Alltag & Lebensführung

Das FBI-Modell

Hans-Bernd Korte

Das FBI-Modell

Strategien zur Zufriedenheit

Leseprobe:

Danksagung

An dieser Stelle möchte ich mich bei ganz vielen Menschen aus meinem Umfeld bedanken.

An oberster Stelle erwähne ich hier meine über alles geliebte Frau Michaela, die mich in allen Phasen unserer Beziehung immer unterstützt und mich mit allen meinen Ecken und Kanten liebt und akzeptiert. Sie hat mir geholfen, mein autonomes Ich zu entwickeln, auch wenn es für sie an der einen oder anderen Stelle sicherlich auch ein intensiver Verzicht war. Außerdem hat sie mich nicht davon abgehalten, meine Gedanken in dieses Werk zu bringen.

Ein ebenso intensiver Dank geht an meine beiden Töchter Rina und Marie, die mir die Einmaligkeit des Augenblickes immer wieder verdeutlichen und mich zu einem der stolzesten Menschen machen, den es gibt. Außerdem stiften schon sie alleine Sinn genug, meine Gedanken auf Papier zu bringen.

Größter Dank geht an meine Eltern, die mich zu dem Menschen gemacht haben, der ich bin. In vielen Gesprächen haben wir intensive Diskussionen geführt und ich verdanke ihnen mein Wertemodell und die wohl beste Kindheit auf Erden. Sowohl Hilde als auch Rainer haben mir gezeigt, dass Eltern richtige Freunde sein können. Nicht zuletzt danke ich beiden für die großartige Unterstützung schon während meiner Jugend bis hin zur Fliegerei, ohne die der Leitgedanke nie entstanden wäre.

Dr. Sven Sebastian sehe ich als eine Art schicksalhafte Fügung, denn der eher zufällige Kontakt und das Gespräch über das FBI-Modell haben mich motiviert, mit dem praktischen Schreiben zu beginnen. Inzwischen ist ein freundschaftliches Verhältnis entstanden und ich danke Sven für unendlich viele Anregungen.

Nicht zuletzt danke ich vielen Familienmitgliedern, Freunden und Kollegen für Diskussionen, Beiträge und Impulse sowie praktische Beispiele für meine Ausführungen.


Vorwort von Dr. Sven Sebastian

Als Bernd Korte mir zum ersten Mal sein FBI-Konzept für mehr Zufriedenheit im Leben vorstellte, witterte ich eine einmalige Chance. Seit über 10 Jahren beschäftigen wir uns am Proventika Institut für angewandte Hirnforschung und Neurowissenschaften in Berlin mit der Frage, was den Menschen zufrieden und glücklich macht. In der Literatur ist zu diesem Thema eine Vielzahl von Ansätzen und Modellen zu finden. Hervorzuheben seien an dieser Stelle das Konsistenz-Modell von Grawe, das Autonomie- und Selbstregulationstraining nach Grossarth-Maticek sowie die wissenschaftlichen Arbeiten von Seligman im Bereich der Positiven Psychologie. Allen Konzepten gemeinsam ist die Annahme, dass der Mensch als ein sozio-psycho-biologisches Wesen nach Wohlbefinden, Lustbefriedigung, Sicherheit, Problemlösung und Sinnerfüllung strebt. Ein Leben lang. Dies gelingt uns insbesondere dann immer gut, wenn wir über eine ausreichende Autonomie, Selbstregulation, Gesundheit und hinreichendes Annäherungsverhalten im Alltag verfügen. Denn je unabhängiger wir von Gedanken, Zuständen, Ereignissen und Objekten sind, die zu negativen und neurobiologisch dysfunktionalen Konsequenzen führen, je besser wir uns in schwierigen und erregenden Situationen körperlich, emotional, kognitiv und sozial-kommunikativ selbstbestimmt regulieren können, um so glücklicher, leistungsfähiger und lebendiger werden wir sein.
So weit reicht die Theorie. Und die Praxis? Genau an dieser Stelle empfehle ich Ihnen das in diesem Buch exzellent beschriebene FBI-Konzept! Wenn Sie den Wunsch nach mehr Zufriedenheit in Ihrem Leben haben, dann gehen Sie als Erstes wie ein Geheimagent in eigener Sache auf die Spurensuche Ihres familiären und beruflichen Selbst-Ichs. Erstellen Sie sich innerhalb von zwei bis drei Tagen einen „Lebensfahrplan“, der allein Ihren persönlich-realen Möglichkeiten, Erwartungen und Wünschen entspricht. Denn jede Art von einem erfüllenden Leben fängt mit einem konsequent systematisch erarbeiteten Reiseplan an, dem das eigene Ich zu hundert Prozent vertrauen kann. Mit dem FBI-Modell gibt Ihnen Bernd Korte ein Tool in die Hand, welches in der Umsetzung zunächst schlicht und einfach anmutet, aber in seinen Grundlagen überraschend klar auf den neuen Erkenntnissen der Hirnforschung und Neurowissenschaften beruht. Dazu gehört u. a. die Aussage, dass der Mensch bis zu seinem Ende immer über Optionen verfügt, die es zu erkennen und zu ergreifen gilt. Oder der Tipp, seinem Schicksal nicht das Ruder zu überlassen, sondern diesem deutlich und klar die eigenen Erwartungen und vor allem Ziele zu erklären. Sodass es sich daran halten möge.
Planen Sie Ihre kommenden 7 Jahre konsequent mit dem FBI-Modell, arbeiten Sie mittels neuro-kognitiver Methoden an Ihren interpersonellen Ressourcen wie Willenskraft, Disziplin und kognitiv-emotionale Selbstregulation und Sie werden spürbar an Zufriedenheit und Vitalität dazu gewinnen. Genau darin lag die Chance, die sich mir beim ersten Kontakt mit dem FBI-Modell von Bernd Korte eröffnete. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und vor allem Freude dabei!


