Auf den Hund gekommen?
Aktiv das eigene Budget gestalten!
EUR 20,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 96
ISBN: 978-3-7116-1416-2
Erscheinungsdatum: 25.08.2026
Mit dem Einkommen auskommen? Sparen, ohne sich vollkommen einschränken zu müssen? Einen finanziellen Polster schaffen, um auch bei unvorhergesehenen Ausgaben ruhig zu schlafen? Werden Sie jetzt aktiv und lernen Sie, wie Sie das praktisch umsetzen können.
Einleitung
„Am Ende des Geldes ist immer
so viel Monat übrig.“
(Redewendung)
Wie kam ich auf die Idee?
Ich wurde gefragt, wie die Verwaltung der eigenen Finanzen, auch ohne externe Unterstützung, möglich ist. Ich habe mich daher genauer mit Haushalt, Schulden, Einkommen und Sparen beschäftigt, wodurch ich auf die Idee kam, einen finanziellen Leitfaden zu erstellen.
Ich bin immer wieder mit Menschen in Kontakt gekommen, die mit ihren Finanzen zu kämpfen haben oder mit Fragen zu Verträgen oder Investitionen an mich herangetreten sind. Ich habe im technischen Einkauf, in der Vermietung und Verpachtung und im Projektmanagement gearbeitet. Ich komme also aus der Praxis und habe festgestellt, dass viele Menschen zum einen denken: „Das schaffe ich nie“ oder „Da kenne ich mich nicht aus“, und zum anderen nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Dieser Leitfaden beleuchtet vor allem die Ausgabenseite und behandelt daher nur einen winzigen Teil des großen Themas Finanzen. Er ist sicher nicht vollständig, und soll dazu dienen, anzufangen, sich mit dem Thema des eigenen ausgeglichenen Haushalts zu beschäftigen. Ich habe ihn daher mit Praxistipps bestückt.
Das ist ein Arbeitsbuch. So gibt es am Ende eines jeden Kapitels auch ein paar Fragen, die jeder für sich beantworten kann. Lege Dir einen kleinen Block zurecht, um mögliche Anregungen zu notieren.
Für wen ist dieses Buch geschrieben?
Für alle, die immer wieder Schwierigkeiten haben, mit dem Einkommen auszukommen. Es ist schon schwer genug, wenn das Gehalt oder der Lohn regelmäßig auf das Konto kommt – bei Krankheit, Kurzarbeit oder Jobverlust sind jedoch viele gezwungen, den Gürtel noch enger zu schnallen.
Während der Ausbildung – ob Lehr- oder Schulzeit – bekommen die Schüler bzw. Bürger in Österreich maximal eine rudimentäre Ausbildung betreffend Finanzen. Gleichzeitig muss jeder mit dem Einkommen alle Ausgaben decken. Wenn auch noch eingespart werden soll, um sich einen „Polster“ zu schaffen, stößt man immer wieder an die Grenzen des Möglichen.
Es geht nicht darum, alles zu streichen, sondern seine Ausgaben und Einnahmen im Blick zu behalten und zu überprüfen, ob die Ausgaben notwendig sind bzw. ob die Höhe von Ausgaben und Einnahmen stimmt, das heißt, ob ausgeglichen gewirtschaftet oder vielleicht sogar ein Überschuss erwirtschaftet wurde.
Ziel ist es,
ein eigenes Haushaltsbuch zu erstellen,
das eigene Budget pro Monat zu kennen,
kurz-, mittel- und langfristig finanziell planen zu können,
Schulden zu verringern,
einen finanziellen Polster zu schaffen,
finanzielle Freiheit zu erlangen.
Dieses Buch ist aus Sicht einer österreichischen Privatperson geschrieben und beinhaltet daher österreichische Preise und Bezeichnungen.
Gründe für Geldprobleme
Warum geht es sich bei vielen Menschen nicht aus?
Es werden Dinge gekauft, die nicht notwendig sind. Angebote und Schnäppchen sorgen dafür, dass wir auch oft mehr kaufen, als wir brauchen, verbrauchen, oder verarbeiten können (siehe Lebensmittel).
