Alltag & Lebensführung

Der Kampf gegen die babylonischen Kräfte auf dem Weg zu sich selbst

Franz Falmbigl

Der Kampf gegen die babylonischen Kräfte auf dem Weg zu sich selbst

Der Kampf um die wahrhaftige Liebe

Leseprobe:

Der babylonische Griff nach unserem Willen

Seelenverletzungen

Als etwa 4-jähriger Bub hatte ich ein schlimmes Erlebnis. Ich lebte damals mit meinen Eltern und den beiden Geschwistern in einer Zimmer-Küche-Wohnung auf engstem Raum zusammen. Eines Nachts wurde ich von erregten, mir fremden Lauten aus dem Schlaf geweckt, die von dort herkamen, wo meine Eltern im Bett lagen.
Ängstlich rief ich nach Mama hinüber, aber Mama und Vater waren gerade in vollster Erregung ihrer Zeugungslust und fühlten sich von mir gestört. Mißmutig fuhr mich mein Vater an mit den Worten: „Wirst du still sein, Franzi, aber gleich! Dreh dich um und schlaf, sonst komm ich rüber, und dann gibt’s was!“
Zutiefst erschrocken verkroch ich mich ängstlich unter die Decke. Meine beiden Geschwister schliefen schon und bekamen nichts davon mit. Die Drohung meines Vaters und das Schweigen meiner Mutter hatten eine verheerende Wirkung auf mein Kinderherz. War ich doch gerade von jenen Menschen verschreckt und in der Finsternis alleingelassen worden, zu welchen ich bis dahin das größte Vertrauen und die größte Nähe hatte. Der abweisend-aggressive Seelenschlag meines Vaters wirkte wie ein Schock auf mich.
Leider unternahmen auchdanach meine Eltern nichts, um mich über das „Kindermachen“ aufzuklären oder sich für die nächtliche Zurückweisung zu entschuldigen bzw. sie mir verständlich zu machen. Dieser Vorfall klang noch lange in mir nach und bedrückte mein Herz. Zwar wurde die Erinnerung daran von anderen Erlebnissen überlagert, denn das Familienleben ging ja weiter, aber es blieb etwas Fremdes gegenüber meinen Eltern bestehen.
Die Hure Babylon hatte in ihrer Niedertracht meine Eltern dazu benützt, meiner Seele eine Wunde zu schlagen, und damit meinem noch schwachen Ich eine Störung zugefügt, die für viele Jahre meines Lebens einen Teil meines Verhaltens bestimmen sollte. Mein Urvertrauen zu Vater und Mama war gestört, was zur Folge hatte, dass auch der nahe, vertrauensvolle Umgang mit anderen Menschen beeinträchtigt wurde. Ich hätte ja wieder in irgendeiner Situation aggressiv ausgeschlossen werden können.
Ich war also misstrauisch geworden. Misstrauisch gemacht worden. Und da diese seelische Verletzung von Seiten meiner Eltern unentschuldigt und ungeklärt blieb, blieb auch die Wunde offen.. Diese Last musste ich als Kind allein tragen. Es gab ja niemanden, der mir hätte verständnisvoll beistehen können. Von Gott wurde nie geredet in meiner Familie, und so hatte ich auch von dieser Seite her keinen Trost. Mein Vater glaubte nur an die Natur.

