Denk dein Glück mit Joseph Murphy
Mit Mut zum Reichtum – Von der Krise zum glücklichen Leben
EUR 18,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 138
ISBN: 978-3-7116-1641-8
Erscheinungsdatum: 13.01.2026
Der Unternehmer Helmut Schindler zeigt anhand seiner Lebensgeschichte, wie ihn die Lehren von Dr. Joseph Murphy zum Millionär machten. Er beweist den Erfolg des positiven Denkens und vermittelt praxisnahe Impulse für ein glückliches und erfolgreiches Leben.
Vorwort
Dieses Buch ist kein Ratgeber. Es ist eine Einladung, sich auf eine Reise in die Welt des eigenen Unterbewusstseins einzulassen. Denn die Kraft des Unterbewusstseins ist wie ein unsichtbarer Motor, der unsere Gedanken in Realität verwandeln kann.
Ich war ein Außenseiter, als ich im Alter von 16 Jahren zum ersten Mal das Buch „Die Macht Ihres Unterbewusstseins“ von Dr. Joseph Murphy las. Dadurch eröffnete sich mir eine vollkommen neue Welt. Mit Unterstützung des Buchs lernte ich, dass Gedanken, Überzeugungen und innere Bilder kein Zufall sind – sondern der Beginn von allem. Es war, als hätte ich einen Schlüssel in der Hand, der mir nicht nur erlaubte, meine Träume zu träumen, sondern sie zu leben.
Bevor ich mein Ziel erreichte, musste ich zahlreiche Hindernisse überwinden: Ich ließ meine Familie hinter mir, kämpfte mit Existenzängsten und Geldproblemen, überwand eine schwere psychische Erkrankung und bahnte mir mühsam den Weg zurück nach oben. Wie mir das gelungen ist, erzähle ich in meiner Geschichte. Vielleicht entdecken Sie darin etwas für sich selbst.
Ich wünsche mir, dass meine Erfahrungen Ihnen Mut machen, meine Gedanken Ihnen Impulse geben und Sie die Kraft Ihres eigenen Unterbewusstseins entdecken – auf Ihre persönliche Weise. Mein „Lebenskompass“ am Ende des Buches soll Ihnen dabei helfen.
Helmut Schindler, 2025
Prolog
Ich war sechzehn, als Dr. Joseph Murphy in mein Leben trat – nicht persönlich, sondern durch sein Buch. Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen: Es war ein kalter Nachmittag in Wien. Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee lag in der Luft, als mein Blick auf eine Anzeige fiel: „Das Buch, das Ihr Leben verändern wird!“ Diese Worte ließen mich nicht mehr los. Wenige Tage später hielt ich „Die Macht Ihres Unterbewusstseins“ in meinen Händen. Während ich Seite um Seite las, spürte ich eine leise, aber beharrliche Stimme in mir, die mir versicherte: „Du kannst mehr aus deinem Leben machen.“
Damals war ich ein stiller Beobachter, ein Einzelgänger, der eine landwirtschaftliche Fachschule in Niederösterreich besuchte. In meiner Freizeit beschäftigte ich mich mit Affirmationen, positivem Denken und Meditation. Die Fragen, die mich oft nachts wachhielten, klangen immer gleich: Wie finde ich meinen Platz im Leben? Wie kann ich mein Schicksal selbst bestimmen? Dr. Murphys Worte trafen mich mitten ins Herz. Ich las sinngemäß: „Wiederhole deinen tiefsten Wunsch jeden Abend vor dem Einschlafen mit voller Überzeugung, damit dein Unterbewusstsein die Kraft erhält, den weiteren Verlauf deines Lebens zu gestalten.“
In der nächsten Lernstunde riss ich einen Zettel aus meinem Notizblock und schrieb oben als eine Art Überschrift: Mit 40 möchte ich Millionär sein. Darunter schrieb ich zahlreiche Details sowie konkrete Zahlen: Wie viel Umsatz und wie viel Gewinn wären nötig, um an mein Ziel zu kommen? Ich stellte mir mein sorgenfreies Millionärsleben in allen Einzelheiten vor. Ich müsste mir um Geld keine Gedanken mehr machen, meine Familie wäre rundum versorgt, ich würde nur noch das tun, was mir wirklich Freude bereitet, und ausgiebig Urlaub machen. Ich hatte zwar nicht die geringste Vorstellung, auf welchem Weg ich dorthin gelangen könnte, aber ich hatte ein klares Bild von meinen Zielen und die Gewissheit, dass ich sie erreichen würde.
