BodyAnchoring 2
Achtsam durch‘s Leben - mit BodyAnchoring zu mehr Gelassenheit und innerem Frieden
EUR 26,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 358
ISBN: 978-3-7116-0045-5
Erscheinungsdatum: 14.11.2024
Achtsamkeit, Bewusstheit, Präsenz – Bewusstseinszustände, die heutzutage für viele erstrebenswert sind, privat wie beruflich. Mit der Methode des BodyAnchoring ist dies möglich. Teil 2 gibt Hilfestellungen für jeden Tag im Jahr.
Einleitung
Die Menschen erkannten bald, dass der Weg in die Gegenwart über ein Trainingsprogramm führen muss.
Die Suche nach passenden Meditationspraktiken begann.
Wege, Methoden und Techniken wurden entwickelt, um zu sich selbst, zu Gott und in die Gegenwart zu kommen.
‚Hic et Nunc!‘ – Hier und Jetzt! –, nannten es die alten Römer. Nur banale Alltagsbewältigung und Überleben reichten ihnen nicht. Sie suchten nach der wirklichen Welt in der Gegenwart und erkannten zunehmend den Wert von Gegenwärtigsein.
Dies setzte schon in Kulturen vor den Römern große kreative Energien in Gang, welche in der Folge zu den zahllosen Meditationsmethoden führten, die wir heute kennen.
Unterschiedliche Zeiten und Menschentypen brauchen unterschiedliche Herangehensweisen. So ist es also nur folgerichtig, dass diese für die heutige Zeit auch angepasst werden müssen.
Der heutige Mensch hat normalerweise einen vollen Terminkalender. Wenn er nun in Meditationsbüchern lange Meditationszeiten und Retreats empfohlen bekommt – dann schreckt ihn das mehr ab, als es ihn anzieht und begeistert.
Es braucht daher neue, angepasste Meditationsformen, welche für den modernen westlichen Menschen alltagskompatibel sind.
Die Kernfragen haben sich dabei nicht verändert:
Wie gelingt es uns, vermehrt und länger in der Gegenwart anwesend zu sein? Wie gehen wir mit unseren Gedanken um?
Unterschiedliche Meditationswege haben darauf verschiedene Antworten gefunden.
Das BodyAnchoring, die Methode, welche hier vorgestellt wird, greift einen Kernaspekt all dieser Wege heraus:
Der Körper als primäres Verankerungsobjekt des Geistes in der Gegenwart.
Liebe Leserin, lieber Leser,
versuchen Sie doch gleich zu Beginn dieser gemeinsamen Reise, sich in der Kunst der Gegenwärtigkeit zu üben. Nehmen Sie während des Lesens immer wieder Kontakt zu Ihrem Körper auf. Spüren Sie z. B. die Kontaktfläche Ihres Körpers zum Boden: Ihre Fußsohlen. Verweilen Sie ein paar kurze Augenblicke bei Ihren Füßen. Dieser Kontakt wird Sie in die Gegenwart bringen.
Dabei können Sie bereits erste Erfahrungen in Gegenwärtigkeit sammeln.
Eine kleine Geschichte zu Beginn der Reise:
Der Meister ging zu einem interessierten Schüler, der schon längere Zeit vor den Klostertüren ausgeharrt hatte, und sprach ihn an: „Willst du weiter in deiner gewohnten Welt der selbst geschaffenen Gedanken und Vorstellungen leben – oder willst du je länger, je mehr in die Wirklichkeit eintreten und dort verweilen, obwohl sie sich oft stinkig, langweilig und abweisend anfühlt?“
Der Schüler überlegte kurz und wählte dann das Zweite.
„Wenn das so ist“, erwiderte der Meister, „dann bist du hier herzlich willkommen.“
Der Schüler durfte ins Kloster eintreten und lernen.
Und noch eine Metapher:
Ein Boot ruht vor einer Meeresküste. Es ist nicht verankert. Der Wind und die Wellen haben leichtes Spiel: Sie treiben das Boot, wohin sie wollen. Irgendwann treibt es ans Ufer oder ins offene Meer hinaus, oder es zerschellt an einer Klippe.
