Cover: Feuer des Schmerzes

Feuer des Schmerzes
Verbrannte Liebe


EUR 16,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 96
ISBN: 978-3-99003-244-2
Erscheinungsdatum: 13.08.2024
In einem abgelegenen Bauernhaus verbirgt Sarahs Familie unter der Fassade des Landlebens dunkle Geheimnisse. Der Stiefvater, außen charmant, führt zu Hause ein Regiment der Angst. Ein Leben zwischen Liebe und Schrecken, dem Sarah nur schwer entkommt.
1. VORWORT

Dieses Buch handelt von einer normalen Familie – bis zu dem Tag, an dem es eben passierte. Es ist eine fiktive Geschichte, basiert aber auf einer wahren Begebenheit und sollte viele Menschen zum Nachdenken anregen. Allfällige Orte und Namen sind frei erfunden, und jegliche Ähnlichkeiten wären rein zufällig.
Immer wieder passieren grauenhafte Tragödien, die erst viel später erahnen lassen, welch tragische Schicksale dahinterstecken. Es ist oftmals eine Mischung aus jahrelangen Sticheleien und Unterdrückung, Gewalt und einem Klima der Angst, welche diese schier unglaublichen Geschehnisse in einem Inferno enden lässt, bis schließlich auch die Öffentlichkeit diese als solche anerkennt. Wie ein Puzzle werden alle Elemente zusammengetragen, bis schließlich das ganze Ausmaß des Unglücks erkennbar wird und selbst abgebrühten Polizisten den Herzschlag zum Stocken bringt.
Und alle fragen sich dann: Warum kam es zu diesem schrecklichen Ende? Die Betroffenen stehen noch heute unter Schock und erst jahrelange psychotherapeutische Behandlungen werden die Knoten lösen, die sich in ihre Herzen vergraben haben und dort wie ein schwerer Sack auf dem Magen liegen. Wenn überhaupt noch zu helfen ist.
Ein herzlicher Dank geht an die Menschen, die mich ermutigt haben, darüber ein Buch zu schreiben, und die mir auch die entsprechenden Unterstützungen nicht verwehrt haben. Ich schreibe unter einem Pseudonym, um die betroffenen Personen zu schützen, denn sie sollen nicht mehr unter diesem Schicksal leiden. Ich hoffe, dass viele Menschen dieses Buch kaufen und lesen, um sich eine radikale Horizonterweiterung zu erschließen. Öffnet die Augen, mischt euch ein, fragt nach was und wie und wer und wo. Zudem geht ein Teil des Erlöses dieses Buches an die Betroffenen.
Ich hoffe, damit einen weiteren Schritt vorwärtszugehen, um solche Lebenserfahrungen für zukünftige Generationen zu verhindern.