Kaufverlangen: Es wird eingekauft, um eine kurzfristige Befriedigung zu erhalten.
Verträge: Es werden Verträge abgeschlossen, die manchmal zu unerwünschten Folgen führen können, da oft das Kleingedruckte nicht gelesen wird.
Must-have: Werbung, Medien, Nachbarn, Gesellschaft – sie zeigen uns, was wir (vermeintlich) unbedingt brauchen.
Technische Neuerungen: Geräte, die viele Funktionen haben. Bestes Beispiel dafür ist das Mobiltelefon. Wir wollen immer das neueste. Die Funktionen verändern sich jedoch kaum und in den meisten Fällen wissen wir gar nicht, was wir damit noch alles machen könnten.
Vorbilder: in der Familie, im Verwandten- oder Bekanntenkreis. Wir lernen vor allem über Vorbilder, mit Geld umzugehen. Ob wir gelernt haben zu haushalten, ist auch Erziehungssache.
Miniausgaben: Tut ja nicht weh, das kann ich mir leisten, über das Jahr zusammengerechnet summiert sich das aber.
Bequemlichkeit: Kreditkarten, Einziehungsaufträge, Wartungsverträge, Zahlen mittels Mobiltelefon. Ist diese Bequemlichkeit notwendig, oder hat sie vielleicht auch finanzielle Folgen?
Ausbildung und Job: Je vielfältiger und besser die Ausbildung, umso bessere (besser bezahlte) Jobs können angenommen werden – jedoch kostet Aus- und Weiterbildung viel Geld, Zeit und Mühe. Viele Menschen schrecken diese Kosten, aber auch der Aufwand ab.
Kredite und Kauf auf Raten: Zuerst der Konsum und dann jeden Monat Fixkosten, die nicht oder nur schwer reduziert werden können. Raten (Schulden), die nicht bezahlt werden (können), summieren sich und können schnell zu einer „Schuldenfalle“ werden.
Selbstdarstellung: Das kann ich mir leisten. Falscher Stolz führt dazu, sich vor Freunden reicher darzustellen, als man ist. Sich das eine oder andere nicht leisten zu können und das auch zuzugeben, ist sehr schwer.
Konsum statt Investition: Wir konsumieren und vergessen oft zu investieren. Wenn eine Anschaffung notwendig ist, sollte genau geprüft werden, welche Ansprüche habe ich daran und wie lange kann ich diese Anschaffung nutzen. Eine Investition hat eine langfristige Auswirkung, z. B. Kostenreduktion oder Einnahmenerhöhung.
Ungleiches Einkommen: Vor allem Frauen bekommen heute teilweise immer noch weniger Gehalt – bei gleichem Job – als ihre männlichen Kollegen. Alleinerziehende Mütter sind besonders betroffen, da sie meistens nur Teilzeit arbeiten können.
Diese Liste ist nicht vollständig, zeigt jedoch, wie leicht es ist, mehr auszugeben, als wir einnehmen.
Mögliche Lösungsansätze
Wir haben viel zu lernen auf dem Gebiet der privaten Finanzen im Allgemeinen und der (Alters-)Absicherung bzw. des Sparens im Speziellen.
In der Familie:
Wie bereits erwähnt, lernen wir durch Nachahmung von Vorbildern. Auch das finanzielle Verhalten lernen wir durch sogenannte Spiegelneuronen.
Exkurs: Spiegelneuronen sind die Neuronen, die das Gehirn beim Lernen durch Zusehen und Nachahmung benutzt. Wir übernehmen mittels dieser Spiegelneuronen das Verhalten unserer Vorbilder. Das sind zumeist unsere Eltern, Lehrer, Geschwister, aber auch Einflüsse von außen, die uns durch Werbung oder Fernsehen vermittelt werden.
Daher ist es meines Erachtens essenziell für Mütter und Väter, selbst die Grundlagen der Finanzen zu lernen und diese mit den Kindern gemeinsam zu erarbeiten.