Was war geschehen? Ein fremdes Willenspotential mit lieblosem Inhalt hatte sich mir gewaltsam aufgezwungen und bildete in der Folge einen Teil meiner Identität. Das Ausgeschlossen-sein blieb fortan eine bedeutende seelische Wunde in mir.
In späteren Jahren fiel mir auf, dass zeitweise ein Gefühl von Traurigkeit in mir aufkam. Näherstehenden Freunden fiel das auch auf. Dieses Traurigkeitsgefühl hielt mich auf Distanz zu anderen Menschen, unbewusst natürlich, um mich vor einer eventuellen schmerzvollen Berührung meiner Wunde zu schützen.
Es bildete sich ein verhängnisvoller Kreislauf, denn einerseits schloss ich andere Menschen durch mein misstrauisches Verhalten aus und wurde andererseits, in Reaktion darauf, auch von ihnen ausgeschlossen.
Meine Eltern hatten damals ihre selbstsüchtigen Triebe, die ihnen noch eigen waren, nicht erkannt und konnten daher von der „Babylon“ widerstandslos als Werkzeug benutzt werden. Sie waren ihr mehr oder weniger blind ausgeliefert. Ohne dass es ihnen bewusst war, dienten sie mit ihren ungeläuterten Seelentrieben dem babylonischen Zerstörungswillen. Natürlich hatten sie auch gute Seiten, und es war auch Liebe in ihnen, aber sie dienten eben auch der verhängnisvollen Selbstsucht.
Erst als mir später bewusst wurde, dass Sie ja selbst auch in ihrer Kindheit seelische Wunden von ihren Erziehern abbekommen hatten und darunter sicherlich gelitten haben, war es mir möglich, mich mit ihnen auszusöhnen. Sie hatten ihre Verletzungen eben noch nicht erkannt und daher auch noch nicht gelöst und waren gezwungen, sie auf mich zu übertragen. Die guten Menschen-Vorbilder, die es zu ihrer Zeit gab, dienten ihnen offensichtlich nicht als Orientierung, und da sie an einen liebenden Gott nicht glaubten, blieb ihnen als Orientierung nur das eigene Ego oder die Egos von anderen übrig. Damals gab es auch noch keine therapeutische Betreuung, so wie sie heute angeboten wird.
Ich dachte immer, dass ich nur eine Ausnahme damit sei, eine derartige Last ertragen zu müssen, bis ich erkannte, dass ja fast alle eine tiefe seelische Verletzung in sich tragen. Erst nach jahrelangem Ertragen meiner seelischen Verwundung war es mir möglich, mit eigener Willenskraft dagegen anzukämpfen.
Es wurde mir klar, dass es eine Willensmacht auf Erden gibt, die unserem innersten Leben gegenüber fremd ist und die uns nicht nur körperlich, sondern auch seelisch und geistig zu beherrschen und auszunützen versucht. Eine treibende, lebensfeindliche Kraft, die Zwang auf unseren Willen ausübt und die in ihrem Bestreben nicht locker lässt, denselben zu beeinflussen und ihn womöglich gefangen zu nehmen. Mit List und Tücke versucht sie, den Willen von uns Menschen zu verlocken, zu täuschen, zu verwirren, zu schwächen und ihn sich zu unterwerfen, um einen Machtzuwachs für sich herausschinden zu können.


Die schwarze Königin

In der Apokalypse fand ich die obig beschriebene Willensmacht als die Hure Babylon. Nach der Neu-Offenbarung Gottes verkörpert sie symbolisch das ichsüchtige Prinzip. Als solches ist sie die Zusammenfassung aller boshaften Triebe, welche aus dem Machtwahn Sadhanas (später Luzifer) gegen Gott entstanden sind. Diese Triebe haben ihrerseits schon in Ur-Zeiten mit gewalttätiger Kraft die verhängnisvolle und zerstörerische Selbstsucht entfesselt, die heute schon fast alle Menschen beherrscht.
Aus der Selbstsucht entstanden die verheerenden seelischen Triebe des Hochmutes, der Herrschsucht, der Machtwahns, der Genuss-, Besitz- und Gewinnsucht, der Ehrsucht, Rachsucht und des Stolzes, mit welchen Sadhana uns zu beeinflussen und zu beherrschen versucht.
Diese und noch etliche andere lieblose Triebe sind es, welche die Mehrzahl von uns Menschen wie betrunken machen und entsetzlich viel Unheil, Leid, Armut, Schmerz, Zerstörung, Katastrophen und Krankheiten verursacht haben und noch immer verursachen. Wer sich von diesen zerstörerischen Trieben gefangen nehmen bzw. versklaven lässt, ist arm, denn diese lieblosen Eigenschaften führen ihn in den seelischen Tod.