Anders bei einem verankerten Boot.
Darauf kann man ausruhen, fischen oder es über Nacht bei hohem Wellengang sichern. Es ist mit dem Grund verbunden.
Und wie ist es für Sie, liebe Leserin, lieber Leser? Welches Boot wären Sie gerne?
Ist es für Sie erstrebenswert, im gegenwärtigen Augenblick, im innigen Kontakt mit der Wirklichkeit zu leben – möglichst oft und möglichst lange?
Wenn ja – dann sind Sie hier genau richtig!
Die Grundsatzentscheidung, ob man wirklich vermehrt in der Gegenwart anwesend sein möchte, ist wichtig. Für das Überleben und den Alltag ist es nämlich nicht unbedingt nötig, im gegenwärtigen Augenblick präsent zu sein.
Die gute Nachricht vorweg: Sie sind körperlich bereits andauernd in der gegenwärtigen Wirklichkeit – und zwar ausschließlich, ob Sie es wollen oder nicht, ob Sie sich dessen bewusst sind oder nicht. Geistig jedoch wandern Sie oft irgendwo anders herum. Es liegt in Ihrer Entscheidung, ob Sie diese Spaltung verringern wollen.
Tatsache ist – auch wenn uns das Denken etwas anderes vorgaukeln will:
Es gibt schlichtweg nichts anderes als die Gegenwart. Ihr ganzes Leben spielt sich in der Gegenwart ab.
Die Frage ist: Wollen Sie daran teilhaben? Oder riskieren, es weiterhin zu verpassen?
Die Körper-Geist-Polarität
Durch das ebenso nötige und nützliche als auch oft ‚verkomplizierende‘ Denken ist es uns möglich, in einer Art virtueller Parallelwelt zu funktionieren und nur hin und wieder in die wirkliche Welt auf Besuch zu gehen.
Dies kann sowohl Segen als auch Fluch sein.
Im Folgenden wollen wir versuchen, diese Dynamik etwas besser zu verstehen.
Körper und Geist haben die Tendenz, immer wieder auseinanderzudriften.
Diese Polarität könnte man folgendermaßen darstellen:
Der Mensch ist:
A) hauptsächlich auf den eigenen Körper fixiert,
B) in tagträumerischen Gedanken versunken,
C) im BodyAnchoring: der Geist verankert im Körper.
Wie Sie sehen können, nimmt das BodyAnchoring eine Mittelposition ein. (Was übrigens auch dem ‚Mittleren Weg‘ des Buddhismus entspricht.)
Der Körper ist präsent und im Fokus der Aufmerksamkeit, und gleichzeitig können Gedanken kommen und gehen.
Ein Hauptmerkmal des BodyAnchoring ist die Nichtidentifikation mit den Gedanken: Sie haben Gedanken – Sie sind jedoch nicht Ihre Gedanken. Sie sind viel mehr!
Was ist BodyAnchoring?
BodyAnchoring ist eine Meditationspraxis, bei der ein möglichst kontinuierlicher Körperbezug ‚installiert‘, trainiert und gepflegt wird. Darauf aufbauend ergibt sich die Möglichkeit einer bewussteren und effizienteren Gedankensteuerung.
Das BodyAnchoring beginnt einfach und baut langsam auf. Es kann wohldosiert und daher problemlos in den Alltag integriert werden. Kein Lärm – kein Klimbim – kein Aufsehen – keine Kosten! Das Funktionieren im Alltag bleibt gewahrt. Man muss sich nicht ‚ausklinken‘ oder gar ganz aussteigen. Und dennoch ist BodyAnchoring ausbaufähig, wenn Lust und Bereitschaft vorhanden sind.
Das Ziel ist die nachhaltige Verankerung der Aufmerksamkeit im Körper und die damit einhergehende Ausweitung der bewussten, achtsamen Zeiten im Alltag.
Dabei ist zentral, locker und unangestrengt zu bleiben. Es geht nicht darum, noch etwas Zusätzliches in den Terminkalender aufzunehmen.