In der Schule:
Eine Möglichkeit sehe ich in der Ausbildung, in der Pflichtschule. Nach der Unterstufe entscheidet sich der weitere Weg, und vor allem Menschen, die ein Handwerk erlernen und damit schon in der Lehre ihr eigenes Geld verdienen, sollten sich daher schon früh mit dem Thema auseinandersetzen.
Es gibt ein paar Themen, die in unserem Schulsystem fehlen bzw. einfach nicht unterrichtet werden. Daher können wir nur unseren Vorbildern (Familie, Verwandte, Bekannte) sowie den über die Medien verbreiteten Vorstellungen folgen.
Drei Punkte, die meines Erachtens nicht unterrichtet werden:
Ernährung und Gesundheit: Über gesunde Ernährung wurden schon etliche Bücher geschrieben. Das Thema Ernährung hat jedoch auch Sparpotenzial, weshalb ich es in einem eigenen Kapitel behandeln werde.
Kritikfähigkeit: Damit meine ich nicht, wie viel Kritik ein Einzelner ertragen kann (neudeutsch: Resilienz), sondern die Fähigkeit, das, was einem mitgeteilt wird, zu analysieren und damit auch die propagandistischen und psychologischen Tricks zu hinterfragen. Das betrifft besonders die Werbung, die uns vermittelt, dass wir ein Produkt unbedingt haben müssten. In vielen Fällen ist man bis jetzt sehr gut ohne ausgekommen und braucht es gar nicht. Meistens landen solche Produkte dann irgendwann im Müll oder werden – im besten Fall – am Flohmarkt angeboten oder wiederverwertet.
Wir befinden uns in einer Umbruchszeit und das wird auch unsere Art zu wirtschaften verändern (Stichwort KI).
Haushalt und Finanzen: Dieses Thema wird in der Schule nicht unterrichtet. Man lernt kochen und ein wenig Handarbeit. Organisation, finanzieller Haushalt, wichtige Verträge werden nicht beleuchtet. Ich persönlich sehe den Unterricht gerade dieser Fertigkeiten als dringend notwendig. Die wichtigsten Begriffe, Arbeitsverträge für Lehrlinge, gesetzliche Grundlagen für Jugendliche im Geschäftsleben usw. müssen einem 14- bis 15-jährigen Bürger beigebracht werden.
In der Politik:
Auch die Politik ist Vorbild, ob sie das will oder nicht. Das sollte sie auch wieder werden – im positiven Sinn.
Derzeit macht unser Staat mehr Schulden, als jemals von den Bürgern zurückbezahlt werden kann. Wir (Bürger) verlassen uns auf den Staat, weil wir gelernt haben, dass wir durch das soziale Netz aufgefangen werden. Ob das in der Zukunft auch weiterhin so ist, bin ich mir nicht sicher.
In Österreich zieht der Staat vom Gehalt bereits einen gewissen Betrag, z. B. für die Pension, ab. Während die „Babyboomer“-Generation noch mit der vollen Höhe der Bezüge in Pension gehen kann, bin ich mir nicht sicher, ob jemand, der heute 50 Jahre alt ist (oder jünger), noch damit rechnen kann. Daher ist jeder Einzelne gefordert, sich Gedanken betreffend Aufbau eines finanziellen Polsters, Haushalten und seiner eigenen Pension zu machen.
Sich nur auf den Staat zu verlassen, ist meiner Meinung nach nicht zielführend. Wir können die Politik diesbezüglich nur wenig beeinflussen (nur bei Wahlen). Ein zweites Standbein ist auch – oder besonders – in finanziellen Belangen wichtig und richtig. Auch hier müssen wir selbst tätig werden.
Der eigene Lösungsansatz: Selbst tätig werden – jetzt
„Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt.“
(abgewandelte Form aus dem Tao Te King,
Kapitel 64, vom chinesischen Philosophen Laotse)
Wenn wir etwas ändern wollen, müssen wir selbst tätig werden. Die Lösungsansätze, die ich zuvor vorgestellt habe, kann ich selbst nicht beeinflussen, aber ich kann damit starten, meinen eigenen finanziellen Bereich aufzuräumen.