Der boshafte Wille der „Großen Babylon“

Seelische Verletzungen werden von der „Babylon“ z. B. dann bei einem Kleinkind verursacht, wenn es von den Eltern nicht gewollt ist, oder wenn es durch eine andere Art von Lieblosigkeit in der Seele tief beleidigt wird. Das Kind fühlt sich dadurch entwertet, was sich tief in dessen Seele einprägt. Das ist dann auch der Grund dafür, dass es in den Entwicklungsjahren schwierig ist, einen rechten Selbstwert auszubilden. So kettet die Hure Babylon die Kleinen und noch Schwachen schon sehr früh an sich und zwingt sie indirekt, mit der von ihr programmierten Lieblosigkeit zu leben und dieselbe auch auf Mitmenschen zu übertragen.
Eine von den Eltern nicht gewollte Kinderseele wird im späteren Leben ihren Partner auch nicht wirklich wollen bzw. annehmen können, was naturgemäß immer wieder zu Spannungen und zumeist auch zu Trennungen führt. Allzulange wird oft die unaufgearbeitete Verletzung in der Verdrängung gehalten, aus Angst davor, dass der Schmerz wieder fühlbar werden könnte, den man als Kind erleiden musste.
In der Regel bricht im reiferen Alter aber dann doch die Wunde auf und verlangt nach einer Behandlung bzw. nach Heilung. Wird dagegen nichts unternommen, mündet dies oft in Verzweiflung oder gar in eine dauerhafte Depression, da mit dem Verstand die „auferstandene“ Verletzung nicht mehr zu beherrschen bzw. zu verkraften ist. Der Betroffene greift dann zumeist zu einem oder mehreren der bekannten Suchtmittel, um den Schmerz zu betäuben. Die Sucht aber schwächt den Willen noch mehr, sodass der Leidende aus sich selbst heraus nichts mehr dagegen tun kann.
Ohne Bemühung, den Grund der Seelenverletzung erkennen zu wollen, indem man einen Therapeuten zu Hilfe nimmt oder als gläubiger Mensch Gott bittet, die Ursache der Verletzung aufzuzeigen und danach einen Hinweis auf eine entsprechende Therapie zu geben, bleibt die Seele von den babylonischen Kräften gefesselt und wird davon in die Selbstzerstörung getrieben. D. h., man setzt die seelische Störung, die einem von der „Babylon“ in der Kindheit zugefügt wurde, unbewusst fort und fügt sich für lange Zeit seelisch, körperlich und geistig großen Schaden zu.

Geschickt nützt die „Babylon“ die Schwächen bzw. die ungeläuterten Seelenteile der Erzieher aus, indem sie durch diese hindurch ihren verhängnisvollen Einfluss auf die Kinder ausübt. Ein Kind kann ja bekannterweise in den ersten 5-6 Lebensjahren den lieblosen Eingriffen seitens der Erwachsenen nichts entgegensetzen, da die Willens- und Unterscheidungskraft noch nicht ausgebildet sind. Es kann sich nicht wehren und ist schutzlos den Einwirkungen der äußeren Willens-Gewalt ausgeliefert.
Zwar tritt der eigene mitgebrachte Charakter des Kindes mit seinen guten und schlechten Eigenschaften und den individuellen Eigenheiten schon relativ früh in eine Wechselwirkung mit der Außenwelt, wird aber durch die äußeren Willenseingriffe stark beeinflusst und mitgeprägt. Der seelische Reifegrad der Eltern spielt in den ersten Erziehungsphasen bzw. -jahren des Kindes eine entscheidende Rolle, weil gerade in dieser Zeit die intensivsten Übertragungen bzw. Prägungen stattfinden.
Oft kommt eine seelische Verletzung erst dann zum Ausbruch, wenn man durch irgendein erschütterndes Ereignis tief berührt bzw. erregt wird, was z. B. durch den Tod jenes Elternteiles der Fall sein kann, durch welchen das Kind verletzt wurde.
Solange die alten Wunden nicht geheilt sind, verletzt man unbewusst auch seine Mitmenschen und natürlich in erster Linie den Allernächsten, den Partner. Man wundert sich dann womöglich, wenn man im Gegenzug auch beleidigt wird und erregt sich dann noch darüber. Es ist eine Regel, dass man den anderen genauso verletzt, wie man als Kind selbst verletzt wurde. Ohne Heilung der Wunden gerät man in das alttestamentarische Gesetz, wo es heißt: Aug um Aug, Zahn um Zahn, Leben um Leben, wodurch zwischenmenschlich eine lieblose Sphäre entsteht.
Im einzelnen Fall kann im Verhalten die Tendenz entstehen, dass man sich anderen Menschen gegenüber dauerhaft in Distanz hält, denn man möchte ja nicht, dass die alte Wunde berührt wird.
Bevor man also das volle Erwachsenen-Bewusstsein erreicht hat, steht man im Normalfall schon unter der Herrschaft von fremden Willenseinflüssen und -prägungen, die aus sich selbst heraus nur schwer erkannt werden können. Gewisse Regionen des werdenden Ichs sind dann schon so gestaltet bzw. so beeinflusst worden, wie es den miesen Eigenschaften der eigensüchtigen „Babylon“ bzw. deren Vertreter entspricht. Es bedarf dann schon einer gewaltigen Willensanstrengung, um sich davon lösen zu können.

