Alltag & Lebensführung

Der Mensch – zu schlau zum Überleben

Dr. Matthias Meier

Der Mensch – zu schlau zum Überleben

Leseprobe:

Vorwort

Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben chronische Erkrankungen ein Ausmaß erreicht, das es in der Geschichte der Menschheit noch nie gegeben hat. Sowohl bei älteren Menschen als auch bei Kindern und Säuglingen sind in den letzten Jahren Krankheiten dazugekommen, die vor 100 Jahren unbekannt waren und auch bei anderen Spezies dieser Erde nicht vorkommen. Es gibt so viele Experten auf sämtlichen Gebieten der Medizin, die alle versuchen, eine Lösung für die gesundheitlichen Probleme unserer Zeit zu finden. Allerdings finden die einzelnen Fachgebiete im seltensten Fall zueinander und kombinieren ihr Wissen und ihre Möglichkeiten nicht dazu, Menschen in ihrem Leben praktische Leitlinien an die Hand zu geben, die ein ganzheitliches und wissenschaftlich fundiertes Paket schnüren, das dem Einzelnen helfen kann. Dieses Buch soll dem Leser einen Einblick in verschiedene Bereiche geben, die allesamt einen großen Einfluss auf Gesundheit und Erkrankung haben, und aufzeigen, wo man Ursachen finden und bestenfalls beseitigen kann, um Symptome zu verringern und sich einem Wohlbefinden wieder anzunähern. Es werden nicht die üblichen Vorgehensweisen beschrieben, die über Medien und von den allopathischen Ärzten propagiert werden. In diesem Buch sollen andere Möglichkeiten erörtert werden, Ursachen und Lösungen, die häufig nicht erwähnt werden und den meisten Menschen völlig unbekannt sein dürften. Alle dargestellten Sachverhalte beruhen auf wissenschaftlich veröffentlichten Studien und werden durch die Erfahrungen mit Patienten durch Ärzte, Chiropraktiker, Naturheilkundler und andere Wissenschaftler ergänzt. Zunehmende Belastungen durch Umweltverschmutzung, zunehmende Antibiotikaresistenzen, Einnahme von Medikamenten, eine sich verändernde Agrarwirtschaft, die Technisierung der Gesellschaft und das vergessene Wissen um mehrere wichtige Quellen von Erkrankung werden in diesem Buch dargestellt. Über 20 Jahre Ausbildung und Experten aus verschiedenen Bereichen haben zu dem Wissen beigetragen, welches dieses Buch zusammenfasst. Dabei handelt es sich größtenteils um Wissen auf wissenschaftlicher Basis, das durch Studien belegt wird. Teilweise sind es aber auch Erfahrungswerte, die (noch) nicht gänzlich durch Studien belegt sind.
Die Wissenschaft macht immer größere Sprünge und versucht, Krankheiten rückgängig zu machen, Lebensqualität zu erhöhen und den Jungbrunnen für den Menschen zu entschlüsseln. Neuste wissenschaftliche Erkenntnisse werden aus dem Bereich der Ernährung, Biomechanik und Naturheilkunde ergründet und in ein Gesamtkonstrukt integriert, welches dem Leser eine Möglichkeit geben soll, selbst Kontrolle über seine Gesundheit zu bekommen.