BodyAnchoring ist etwas durch und durch Natürliches. Den Zugang zu diesem, wie ich postuliere, uns wesenseigenem ‚Naturzustand‘, haben wir beinahe verloren. Vor lauter Denken, Planen, Abwägen und Entscheiden nehmen wir den Körper nur noch als mühsames, oft Schmerzen verursachendes Anhängsel wahr, welches unseren kopflastigen Zielen im Wege steht.
Wichtig sind positive Anfangserlebnisse: „Ah – das tut gut, das bringt mir etwas, das nährt mich auf verschiedene Weise“ etc.
Dabei soll auch die Freude nicht fehlen!
BodyAnchoring soll guttun und positive Wirkungen hervorbringen.
Dann werden Sie es weiter praktizieren – nicht weil Sie sollten, sondern weil Sie Lust und Freude daran haben und den Nutzen eins zu eins bei sich spüren können.
Gehen Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit zu Ihren Fußsohlen und verankern Sie sich dort. Verweilen Sie einen Moment und genießen Sie die Gegenwart.
BodyAnchoring als Methode
Diese Methode lässt sich folgendermaßen definieren:
BodyAnchoring ist ein lockeres, immer wieder zu erinnerndes Hin- und Herpendeln der Aufmerksamkeit zwischen Körper, Geist und gerade ausgeführten Tätigkeiten, zum Zwecke möglichst andauernder Präsenz in der Gegenwart und einer wirkungsvollen Gedankensteuerung.
Es beruht auf folgenden Annahmen:
- Die Menschen haben das Bedürfnis, vermehrt in der Gegenwart zu leben.
- In Gedanken versunken, sind sie nicht wirklich in der Gegenwart.
- Ohne irgendeine Verankerung im Körper ist es nicht möglich, in der Gegenwart zu verweilen.
- Ohne Verankertsein im Körper werden uns die Gedanken mit sich reißen und eine sinnvolle Gedankensteuerung verhindern.
- Diese Verankerung kann aufgebaut, gepflegt und geübt werden.
Der Hauptgrund für die Wahl des Körpers als Fokus des BodyAnchoring besteht darin, dass er das uns naheliegendste Objekt ist, welches immer in der Gegenwart ruht. Daher ist es am naheliegendsten und ‚einfachsten‘, uns immer wieder auf unseren Körper zu beziehen. Durch sein Ruhen in der Gegenwart bringt er uns jedes Mal zuverlässig in ihren Schoß zurück. Wir dürfen uns das Gegenwärtigwerden nicht noch komplizierter machen und nehmen daher dankbar seine Unterstützung an.
Wie gehen Sie nun konkret vor, wenn Sie BodyAnchoring praktizieren?
1) Wahl eines Hauptkörperankers. (Ein Körperanker ist eine Körperstelle, auf die Sie Ihre Aufmerksamkeit immer wieder lenken können.)
Sie haben bereits mit Ihren Fußsohlen experimentiert und Erfahrungen gesammelt.
Es sind selbstverständlich auch andere Körperanker möglich. Dort, wo Sie Ihren Körper am besten und leichtesten spüren, ist ein Körperanker sinnvoll.
Beispiele geeigneter Körperanker:
- Bauchdecke, die sich rauf und runter bewegt
- Brustkorb, der sich bei jedem Atemzug ausdehnt und zusammenzieht
- Rücken, der in Kontakt mit der Rücklehne Ihres Stuhls ist
- Nasenflügel, die die vorbeistreichende Atemluft spüren
- der Herzschlag, den Sie an einem bestimmten Ort in Ihrem Körper spüren oder
- eine weitere, für Sie geeignete, Körperstelle
Als Körperverankerung ist prinzipiell jede Körperstelle oder jeder Körperteil möglich.
Erfahrungsgemäß bieten sich Körperstellen besonders an, die von Ihnen positiv besetzt sind und an denen sich kontakt- oder bewegungsmäßig etwas abspielt. Wenn das der Fall ist, kann sich die Aufmerksamkeit dort am besten verankern.