Ein weiteres Beispiel, wie die Ichsucht-Hure Kleinkinder rücksichtslos verletzt und auf ihre verderbliche Linie zwingt:

L., eine ehemalige Partnerin von mir, wurde jahrelang als Kind von ihrem Vater nur einseitig „erzogen“, was sich durch den Ehekonflikt von Vater und Mutter so ergab. Der Wille des Vaters war unfehlbar und vertrug in seiner Herrsch- und Besitzsucht keinen Widerspruch oder Widerstand von Seiten des Kindes. Seine „Liebe“ zu L. äußerte sich hauptsächlich darin, dass er sie großzügig mit materiellen Dingen beschenkte, aber sie seelisch, was die gerechte Liebe betraf, fast ganz vernachlässigte.
Die materiellen Geschenke erhielt sie auch nur dann, wenn sie dem Willen ihres Vaters widerstandslos Folge leistete und denselben genau ausführte,wie er es haben wollte. Sie wurde von ihm dressiert wie ein kleines Hündchen. Die Erfolge dieser fragwürdigen „Erziehung-Praxis“ wurden dann oftmals noch Besuchern und fallweise sogar Patienten in der Ordination vorgeführt.
Der Vater war Zahnarzt. Mit seiner starken, herrscherischen Erwachsenenmacht brach er nicht nur die schlechten Triebe in L., sondern vergewaltigte quasi ihren gesamten Willen. An dessen Stelle pflanzte er seinen eigenen Willen in die Seele des Kindes ein, wobei dann dem Kind, das ja instinktiv seelisch überleben wollte, nichts anderes übrig blieb, als alles über sich ergehen zu lassen und den starken väterlichen Willen zu verinnerlichen bzw. als den eigenen anzunehmen. Wie hätte sie sich dagegen auch wehren sollen?
Der Vater wollte, dass sie so sei wie er. Er war ja schließlich ihr Erzeuger und damit auch ihr Besitzer. Er glaubte, damit ein Recht auf ihr Leben zu haben. So wurde L.’s eigene Individualität durch den väterlichen Erziehungseingriff gnadenlos unterdrückt und damit zu einem großen Teil in der Entwicklung verhindert. Er erzog sie seelisch zu einem männlichen Positiv.
Diese seelische Vergewaltigung wurde zur tiefsten und schwersten Behinderung im Leben von L. Die Entwicklung ihrer weiblichen Identität erlitt eine massive Störung. L. wurde so gepolt, d. h. ihr Wille so vermännlicht, dazu noch im schlechten ichsüchtigen Sinn, dass sie auch später ihr individuell weibliches Grundkonzept nicht mehr voll finden und verwirklichen konnte.
Wenn später als erwachsener Mensch im Zuge eines Austausches mit anderen ihre unglückliche Programmierung zur Wirkung kam, musste sie, aus einem inneren Zwang heraus, ihre Mit- und Nebenmenschen seelisch genauso vergewaltigen, wie es ihr Vater mit ihr getan hatte.
Eine dauerhafte Liebesbeziehung war dadurch so gut wie unmöglich, denn sie konnte nicht anders, als dieses verinnerlichte Programm auch auf ihren Partner zu übertragen, d. h. dessen Willen genauso zu unterdrücken, wie auch ihr Wille unterdrückt worden war. So ließ sie keine Gelegenheit ungenützt, um mit ihrer scharfen, vermännlichten Intelligenz ihren Partnern zu beweisen, dass all das, was sie dachten, null und nichtig war, und nur dasjenige richtig und maßgebend sei, was sie selbst dachte bzw. angenommen hatte. Da gab es von ihr aus weder Meinungsfreiheit, noch Religionsfreiheit, noch Redefreiheit.
Versuchte der Partner seine Erkenntnis zu verteidigen, speziell was religiöse Themen anging, so entbrannte sofort ein gnadenloser Machtkampf mit dem Ziel ihrerseits, seinen Willen zu brechen und ihm ihre Meinung aufzuzwingen.
Der vergewaltigte Wille von L. wurde nicht nur nach außen auf andere Mitmenschen, sondern leider, wie üblich, auch auf ihr eigenes Inneres gerichtet. Und zwar so, dass sie ihrerseits oft ein aufkommendes Herzensgefühl mit ihrer „oberen“ Verstandes-Gewalt nicht hochkommen ließ und es unterdrückte. Die Verbindung vom Verstand zu ihrem Herzen schien zeitweise unterbrochen zu sein, sodass sie eine liebevolle innere Empfindung, bedingt durch den ihr aufgesetzten und verinnerlichten Vaterwillen, nicht zulassen konnte.
Dass L. dadurch in ihrem Wesen sehr zerrissen und äußerst unglücklich war, ist nur allzu verständlich. So machte sie zumeist einen tieftraurigen, leidenden Eindruck, was nichts anderes war als die Folge ihrer verinnerlichten Verletzung, die es nicht zuließ, dass sie ihr eigenes Gefühls-Selbst leben konnte. Und ohne es bewusst zu wollen, übertrug sie den vergewaltigten Willen auch auf ihr Kind, das darunter nicht nur seelisch, sondern in der Folge auch körperlich zu leiden hatte. .

