Alltag & Lebensführung

Den Seinen gibt´s der Herr im Schlaf

Ruth Janowetz

Den Seinen gibt´s der Herr im Schlaf

Träume

Leseprobe:

<strong>Vorwort</strong>

Damit Sie wissen, welche Träume ich zu Lebzeiten meines Mannes Rudolf träumte, möchte ich Ihnen, lieber Leser, das Datum nennen, an dem er hinüberging, also starb. Es war der 19. Februar 2001. Ich fand es passend, nur diesen einen Traum hier mit einzufügen. Rudolf brachte mich auf den Titel des Buches, weil er jedes Mal, wenn ich ihm einen Traum erzählte, sagte: Siehst du, den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf. Er fühlte sich immer gedrängt zu sagen: Ich rate dir, deine Träume aufzuschreiben.
Wie der Name Engie entstand: Wir fühlten uns von Anfang an ganz eng miteinander verbunden. Deshalb dachte ich, als Kosename könnte ich doch Engie sagen. Er gefiel mir.
Ich werde ihn deshalb auch Engie zwischendurch nennen, als wäre es euer Freund.
Auf die Unverfälschtheit der Wiedergabe meiner Träume hinweisen: Wenn ich mir bei einer Handlung im Traum nicht sicher war und mich fragen musste: Wie war das?, dann entschied ich mich, es wegzulassen, weil es sonst gegen die Echtheit meiner Nacherzählung verstoßen würde. Ich schrieb immer nur das auf, was ich noch klar vor Augen hatte und fühlen konnte wie einen Schmerz oder große Freude.
Ich hielt es für sehr sinnvoll, aus folgendem Grund zu fast jedem Traum eine Anmerkung hinzuzufügen:

Anmerkung:
Ein Traum kann noch genauer gedeutet werden, wenn man nach der Arbeitsmethode des Sherlock Holmes, der vom britischen Autor Sir Arthur Conan Doyle geschaffenen Romanfigur, vorgeht, die ausschließlich auf detailgenauer Beobachtung und nüchterner Schlussfolgerung beruht.

März 2010, Ruth Janowetz.

<strong>Traum am 25.09.1998
Im Rechner verschwunden</strong>

Engie saß vor einem wandgroßen Rechner, dessen Display nach außen gewölbt war. Er saß am Schreibtisch und schaute in ein Hebräisch-Buch. Der Rechner war eingeschaltet und eine uns bekannte Anwendung war geöffnet. Plötzlich wurde der Bildschirm verschwommen und Linien bildeten sich. Die Farben veränderten sich und ein anderes Bild erschien.
Ich sagte zu dir: „Das hatten wir aber noch nicht.“ Ich beobachtete alles und auf einmal wurdest du ganz langsam von den Rechnerstrahlen aufgenommen. Plötzlich warst du im Bildschirm verschwunden.
Ich griff an die Scheibe und rief nach dir: „Engie, wo bist du?!“ Es klopfte an der Tür, ich wachte auf und du warst da.

Anmerkung:
Baff war ich, als ich las, dass die Autorin Estelle Stead Strahlen, welcher Form auch immer, mit der Liebe in Zusammenhang bringt und als unzertrennliche Seelen definiert. Sie sieht sie als Gottes Liebe, die nicht nur zwei, sondern alle Wesen empfangen.
Die Strahlung der Materie, wie sie im Online-Lexikon Wikipedia definiert ist, benötigt den luftleeren Raum, ein Vakuum (z. B. eine Bildröhre), um eine größere Entfernung unverändert zurücklegen zu können. Für mich liegt hier der Schwerpunkt in dem Wort „unverändert“, wo doch alles im Leben ständigen Veränderungen unterworfen zu sein scheint. Wie dem auch sei, zu meinem Traum passen beide Definitionen, die ich wohlgemerkt erst gut elf Jahre später gefunden habe.
Auf meiner Zeichnung ist Rudolf zu sehen mit einem Buch der hebräischen Schrift.


<strong>Traum am 19.10.2003
Wer thront wirklich?</strong>

Ich war mit Martin und Rudolf in einem Raum. Ich saß gerade neben Rudolf, der sich einen Bart zugelegt hatte. Ich befand, dass er ohne besser aussah.
Als ich ihn auf die Lippen küsste, wehrte er ab und ich überlegte, warum. Ich schaute mich um und sah Martin links im Raum auf einem Stuhl sitzen. Dieser Stuhl sah aus wie ein erhöhter Thron.
Rudolf saß rechts unten im Raum auf einem kleinen Sitz, was mir auch gut gefiel.
Ich sah, dass Martin stolz und gerade darauf saß und Rudolf bescheiden und ehrfürchtig. Dann wurde ich auf die Haare und das Alter von beiden aufmerksam gemacht: Martin trug weiße, nach hinten gekämmte Haare und war ein älterer Mann. Rudolf hatte etwa das gleiche Alter, trug jedoch schwarze Haare.