Jeden Abend holte ich den Zettel aus meiner Geldbörse, faltete ihn auseinander und las die Worte leise vor mich hin. Dann legte ich ihn unter mein Kopfkissen und während ich einschlief, stellte ich mir vor, wie es sich anfühlen würde: finanzielle Freiheit, keine Angst vor unerwarteten Rechnungen, keine Sorgen, ob das Geld für den nächsten Urlaub reicht. Einfach leben und genießen – ohne Einschränkungen.
Warum gerade dieser Wunsch? Die Antwort lag in meiner Kindheit. Mein Vater war ein gutmütiger Mann, fleißig, zielstrebig und willensstark, gleichzeitig neigte er zu cholerischen Wutanfällen und war in geschäftlichen Belangen völlig unstrukturiert: Statt kühl zu kalkulieren, ließ er sich von seinem Bauchgefühl leiten, traf Entscheidungen impulsiv und unüberlegt, und war kaufmännisch gesehen ein kompletter Chaot. Die logische Folge: Geld war bei uns immer knapp. Die Besuche des Exekutors hinterließen Spuren, nicht nur auf unseren Möbeln, sondern in meiner Seele. Ich sah die Sorgenfalten auf den Gesichtern meines Vaters und spürte die Unsicherheit, die unser Zuhause umgab. Diese Erinnerungen brannten sich tief in mein Herz – und mit ihnen der Entschluss: Ich werde dieses Leben hinter mir lassen. Ich werde es schaffen.
Einen Monat lang wiederholte ich das Ritual mit dem Zettel unter dem Kissen und folgte anschließend einem weiteren Rat im Buch: Ich ließ die Vorstellung los und überließ meinem Unterbewusstsein die Arbeit. Nur der Zettel blieb noch eine Weile in meiner Geldbörse.
Rund 24 Jahre später unterschrieb ich den Vertrag, der mir Millionen und die finanzielle Freiheit einbrachte – pünktlich zu meinem 40. Geburtstag. Doch der Weg dorthin war kein einziger großer Sprung, sondern eine Aneinanderreihung von unzähligen kleinen Schritten – und auch einer ganzen Menge Rückschritten. Von diesen habe ich viel gelernt, zwangen sie mich doch, Stücke meines Weges erneut zu gehen, schneller, effizienter, direkter. Es ging vorwärts, Tag für Tag, Jahr für Jahr. Jedes erreichte Ziel – so unscheinbar es sein mochte – war ein Meilenstein auf meinem Weg zum Erfolg.
Vermächtnis meines Vaters
Ich wurde im Februar 1966 geboren. Nach meiner älteren Schwester war ich das zweite Kind meiner Eltern. Im ganzen Dorf wurde damals eine Woche ausgelassen gefeiert, so sehr freuten sich alle über die Ankunft des Sohnes und Stammhalters. Später folgten noch ein Bruder und eine Schwester. Damit war unsere Familie komplett. Wir lebten auf einem Bauernhof im österreichischen Burgenland, umgeben von Feldern und Wäldern. Doch hinter der idyllischen Fassade verbarg sich eine schwierige Realität.
Die Geschichte meines Vaters hat mein Leben geprägt. Er war eine vielschichtige Persönlichkeit und wollte mehr aus seinem Leben machen:
Er wurde während des Zweiten Weltkriegs geboren und wuchs in großer Armut auf. Seine Familie wohnte in einem kleinen Haus und besaß nur eine Kuh und ein Arbeitspferd – gerade genug, um nicht zu verhungern. Mit nur 15 Jahren wurde er in die Schweiz geschickt, um das Familieneinkommen aufzubessern. Trotz der harten Arbeit zeigte er Pflichtbewusstsein und schickte regelmäßig Geld nach Hause.