Jeder kennt das Problem mit dem Aufräumen: Wo soll ich nur anfangen? Das ist egal: Hauptsache, ich fange an. Jetzt!
Wer gar keinen Überblick hat, kann sich diesen durch seinen Kontoauszug verschaffen.
Teile die einzelnen Ausgaben und Einnahmen in Bereiche ein.
Nimm Dir einen Bereich und mache eine Bestandsaufnahme: z. B. Versicherungen:
Welche Versicherungen habe ich abgeschlossen?
Suche alle Versicherungspolizzen zusammen und lege sie in einen Ordner.
Was kosten diese Versicherungen monatlich?
Drucke Dir dazu einen Kontoauszug aus.
Benötige ich alle diese Versicherungen?
Sind vielleicht noch Polizzen vorhanden, die schon stillgelegt wurden? Oder bei denen die Zahlung ausgesetzt wurde?
Bin ich doppelt versichert?
Welche Versicherung kann ich kündigen, ab wann und wie?
Was deckt die einzelne Versicherung ab?
Wenn Du Dich in dem gewählten Bereich nicht auskennst oder vor dem Problem des „Juristen- oder Amtsdeutsch“ stehst, hole Dir Hilfe: einen Bekannten, der sich damit auskennt oder im Job damit zu tun hat, die Arbeiterkammer, einen Steuerberater, Versicherungsmakler usw.
Wichtig dabei ist, dass derjenige, der Dir helfen soll, alle Unterlagen erhält und auch Deine Wünsche und Ziele kennt. Nur so erhältst Du auch die Hilfe, die Du brauchst.
FRAGENBLOCK
Welche Gründe für Geldprobleme treffen auf mich zu?
Wie wurden finanzielle Entscheidungen zu Hause getroffen?
Wie habe ich den Umgang mit Geld gelernt?
Habe ich einen Überblick, wofür ich wie viel ausgebe?
Kümmere ich mich selbst um meine Finanzen, oder erledigt das mein Partner?
Habe ich alle Unterlagen griffbereit?
Wen kann ich um Unterstützung bitten?
Hilfe aus dem Projektmanagement
„Wenn Dir etwas wichtig ist,
gibt es kein Aber.“
(moderne Lebensweisheit)
Positives Denken: Glaubenssätze überprüfen, verändern oder entsorgen
Bedürfnisse sind die Grundlage der Motivation
Hilfsmittel: To-do-Listen, Projektplan, Kanban (wird in weiterer Folge noch erklärt)
Positives Denken: Glaubenssätze überprüfen, verändern oder entsorgen
„Accentuate the positive,
eliminate the negative!“
(amerikanischer Song aus dem Jahr 1944,
von Johnny Mercer (Text)
und Harold Arlen (Musik))
Keine Scham, über Finanzen zu sprechen. Es ist, wie bereits beschrieben, ein Thema, mit dem viele Menschen kämpfen. Du bist also nicht allein.
Wir bekommen Glaubenssätze mit auf den Weg, die wir dringend kritisch hinterfragen müssen. Auch diese gehören aufgeräumt, hinterfragt und gegebenenfalls ausgemustert.
Es gibt einige Glaubenssätze, die wir als witzig ansehen und uns an irgendwelche Türen, Kühlschränke u. Ä. kleben. Sie werden, ohne darüber nachzudenken und von uns völlig kritiklos, zur Schau gestellt. Jeden Tag werden sie dann gelesen und setzen sich so in unserem Unterbewussten fest. Auch Aussagen aus unserem Umfeld (Familie, Lehrer, Kollegen, Chefs usw.) prägen sich ein.
Wer immer wieder hört: „Das kannst Du nicht“, glaubt das am Ende und das verändert das Selbstwertgefühl.
Die Veränderung dieser Glaubenssätze ist nach vielen Jahren des Einprägens sehr schwer.
