch Dich, Gott, wieder ganz nah!

Denn, ich weiß, Du bist all das, was uns umringt und nährt,
liebt, erfreut, ermutigt und trägt.
Muss Dich gar nicht suchen, nur auf Deine Nähe vertrauen,
Du kommst ja zu mir, in all meinen Träumen.

Du bist das Leben und ich begegne Dir,
durch all die und all das, was der Tag so bringt für mich.
Und wenn ich auch übe, ein Erwachsener zu werden,
in meinem Herzen bin ich glücklich, ein Kind von Dir zu sein.

Danke, mein Gott, für Dein Begleiten,
dass ich Dich spüre, wenn Deine Hände mich streicheln.
Danke, dass Du meine Bitten in Dein Herze schließt
und dass Du mein tägliches Leben mit mir teilst!




EINFÜHRUNG

Mein nach Antwort suchender Weg führte mich, nebst der transpersonalen Psychologie, zu den Lehren der Theosophie (griechisch Theo – Gott, Sophie – Wissenschaft), ein neuzeitliches Verständnis einer alten Wissenschaft. H. P. Blavatsky (1831–1891) beschrieb in einem ihrer umfassenden Bücher, „Die Geheimlehre“, die Grundgesetze des Lebens und gründete 1875 in New York die Theosophische Gesellschaft. 1995 erschien, aus ihren sehr umfangreichen Veröffentlichungen, eine Zusammenfassung unter dem Titel: „Theosophie und Geheimwissenschaft“.
Zu dieser kleinen spirituellen Gruppe der vorletzten Jahrhundertwende, die die Neue Zeit ankündigte, gehörten Annie Besant (1847–1933), sie schrieb unter anderem „Die uralte Weisheit“, die Lehre der Theosophie, und C.W. Leadbeater (1854–1934), ein besonders hellsichtiger theosophischer Lehrer, dessen bekanntestes Buch „Das Innere Leben“ ist. Weiterhin Jiddu Krishnamurti (1895–1986), indischer Philosoph und Theosoph, deren erfolgreichstes Buch „Einbruch in die Freiheit“ ist. Weniger bekannt war die in Russland lebende Helena Roerich (1879–1955), die die Agni-Yoga-Gesellschaft gründete und in ihren Tagebüchern die Theosophie als die lebende Ethik darstellte. Neulich erschien von ihr im Spirale Verlag das: „Tagebuch Helena Roerich“.
Entsprechend bereiteten sich die neue Sicht und das neue Verständnis über das Leben auch in Europa aus. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts vermittelte Rudolf Steiner (1864–1925) seine anthroposophische Lehre (griechisch „Mensch – Weisheit“) und gründete das Goetheanum, die Freie Hochschule für Geisteswissenschaften. Alice A. Bailey (1880–1949) gründete den Lucis Trust und lehrte die Theosophie durch die Arkanschule. Sie erweiterte in ihren Büchern die Interpretationen über die Grundgesetze der Geheimlehre und schuf dadurch in ihren
24 Büchern eine detaillierte Lehre der Esoterischen Wissenschaft.
Die umfangreichen Gedanken der Theosophie sind auch in der ursprünglichen alt-christlichen Theosophie, in der jüdischen Kabbala wie auch in der indischen Theosophie verwurzelt und stellen die ewigen und ständigen Versuche der Menschheit dar, Gott und seine Schöpfung zu verstehen.
Aus diesen Gedanken schöpfend sind die folgenden Texte entstanden, als ein Versuch und Bemühen, einen kleinen Wegweiser für die Wege der Seele aufzuzeichnen.




VORWORT

Das Gestern, das Heute und das Morgen folgen aufeinander wie eine fortwährende Bewegung, wie ein gemeinsamer Weg, wie ineinander greifende und sich vermischende Zyklen. So merken wir auch gar nicht, dass wir eigentlich immer demselben rhythmischen Lauf der Dinge folgen. Wir gehen am Abend schlafen, um am nächsten Morgen zu einer neuen Aktivität zu erwachen, und erleben die aufeinander folgenden Jahre wie auch die sich ständig erneuernden Zyklen der Natur. Beginnen jedes neue Leben als Säugling, erreichen das Tageslicht der Jugend und reifen weiter, bis die Umkehr auf dem Bogen des Daseins folgt und wir langsamer werden, um in den länger werdenden Schatten des Alters Ruhe zu finden. Doch bald bekommen wir wieder eine neue Möglichkeit für eine nächste Runde.