Seine Zeit in der Schweiz war nicht nur von Mühsal geprägt; sie bot ihm Chancen, von denen er vorher nur träumen konnte. Er besuchte eine Bauernschule, wo er wertvolle Kenntnisse für sein weiteres Leben erwarb. Außerdem sparte er hartnäckig, um den Führerschein zu machen. Dieser wurde zu seinem Tor zur Freiheit und zum sozialen Aufstieg. Als Chauffeur sammelte er zuerst bei einem Vieh- und später bei einem Obsthändler wertvolle Erfahrungen. Mit unermüdlichem Fleiß und einem scharfen Auge für Chancen verfolgte er stets das Ziel, eines Tages ein eigenes Unternehmen zu gründen. Nach einigen Jahren harter Arbeit war es so weit: Er machte sich als Obstgroßhändler selbstständig. Seine innovativen Geschäftsideen entsprangen der Notwendigkeit, aber sein unermüdlicher Wille trieb ihn stetig voran. Schon bald erweiterte er sein Geschäftsfeld auf den Viehhandel, ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu seinem größten Traum: Bauer zu werden. Er kaufte Land und Maschinen und baute seinen eigenen Betrieb auf.
Mein Vater betrieb die Landwirtschaft gemeinsam mit meiner Mutter. Sie hatte acht Jahre Volksschule absolviert und war anschließend Krankenschwester geworden. Nach der Heirat gab sie ihren Beruf auf, um auf dem Hof zu arbeiten. Das Dorfleben war einfach, doch es hatte seinen Charme. Autos sah man im Dorf nur selten, stattdessen bestimmte der Traktor unseren Alltag und prägte meine Kindheit: Er war der ganze Stolz meines Vaters, der damit regelmäßig über die Felder fuhr – bis zu jenem Tag, an dem er einen schweren Unfall hatte. Das Bild des umgestürzten Traktors hat sich tief in mein Gedächtnis eingebrannt. Ich spürte zum ersten Mal große Angst. Die Familie bangte um das Leben meines Vaters. Am Ende ging alles gut aus. Er überlebte, musste aber monatelang im Spital bleiben.
Neben der Landwirtschaft engagierte sich mein Vater in der Politik und trat der Österreichischen Volkspartei bei. Als er zum Vizebürgermeister unseres Dorfes gewählt wurde, war er sehr stolz und von da an kaum noch zu Hause. Er verbrachte viel Zeit im Wirtshaus, um alle Neuigkeiten zu erfahren und mit den Männern des Dorfes über Politik zu sprechen. Wo immer es Probleme gab, stand er den Menschen im Dorf zur Seite.
Dämonen meiner Kindheit
Die Arbeit auf dem Hof gehörte für mich zum Alltag. Bereits als Junge half ich bei der Versorgung unserer Tiere und bekam mit sechs Jahren ein eigenes Pony, für das ich verantwortlich war.
Ich war gerade einmal acht Jahre alt, als ich zum ersten Mal hinter dem Steuer unseres Traktors saß. Ich war viel zu jung, viel zu klein, körperlich viel zu schwach. Aber auf dem Hof war das völlig normal. Bis heute spreche ich nicht gerne über den Traktor, denn an einem Tag geschah das Unvorstellbare.
Der Morgen begann wie jeder andere. Ich hatte die Aufgabe, mit dem Traktor das Silofutter zu holen. Mein kleiner Bruder begleitete mich. Er kletterte auf das Brett auf der Rückseite des Traktors und hatte seinen Spaß dabei. Er vertraute mir – dem großen Bruder – blind. Das Lenkrad war schwer, die Kupplung ließ sich kaum halten. Ich rutschte ab, der Traktor machte einen Satz und mein Bruder stürzte rücklings vom Brett. Ich hörte seinen Schrei. In jenen Sekunden, die zur Ewigkeit wurden, durchlebte ich einen Albtraum, den ich nie wieder vergessen werde: Der Traktor überrollte ihn.
Meine Mutter rannte aus dem Haus zu uns, Entsetzen im Blick. Mit Blaulicht und heulenden Sirenen wurde mein kleiner Bruder ins Krankenhaus gebracht. Es war zu spät. Er starb noch im Rettungswagen. Die Justiz gab meiner Mutter die Verantwortung. Sie bekam eine bedingte Strafe. Doch das war nebensächlich im Vergleich zu den seelischen Qualen, an denen sie litt. Jahrelang hielt sie das Leben nur mithilfe von Beruhigungsmitteln aus. Ich war gefangen in einer Schuld, die kein Kind je tragen sollte. Ich musste lernen, mit dem Schmerz zu leben – der Angst, der Ohnmacht, dem Wissen, was ein einziger Augenblick anrichten kann. Ein einziger Augenblick, in dem sich für mich alles änderte, der mich zum Außenseiter machte und mich in die Einsamkeit trieb. Mein Bruder war tot. Ich war schuld. Wie sollte ich jemals wieder Teil dieser Familie, dieser Welt sein?