Abermals also ein voller Erfolg für die „Babylon“ bzw. deren ichsüchtigen Zerstörungswillen, der so lange in einem Geschädigten wirksam ist und von ihm auf die Mitmenschen übertragen wird, bis der selbstsüchtige Wahn erkannt und mit der Kraft des eigenen Willens und der Hilfe Gottes bewältigt werden kann. Jenes Gottes, der alle Willensprüfungen am Kreuz bestanden hat. Allein, ohne die geistige Hilfe, nur auf sich selbst gestellt, würde man sich erfahrungsgemäß ja doch nur ums eigene Ego drehen und dabei bald die Veränderungsarbeit aufgeben, da die Seele müde wird, wenn sich kein rechter Erfolg einstellen will.
Jesus Christus hat versprochen, dass Er unseren Überwinder-Willen stärkt, wenn wir Ihn darum bitten. Warum sollen wir dieses Versprechen nicht in Anspruch nehmen, wenn wir allein nicht so richtig weiterkommen? Nur eine Art geistiger Überheblichkeit kann davon abhalten, die Hilfe der Ur-Liebe anzunehmen.


Die Entwertung unseres Lebens

Meiner Erfahrung und Beobachtung nach wurde fast jeder von uns als Kind seelisch verletzt bzw. beleidigt und dadurch entwertet. Wenn man Glück hatte, wurden die Seelenbeleidigungen von den Erziehern jeweils rechtzeitig erkannt und mit der dazu nötigen Liebe wieder ausgeglichen. So konnte der Kinderseele ihr Selbstwertgefühl wieder zurückgegeben bzw. gestärkt werden. Zumeist jedoch blieben die Wunden, geschlagen von der Lieblosigkeit der Eltern oder anderen Erziehern, in den Seelen der Kinder haften und prägten deren weiteres Leben.
Entweder wurden sie nicht geachtet, nicht respektiert, oder sie wurden unterdrückt, seelisch vergewaltigt, abgelehnt, ausgeschlossen, nicht gewollt, alleingelassen, verraten oder gar von den Eltern oder einem Elternteil getrennt oder wurden überhaupt von den Eltern verlassen.
Sicher sind neben den lieblosen Einflüssen, welche die Kinder verwundeten, auch gute Energien in deren Seelen eingeflossen. Hier geht es aber darum, jene Verwundungen im Kinderherzen aufzuzeigen, welche von den Eltern nicht mit der dazu nötigen Liebe ausgeglichen wurden und daher eine Belastung blieben.
Durch die frühen Verletzungen wird viel Kraft gebunden, die den Seelen fürs weitere Leben fehlt. Erst wenn sie später durch eigene Willensarbeit und mit der Hilfe Gottes von der Verhaftung an die Wunde befreit sind, können die guten Lebensschwingungen im erhöhten Maße wieder frei fließen und der Mensch kann wieder im wahrhaftigen Sinne liebesfähig sein. Die Befreiung kann jedoch nur dann gelingen, wenn man im Erwachsenenzustand die Wunden erkennt und den festen Willen fasst, die verlorene bzw. entwertete Liebe wieder zu erringen bzw. die Verletzungen zu heilen, die einem zugefügt wurden.