Tipp:
Schreibe Dir die Sätze, die Du immer wieder hörst oder die Du Dir selbst sagst, auf. Nimm Dir, vielleicht an einem verregneten Wochenende, Zeit und überlege, welche Sprüche Dich schon Dein ganzes Leben lang begleiten. Versuche, diese dann zu überprüfen, ins Positive umzukehren oder als Blödsinn zu entlarven und zu entsorgen. Schreibe Dir neue Glaubenssätze, die positiv sind: „Ich kann das!“
Hier ein paar Beispiele:
derzeitiger Glaubenssatz:
„Ich bin zu blöd dazu.“
„Sie müssen endlich lernen, Prioritäten zu setzen!“
„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“
„Geld verdirbt den Charakter.“
„Zeit ist Geld.“
„Ich bin ein Esel.“
umgeänderter Glaubenssatz:
„Ich werde das lernen.“
„Meine Prioritäten kenne ich, woher soll ich Ihre wissen?“
„Der Mensch lernt immer, bis ins hohe Alter.“
„Geld bedeutet Freiheit.“
„Geld ist jedoch nicht Zeit. Ich lebe jetzt!“
„Das habe ich übersehen, das merke ich mir jetzt.“
Tipp:
Mache Dir selbst Kärtchen, die Du an Türen, Kühlschränke usw. befestigst. Du siehst sie dann jeden Tag und so können sie sich einprägen.
…
„Am Ende des Geldes ist immer
so viel Monat übrig.“
(Redewendung)
Wie kam ich auf die Idee?
Ich wurde gefragt, wie die Verwaltung der eigenen Finanzen, auch ohne externe Unterstützung, möglich ist. Ich habe mich daher genauer mit Haushalt, Schulden, Einkommen und Sparen beschäftigt, wodurch ich auf die Idee kam, einen finanziellen Leitfaden zu erstellen.
Ich bin immer wieder mit Menschen in Kontakt gekommen, die mit ihren Finanzen zu kämpfen haben oder mit Fragen zu Verträgen oder Investitionen an mich herangetreten sind. Ich habe im technischen Einkauf, in der Vermietung und Verpachtung und im Projektmanagement gearbeitet. Ich komme also aus der Praxis und habe festgestellt, dass viele Menschen zum einen denken: „Das schaffe ich nie“ oder „Da kenne ich mich nicht aus“, und zum anderen nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Dieser Leitfaden beleuchtet vor allem die Ausgabenseite und behandelt daher nur einen winzigen Teil des großen Themas Finanzen. Er ist sicher nicht vollständig, und soll dazu dienen, anzufangen, sich mit dem Thema des eigenen ausgeglichenen Haushalts zu beschäftigen. Ich habe ihn daher mit Praxistipps bestückt.
Das ist ein Arbeitsbuch. So gibt es am Ende eines jeden Kapitels auch ein paar Fragen, die jeder für sich beantworten kann. Lege Dir einen kleinen Block zurecht, um mögliche Anregungen zu notieren.
Für wen ist dieses Buch geschrieben?
Für alle, die immer wieder Schwierigkeiten haben, mit dem Einkommen auszukommen. Es ist schon schwer genug, wenn das Gehalt oder der Lohn regelmäßig auf das Konto kommt – bei Krankheit, Kurzarbeit oder Jobverlust sind jedoch viele gezwungen, den Gürtel noch enger zu schnallen.
Während der Ausbildung – ob Lehr- oder Schulzeit – bekommen die Schüler bzw. Bürger in Österreich maximal eine rudimentäre Ausbildung betreffend Finanzen. Gleichzeitig muss jeder mit dem Einkommen alle Ausgaben decken. Wenn auch noch eingespart werden soll, um sich einen „Polster“ zu schaffen, stößt man immer wieder an die Grenzen des Möglichen.
Es geht nicht darum, alles zu streichen, sondern seine Ausgaben und Einnahmen im Blick zu behalten und zu überprüfen, ob die Ausgaben notwendig sind bzw. ob die Höhe von Ausgaben und Einnahmen stimmt, das heißt, ob ausgeglichen gewirtschaftet oder vielleicht sogar ein Überschuss erwirtschaftet wurde.
Ziel ist es,
ein eigenes Haushaltsbuch zu erstellen,
das eigene Budget pro Monat zu kennen,
kurz-, mittel- und langfristig finanziell planen zu können,
Schulden zu verringern,
einen finanziellen Polster zu schaffen,
finanzielle Freiheit zu erlangen.