Verlorene Jahre
Das Pony schenkte mir Trost und Gesellschaft. Es existierte einfach, verlangte nichts von mir. Allein ihm gegenüber konnte ich meine Trauer zeigen, konnte ihm erzählen, welche schwarzen Dämonen in meinem Inneren an mir fraßen. Ich fühlte mich schuldig, ich war einsam, ein Außenseiter. Dann kam mein neunter Geburtstag. Einige Monate nach dem schrecklichen Unglück sollte er eine Art Wiedergeburt werden. Voller Vorfreude hatte ich meine Klassenkameraden eingeladen. Der Tisch war gedeckt, der Duft von frisch gebackenem Kuchen und Kakao lag in der Luft. Doch niemand kam. Die Stunden vergingen, während ich hoffte und wartete. Schließlich blieben nur die Enttäuschung und die Bestätigung: Ich gehörte nicht mehr dazu. Niemand wollte mit mir etwas zu tun haben.
Trotz allem versuchte ich über die Jahre, in denen ich mir bis zu einem gewissen Grad zu verzeihen begann, wieder zur Gemeinschaft zu finden. Doch die gesellschaftlichen Gepflogenheiten im Dorf waren nichts für mich. Obwohl es viele Vereine gab – von der Freiwilligen Feuerwehr über Sport- und Musikvereine bis hin zur Volkstanzgruppe – fand ich nirgends wirklich Anschluss. Es fühlte sich an, als würde ich stets am Rand stehen und nicht dazugehören. Diese Einsamkeit begleitete mich lange. Doch im Laufe der Jahre lernte ich, meine Andersartigkeit zu akzeptieren und meinen eigenen Weg zu gehen.
Es war nicht nur die Einsamkeit, die mich belastete. Viel schlimmer waren die Wutausbrüche meines Vaters. Cholerische Anfälle hatten ihn sein ganzes Leben lang begleitet, nach seinem Unfall und vor allem nach dem meines Bruders wurden sie häufiger und heftiger. Sie entluden sich meist gegen unsere Mutter, manchmal gegen uns Kinder. Wenn er zum Mittagessen nach Hause kam und das Essen um 12 Uhr nicht auf dem Tisch stand, rastete er aus. Und wenn er schrie, hörte man es in der ganzen Nachbarschaft. Die Familie litt unter seinen Anfällen. Es waren Gewitter, die so schnell kamen, wie sie wieder verflogen. Minuten später war er wieder ganz Vater, warmherzig, fürsorglich, als ob die Sturmwolken niemals existiert hätten.
Wir waren gespalten. Einerseits vergötterten wir unseren Vater, andererseits erlebten wir, wie er unsere Mutter herabwürdigte. Warum sie ihn ertrug, weiß ich nicht – aber sie hielt zu ihm.
Ich war bereits 14 oder 15 Jahre alt, als mir bewusst wurde, wie wenig Aufmerksamkeit ich meiner Mutter bis dahin geschenkt und wie viel sie ertragen hatte, um uns eine angenehme Kindheit zu ermöglichen. Sie erledigte den größten Teil der Arbeit und bemühte sich stets, uns Kinder vor unangenehmen Erfahrungen zu schützen. Der Tod meines Bruders hatte sie aber für immer gezeichnet. Der Schatten dieses Tages fiel immer wieder über unser Leben, egal, wie sehr wir versuchten, ihn zu vertreiben.
Mein Vater blieb der Mann mit den vielen Gesichtern für mich. Unser Verhältnis war geprägt von seinen unkontrollierten Ausbrüchen, seiner impulsiven Art und von seinem fehlenden kaufmännischen Geschick. Er entschied später, den Handel aufzugeben und den Hof zu modernisieren. Er baute größere Ställe und richtete die Landwirtschaft neu aus. Er investierte in Maschinen und Grundstücke, doch die Last der Kredite glich einer Bürde, unter der wir alle standen.