Kapitel 1
Einführung

Wir brauchen nur einen Blick um uns zu werfen: Arthrose, Rheuma, Parkinson, Alzheimer, hoher Blutdruck, Diabetes, Fettleibigkeit, Autoimmunerkrankungen, Krebs und andere chronische Erkrankungen scheinen unaufhaltsam ihren Vormarsch fortzusetzen, trotz aller Versuche, Medikamente zu entwickeln, die ihnen Einhalt gebieten sollen. Mittlerweile sind auch immer mehr Kinder betroffen, was für die Zukunft unserer Spezies sicher nicht förderlich ist. Andere menschliche Kulturen schaffen es, praktisch ohne chronische Erkrankungen ein langes, gesundes Leben zu führen, obwohl (oder weil?) sie kein Gesundheitssystem besitzen. Die Hunzukuc (Hunza), Okinawa Japaner, das Yao Volk in Bama, Sardinier und andere Völker haben einen überdurchschnittlichen Anteil von über 100-Jährigen, die von chronischen Erkrankungen verschont zu bleiben scheinen. Irgendetwas ist in unserer modernen Welt passiert, was offensichtlich der Natur des Menschen und damit seiner Gesundheit schadet. Es ist kaum vorstellbar, dass eine Zebraherde unter Problemen wie Morbus Crohn, Sodbrennen, Reizdarmsyndrom oder Tinnitus leiden könnte. Man würde sich sicherlich fragen, was diese Tiere falsch machen, was sie essen und welchen Umwelteinflüssen sie ausgesetzt sind. Aber die Anzahl der betroffenen Menschen ist kaum noch adäquat zu versorgen, und hier stellen wir uns nicht die Frage, was schiefläuft, sondern welche Medikamente und Operationen man dafür entwickeln oder anbieten kann. Viele fürchten sich vor dem Altwerden, denn die Realität um uns herum zeigt uns, dass Altwerden bedeutet, Schmerzen zu haben, nicht mehr orientiert zu sein und seine Selbstständigkeit aufzugeben. Aber ist das unser aller Schicksal? Ist es unausweichlich? Wie kamen wir in diese Situation? Bei einem Autokauf sind die meisten Kunden sehr gut über technische Einzelheiten, Benzinverbrauch, Sitzkonfigurationen und weiteres informiert. Wenn es um Gesundheit geht, gibt es viel Unwissen und Halbwissen, was die Abhängigkeit vom Gesundheitssystem und von Ärzten steigert. Dr. Google ist allgegenwärtig, und das, was nachher an „Wissen“ beim Patienten ankommt, ist verdreht oder sogar komplett falsch.
Erst kürzlich wurde entdeckt, dass der älteste Menschenaffe, der auf 2 Beinen lief, vor etwa 12 Millionen Jahren im Allgäu gelebt hat. 12 Millionen Jahre Evolution und das Ergebnis sollen Krankheit und Schmerz sein? Genetik ist dazu da, dass sich eine Spezies von Generation zu Generation besser an seine Umgebung anpasst, sodass jede Generation stärker ist als die davor. Ist das in unserer Gesellschaft der Fall? In den USA gibt es Prognosen, dass jetzt die Generation kommt, die zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit die Eltern nicht überleben wird. Aktuelle Zahlen des CDC in den USA zeigen, dass 6 von 10 erwachsenen Amerikanern eine chronische Erkrankung haben und 4 von 10 haben zwei oder mehr (1–4). 54 % der US Kinder haben eine chronische Erkrankung und 21 % Entwicklungsstörungen, 1,6 Millionen Krebsdiagnosen werden jährlich in den USA gestellt, 600.000 sterben daran. Autoimmunerkrankungen steigen jährlich, jeder Vierte stirbt an einer Herzerkrankung, jeder Zehnte hat eine Lebererkrankung, jeder Zwanzigste hat eine Depression, 12 % haben eine Schilddrüsendysfunktion, 40 % sind Diabetiker und 74 % haben eine chronische Dysfunktion des Darms! Von uns als Bevölkerung wird erwartet, dass wir das hinnehmen, genauso wie die medikamentöse Behandlung, ohne dass wir uns mit den Ursachen beschäftigen. 1971 gab es eine Initiative des amerikanischen Präsidenten Richard Nixon, die sich „The War on Cancer“, also „Der Krieg gegen Krebs“ nannte. Seitdem sind schon fast 50 Jahre vergangen, und das Ergebnis? Heute erkranken mehr Menschen an Krebs als je zuvor. Die WHO warnt sogar vor einer Verdopplung der Krebserkrankungen bis 2040! Wie oft gibt es Nachrichten, dass wir kurz vor dem Durchbruch bei der Krebsbekämpfung stehen? Wieder ein neues Medikament, dass die Heilung ein kleines Stück näherbringen soll, dann aber doch enttäuscht. Die US-Amerikaner stellen nun die kränkste Spezies in der Geschichte unseres Planeten dar, und das hat seine Gründe, die aber nicht genetisch sind wie uns so häufig suggeriert wird. Auch wenn die Zahlen in Europa dem noch hinterherhinken, sollten wir uns zumindest bewusst machen, was unser Lebensstil für Folgen hat, nicht nur für den einzelnen Menschen, sondern auch für die Gesellschaft allgemein und die Zukunft unserer Spezies. Ziehen wir adäquate Konsequenzen, ist ein gesundes, langes Leben ohne chronische Erkrankungen, Medikamente und langes Leid auch für Mitteleuropäer möglich. Aber bevor wir uns den Ursachen von Erkrankungen und deren Lösungen widmen, hier ein kleiner Exkurs in die Geschichte der Medizin, die ein Bild davon entwirft, wie wir zu unserer heutigen Vorstellung von Krankheit, Gesundheit und Medizin gekommen sind.