Dieses Buch ist aus Sicht einer österreichischen Privatperson geschrieben und beinhaltet daher österreichische Preise und Bezeichnungen.
Gründe für Geldprobleme
Warum geht es sich bei vielen Menschen nicht aus?
Es werden Dinge gekauft, die nicht notwendig sind. Angebote und Schnäppchen sorgen dafür, dass wir auch oft mehr kaufen, als wir brauchen, verbrauchen, oder verarbeiten können (siehe Lebensmittel).
Kaufverlangen: Es wird eingekauft, um eine kurzfristige Befriedigung zu erhalten.
Verträge: Es werden Verträge abgeschlossen, die manchmal zu unerwünschten Folgen führen können, da oft das Kleingedruckte nicht gelesen wird.
Must-have: Werbung, Medien, Nachbarn, Gesellschaft – sie zeigen uns, was wir (vermeintlich) unbedingt brauchen.
Technische Neuerungen: Geräte, die viele Funktionen haben. Bestes Beispiel dafür ist das Mobiltelefon. Wir wollen immer das neueste. Die Funktionen verändern sich jedoch kaum und in den meisten Fällen wissen wir gar nicht, was wir damit noch alles machen könnten.
Vorbilder: in der Familie, im Verwandten- oder Bekanntenkreis. Wir lernen vor allem über Vorbilder, mit Geld umzugehen. Ob wir gelernt haben zu haushalten, ist auch Erziehungssache.
Miniausgaben: Tut ja nicht weh, das kann ich mir leisten, über das Jahr zusammengerechnet summiert sich das aber.
Bequemlichkeit: Kreditkarten, Einziehungsaufträge, Wartungsverträge, Zahlen mittels Mobiltelefon. Ist diese Bequemlichkeit notwendig, oder hat sie vielleicht auch finanzielle Folgen?
Ausbildung und Job: Je vielfältiger und besser die Ausbildung, umso bessere (besser bezahlte) Jobs können angenommen werden – jedoch kostet Aus- und Weiterbildung viel Geld, Zeit und Mühe. Viele Menschen schrecken diese Kosten, aber auch der Aufwand ab.
Kredite und Kauf auf Raten: Zuerst der Konsum und dann jeden Monat Fixkosten, die nicht oder nur schwer reduziert werden können. Raten (Schulden), die nicht bezahlt werden (können), summieren sich und können schnell zu einer „Schuldenfalle“ werden.
Selbstdarstellung: Das kann ich mir leisten. Falscher Stolz führt dazu, sich vor Freunden reicher darzustellen, als man ist. Sich das eine oder andere nicht leisten zu können und das auch zuzugeben, ist sehr schwer.
Konsum statt Investition: Wir konsumieren und vergessen oft zu investieren. Wenn eine Anschaffung notwendig ist, sollte genau geprüft werden, welche Ansprüche habe ich daran und wie lange kann ich diese Anschaffung nutzen. Eine Investition hat eine langfristige Auswirkung, z. B. Kostenreduktion oder Einnahmenerhöhung.
Ungleiches Einkommen: Vor allem Frauen bekommen heute teilweise immer noch weniger Gehalt – bei gleichem Job – als ihre männlichen Kollegen. Alleinerziehende Mütter sind besonders betroffen, da sie meistens nur Teilzeit arbeiten können.
Diese Liste ist nicht vollständig, zeigt jedoch, wie leicht es ist, mehr auszugeben, als wir einnehmen.
Mögliche Lösungsansätze
Wir haben viel zu lernen auf dem Gebiet der privaten Finanzen im Allgemeinen und der (Alters-)Absicherung bzw. des Sparens im Speziellen.
In der Familie:
Wie bereits erwähnt, lernen wir durch Nachahmung von Vorbildern. Auch das finanzielle Verhalten lernen wir durch sogenannte Spiegelneuronen.