Erst als bei mir im Alter von 30 Jahren eine bipolare Störung diagnostiziert wurde (dazu später mehr), wurde mir klar, dass wahrscheinlich auch mein Vater damit gelebt hatte. Ohne diese Erkrankung wäre er wohl ein zuvorkommender Mann gewesen. Diese Erkenntnis half mir, mehr als 20 Jahre nach dem Unfall endlich Frieden mit unserer Vergangenheit zu schließen.
Dieses Buch ist kein Ratgeber. Es ist eine Einladung, sich auf eine Reise in die Welt des eigenen Unterbewusstseins einzulassen. Denn die Kraft des Unterbewusstseins ist wie ein unsichtbarer Motor, der unsere Gedanken in Realität verwandeln kann.
Ich war ein Außenseiter, als ich im Alter von 16 Jahren zum ersten Mal das Buch „Die Macht Ihres Unterbewusstseins“ von Dr. Joseph Murphy las. Dadurch eröffnete sich mir eine vollkommen neue Welt. Mit Unterstützung des Buchs lernte ich, dass Gedanken, Überzeugungen und innere Bilder kein Zufall sind – sondern der Beginn von allem. Es war, als hätte ich einen Schlüssel in der Hand, der mir nicht nur erlaubte, meine Träume zu träumen, sondern sie zu leben.
Bevor ich mein Ziel erreichte, musste ich zahlreiche Hindernisse überwinden: Ich ließ meine Familie hinter mir, kämpfte mit Existenzängsten und Geldproblemen, überwand eine schwere psychische Erkrankung und bahnte mir mühsam den Weg zurück nach oben. Wie mir das gelungen ist, erzähle ich in meiner Geschichte. Vielleicht entdecken Sie darin etwas für sich selbst.
Ich wünsche mir, dass meine Erfahrungen Ihnen Mut machen, meine Gedanken Ihnen Impulse geben und Sie die Kraft Ihres eigenen Unterbewusstseins entdecken – auf Ihre persönliche Weise. Mein „Lebenskompass“ am Ende des Buches soll Ihnen dabei helfen.
Helmut Schindler, 2025
Prolog
Ich war sechzehn, als Dr. Joseph Murphy in mein Leben trat – nicht persönlich, sondern durch sein Buch. Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen: Es war ein kalter Nachmittag in Wien. Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee lag in der Luft, als mein Blick auf eine Anzeige fiel: „Das Buch, das Ihr Leben verändern wird!“ Diese Worte ließen mich nicht mehr los. Wenige Tage später hielt ich „Die Macht Ihres Unterbewusstseins“ in meinen Händen. Während ich Seite um Seite las, spürte ich eine leise, aber beharrliche Stimme in mir, die mir versicherte: „Du kannst mehr aus deinem Leben machen.“
Damals war ich ein stiller Beobachter, ein Einzelgänger, der eine landwirtschaftliche Fachschule in Niederösterreich besuchte. In meiner Freizeit beschäftigte ich mich mit Affirmationen, positivem Denken und Meditation. Die Fragen, die mich oft nachts wachhielten, klangen immer gleich: Wie finde ich meinen Platz im Leben? Wie kann ich mein Schicksal selbst bestimmen? Dr. Murphys Worte trafen mich mitten ins Herz. Ich las sinngemäß: „Wiederhole deinen tiefsten Wunsch jeden Abend vor dem Einschlafen mit voller Überzeugung, damit dein Unterbewusstsein die Kraft erhält, den weiteren Verlauf deines Lebens zu gestalten.“
In der nächsten Lernstunde riss ich einen Zettel aus meinem Notizblock und schrieb oben als eine Art Überschrift: Mit 40 möchte ich Millionär sein. Darunter schrieb ich zahlreiche Details sowie konkrete Zahlen: Wie viel Umsatz und wie viel Gewinn wären nötig, um an mein Ziel zu kommen? Ich stellte mir mein sorgenfreies Millionärsleben in allen Einzelheiten vor. Ich müsste mir um Geld keine Gedanken mehr machen, meine Familie wäre rundum versorgt, ich würde nur noch das tun, was mir wirklich Freude bereitet, und ausgiebig Urlaub machen. Ich hatte zwar nicht die geringste Vorstellung, auf welchem Weg ich dorthin gelangen könnte, aber ich hatte ein klares Bild von meinen Zielen und die Gewissheit, dass ich sie erreichen würde.