Der Autor Gustav Weiss




2. PSYCHIATRISCHE KLINIK

Frau Zellweger stellte den Blinker und bog nach links gegen ein großes Gebäude hin ab. Auf einem Schild neben dem Eingang stand „Psychiatrische Klinik“.
Sie wurden bereits erwartet. Nach einer kurzen Begrüßung durch Dr. Lehmann, dem Kinderpsychiater, setzten sich alle drei in einer Art Lounge nieder.
„Ja, da sind wir jetzt, Herr Dr. Lehmann“, begann Frau Zellweger das Gespräch und zeigte mit der Hand auf das zusammengekauert dasitzende Mädchen. „Das ist Sarah, Sarah Balmer“, und zu Sarah gewandt meinte sie: „Und der Herr hier ist Dr. Lehmann. Er möchte mit dir reden.“
„Also du bist die Sarah. Ich freue mich, dich kennenzulernen“, begann der unbekannte Mann. „Wir werden die nächsten Stunden miteinander verbringen, und du erzählst mir einfach, wie es dir geht und was du so in der Schule machst, ja?“ Ein aufmunterndes Lächeln begleitete seine Ausführungen.
„Ja? Dann gehen wir doch in mein Büro. Bist du bereit?“ Er stand auf und streckte dem Mädchen seine Hand hin.
Frau Zellweger tat es ihm gleich und verabschiedet sich von Sarah: „Du kannst mich jederzeit anrufen, Sarah. Also tschüss, mach’s gut!“
„Du holst mich aber hier wieder ab, oder?“, ertönte zum ersten Mal die Stimme des Mädchens.
„Ja sicher, du kannst dich auf mich verlassen. Geh jetzt mit Dr. Lehmann. Er wird dich verstehen, ihm kannst du deine Sorgen anvertrauen.“
Sarah wackelte hinter dem Psychiater her und drehte nochmals kurz den Kopf, Frau Zellweger aber verschwand nach einem letzten Winken hinter der großen Eingangsglastür.
Dr. Lehmann öffnete eine Tür und bat Sarah hinein.
Sie schaute sich erst mal um, sah die schönen farbigen Bilder an den Wänden, in der Mitte einen großen Bürotisch, dahinter einen Stuhl und in der Ecke eine kuschelig aussehende Polstergruppe.
„Sie haben aber ein schönes Büro“, plapperte sie drauf los.
„Ja, das stimmt, mir gefällt es auch. Komm, wir machen es uns auf den Polstermöbeln bequem.“
Sarah ließ sich in einen Ohrensessel fallen und sprach gedankenverloren aus, was ihr in den Sinn kam: „Das ist ja megakuschelig.“
Dr. Lehmann nickte und setzte sich ihr gegenüber auf einen anderen Sessel. „Ja. Also, Sarah, du weißt, warum du hier bist?“
„Ja klar, weil unser Haus abgebrannt ist. Ich ärgere mich immer noch, dass nicht alle verbrannt sind.“
Ruhig saß das Mädchen auf dem Sessel und lehnte sich zurück. Sein Blick wirkte traurig und irgendwie abwesend. Der Mann ihr gegenüber im anderen Sessel schaute das Kind erwartungsvoll an.
„Ich bin müde, und traurig, dass es nicht gelungen ist“, sagte das Mädchen mit stockender Stimme.
„Dass was nicht gelungen ist?“
„Dass alle verbrannt sind und tot!“ Sarah schien erregt zu sein.
„Tot?“, wiederholte der Fachmann und schaute das dreizehnjährige Mädchen erwartungsvoll an.
Sara begann zu weinen und der Psychiater schaute sie gespannt an: Ja alle sollten tot sein, aber jetzt kann ich nicht zu Antonio gehen.
Dr. Lehmann unterbrach das Kind: „Aber du hast ja gerade gesagt, dass du dann nicht frei bist. Das musst du mir genauer erklären. Das verstehe ich nicht. Hast du denn deine Geschwister und deine Mama und deinen Papa nicht gern?“
„Doch, schon, ich habe meinen Papa gern, und auch die anderen der Familie, aber Antonio habe ich eben auch gern, auf eine andere Art. Antonio ist mein Freund. Wo ist Antonio überhaupt?“, fragte das Mädchen plötzlich.
„Vielleicht war dein Vater eifersüchtig auf deinen Freund? Das haben Väter manchmal so an sich“, sagte der Psychiater. „Er ist wieder zu Hause, das hat mir die Polizei gesagt. Was meinst du damit, Antonio ist mein Freund?“
„Er hat eben viel gemacht mit mir, wir haben es immer gut gehabt zusammen, aber mein Vater hatte etwas gegen Antonio, und deswegen hasste ich ihn. Schade, dass er nicht tot ist – und der Rest der Familie auch.“
„Das verstehe ich, aber ich möchte dir helfen, und deshalb solltest du Vertrauen zu mir haben. Das ist ganz wichtig für dein weiteres Leben, dass ich verstehe, warum du abgehauen bist mit deinem Freund.“ Dr. Lehmann, ein hochdotierter Psychiater wollte dem verschüchterten Mädchen helfen. „Antonio ist doch dein Freund, oder? Woher kennst du ihn denn?“
„Antonio ist sehr nett und lieb zu mir, und ich habe ihn gern. Er hat mich einmal nach Hause gebracht und mich getröstet, weil ich traurig und böse auf Papa war.“
„Ah, du warst wütend auf deinen Papa.“
„Ja, weil er mich nicht hat mitfahren lassen auf dem Traktor und ich war sehr müde und musste laufen.“
„Warum hast du denn nicht mitfahren dürfen mit deinem Papa?“
„Er war eben sauer auf mich, weil ich ihm nicht gehorcht habe, und dann hat er mich so bestraft.“ Das Mädchen wirkte jetzt wirklich aufgeregt und der Psychiater hakte sofort nach. Er wusste, dass er dieses Kind aus der Reserve locken musste, weil sie offenbar vor etwas Angst hatte.
„Wieso hast du ihm denn nicht gehorcht? Was solltest du denn tun?“
„Ich sollte ihn am Rücken kratzen, weil es ihn dort gebissen hat“, erklärte das Mädchen.
„Das verstehe ich nicht, das musst du mir nochmals erklären“, sagte der Psychiater darauf.
„Wir haben eben Familie gespielt, wie wir das öfters schon gemacht haben, und ich wollte nicht mehr mitspielen.“ Das Mädchen verschränkte seine Arme und schlug die Beine übereinander, dann lehnte es sich zurück. Es zeigte klar, dass es jetzt nicht mehr sagen wollte.
Zu wie eine Muschel, gänzlich verschlossen, dachte der Arzt. „Also, weißt du was? Jetzt machen wir erst eine Pause und dann reden wir nachher weiter miteinander. Darf ich dich zu einem kleinen Imbiss einladen in einem Café?“
Ein gequältes Lächeln gepaart mit einem kleinen Nicken war die Antwort des Kindes.
Dr. Lehmann fuhr mit Sarah in ein kleines Café, in dem sie sich einen großen Bananensplit wünschte, während er sich einen Eiskaffee gönnte. Die Kleine strahlte übers ganze Gesicht und bedankte sich bei dem Mann.
Sie redeten über Gott und die Welt und schließlich meinte Lehmann: „So jetzt haben wir uns gestärkt und können wieder ins Besprechungszimmer gehen. Bist du bereit?“
„Ja, ich möchte gern mit Ihnen reden.“
In der psychiatrischen Klinik angekommen, setzten sie sich in Dr. Lehmanns Büro wieder in die bequemen Polstersessel.