Anmerkung:
Ich persönlich habe noch nie wirklich einen Thron gesehen, wusste jedoch im Traum, dass es einer sein soll. Im Weltgericht der Offenbarung des Johannes findet sich noch der weiße Thron, vor dem die Toten stehen und gerichtet werden.


<strong>Traum am 22.10.2003
Lästerei</strong>

Ein etwa zehnjähriger Junge unterhielt sich mit mir. Dann kam er auf Rudolf zu sprechen. Das heißt, er fing auf einmal an, über Rudolf herzuziehen. Er machte ihn regelrecht schlecht. Ich dachte, da ist er gerade an der Richtigen, und ich sagte ihm die Meinung: „Dir passt es ja nur nicht, dass Rudolf nicht wie alle anderen redet, sondern von der herkömmlichen Meinung abweicht, und das ärgert dich.“ Der Junge lästerte wie ein Spießer. Dann wachte ich auf …

Anmerkung:
Im J.-G.-Krünitz-Lexikon online fand ich den Begriff lästern als Beschuldigung erklärt.


<strong>Traum am 23.10.2003
Traum oder Wirklichkeit</strong>

Rudolf und ich befanden uns in seiner Wohnung. Er war wieder wirklich auf der Erde. Als ich das Gefühl bekam, dass bei ihm eigentlich mein Zuhause ist, begann ich ihm zu erklären, dass ich bei Martin wohne.
Ich sagte zu Rudolf, baff vor Überraschung: „Ich stand neben dem Sarg und dachte, du wärst gestorben“, und wollte ihm erzählen, wie alles weiterging, aber mir verschlug es die Sprache, als ich ihn wirklich wiedersah.
Ich freute mich sehr, konnte aber meine Freude nicht zum Ausdruck bringen, weil ich ernsthaft nicht wusste, was das Leben von mir wollte. – Sollte ich zu Martin gehen oder bei Rudolf bleiben. –
Oder sollte ich mich teilen, was eigentlich das Einfachste wäre, da ich ja keinen verletzen will.
Ich dachte nur, dass mir da ein unheimlicher Streich gespielt wurde, mit dem ich jedoch noch etwas Heiliges anfangen will.
Anmerkung:
Im Online-Lexikon Wikipedia lesen wir, dass der Sarg das Behältnis für den Leichnam ist.


<strong>Traum am 30.10.2003
Die Gedankenkraft</strong>

Ich musste auf ein etwa sieben Jahre altes Geschwisterpaar, Junge und Mädchen, aufpassen. Diese Kinder waren von außergewöhnlichen, mysteriösen Leuten adoptiert.
Die eine Frau sah ich vor mir mit einem Tablett in der Hand. Sie ging in eine Küche, die mit großen Fliesen in rötlich braungrünem Ton gemacht war, und wollte das Tablett sauber machen. Sie hielt es unter einen Wasserhahn, ließ etwas Wasser laufen, das sich durch Gedankenkraft einschaltete.
Das Tablett wurde dann auch durch ihre Gedankenkraft gereinigt und getrocknet, was sie sogar vorführte. Die gesamte Wohnung konnte sie mit Gedankenkraft reinigen.
Dann gingen die Leute abends aus und nahmen die Kinder mit, was ungewöhnlich war. Ich machte mir Sorgen um die Kinder, wegen des Alkohols, den sie vielleicht bekommen könnten, und sagte, ihr müsst da nichts bezahlen, damit ihr das wisst. Esst lieber ein Stück Butterbrot.
Das war alles, was ich sagen musste, und die Kinder begriffen genau, was ich meinte. Sie spielten schön und warteten, bis sie abgeholt wurden. Das Mädchen trug einen roten Pullover.

Anmerkung:
Renate Koch – webmaster@deutung.com – rät dem Träumenden, die Farben, die er wahrnimmt, zu berücksichtigen, um seinen Traum besser deuten zu können.
Dem J.-G.-Krünitz-Online-Lexikon ist die Empfindung wichtig, die mit dem zurückgeworfenen Licht durch die Augen entsteht und als Farbe bezeichnet wird.


<strong>Traum am 01.11.2003, Allerheiligen, unser Hochzeitstag.
Wenn sich der Mann gürtet</strong>

Ich sah dich, Rudolf, auf einem Sofa sitzend, als du dir gerade einen Gürtel um die Hose umlegtest.
Du schautest mich an und lachtest, als du gerade dabei warst, den Gürtel zuzumachen.
Du lachtest, weil du ihn nicht schnell genug zubekamst.

Anmerkung:
In der webmaster@deutung.com von Renate Koch las ich mit freudiger Überraschung von dem Band der heiligen Ehe, das gefestigt wird, wenn der Mann, wie bei mir im Traum, den Gürtel umschnallt.