Einleitung

Seien Sie gegrüßt, liebe Leserin oder lieber Leser. Um es mir einfach zu machen und eine etwas harmonischere Sprache wählen zu können, rede ich Sie von nun an einfach als Leser an und bitte Sie, mir diese Bequemlichkeit zu verzeihen.
Ebenso verzichte ich auf ein joviales Du. Im Alltag wären wir vermutlich sehr schnell an dem Punkt, an dem ich dies anbieten würde, aber dazu müsste ich Sie kennen. Im Moment sind unsere Rollen klar verteilt und benötigen keinen Verzicht auf Distanz.
Ja, wie sind Sie eigentlich hergekommen? Hat Sie der Buchtitel neugierig gemacht? Haben Sie mich hier an meinem virtuellen Tisch sitzen sehen und erkannt, dass dort ein Platz frei war? Sind wir schon irgendwie in ein Gespräch gekommen?
Das Bild gefällt mir. Vielleicht kennen Sie die Situation, dass es an bestimmten Orten, zum Beispiel an öffentlichen Plätzen oder in Lokalen, Personen gibt, die häufig alleine dort sind, aber deren Gesellschaft gerne von Fremden gesucht wird. Sie werden gesucht, da diese Stammgäste etwas zu erzählen haben. Es sind keine wissenschaftlichen Vorträge oder in allen Facetten durchdachte Theorien. Es sind üblicherweise Lebensweisheiten, geknüpft an eine sehr persönliche, manchmal bewegende Geschichte. Hier werden Erfahrungen weitergegeben.
Meist sind es gar keine Dialoge. Diese Stammgäste können einen mit ihrem Monolog fesseln, möchten ihre Idee weitergeben und wünschen sich, dass der Zuhörer diese als ein kleines Geschenk für sich empfindet.
Die wenigsten unter diesen öffentlich zugänglichen Erzählern sind traurige, tragische oder verbitterte Menschen, obwohl vieles, welches ihnen zugestoßen ist, das nahelegen würde. Meist hat ihnen ihre Geschichte geholfen, die eigene Situation zu bewältigen, und sie haben daraus Kraft und eine ansteckende Zufriedenheit gewonnen.
Mit diesem Buch lade ich Sie, lieber Leser, ein, an meinem Tisch Platz zu nehmen. Wir sitzen alleine, und wenn ich das Gefühl habe, dass Sie meine Ideen interessieren, beginne ich zu erzählen. Da ich häufig hier anzutreffen bin, wird es für Sie einfach sein, mich anzutreffen und meinen Ausführungen zu lauschen. Mein Gedächtnis ist sogar so gut, dass wir das Gespräch zu jedem Zeitpunkt an nahezu jeder Stelle fortsetzen können. Sie werden mich hier finden. Ich nehme es auch niemandem übel, wenn er das Gespräch verlässt, denn es macht nur Spaß zu reden, wenn man den Zuhörer damit fesseln kann.
Sie werden schnell merken, dass es zwei Dinge gibt, die meinen Monolog kennzeichnen. Das erste ist, dass ich für meine Ideen brenne, wie man heutzutage so schön sagt. Ich bin begeistert über die Simplizität des Gedankens des „FBI-Modells“ und fest davon überzeugt, dass jeder Zuhörer und Leser das Potenzial hat, sich zum eigenen Ermittler in Sachen tiefster persönlicher Zufriedenheit zu machen.
Die zweite Beobachtung wird sein, dass Sie schnell merken, dass ich kein Profi bin – und es nicht sein möchte. Sie sind zu meinem Tisch gekommen. Suchen Sie sich selbst aus, wo dieser stehen soll. In einer abgeschiedenen Ecke eines Restaurants? Neben dem Flügel eines Hotelpianos? Lieber am Strand in der Nähe einer Cocktailbar? Machen Sie es sich in Gedanken gemütlich. Dieser Konstruktion liegt aber auch das Prinzip des Amateurs zugrunde. Ja, ich bin überzeugt, begeistert und habe viele Sachen gelesen, ausprobiert und erfahren. Ich habe weit über 35 Menschen mit diesem Prinzip versucht zu helfen und glaube eine nicht geringe Erfolgsquote reklamieren zu können.
Trotzdem bin ich kein Therapeut. Ich bin auch kein Forscher. So wie man am Stammtisch wenige Spitzenpolitiker trifft, die sämtliche Zahlen richtig zitieren können, aber doch viele interessante Ansätze mitbekommt, so versuche ich Ihnen absolut ernst gemeinte und schon wohl überdachte Empfehlungen an die Hand zu geben. Wenn Sie dann in Ihrer Neugier auf eigene Quellensuche gehen, sollten Sie sich aber nicht bei mir beschweren, wenn Sie eine konträre Meinung gelesen, gehört oder selbst entwickelt haben. Hätte ich die Gelegenheit, würde ich Ihnen sogar vermutlich gerne zuhören und versuchen, Ihre Ideen mit meinem Modell in Einklang zu bringen. Man kann immer lernen und besser werden.
Sollten Sie im Verlaufe unseres Gesprächs erkennen, dass es zu einer Belastung wird, nehme ich es Ihnen in keiner Weise übel, wenn Sie auf meinen Rat verzichten. In einzelnen Fällen würde ich dann sogar empfehlen, sich doch an Profis zu wenden. Da ich aber ein grenzenloser Optimist bin und Sie mit diesem Optimismus gerne anstecken möchte, freue ich mich schon jetzt auf unsere virtuellen Treffen an Ihrem Wunschort.