3. RÜCKBLENDE

Ruhig leuchtete der Vollmond am dunkelvioletten Nachthimmel. In den Häusern war nicht mehr viel Licht zu sehen, denn die meisten Menschen waren bereits im Bett. Die Kneipen begannen langsam, ihre mitternächtlichen letzten Gäste zu verabschieden. Auch im Restaurant Sonne wurde gerade der letzte bereits stark angetrunkene Gast freundlich, aber bestimmt nach Hause geschickt.
Manuel war ein langjähriger Gast und winkte dem Wirt nochmals zu beim Herausschlurfen aus seiner Stammkneipe. „Schlaf gut“, rief der ihm nach, „und bis bald wieder.“
Manuel torkelte auf die Straße. Die frische Nachtluft tat seinem dröhnenden Kopf gut. Er blieb stehen und schaute zum Mond hinauf: „Hallo, alter Kumpel, du bist der einzige Freund in dieser Nacht.“
Dann wollte er gerade weitergehen, als er einen hellen Lichtschein wahrnahm. Was ist denn das wohl für ein Licht da oben in Nufenen, dachte er noch, da schoss es ihm durch den Kopf, und er war plötzlich ganz klar und rannte zur Sonne zurück.
Er polterte an die Tür, welche kurz darauf geöffnet wurde.
„Was ist denn jetzt los?“, rief Anton, der Wirt.
Manuel stammelte nur etwas von „Feuer, Feuer im Wald“, und deutete mit der Hand in Richtung Nufenen, einem kleinen Dorf oberhalb von Davos.
Jetzt sah es auch Anton: Ein heller Lichtschein erhellte die Nacht. Es war, als würde der Wald brennen. Er alarmierte per Telefon die Feuerwehrzentrale, die sofort darauf einen Großalarm auslöste, der etliche Funktionäre aus dem Bett schellte. Eine halbe Stunde später rasten zwei Tanklöschfahrzeuge die schmale Bergstraße Richtung Nufenen hinauf.