Seit ca. 120 Jahren wird unser Gesundheitssystem von der allopathischen Medizin dominiert, die lehrt, dass der menschliche Körper irgendwann krank wird, Verschleißerscheinungen eintreten und dass Medikamente, Operationen oder andere Untersuchungen/Interventionen notwendig sind, um die Symptome in Schach zu halten. Sie ist reduktionistisch, was bedeutet, dass sie nur das Symptom sieht und behandelt, nicht die Ursache, was ein großer Unterschied ist zu einem ganzheitlichen Betrachten des Menschen. Es lebt kaum noch jemand, der sich an die Zeit vor der „klassischen“ Medizin erinnert. Im 19. Jahrhundert gab es vor allem Homöopathen, „Kräuterhexen“, Magnetheiler, Schamanen etc. Sie hatten größtenteils einen respektablen Ruf und mit ihrer Art, Medizin zu betreiben, das Ziel, den Menschen von seiner Erkrankung zu befreien, besaßen also Heilabsicht. Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Osteopathie und die Chiropraktik zu einer echten Lehre entwickelt und an Menschen strukturell angewandt, auch wenn teilweise unter skurrilen Umständen (dem ersten Chiropraktiker wurde die chiropraktische Behandlung von Wirbelsäulen von einem Toten vorgeschlagen). In den USA galt es für Ärzte zu der Zeit als Karrieresprung, eine Zeit in Europa und v. a. in Deutschland zu studieren und sich den damals bekannten Koryphäen (Robert Koch, Paul Ehrlich und Louis Pasteur) anzuschließen und zu lernen. Nach ihrer Rückkehr in den USA winkten ihnen lukrative Positionen in verschiedenen Ämtern oder eine Privatpraxis mit höheren Verdienstmöglichkeiten.
Im Zuge der Industrialisierung mussten sich Milliardäre wie J. D. Rockefeller und A. Carnegie mit dem sozioökonomischen Nutzen ihres Vermögens auseinandersetzen. Beide investierten philanthropisch in Sozialprojekte, die zum Ziel hatten, Arbeitskraft für den Arbeitsmarkt zu fördern und zu erhalten, womit sie langfristig ihrem eigenen kapitalistischen Denken nutzen wollten. Unter anderem wurde aufgrund der teilweise miserablen Zustände von medizinischen Hochschulen in Wissenschaft und Forschung investiert. Ziel sollte es sein, die USA aus dem Schatten der Europäer zu holen, die Forschung und Lehre in der Medizin zu fördern, die konkurrierenden Arten der Medizin aus dem Mainstream Denken zu entfernen sowie die Medizin, die wir heute kennen, als einzige anerkannte Art der „Heilpraktik“ zu etablieren. Damit konnte sich im Laufe der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts die allopathische Medizin durchsetzen, die dann durch die weitere Entwicklung von Technik in verschiedene Fachbereiche aufgeteilt wurde. Beispielsweise konnten nur Ärzte mit viel Erfahrung ein Ophthalmoskop benutzen und dementsprechend Veränderungen des Augenhintergrundes deuten und behandeln. Diese zunehmende Spezialisierung hatte zur Folge, dass sich die Ärzteschaft mit immer kleiner werdenden Teilbereichen des menschlichen Körpers beschäftigte und immer weniger den ganzen Menschen in ihre Untersuchung und Behandlung integrierte, aber dafür die Gehälter und ihr Ansehen in der Bevölkerung weiter anstiegen. Die Stimmung unter den verschiedenen medizinisch tätigen Gruppen wurde zunehmend aggressiv. Da immer mehr Staaten unter der Führung der