Allzu oft ist es leider so, dass eine tief beleidigte Kinderseele die geistige Wirklichkeit bzw. den Sinn des Lebens als Erwachsener nicht mehr so leicht erkennen kann, da der „Projektionszwang“, von den seelischen Wunden ausgehend, schon zur Gewohnheit geworden ist und dies verhindert. Wie soll die wahrhaftige Liebe auch erkannt und ihr nachgefolgt werden, wenn in der Kindheit kein rechtes Vorbild dafür vorhanden war? Viel Energie muss dann dafür verwendet werden, die alten Wunden verdrängt bzw. vor sich selbst und vor anderen verdeckt zu halten.
Durch die lieblosen äußeren Einflüsse oder manchmal auch schockartigen Erlebnisse in den ersten Lebensjahren wurde bei vielen Seelen auch das Urvertrauen zu sich selbst und damit auch zu anderen Menschen erschüttert. Sie verloren dadurch das Gefühl für die innere Heimat und damit auch die Verbindung zur eigenen Liebe im Herzen. Ein fremder Wille übernahm quasi in Teilen des eigenen Herzenshauses die Herrschaft und übte dort Zwang auf das geschwächte Ich aus. Man wurde quasi als Besitzer des eigenen inneren Seelenhauses von dem eingedrungenen Fremdwillen entthront und zu einem Untermieter herabgewürdigt.
Als „Heimatvertriebene“ traten viele dann, mehr unbewusst als bewusst, in die Zwangsgesellschaften dieser Erde ein und wuchsen auf in einer Welt, wo das Fremde, Lieblose, Ichsüchtige die Norm ist und wo es als selbstverständlich gilt, dass man die Lebensgesetze Gottes und dessen Liebesratschläge mit den Füßen tritt. So sind wir auch daran gewöhnt worden, andere zu entwerten und leben in der Illusion, dass das eigene Ego, wenn es auf Kosten anderer ausgelebt wird, stärker und mächtiger werden kann.
Es wird Zwang ausgeübt auf andere, weil dies die schlechten Vorbilder auch tun bzw. getan haben. Es wurde vorgelebt, wie man gute Lebensenergien von Mitmenschen heruntertransformiert und sich dazu noch einbildet, mehr oder besser zu sein als diese.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 254
ISBN: 978-3-99038-589-0
Erscheinungsdatum: 11.11.2014
Durchschnittliche Kundenbewertung: 5
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