Zu Beginn schlage ich Ihnen vor, bei Ihren Fußsohlen als Hauptkörperanker zu bleiben.
Wo und wie berühren diese gerade jetzt den Boden? Gehen Sie nun mit Ihrem Bewusstsein dorthin und verweilen dort einen Moment.
...
Die Menschen erkannten bald, dass der Weg in die Gegenwart über ein Trainingsprogramm führen muss.
Die Suche nach passenden Meditationspraktiken begann.
Wege, Methoden und Techniken wurden entwickelt, um zu sich selbst, zu Gott und in die Gegenwart zu kommen.
‚Hic et Nunc!‘ – Hier und Jetzt! –, nannten es die alten Römer. Nur banale Alltagsbewältigung und Überleben reichten ihnen nicht. Sie suchten nach der wirklichen Welt in der Gegenwart und erkannten zunehmend den Wert von Gegenwärtigsein.
Dies setzte schon in Kulturen vor den Römern große kreative Energien in Gang, welche in der Folge zu den zahllosen Meditationsmethoden führten, die wir heute kennen.
Unterschiedliche Zeiten und Menschentypen brauchen unterschiedliche Herangehensweisen. So ist es also nur folgerichtig, dass diese für die heutige Zeit auch angepasst werden müssen.
Der heutige Mensch hat normalerweise einen vollen Terminkalender. Wenn er nun in Meditationsbüchern lange Meditationszeiten und Retreats empfohlen bekommt – dann schreckt ihn das mehr ab, als es ihn anzieht und begeistert.
Es braucht daher neue, angepasste Meditationsformen, welche für den modernen westlichen Menschen alltagskompatibel sind.
Die Kernfragen haben sich dabei nicht verändert:
Wie gelingt es uns, vermehrt und länger in der Gegenwart anwesend zu sein? Wie gehen wir mit unseren Gedanken um?
Unterschiedliche Meditationswege haben darauf verschiedene Antworten gefunden.
Das BodyAnchoring, die Methode, welche hier vorgestellt wird, greift einen Kernaspekt all dieser Wege heraus:
Der Körper als primäres Verankerungsobjekt des Geistes in der Gegenwart.
Liebe Leserin, lieber Leser,
versuchen Sie doch gleich zu Beginn dieser gemeinsamen Reise, sich in der Kunst der Gegenwärtigkeit zu üben. Nehmen Sie während des Lesens immer wieder Kontakt zu Ihrem Körper auf. Spüren Sie z. B. die Kontaktfläche Ihres Körpers zum Boden: Ihre Fußsohlen. Verweilen Sie ein paar kurze Augenblicke bei Ihren Füßen. Dieser Kontakt wird Sie in die Gegenwart bringen.
Dabei können Sie bereits erste Erfahrungen in Gegenwärtigkeit sammeln.
Eine kleine Geschichte zu Beginn der Reise:
Der Meister ging zu einem interessierten Schüler, der schon längere Zeit vor den Klostertüren ausgeharrt hatte, und sprach ihn an: „Willst du weiter in deiner gewohnten Welt der selbst geschaffenen Gedanken und Vorstellungen leben – oder willst du je länger, je mehr in die Wirklichkeit eintreten und dort verweilen, obwohl sie sich oft stinkig, langweilig und abweisend anfühlt?“
Der Schüler überlegte kurz und wählte dann das Zweite.
„Wenn das so ist“, erwiderte der Meister, „dann bist du hier herzlich willkommen.“
Der Schüler durfte ins Kloster eintreten und lernen.
Und noch eine Metapher:
Ein Boot ruht vor einer Meeresküste. Es ist nicht verankert. Der Wind und die Wellen haben leichtes Spiel: Sie treiben das Boot, wohin sie wollen. Irgendwann treibt es ans Ufer oder ins offene Meer hinaus, oder es zerschellt an einer Klippe.
Anders bei einem verankerten Boot.
Darauf kann man ausruhen, fischen oder es über Nacht bei hohem Wellengang sichern. Es ist mit dem Grund verbunden.