AMA (American Medical Association) die Lizenz zur Ausübung von Medizin ausschließlich Ärzten mit einem abgeschlossenen Medizinstudium zusprach, wurden Chiropraktiker teilweise ins Gefängnis geworfen mit dem Vorwurf, sie würden Medizin ohne Lizenz praktizieren. Diese Art der Abneigung und teilweise Aggressivität gegenüber konkurrierenden Heilberufen hat sich bis heute, auch in Deutschland, gehalten. Weder im Medizinstudium noch in der Facharztweiterbildung werden Chiropraktik, Osteopathie, Akupunktur, Homöopathie oder klinisch verifizierte medizinische Ernährungskunde gelehrt, trotzdem erlauben sich viele Ärzte ein (häufig negatives) Urteil über die verschiedenen Gruppierungen und geben diese Meinung an Patienten weiter, und das, obwohl sie nicht wissen, wie die einzelne Therapie aussieht/funktioniert. Das Wissen um diese natürlichen Möglichkeiten, Einfluss auf Gesundheit zu nehmen, haben nur wenige Ärzte, Osteopathen, Chiropraktiker, Naturheilkundler, Umweltmediziner und einige Therapeuten, die sich dann aber selbstständig um die eigene Fortbildung bemüht haben.
Immer wieder merken Patienten, dass sie von Fasten, Ayurveda Kuren, Akupunktur, Chirotherapie oder durch qualitativ hochwertige Nahrungsergänzungsmittel ihre Symptomatik verbessern können oder teilweise komplett beschwerdefrei werden. Überall auf der Welt gibt es Berichte von „Wunderheilungen“ von Erkrankungen wie Krebs, Arthrose, Rheuma, Autoimmunerkrankungen, Parkinson und anderen. Aber die Mainstream Medizin bleibt davon unberührt, fragt nicht nach und integriert keine Naturheilverfahren in die bestehenden Standards. Die Bevölkerung findet trotz zunehmender Unzufriedenheit mit der medizinischen Versorgung von chronischen Erkrankungen zum größten Teil nicht den Weg zur sogenannten „Alternativmedizin“. Osteopathie und Akupunktur haben eine gewisse Akzeptanz in der Bevölkerung erworben, obwohl das Verständnis für die Physiologie, die dahintersteht, größtenteils fehlt, sowohl bei ihr als auch bei vielen Ärzten. Ob dem Patienten diese Möglichkeiten angeraten werden oder nicht, hängt oft von der Meinung oder dem Gefühl des Arztes ab, der aber selbst kein Wissen um diese Therapien hat. Wie auch? Sie sind ja kein Bestandteil der Ausbildung. In den USA sind Chiropraktik und Osteopathie ein Studium vergleichbar mit dem klassischen Medizinstudium. Nur werden zusätzlich alle manualmedizinischen Techniken in Seminaren beigebracht, beinhalten also noch mehr Lernstoff als ein Medizinstudium. Beide Studiengänge schließen ebenso wie das Medizinstudium mit einem Doktortitel ab, die Chiropraktiker haben sogar fast doppelt so viele Stunden Physiologie- und Anatomie-Unterricht wie Medizinstudenten. Bezeichnenderweise werden Chiropraktiker in deutlich geringerem Maße in Pharmakologie unterrichtet, und ihnen ist das Verschreiben von Medikamenten nicht möglich, wobei momentan in den USA eine Tendenz besteht, sie in das Pharmaziebusiness zu integrieren, um die Naturheilbasis zu schwächen.
Ein zumindest grobes Verständnis für verschiedene physiologischen Vorgänge und Behandlungsmöglichkeiten zu erwerben, gibt dem Patienten aber eine Möglichkeit, sich ein Stück weit aus der Abhängigkeit zum Gesundheitssystem zu emanzipieren und seine Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen.