Unsere Leben sind wie Minikreisläufe auf dem großen Bogen, in den Zyklen des Lebens. Es sind rhythmische Wiederholungen von Lebensperioden, ein ständiger Pulsschlag der Zeit mit all seinen miteinander verbundenen Rädern innerhalb von Rädern. Sei es ein neues Leben, ein neues Jahr oder ein neuer Tag, jeder neue Zyklus bedeutet eine Umdrehung. Daraus entstehen keine geschlossenen Ringe, sondern ein fortschreitender Kreislauf, der sich ausbreitet, weil sich jede vorherige Runde durch einen größeren Bogen des Fortschritts erweitert. So können die nacheinander folgenden Zyklen einer Wendeltreppe gleichen, denn wenn wir im Leben derselben Stelle noch einmal begegnen, sind wir bereits auf einem höheren Stand.

Heute, an der Schwelle eines neuen Zyklus, ist für die Menschheit global die Zeit der Wandlung gekommen. Wir sollten auch die in unseren Tiefen liegenden höheren Eigenschaften und Qualitäten entdecken und wachrufen. Zweifellos erleben wir heute eine kritische Zeit. Wenn wir jedoch der damit verbundenen Verantwortung offen begegnen, könnte diese Zeit für uns zur großen Möglichkeit werden. Denn das Gesetz der Zyklen, in seinen universellen Auswirkungen, zeigt so deutlich, dass Mensch und Natur eine Einheit bilden und sich gemeinsam zum gleichen Ziel hin entwickeln. Diese Periodizität können wir nicht nur beim Aufstieg und Niedergang von Nationen und ganzen Zivilisationen wahrnehmen, sondern auch durch das Auftreten von Überschwemmungen, Trockenzeiten, Hungersnöten und Krankheiten.

Diese Verwandtschaft, zwischen dem Menschen und all den Reichen unter ihm, wurde der Menschheit in der Vergangenheit schon oft durch gewaltige Veränderungen der Natur aufgezeigt. Immer wenn ein Volk selbstsüchtig, grausam und kriegerisch wurde, wurde mit der Zeit auch das Klima hart, fruchtbares Land verkam zur Wüste und die Tiere wurden feindselig. Der Mensch prägt durch seine Eigenart die Erde und das karmische Gesetz wirkt durch die irdischen Naturkräfte und verursacht Perioden von mehr oder weniger günstigen Umständen.

In unserer Zeit erlebt die moderne Zivilisation, die in ihrer materialistischen Evolution bereits große Höhen erreicht hat, Schwankungen. Die alte Ordnung der Dinge in unserer Wissenschaft, Religion aber auch in der Wirtschaft kommt allmählich ins Wanken. Die Kämpfe eines zu Ende gehenden Zyklus vermischen sich mit den Geburtswehen einer neuen Zeit, die sich bereits den Weg zu einer gesünderen und ausgeglicheneren Welt bahnt. Das Rad dreht sich weiter und in den kommenden Jahrtausenden wird die Sonne unseren Prozess des Werdens von dort begleiten, wo im Zodiak der Einfluss von Aquarius herrscht.




I – DIE GESTALTENDE KRAFT DES GEISTES


DIE ERSTEN GROßEN HUMANEN GEMEINSCHAFTEN

Die Erschütterungen der Natur wie Erdbeben, Vulkanausbrüche, Flutwellen sind heute unendlich sanft im Vergleich zu den Perioden der felsigen Erde während ihrer ersten Stadien. Während Millionen von Jahren sind Kontinente im Ozean versunken, wie auch in anderen Teilen der Erde neue Länder aus den Wellen emportauchten. Unser Globus hat sich durch die aufeinander folgenden Zyklen, zusammen mit den Menschen, ständig weiterentwickelt. Seit vielen Millionen Jahren verändert sich die planetarische Bühne, immer in Übereinstimmung mit dem menschlichen Evolutionsplan.

Die Alten Lehren sprechen von sieben großen Zyklen und von sieben großen Völkergemeinschaften und dass sich der Werdegang jeder einzelnen Gemeinschaft auf einem anderen Kontinent entwickeln wird. Denn genau wie das Land Ruhe und Erneuerung, neue Kräfte und eine Veränderung seiner Böden braucht, benötigt es das Wasser ebenso. Daraus entsteht eine periodische Neuverteilung von Land und Wasser, eine Veränderung des Klimas durch geologische Umwälzungen und manchmal auch eine Veränderung der Erdachse.

Der erste besiedelte Kontinent lag geografisch am heutigen Nordpol, doch über den Ursprung der ersten Menschen ist nur sehr wenig bekannt.
Der zweite bewohnte Kontinent war das Land, dessen Vorgebirge sich südwärts und westwärts vom Nordpol erstreckte und das gesamte jetzt als Nordasien bekannte Land umfasste.