Jeden Abend holte ich den Zettel aus meiner Geldbörse, faltete ihn auseinander und las die Worte leise vor mich hin. Dann legte ich ihn unter mein Kopfkissen und während ich einschlief, stellte ich mir vor, wie es sich anfühlen würde: finanzielle Freiheit, keine Angst vor unerwarteten Rechnungen, keine Sorgen, ob das Geld für den nächsten Urlaub reicht. Einfach leben und genießen – ohne Einschränkungen.
Warum gerade dieser Wunsch? Die Antwort lag in meiner Kindheit. Mein Vater war ein gutmütiger Mann, fleißig, zielstrebig und willensstark, gleichzeitig neigte er zu cholerischen Wutanfällen und war in geschäftlichen Belangen völlig unstrukturiert: Statt kühl zu kalkulieren, ließ er sich von seinem Bauchgefühl leiten, traf Entscheidungen impulsiv und unüberlegt, und war kaufmännisch gesehen ein kompletter Chaot. Die logische Folge: Geld war bei uns immer knapp. Die Besuche des Exekutors hinterließen Spuren, nicht nur auf unseren Möbeln, sondern in meiner Seele. Ich sah die Sorgenfalten auf den Gesichtern meines Vaters und spürte die Unsicherheit, die unser Zuhause umgab. Diese Erinnerungen brannten sich tief in mein Herz – und mit ihnen der Entschluss: Ich werde dieses Leben hinter mir lassen. Ich werde es schaffen.
Einen Monat lang wiederholte ich das Ritual mit dem Zettel unter dem Kissen und folgte anschließend einem weiteren Rat im Buch: Ich ließ die Vorstellung los und überließ meinem Unterbewusstsein die Arbeit. Nur der Zettel blieb noch eine Weile in meiner Geldbörse.
Rund 24 Jahre später unterschrieb ich den Vertrag, der mir Millionen und die finanzielle Freiheit einbrachte – pünktlich zu meinem 40. Geburtstag. Doch der Weg dorthin war kein einziger großer Sprung, sondern eine Aneinanderreihung von unzähligen kleinen Schritten – und auch einer ganzen Menge Rückschritten. Von diesen habe ich viel gelernt, zwangen sie mich doch, Stücke meines Weges erneut zu gehen, schneller, effizienter, direkter. Es ging vorwärts, Tag für Tag, Jahr für Jahr. Jedes erreichte Ziel – so unscheinbar es sein mochte – war ein Meilenstein auf meinem Weg zum Erfolg.
Vermächtnis meines Vaters
Ich wurde im Februar 1966 geboren. Nach meiner älteren Schwester war ich das zweite Kind meiner Eltern. Im ganzen Dorf wurde damals eine Woche ausgelassen gefeiert, so sehr freuten sich alle über die Ankunft des Sohnes und Stammhalters. Später folgten noch ein Bruder und eine Schwester. Damit war unsere Familie komplett. Wir lebten auf einem Bauernhof im österreichischen Burgenland, umgeben von Feldern und Wäldern. Doch hinter der idyllischen Fassade verbarg sich eine schwierige Realität.
Die Geschichte meines Vaters hat mein Leben geprägt. Er war eine vielschichtige Persönlichkeit und wollte mehr aus seinem Leben machen:
Er wurde während des Zweiten Weltkriegs geboren und wuchs in großer Armut auf. Seine Familie wohnte in einem kleinen Haus und besaß nur eine Kuh und ein Arbeitspferd – gerade genug, um nicht zu verhungern. Mit nur 15 Jahren wurde er in die Schweiz geschickt, um das Familieneinkommen aufzubessern. Trotz der harten Arbeit zeigte er Pflichtbewusstsein und schickte regelmäßig Geld nach Hause.
Seine Zeit in der Schweiz war nicht nur von Mühsal geprägt; sie bot ihm Chancen, von denen er vorher nur träumen konnte. Er besuchte eine Bauernschule, wo er wertvolle Kenntnisse für sein weiteres Leben erwarb. Außerdem sparte er hartnäckig, um den Führerschein zu machen. Dieser wurde zu seinem Tor zur Freiheit und zum sozialen Aufstieg. Als Chauffeur sammelte er zuerst bei einem Vieh- und später bei einem Obsthändler wertvolle Erfahrungen. Mit unermüdlichem Fleiß und einem scharfen Auge für Chancen verfolgte er stets das Ziel, eines Tages ein eigenes Unternehmen zu gründen. Nach einigen Jahren harter Arbeit war es so weit: Er machte sich als Obstgroßhändler selbstständig. Seine innovativen Geschäftsideen entsprangen der Notwendigkeit, aber sein unermüdlicher Wille trieb ihn stetig voran. Schon bald erweiterte er sein Geschäftsfeld auf den Viehhandel, ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu seinem größten Traum: Bauer zu werden. Er kaufte Land und Maschinen und baute seinen eigenen Betrieb auf.