Toni galt als schwieriges Kind, denn er hatte viele Flausen im Kopf und seine anfänglichen Lausbubenstreiche arteten immer mehr aus. Toni war jähzornig und wenn er in Wut geriet, dann rannten alle in seiner näheren Umgebung davon.
Auch in der Schule eckte er des Öfteren an und musste viele Strafaufgaben schreiben oder an schulfreien Nachmittagen dem Hausmeister helfen, wenn er wieder einmal während einer Schneeballschlacht ein paar Scheiben zu Bruch gedonnert hatte.
Sein einziger Freund, Rudolf Hofer, den alle nur Rudi nannten, war der Einzige, der zu ihm hielt und auch viele Dummheiten mitmachte. Sie prügelten sich mit den aus Ungarn gekommenen Jugendlichen, schmissen einander Pflastersteine nach oder schossen mit Luftgewehren aufeinander. Er ließ den Frust überall ab, denn Toni war in der Ortschaft berühmt-berüchtigt und bekannt wie ein bunter Hund.
Toni schmiss den Stein mit voller Kraft gegen die verglaste Balkontür. Es scherbelte so laut, dass die Mitbewohner des Zwölffamilienblocks auf die Balkone rannten, um zu sehen, was passiert war. Toni rannte hinter das danebenstehende Hochhaus. Er war wieder einmal ausgerastet und zerdepperte in seiner Wut die Scheibe der Balkontüre. Tonis Großmutter war gar nicht begeistert und schrie ihm nach: „Warte nur, bis dein Vater nach Hause kommt, du Schlingel!“
Toni wusste, was das bedeutete. Er kannte die Schmerzen, die der mit Nickelsternen gespickte Ledergürtel seines Vaters erzeugte. Er hatte Angst, nach Hause zu gehen. Er war gerade mal zehn Jahre alt und das Leben schien ihm des Öfteren ein Gräuel. Wenn es ihm zu viel wurde, dann rastete er aus und warf mit allem herum, was in seiner Nähe war. So gingen schon Blumenstöcke, Bilder, eine Vase und auch etliches Geschirr zu Bruch.
Toni war kein erwünschtes Kind, und sein Vater meinte einmal zu seiner Mutter: „Hätten wir diesen gestörten Menschen doch lieber abgetrieben. Der kostet uns so viel mit dem, was der alles zerstört.“