Hannover, im Juli 2016


Eine Einladung

Lieber Leser, lassen Sie mich zu einer gedanklichen Reise einladen. Es ist Mai. Das Wetter ist wunderschön. Der Himmel draußen ist blau, die Bäume werden grün und die Luft riecht wunderschön.
Seit Wochen habe ich Ihnen von der Faszination des Segelfliegens vorgeschwärmt. Ich habe Ihnen erklärt, wie schön es ist, nahezu lautlos durch den Himmel zu schweben, den Elementen der Natur ausgeliefert zu sein und es gleich den Vögeln zu tun. Dabei habe ich keine Gelegenheit ausgelassen, Ihnen zu erklären, was das Segelfliegen so schön unvorhersehbar macht. Ein Segelflugzeug gleitet durch die Luft. Das heißt, dass es ständig sinkt. Nur das Wetter und die damit verbundenen Aufwinde lassen es an Höhe gewinnen. Auch wenn es inzwischen sehr gute Vorhersagemodelle und viel Technik und Wissen um das Wetter gibt, kann man nie ganz sicher sein, den nächsten Aufwind zu finden. Schließlich ist es auch eine Frage des handwerklichen Könnens, ob es gelingt, den nächsten, unsichtbaren Aufwind nutzen zu können. Das Können vieler Segelflieger misst sich in der Strecke, die sie in einem Tag zurücklegen und am besten gezielt zu ihrem Heimatflugplatz zurückkehren.
Unabhängig von Ihrer eigenen Einstellung zum Segelflug haben Sie sich nun von mir zu einem Flug einladen lassen. Der Wetterbericht war toll und wir haben uns morgens bei schönstem Wetter am Flugplatz getroffen und sind in ein zweisitziges Segelfluggerät eingestiegen. Ein Motorflugzeug hat uns auf eine ausreichende Starthöhe gebracht und es ist uns gelungen die ersten Kreise in aufsteigender Luft zu fliegen. Vor dem Start haben wir uns vorgenommen, dass – sollte der gute Wetterbericht wirklich eintreffen – wir uns gezielt vom Heimatflugplatz entfernen und auch versuchen werden, eine größere Strecke zu fliegen.
Es ist uns tatsächlich gelungen einige Stunden unter den Wolken zu bleiben und Sie konnten mich beobachten, wie ich zufrieden das Wetter beurteilt habe und wir uns, mal in Begleitung von Vögeln oder anderen Flugzeugen, mal alleine, immer weiter vom Startplatz entfernt haben.
Allerdings beobachten Sie jetzt, dass meine Entspannung weicht. Die Häuser und Autos unter uns, die Felder, die so schön aufgeräumt aus großer Höhe wirkten, sind irgendwie größer geworden. Auch das inzwischen vertraute Piepsen, welches bis vor wenigen Minuten immer zuverlässig das Steigen signalisierte, ist zu einem tiefen Dauerbrummton geworden, der, wie ebenfalls vorab erklärt, nun auf unser stetiges Sinken verweist.
Nach schon kurzer Zeit erkläre ich Ihnen, dass unsere Höhe weder zu unserem Heimatflugplatz noch zu einem anderen Segelfluggelände reicht und ich mich zu einer Landung auf einem frisch bestellten Feld entschieden habe. Ich bitte Sie, die Gurte festzuziehen, lose Teile sicher zu verstauen, und darüber hinaus, mich nun konzentriert und ohne große Erklärungen die Landung durchführen zu lassen.
Schon kurze Zeit später werden Sie Zeuge, wie wir beiden an einem Sonntagnachmittag bei schönem Wetter auf einem Acker etwas unsanft landen. Zu allem Übel ist die nächste Straße einige 100 m weit entfernt und der Mobilfunkempfang mäßig.
Wir stehen gesund und heile mitten in einer Landschaft, fern der Heimat, müssen uns von Freunden und Bekannten per PKW abholen lassen und werden wohl kaum vor Mitternacht zu Hause sein.