Mein Vater betrieb die Landwirtschaft gemeinsam mit meiner Mutter. Sie hatte acht Jahre Volksschule absolviert und war anschließend Krankenschwester geworden. Nach der Heirat gab sie ihren Beruf auf, um auf dem Hof zu arbeiten. Das Dorfleben war einfach, doch es hatte seinen Charme. Autos sah man im Dorf nur selten, stattdessen bestimmte der Traktor unseren Alltag und prägte meine Kindheit: Er war der ganze Stolz meines Vaters, der damit regelmäßig über die Felder fuhr – bis zu jenem Tag, an dem er einen schweren Unfall hatte. Das Bild des umgestürzten Traktors hat sich tief in mein Gedächtnis eingebrannt. Ich spürte zum ersten Mal große Angst. Die Familie bangte um das Leben meines Vaters. Am Ende ging alles gut aus. Er überlebte, musste aber monatelang im Spital bleiben.
Neben der Landwirtschaft engagierte sich mein Vater in der Politik und trat der Österreichischen Volkspartei bei. Als er zum Vizebürgermeister unseres Dorfes gewählt wurde, war er sehr stolz und von da an kaum noch zu Hause. Er verbrachte viel Zeit im Wirtshaus, um alle Neuigkeiten zu erfahren und mit den Männern des Dorfes über Politik zu sprechen. Wo immer es Probleme gab, stand er den Menschen im Dorf zur Seite.
Dämonen meiner Kindheit
Die Arbeit auf dem Hof gehörte für mich zum Alltag. Bereits als Junge half ich bei der Versorgung unserer Tiere und bekam mit sechs Jahren ein eigenes Pony, für das ich verantwortlich war.
Ich war gerade einmal acht Jahre alt, als ich zum ersten Mal hinter dem Steuer unseres Traktors saß. Ich war viel zu jung, viel zu klein, körperlich viel zu schwach. Aber auf dem Hof war das völlig normal. Bis heute spreche ich nicht gerne über den Traktor, denn an einem Tag geschah das Unvorstellbare.
Der Morgen begann wie jeder andere. Ich hatte die Aufgabe, mit dem Traktor das Silofutter zu holen. Mein kleiner Bruder begleitete mich. Er kletterte auf das Brett auf der Rückseite des Traktors und hatte seinen Spaß dabei. Er vertraute mir – dem großen Bruder – blind. Das Lenkrad war schwer, die Kupplung ließ sich kaum halten. Ich rutschte ab, der Traktor machte einen Satz und mein Bruder stürzte rücklings vom Brett. Ich hörte seinen Schrei. In jenen Sekunden, die zur Ewigkeit wurden, durchlebte ich einen Albtraum, den ich nie wieder vergessen werde: Der Traktor überrollte ihn.
Meine Mutter rannte aus dem Haus zu uns, Entsetzen im Blick. Mit Blaulicht und heulenden Sirenen wurde mein kleiner Bruder ins Krankenhaus gebracht. Es war zu spät. Er starb noch im Rettungswagen. Die Justiz gab meiner Mutter die Verantwortung. Sie bekam eine bedingte Strafe. Doch das war nebensächlich im Vergleich zu den seelischen Qualen, an denen sie litt. Jahrelang hielt sie das Leben nur mithilfe von Beruhigungsmitteln aus. Ich war gefangen in einer Schuld, die kein Kind je tragen sollte. Ich musste lernen, mit dem Schmerz zu leben – der Angst, der Ohnmacht, dem Wissen, was ein einziger Augenblick anrichten kann. Ein einziger Augenblick, in dem sich für mich alles änderte, der mich zum Außenseiter machte und mich in die Einsamkeit trieb. Mein Bruder war tot. Ich war schuld. Wie sollte ich jemals wieder Teil dieser Familie, dieser Welt sein?