Und wie ist es für Sie, liebe Leserin, lieber Leser? Welches Boot wären Sie gerne?
Ist es für Sie erstrebenswert, im gegenwärtigen Augenblick, im innigen Kontakt mit der Wirklichkeit zu leben – möglichst oft und möglichst lange?
Wenn ja – dann sind Sie hier genau richtig!
Die Grundsatzentscheidung, ob man wirklich vermehrt in der Gegenwart anwesend sein möchte, ist wichtig. Für das Überleben und den Alltag ist es nämlich nicht unbedingt nötig, im gegenwärtigen Augenblick präsent zu sein.
Die gute Nachricht vorweg: Sie sind körperlich bereits andauernd in der gegenwärtigen Wirklichkeit – und zwar ausschließlich, ob Sie es wollen oder nicht, ob Sie sich dessen bewusst sind oder nicht. Geistig jedoch wandern Sie oft irgendwo anders herum. Es liegt in Ihrer Entscheidung, ob Sie diese Spaltung verringern wollen.
Tatsache ist – auch wenn uns das Denken etwas anderes vorgaukeln will:
Es gibt schlichtweg nichts anderes als die Gegenwart. Ihr ganzes Leben spielt sich in der Gegenwart ab.
Die Frage ist: Wollen Sie daran teilhaben? Oder riskieren, es weiterhin zu verpassen?
Die Körper-Geist-Polarität
Durch das ebenso nötige und nützliche als auch oft ‚verkomplizierende‘ Denken ist es uns möglich, in einer Art virtueller Parallelwelt zu funktionieren und nur hin und wieder in die wirkliche Welt auf Besuch zu gehen.
Dies kann sowohl Segen als auch Fluch sein.
Im Folgenden wollen wir versuchen, diese Dynamik etwas besser zu verstehen.
Körper und Geist haben die Tendenz, immer wieder auseinanderzudriften.
Diese Polarität könnte man folgendermaßen darstellen:
Der Mensch ist:
A) hauptsächlich auf den eigenen Körper fixiert,
B) in tagträumerischen Gedanken versunken,
C) im BodyAnchoring: der Geist verankert im Körper.
Wie Sie sehen können, nimmt das BodyAnchoring eine Mittelposition ein. (Was übrigens auch dem ‚Mittleren Weg‘ des Buddhismus entspricht.)
Der Körper ist präsent und im Fokus der Aufmerksamkeit, und gleichzeitig können Gedanken kommen und gehen.
Ein Hauptmerkmal des BodyAnchoring ist die Nichtidentifikation mit den Gedanken: Sie haben Gedanken – Sie sind jedoch nicht Ihre Gedanken. Sie sind viel mehr!
Was ist BodyAnchoring?
BodyAnchoring ist eine Meditationspraxis, bei der ein möglichst kontinuierlicher Körperbezug ‚installiert‘, trainiert und gepflegt wird. Darauf aufbauend ergibt sich die Möglichkeit einer bewussteren und effizienteren Gedankensteuerung.
Das BodyAnchoring beginnt einfach und baut langsam auf. Es kann wohldosiert und daher problemlos in den Alltag integriert werden. Kein Lärm – kein Klimbim – kein Aufsehen – keine Kosten! Das Funktionieren im Alltag bleibt gewahrt. Man muss sich nicht ‚ausklinken‘ oder gar ganz aussteigen. Und dennoch ist BodyAnchoring ausbaufähig, wenn Lust und Bereitschaft vorhanden sind.
Das Ziel ist die nachhaltige Verankerung der Aufmerksamkeit im Körper und die damit einhergehende Ausweitung der bewussten, achtsamen Zeiten im Alltag.
Dabei ist zentral, locker und unangestrengt zu bleiben. Es geht nicht darum, noch etwas Zusätzliches in den Terminkalender aufzunehmen.
BodyAnchoring ist etwas durch und durch Natürliches. Den Zugang zu diesem, wie ich postuliere, uns wesenseigenem ‚Naturzustand‘, haben wir beinahe verloren. Vor lauter Denken, Planen, Abwägen und Entscheiden nehmen wir den Körper nur noch als mühsames, oft Schmerzen verursachendes Anhängsel wahr, welches unseren kopflastigen Zielen im Wege steht.