Exkurs: Spiegelneuronen sind die Neuronen, die das Gehirn beim Lernen durch Zusehen und Nachahmung benutzt. Wir übernehmen mittels dieser Spiegelneuronen das Verhalten unserer Vorbilder. Das sind zumeist unsere Eltern, Lehrer, Geschwister, aber auch Einflüsse von außen, die uns durch Werbung oder Fernsehen vermittelt werden.
Daher ist es meines Erachtens essenziell für Mütter und Väter, selbst die Grundlagen der Finanzen zu lernen und diese mit den Kindern gemeinsam zu erarbeiten.
In der Schule:
Eine Möglichkeit sehe ich in der Ausbildung, in der Pflichtschule. Nach der Unterstufe entscheidet sich der weitere Weg, und vor allem Menschen, die ein Handwerk erlernen und damit schon in der Lehre ihr eigenes Geld verdienen, sollten sich daher schon früh mit dem Thema auseinandersetzen.
Es gibt ein paar Themen, die in unserem Schulsystem fehlen bzw. einfach nicht unterrichtet werden. Daher können wir nur unseren Vorbildern (Familie, Verwandte, Bekannte) sowie den über die Medien verbreiteten Vorstellungen folgen.
Drei Punkte, die meines Erachtens nicht unterrichtet werden:
Ernährung und Gesundheit: Über gesunde Ernährung wurden schon etliche Bücher geschrieben. Das Thema Ernährung hat jedoch auch Sparpotenzial, weshalb ich es in einem eigenen Kapitel behandeln werde.
Kritikfähigkeit: Damit meine ich nicht, wie viel Kritik ein Einzelner ertragen kann (neudeutsch: Resilienz), sondern die Fähigkeit, das, was einem mitgeteilt wird, zu analysieren und damit auch die propagandistischen und psychologischen Tricks zu hinterfragen. Das betrifft besonders die Werbung, die uns vermittelt, dass wir ein Produkt unbedingt haben müssten. In vielen Fällen ist man bis jetzt sehr gut ohne ausgekommen und braucht es gar nicht. Meistens landen solche Produkte dann irgendwann im Müll oder werden – im besten Fall – am Flohmarkt angeboten oder wiederverwertet.
Wir befinden uns in einer Umbruchszeit und das wird auch unsere Art zu wirtschaften verändern (Stichwort KI).
Haushalt und Finanzen: Dieses Thema wird in der Schule nicht unterrichtet. Man lernt kochen und ein wenig Handarbeit. Organisation, finanzieller Haushalt, wichtige Verträge werden nicht beleuchtet. Ich persönlich sehe den Unterricht gerade dieser Fertigkeiten als dringend notwendig. Die wichtigsten Begriffe, Arbeitsverträge für Lehrlinge, gesetzliche Grundlagen für Jugendliche im Geschäftsleben usw. müssen einem 14- bis 15-jährigen Bürger beigebracht werden.
In der Politik:
Auch die Politik ist Vorbild, ob sie das will oder nicht. Das sollte sie auch wieder werden – im positiven Sinn.
Derzeit macht unser Staat mehr Schulden, als jemals von den Bürgern zurückbezahlt werden kann. Wir (Bürger) verlassen uns auf den Staat, weil wir gelernt haben, dass wir durch das soziale Netz aufgefangen werden. Ob das in der Zukunft auch weiterhin so ist, bin ich mir nicht sicher.
In Österreich zieht der Staat vom Gehalt bereits einen gewissen Betrag, z. B. für die Pension, ab. Während die „Babyboomer“-Generation noch mit der vollen Höhe der Bezüge in Pension gehen kann, bin ich mir nicht sicher, ob jemand, der heute 50 Jahre alt ist (oder jünger), noch damit rechnen kann. Daher ist jeder Einzelne gefordert, sich Gedanken betreffend Aufbau eines finanziellen Polsters, Haushalten und seiner eigenen Pension zu machen.
Sich nur auf den Staat zu verlassen, ist meiner Meinung nach nicht zielführend. Wir können die Politik diesbezüglich nur wenig beeinflussen (nur bei Wahlen). Ein zweites Standbein ist auch – oder besonders – in finanziellen Belangen wichtig und richtig. Auch hier müssen wir selbst tätig werden.