Dieses Buch soll dem Leser einen umfassenden (wenn auch nicht vollständigen) Einblick in äußere und innere Einflüsse bieten, die zu Erkrankung führen können, und Möglichkeiten aufzeigen, positiv darauf einzuwirken. Die Hintergründe der Wirkweise vom zentralen Nervensystem und der klinisch verifizierten Ernährungstherapie sollen beleuchtet werden, um darzustellen, warum der Körper mit dem richtigen Ansatz zur Heilung stimuliert werden kann, unabhängig von der Erkrankung. Es mag den einen oder anderen überraschen, wie schnell und effektiv man einige chronische Erkrankungen damit zumindest verbessern kann. Das Wort „Ganzheitlichkeit“ wird mittlerweile geradezu inflationär verwendet. Ganzheitlich bedeutet, sowohl den emotionalen, chemischen als auch körperlichen Stress des Patienten zu verstehen und zu behandeln. Wer sich nicht darum bemüht, darf sich auch nicht ganzheitlich nennen. Diese drei Stressformen zu reduzieren, führt unweigerlich zu einer zunehmenden Gesundung des Patienten. Tag für Tag hoffen Menschen mit chronischen Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Herzrhythmusstörungen mit Angstgefühlen und deutlich eingeschränkter Lebensqualität, dass Medikamente und Operationen ihnen die Erkrankung nehmen können. Allerdings ist hier nur eine symptomorientierte Therapie üblich, die Ursache bleibt unangetastet. Hier ist ein anderer Ansatz notwendig, da es auf Dauer keinen Benefit bringt, nur die Symptome zu behandeln und die Ursache außer Acht zu lassen. Egal wie schlau die Medikamente durchdacht und wie ausgefeilt die operativen Techniken sind, sie steigern weder unsere Lebenserwartung, noch machen sie uns gesünder.
Oder bekommt man Knieschmerzen, weil man zu wenig operiert worden ist? Hat man einen hohen Blutdruck oder Kopfschmerzen, weil man zu wenig Medikamente nimmt? Ist die Ursache von Krebs ein Mangel an Chemotherapie und Bestrahlung? Die Antwort ist eindeutig: NEIN! In der heutigen Zeit verlassen wir uns auf wissenschaftliche Studien, die uns neue Wege aufzeigen sollen, wie wir unsere Gesundheit zurück erobern können. Gerade während der „Corona Pandemie“ 2019/2020 wurde immer wieder auf wissenschaftliche Studien geschaut, um die getroffenen Maßnahmen zu rechtfertigen. Aber wie weit kann unser Vertrauen in die Wissenschaft gehen, wenn der Chefredakteur einer der bedeutendsten medizinischen Zeitschriften der Welt „The Lancet“ im Jahr 2015 verkünden ließ, daß mittlerweile nur noch die Hälfte der veröffentlichten Studien, wenn überhaupt, glaubhaft sind. Der Rest ist manipuliert, gefälscht, durch Interessengruppen beeinflusst oder einfach nur erfunden. Dieser Umstand sollte einem zu denken geben, denn auf diese Studie basieren Entscheidungen, die unser aller Leben betreffen.
Lesen Sie weiter und lassen Sie sich in die wunderbare Welt des menschlichen Körpers führen. Lernen Sie die faszinierenden Zusammenhänge kennen, die Heilkraft des zentralen Nervensystems und die Macht der Emotionen sowie Umwelteinflüsse, die wir positiv beeinflussen können. Niemand muss dann auf seinem Grabstein eingravieren lassen: „Ich hab doch gesagt, ich bin krank!“