Wichtig sind positive Anfangserlebnisse: „Ah – das tut gut, das bringt mir etwas, das nährt mich auf verschiedene Weise“ etc.
Dabei soll auch die Freude nicht fehlen!
BodyAnchoring soll guttun und positive Wirkungen hervorbringen.
Dann werden Sie es weiter praktizieren – nicht weil Sie sollten, sondern weil Sie Lust und Freude daran haben und den Nutzen eins zu eins bei sich spüren können.
Gehen Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit zu Ihren Fußsohlen und verankern Sie sich dort. Verweilen Sie einen Moment und genießen Sie die Gegenwart.
BodyAnchoring als Methode
Diese Methode lässt sich folgendermaßen definieren:
BodyAnchoring ist ein lockeres, immer wieder zu erinnerndes Hin- und Herpendeln der Aufmerksamkeit zwischen Körper, Geist und gerade ausgeführten Tätigkeiten, zum Zwecke möglichst andauernder Präsenz in der Gegenwart und einer wirkungsvollen Gedankensteuerung.
Es beruht auf folgenden Annahmen:
- Die Menschen haben das Bedürfnis, vermehrt in der Gegenwart zu leben.
- In Gedanken versunken, sind sie nicht wirklich in der Gegenwart.
- Ohne irgendeine Verankerung im Körper ist es nicht möglich, in der Gegenwart zu verweilen.
- Ohne Verankertsein im Körper werden uns die Gedanken mit sich reißen und eine sinnvolle Gedankensteuerung verhindern.
- Diese Verankerung kann aufgebaut, gepflegt und geübt werden.
Der Hauptgrund für die Wahl des Körpers als Fokus des BodyAnchoring besteht darin, dass er das uns naheliegendste Objekt ist, welches immer in der Gegenwart ruht. Daher ist es am naheliegendsten und ‚einfachsten‘, uns immer wieder auf unseren Körper zu beziehen. Durch sein Ruhen in der Gegenwart bringt er uns jedes Mal zuverlässig in ihren Schoß zurück. Wir dürfen uns das Gegenwärtigwerden nicht noch komplizierter machen und nehmen daher dankbar seine Unterstützung an.
Wie gehen Sie nun konkret vor, wenn Sie BodyAnchoring praktizieren?
1) Wahl eines Hauptkörperankers. (Ein Körperanker ist eine Körperstelle, auf die Sie Ihre Aufmerksamkeit immer wieder lenken können.)
Sie haben bereits mit Ihren Fußsohlen experimentiert und Erfahrungen gesammelt.
Es sind selbstverständlich auch andere Körperanker möglich. Dort, wo Sie Ihren Körper am besten und leichtesten spüren, ist ein Körperanker sinnvoll.
Beispiele geeigneter Körperanker:
- Bauchdecke, die sich rauf und runter bewegt
- Brustkorb, der sich bei jedem Atemzug ausdehnt und zusammenzieht
- Rücken, der in Kontakt mit der Rücklehne Ihres Stuhls ist
- Nasenflügel, die die vorbeistreichende Atemluft spüren
- der Herzschlag, den Sie an einem bestimmten Ort in Ihrem Körper spüren oder
- eine weitere, für Sie geeignete, Körperstelle
Als Körperverankerung ist prinzipiell jede Körperstelle oder jeder Körperteil möglich.
Erfahrungsgemäß bieten sich Körperstellen besonders an, die von Ihnen positiv besetzt sind und an denen sich kontakt- oder bewegungsmäßig etwas abspielt. Wenn das der Fall ist, kann sich die Aufmerksamkeit dort am besten verankern.
Zu Beginn schlage ich Ihnen vor, bei Ihren Fußsohlen als Hauptkörperanker zu bleiben.
Wo und wie berühren diese gerade jetzt den Boden? Gehen Sie nun mit Ihrem Bewusstsein dorthin und verweilen dort einen Moment.
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