Doch Tonis Mutter hielt zu ihm, meistens jedenfalls. Doch an diesem Abend würde sicher Vaters Gürtel sprechen, wenn er das zerbrochene Glas der Balkontür sah. Er kannte das Prozedere und wollte sich nicht mehr schlagen lassen. Je näher der Abend kam, umso mehr Angst bekam Toni und schließlich beschloss er, sich im nahegelegenen Schopf zu verstecken. Gedacht, getan, aber die Nachbarn hatten natürlich mitbekommen, dass sich jemand im Schopf versteckt hatte, und alarmierten die Polizei. Die fanden den kleinen Jungen und führten ihn schnurstracks nach Hause, wo er bereits mit gespannter Miene erwartet wurde.
„Hier ist der Toni wieder“, meinte der Polizist freundlich und verabschiedete sich. „Und du Toni, mach das nicht noch einmal“, ermahnte er den Buben, der alles mit stoischer Gelassenheit an sich abprallen ließ.
Dann schloss sich die Türe und Toni wurde ins Zimmer geschickt, ohne Nachtessen, obwohl er einen Riesenhunger hatte. „Wir sprechen uns noch, Bürschchen!“, warnte ihn sein Vater.
Toni warf sich aufs Bett und begann zu weinen. Dann hörte er, wie Großmutter Vater seine weiteren Untaten erzählte und wie der Vater darüber immer mehr in Rage geriet.
„Was, die Balkontüre hat er auch kaputtgemacht und mit dem Luftgewehr auf die Straßenlampen geschossen? Jetzt reicht es mir, den hätten wir schon als Baby ersäufen sollen!“
Dann öffnete sich Tonis Schlafzimmertür und sein Vater stand da, mit dem berüchtigten Schlaginstrument in der Hand. Toni begann zu schreien, obwohl sein Vater noch keinen einzigen Schlag ausgeführt hatte. „Los, schrei nur, jetzt habe ich die Schnauze endgültig voll“, brüllte der Vater und dann bretterten die Hiebe kreuz und quer auf den kleinen Jungen nieder wie ein Hagelschauer. Er brüllte nun nicht mehr, sondern wimmerte nur noch, schützend hatte er sich zusammengerollt und seine Arme vor den Kopf gehalten. Überall traf ihn der Gürtel und Toni dachte schon, das sei das Ende seines Lebens. So brutal war sein Vater noch nie gewesen mit ihm. Dann endlich ließ der Alte von ihm ab und verließ mit einem tiefen Schnaufer das Zimmer, nicht ohne vorher noch die Tür zuzuknallen.
Die Kindheit von Toni war also alles andere als ein Zuckerschlecken. Und was heute passiert war, das wollte er nicht mehr erleben. Toni setzte sich auf und beschloss, seinem Leben ein Ende zu setzen. Er rief seinen Freund an und erklärte ihm, dass er sich nun vor den Zug werfen würde, sein Vater hätte ihn extrem geschlagen.
„Ich wollte dir nur noch tschüss sagen, weil du der Einzige auf der Welt bist, der mich versteht“, lispelte er Rudi ins Ohr. Dann legte er auf und machte sich daran, aus dem Fenster zu steigen.
Rudi rief sofort Tonis Familie an und seine Mutter japste nur noch: „Ja, nein, das kann nicht sein.“
Sie lief sofort in Tonis Zimmer und sah gerade noch, wie der Zehnjährige aus dem Fenster stieg und auf den Rasen sprang.
„Nein, Toni, nein!“, rief sie ihm nach und rannte aus ihrer Parterrewohnung ins Freie, um ihren Sohn aufzuhalten. Tonis Vater war derweil bereits vor dem Fernseher und schlief kurz darauf ein. Nach dem zehnten Bier schläft es sich eben gut. Er nahm diese Situation gar nicht mehr wahr.
„Schau mal, Mami, der Toni spielt Fangen mit seiner Mutter“, hörte Tonis Mutter gerade noch von einem Nachbarskind und lief so schnell es ging hinter ihrem Sohn um den Block herum.
Es wurde immer dunkler, die Nacht begann sich auszubreiten und schließlich konnte Toni seine Mutter abhängen, indem er sich hinter ein Gebüsch fallen ließ.
Die Frau begann zu weinen und stolperte heulend in die Wohnung zurück, um ihrem Mann zu sagen, was passiert sei.
Der meinte nur trocken: „Dann haben wir ein Problem weniger, so löst sich das Ganze von selbst.“ Dann nahm er seine weinende Frau in den Arm. „So habe ich es nicht gemeint, aber du weißt, der Junge braucht eine starke Hand, damit er weiß, wo es langgeht. Er ist mein Sohn, und mein Kind ist kein Weichei.“
Dann hielten sie einander in den Armen und auch der Vater begann leise zu weinen.




4. ZWÖLF JAHRE SPÄTER

Toni arbeitete als Sozialpädagoge in Ausbildung in einem Kinderheim in der Innerschweiz, welches in speziellen Fällen auch werdenden Müttern ein vorübergehendes Zuhause anbietet. Wie er die Aufnahmeprüfung geschafft hatte, war vielen, die ihn von früher kannten, ein Rätsel. Aber er wurde tatsächlich in das Studium aufgenommen. Sein Vorgesetzter, Paul Klein, wollte ihm die Chance geben, diese Ausbildung abzuschließen, und er verstand es auch immer wieder, den damals 22-jährigen Toni zu motivieren. Denn Toni war bereits in einem anderen Heim gewesen, musste es aber verlassen, weil er sich nicht an die Anordnungen der Heimleitung gehalten hatte und auch in der Fachhochschule in Luzern, wo er studierte, galt er als unzuverlässig. Er hatte nicht den besten Ruf.
...
5 Sterne
Packend bis zum - 04.10.2024
Alfred

Aufrüttelnde familie geschichte die zum nachdenken anregt ohne haeppy end

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