Kapitel 2
Das zentrale Nervensystem

Es dürfte hinlänglich bekannt sein, dass sich unser zentrales Nervensystem als Gehirn und Rückenmark im Schädel und in der Wirbelsäule befindet. Das Gehirn mit seinen geschätzten 80–85 Milliarden Zellen steuert alle Stoffwechselprozesse des menschlichen Körpers, seien es Gelenkstoffwechsel, Herzschlag, Verdauung, Hormonausschüttung u. a. Der gesamte Prozess ist so unglaublich komplex, dass fraglich ist, ob wir jemals die Details in ihrer Gesamtheit verstehen werden. Es ist in diesem Fall aber ausreichend zu wissen, dass das Gehirn unser zentraler Rechner ist, der die Kontrolle über Organe, Gelenke, Muskeln, Hormondrüsen, Haltung und Verarbeitung von Emotionen besitzt. Es kommuniziert über das Rückenmark und die daraus zwischen den Wirbelkörpern entspringenden Nervenwurzeln mit dem jeweiligen Endorgan. Diese Kommunikation geht in beide Richtungen, sodass das Gehirn auch ständig über die Stoffwechsellage aller Bereiche informiert ist. Diese Verbindung ist essenziell für Gesundheit, was einem logisch erscheint, aber in der Behandlung von Erkrankungen praktisch keine Rolle spielt. Dazu aber später.

Das zentrale Nervensystem baut sich aus verschiedenen Komponenten auf: das Gehirn, das Rückenmark und das autonome Nervensystem.
Das Gehirn ist unser Zentralkommando, das alles überwachende und omnipotente Zentrum. Von hier gehen alle Signale zu den jeweiligen Körperregionen, und hier enden alle Rückmeldungen von denselben. Jede Stellung jedes Muskels und jedes Gelenks wird sofort registriert und auf das Grad genau ausgerechnet und ggf. gegengesteuert, um eine möglichst aufrechte Haltung und eine präzise Koordination zu gewährleisten. Jedes Hormon wird Mikrogramm-genau ausgeschüttet und stressadaptiert vermehrt oder vermindert. Alle Sinneseindrücke werden blitzschnell weitergeleitet und sowohl logisch als auch emotional verarbeitet. Es entstehen Erinnerungen und Gefühle, und das vegetative Nervensystem reagiert mit erhöhtem Herzschlag, veränderter Verdauung, Anpassung der Atmung und vielem mehr. Am „Temporallappen“ des Gehirns gibt es eine große Furche, die den vorderen und hinteren Teil des Lappens teilt. Der vordere Teil (Gyrus präcentralis) ist in seinen Zellanteilen nach Körperregion aufgeteilt und dient der motorischen Steuerung. Von hier aus werden motorische Signale ausgesendet und enden direkt am Muskel, der die entsprechenen Befehle ausführt. Hinter der Furche ist der Gyrus postcentralis, der ebenfalls nach Körperregion aufgeteilt und für die Sensibilität zuständig ist sowie als Ziel von Signalen dient, die von der Peripherie nach zentral in das Gehirn geschickt werden.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 348
ISBN: 978-3-903271-71-5
Erscheinungsdatum: 13.07.2020
Durchschnittliche Kundenbewertung: 5
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