<strong>Traum am 02.02.2004
Erinnerung</strong>

Hier in der Burgstraße träumte ich von einer jungen Frau von früher. Ich ging gerade auf die Toilette, als sie die Treppe herunterkam und auch auf unsere Toilette wollte. Wir verstanden uns gut. Ich musste jedoch sehr dringend.
Als ich mich auf die Brille setzte und auf den Boden sah, schob ich mit dem Fuß etwas weg. Es war ein Alligator; er war weinrot mit einem schwarzen Gitter und sah goldig aus. Ich streichelte ihn und betrachtete ihn. Wo er nur herkam?

Anmerkung:
Dazu fällt mir ein Spruch von Engie (Rudolf) ein, den er kreiert hatte und zeitweise bei mir anbrachte, wenn ich irgendwo hinging: „See you later, Alligator.“
Das Haus in der Burgstraße 2 in 64342 Seeheim-Jugenheim steht unter Denkmalschutz und ist etwa 320 Jahre alt.
Wegen des kleinen Alligators mit seinem Gitter stieß ich im Wikipedia Online-Lexikon auf die Definition von Gitter- bzw. Zellparametern in der Kristallografie, die die Seitenlängen oder Winkel sind, womit Kristalle beschrieben werden können.
Der Alligator in meinem Traum hatte nach meinem Empfinden die Farbe Purpur. Darin sieht Renate Koch – webmaster@deutung.com – die Verwirklichung von Hoffnungen in der Zukunft.


<strong>Traum am 04.02.2004
1 Woche</strong>

Rudolf hatte sich materialisiert und wollte etwa eine Woche bei uns bleiben. An einem Tag fuhren Martin und ich weg, um Dinge zu erledigen. Unterwegs wurden wir so etwas wie „verführt“, eine günstige Reise zu unternehmen, für etwa eine Woche.
Ich willigte ein, und als wir schon circa zwanzig Minuten unterwegs waren, dachte ich an Rudolf, dass er ja da ist, und ich fragte den Fahrer, wo wir wären. Er antwortete: „In Frankfurt.“ Ich sagte sofort, dass ich auf keinen Fall weiterfahre, und zu Martin sagte ich: „Also, ich fahr jetzt heim, guck doch, der Rudolf besucht uns jetzt auch gerade eine Woche und wann kommt so etwas Außergewöhnliches vor? Da muss ich nicht jetzt gerade auch eine Woche wegfahren. Wir können das immer noch machen.“
Ich stieg in Frankfurt dann aus, bekam aber nicht mehr mit, ob Martin auch mitging. Jedenfalls hatte ich ein gutes Gefühl dabei und kein Schuldgefühl wegen Martin, wieder heimzufahren.
Es war so, als wollte Rudolf uns vor dieser einwöchigen Reise bewahren. Ich hatte das Gefühl, als hätte es Martin auch verstanden.

Anmerkung:
Im Online-Lexikon Wikipedia wird von der parapsychologischen und der quantenphysikalischen Materialisation gesprochen, welche plötzlich in Erscheinung tritt und als positiver Quantensprung bezeichnet wird. Beim negativen Quantensprung verschwindet die Materie. Die Parapsychologie lässt die Erscheinungen durch das Ektoplasma, also äußeres Zellgewebe sichtbar werden.


<strong>Traum am 13.06.2005
Der Code</strong>

Eine Frau in einer Firma fragte mich, ob sie den Code von Petra (Prtax oder Prax oder Pratt …?) bekommen könnte. Ich sagte, ja, das ist zu machen.
Um vierzehn Uhr sollte ich bei Familie Sachs sein und klingelte auch um 14:00. Aber sie waren nicht da. (Im Traum waren sie gleichzeitig auch die Staks.) Ich wunderte mich, dass sie mich bestellt hatten und doch wegfuhren.
Es war ein Arbeiter für sie da, der mit mir sprach. Er war so groß wie ich und sah ganz gut aus. Er war sehr nett und gesprächig.
Ich schaute nach einer Nachricht in einem Abstellraum. Außen an der Wand sah ich einen Schwarm kleinster Fliegen über eine Zahl fliegen, die an der Wand aufgeschrieben war:
101
900
Ich konnte sie deshalb lesen, weil ich mit einem Papierchen vorsichtig die Fliegelchen wegschob. Ein anderer Arbeiter wollte sie gewaltsam wegwischen. Aber ich sagte, nein, Vorsicht, das sind ganz kleine Fliegen, und ich rettete sie.

Anmerkung:
In Simon Singhs Buch kann man über Verschlüsselungen mit Zahlen und Wörtern nachlesen, die Codes genannt werden.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 112
ISBN: 978-3-99003-291-6
Erscheinungsdatum: 12.07.2011
EUR 16,90
EUR 10,99

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