Warum nehme ich Sie mit auf diese Gedankenreise? Sie wollten doch etwas über die Kunst des Zufriedenseins und Glücks lernen und keine Werbung für den Segelflug feilgeboten bekommen. Sie dürfen mir glauben: Das ist mir völlig klar! Ich mag dieses Bild, da es sich als Erklärung für viele meiner Ideen und Hypothesen eignet. Selbst diejenigen unter Ihnen, denen schon bei dem Gedanken an die Fliegerei schlecht geworden ist, werden sich in den Beispielen für meine Erklärungen wiederfinden.
Es gibt, gerade im angloamerikanischen Bereich, viel Literatur, die (vermeintlich) praktische Beispiele von Menschen aufzählt, die vorher etwas gravierend falsch gemacht haben und nach Befolgung einiger zitierter Regeln zu den glücklichsten, erfolgreichsten oder gesündesten Menschen wurden. Auch ich werde Ihnen Beispiele aus der Praxis anbieten. Doch ich möchte Sie weder zu etwas überreden, noch Ihnen das allgemeine Heil versprechen. Für meine Ausführungen benötige ich ein Bild, anhand dessen ich meine Ideen entwickeln kann und das vielleicht abstrakt genug ist, für Ihre Zwecke mit verwandt zu werden. Um Ihnen einen Vorgeschmack zu geben, erlauben Sie mir einige Fragen:

- War das eigentlich eine gute Entscheidung, diesen Flug zu machen?
- Werden Sie ihn in positiver oder negativer Erinnerung behalten?
- Sollten Sie es bereuen, diesen Tag so verbracht zu haben?
- Gibt es Analogien zum Leben, die uns dieser gemeinsame Flug vermitteln kann?

Wie Sie vielleicht sehen, sind wir schon nach einigen schnellen Kontrollen an sehr essentiellen Fragestellungen angekommen. Genau diese möchte ich mit Ihnen im Laufe der nächsten Seiten erörtern. Dabei mache ich Ihnen ein Angebot: Zuerst versuche ich anhand des oben erzählten Beispiels, aber auch anhand anderer Fälle, einige grundlegende, vielleicht sogar sehr simple Ideen zu vermitteln. Dann werde ich daraus Schlüsse aus meiner persönlichen Sicht ziehen und Ihnen einen Vorschlag unterbreiten, diese für sich zu nutzen.
Wenn Sie am Ende dieses Buches zu der Erkenntnis kommen, dass es sich eigentlich um sehr naheliegende Überlegungen zur Schärfung des eigenen Alltags handelt, würde ich mich sehr freuen. Sollten Ihnen meine Gedanken nicht gefallen, heißt das nicht, dass einer von uns beiden falsch liegt, sondern vielmehr, dass es ganz viele unterschiedliche Wege zur Zufriedenheit und zum Glück gibt.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 118
ISBN: 978-3-95840-331-4
Erscheinungsdatum: 17.01.2017
EUR 20,90
EUR 12,99

Herbstlektüre