Verlorene Jahre
Das Pony schenkte mir Trost und Gesellschaft. Es existierte einfach, verlangte nichts von mir. Allein ihm gegenüber konnte ich meine Trauer zeigen, konnte ihm erzählen, welche schwarzen Dämonen in meinem Inneren an mir fraßen. Ich fühlte mich schuldig, ich war einsam, ein Außenseiter. Dann kam mein neunter Geburtstag. Einige Monate nach dem schrecklichen Unglück sollte er eine Art Wiedergeburt werden. Voller Vorfreude hatte ich meine Klassenkameraden eingeladen. Der Tisch war gedeckt, der Duft von frisch gebackenem Kuchen und Kakao lag in der Luft. Doch niemand kam. Die Stunden vergingen, während ich hoffte und wartete. Schließlich blieben nur die Enttäuschung und die Bestätigung: Ich gehörte nicht mehr dazu. Niemand wollte mit mir etwas zu tun haben.
Trotz allem versuchte ich über die Jahre, in denen ich mir bis zu einem gewissen Grad zu verzeihen begann, wieder zur Gemeinschaft zu finden. Doch die gesellschaftlichen Gepflogenheiten im Dorf waren nichts für mich. Obwohl es viele Vereine gab – von der Freiwilligen Feuerwehr über Sport- und Musikvereine bis hin zur Volkstanzgruppe – fand ich nirgends wirklich Anschluss. Es fühlte sich an, als würde ich stets am Rand stehen und nicht dazugehören. Diese Einsamkeit begleitete mich lange. Doch im Laufe der Jahre lernte ich, meine Andersartigkeit zu akzeptieren und meinen eigenen Weg zu gehen.
Es war nicht nur die Einsamkeit, die mich belastete. Viel schlimmer waren die Wutausbrüche meines Vaters. Cholerische Anfälle hatten ihn sein ganzes Leben lang begleitet, nach seinem Unfall und vor allem nach dem meines Bruders wurden sie häufiger und heftiger. Sie entluden sich meist gegen unsere Mutter, manchmal gegen uns Kinder. Wenn er zum Mittagessen nach Hause kam und das Essen um 12 Uhr nicht auf dem Tisch stand, rastete er aus. Und wenn er schrie, hörte man es in der ganzen Nachbarschaft. Die Familie litt unter seinen Anfällen. Es waren Gewitter, die so schnell kamen, wie sie wieder verflogen. Minuten später war er wieder ganz Vater, warmherzig, fürsorglich, als ob die Sturmwolken niemals existiert hätten.
Wir waren gespalten. Einerseits vergötterten wir unseren Vater, andererseits erlebten wir, wie er unsere Mutter herabwürdigte. Warum sie ihn ertrug, weiß ich nicht – aber sie hielt zu ihm.
Ich war bereits 14 oder 15 Jahre alt, als mir bewusst wurde, wie wenig Aufmerksamkeit ich meiner Mutter bis dahin geschenkt und wie viel sie ertragen hatte, um uns eine angenehme Kindheit zu ermöglichen. Sie erledigte den größten Teil der Arbeit und bemühte sich stets, uns Kinder vor unangenehmen Erfahrungen zu schützen. Der Tod meines Bruders hatte sie aber für immer gezeichnet. Der Schatten dieses Tages fiel immer wieder über unser Leben, egal, wie sehr wir versuchten, ihn zu vertreiben.
Mein Vater blieb der Mann mit den vielen Gesichtern für mich. Unser Verhältnis war geprägt von seinen unkontrollierten Ausbrüchen, seiner impulsiven Art und von seinem fehlenden kaufmännischen Geschick. Er entschied später, den Handel aufzugeben und den Hof zu modernisieren. Er baute größere Ställe und richtete die Landwirtschaft neu aus. Er investierte in Maschinen und Grundstücke, doch die Last der Kredite glich einer Bürde, unter der wir alle standen.
Erst als bei mir im Alter von 30 Jahren eine bipolare Störung diagnostiziert wurde (dazu später mehr), wurde mir klar, dass wahrscheinlich auch mein Vater damit gelebt hatte. Ohne diese Erkrankung wäre er wohl ein zuvorkommender Mann gewesen. Diese Erkenntnis half mir, mehr als 20 Jahre nach dem Unfall endlich Frieden mit unserer Vergangenheit zu schließen.