Lemurien war der riesige dritte Kontinent, der sich ausdehnte, wo heute der Indische Ozean liegt. Lemurien war die Heimat der dritten großen Völkergemeinschaft und die Lemurier waren die Nachfolger oder die Nachkommen der zweiten Gemeinschaft. Sie waren dieselben sich verkörpernden Seelen, die gemeinsam den zyklischen Abstieg in die irdische Materie begonnen hatten. Der Mensch befand sich hier noch in einer eher tierischen Phase seiner Evolution, doch durch die Inkarnation höherer Wesen erwachten die trägen, halb bewussten Menschen und der schlafende Samen des Denkens wurde von einer mächtigen Kraft wach gerüttelt.

Atlantis war der vierte Kontinent für die vierte große Völkergemeinschaft. Vor ungefähr achtzehn Millionen Jahren haben die menschlichen Seelen begonnen – schon in der Mitte der lemurischen Zeit –, auf ihrem Evolutionspfad langsam von der dritten in die vierte Gemeinschaft überzugehen. Es war ein riesiger Kontinent, der sich über ein Gebiet ausdehnte, das heute den Atlantischen Ozean ausmacht. Alles, was manifest war, war damals gewaltig. Nicht nur die Tiere, auch die Menschen waren riesengroß und besaßen eine hohe Intelligenz. Zu Beginn der vierten Gemeinschaften war das dritte Auge noch aktiv und die Atlantier beherrschten noch viele der subtileren Naturkräfte, was für uns heute ein Geheimnis darstellt.

In dieser vierten Stufe lehrten weit entwickelte hohe Wesen die junge Menschheit. Doch viele missbrauchten dieses Wissen und ihre daraus resultierende Fähigkeit zur Macht. Viele stolze Atlantier mit selbstsüchtigem Ehrgeiz benutzten ihre Fähigkeiten, um auch noch die Natur zu kontrollieren.

Das Hauptmerkmal aller atlantischen Völker war der Materialismus in seinen verschiedenen Arten und Ausdrucksformen. Es war der Materialismus, der angebetet und mit psychischer Magie und Zauberpraktiken ausgeübt wurde. Wir können uns ein wirklich außergewöhnlich hochintelligentes Volk vorstellen, bei Weitem intelligenter als wir es in unseren fünften Völkergemeinschaften sind, doch oft mit der das Böse suchenden Art von Intelligenz. Sie wurden eine mächtige Gruppe von Zauberern, die stets im Krieg mit ihren Brüdern waren. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sie eine glänzende Zivilisation entwickelt, die aber zum größten Teil aus schwarzer Magie bestand. All die aufregenden Entdeckungen unserer Zeit sind nur schwache Erinnerungen an die Wunder und die intellektuelle Größe der vierten Völkergruppe. Aber sie stellten das Materielle mit all seinen Kräften über das Geistige.

Schließlich begann die Zeit der Überschwemmungen, deren Geschichte in den alten Überlieferungen aller Völker beschrieben wurde. Dieses Schicksal wurde auch in unserer biblischen Geschichte von Noah und der Sintflut dargestellt. Platons berühmte Insel Atlantis war nur der letzte Teil des Kontinents, der unterging. Die Überschwemmungen dauerten über mehrere Millionen Jahre an, bis ein großer Teil dieser Gruppe in einer letzten großen Flutkatastrophe unterging.

Doch in diesen Zeiten gab es ebenso die wenigen, die die ersten spirituellen Mysterienschulen des Globus gründeten. Sie haben sich von ihren Brüdern getrennt und zogen unter spiritueller Führung in ferne Länder, die nicht von der Sintflut betroffen waren. Sie retteten den spirituellen Samen für die kommenden fünften Gemeinschaften vor der Zerstörung. Es gibt auch eine Legende über eine „Heilige Insel“, mitten im heutigen Asien, auf der sich in der Zwischenzeit die Erde erhob und auf der hohe Berge und kahle Wüsten entstanden sind. Doch damals waren in dieser Gegend noch viele kleine Inseln, die von überragender Schönheit gewesen sein sollen und die als der Garten Eden bekannt waren. Diese Gegend wurde auch die Heimat derer, die dem Todeskampf von Atlantis entkamen und die den übrig gebliebenen Atlantiern ermöglichten, ihre weitere Entwicklung als die fünfte Völkergemeinschaft zu beginnen.

So waren diese Auswanderer gleichzeitig die Anfänge unserer heutigen fünften Völkergruppe. So geht der Anfang unserer zyklischen Inkarnationen bis zur Mitte des atlantischen Zyklus zurück. Genauso wie die Anfänge der sechsten großen Völkergemeinschaften schon mitten unter uns sind. Seelen, die fähig und bereit sind, die Schritte für die nächsten großen Stufen der Evolution vorzubereiten.

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