Der eigene Lösungsansatz: Selbst tätig werden – jetzt
„Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt.“
(abgewandelte Form aus dem Tao Te King,
Kapitel 64, vom chinesischen Philosophen Laotse)
Wenn wir etwas ändern wollen, müssen wir selbst tätig werden. Die Lösungsansätze, die ich zuvor vorgestellt habe, kann ich selbst nicht beeinflussen, aber ich kann damit starten, meinen eigenen finanziellen Bereich aufzuräumen.
Jeder kennt das Problem mit dem Aufräumen: Wo soll ich nur anfangen? Das ist egal: Hauptsache, ich fange an. Jetzt!
Wer gar keinen Überblick hat, kann sich diesen durch seinen Kontoauszug verschaffen.
Teile die einzelnen Ausgaben und Einnahmen in Bereiche ein.
Nimm Dir einen Bereich und mache eine Bestandsaufnahme: z. B. Versicherungen:
Welche Versicherungen habe ich abgeschlossen?
Suche alle Versicherungspolizzen zusammen und lege sie in einen Ordner.
Was kosten diese Versicherungen monatlich?
Drucke Dir dazu einen Kontoauszug aus.
Benötige ich alle diese Versicherungen?
Sind vielleicht noch Polizzen vorhanden, die schon stillgelegt wurden? Oder bei denen die Zahlung ausgesetzt wurde?
Bin ich doppelt versichert?
Welche Versicherung kann ich kündigen, ab wann und wie?
Was deckt die einzelne Versicherung ab?
Wenn Du Dich in dem gewählten Bereich nicht auskennst oder vor dem Problem des „Juristen- oder Amtsdeutsch“ stehst, hole Dir Hilfe: einen Bekannten, der sich damit auskennt oder im Job damit zu tun hat, die Arbeiterkammer, einen Steuerberater, Versicherungsmakler usw.
Wichtig dabei ist, dass derjenige, der Dir helfen soll, alle Unterlagen erhält und auch Deine Wünsche und Ziele kennt. Nur so erhältst Du auch die Hilfe, die Du brauchst.
FRAGENBLOCK
Welche Gründe für Geldprobleme treffen auf mich zu?
Wie wurden finanzielle Entscheidungen zu Hause getroffen?
Wie habe ich den Umgang mit Geld gelernt?
Habe ich einen Überblick, wofür ich wie viel ausgebe?
Kümmere ich mich selbst um meine Finanzen, oder erledigt das mein Partner?
Habe ich alle Unterlagen griffbereit?
Wen kann ich um Unterstützung bitten?
Hilfe aus dem Projektmanagement
„Wenn Dir etwas wichtig ist,
gibt es kein Aber.“
(moderne Lebensweisheit)
Positives Denken: Glaubenssätze überprüfen, verändern oder entsorgen
Bedürfnisse sind die Grundlage der Motivation
Hilfsmittel: To-do-Listen, Projektplan, Kanban (wird in weiterer Folge noch erklärt)
Positives Denken: Glaubenssätze überprüfen, verändern oder entsorgen
„Accentuate the positive,
eliminate the negative!“
(amerikanischer Song aus dem Jahr 1944,
von Johnny Mercer (Text)
und Harold Arlen (Musik))
Keine Scham, über Finanzen zu sprechen. Es ist, wie bereits beschrieben, ein Thema, mit dem viele Menschen kämpfen. Du bist also nicht allein.
Wir bekommen Glaubenssätze mit auf den Weg, die wir dringend kritisch hinterfragen müssen. Auch diese gehören aufgeräumt, hinterfragt und gegebenenfalls ausgemustert.
Es gibt einige Glaubenssätze, die wir als witzig ansehen und uns an irgendwelche Türen, Kühlschränke u. Ä. kleben. Sie werden, ohne darüber nachzudenken und von uns völlig kritiklos, zur Schau gestellt. Jeden Tag werden sie dann gelesen und setzen sich so in unserem Unterbewussten fest. Auch Aussagen aus unserem Umfeld (Familie, Lehrer, Kollegen, Chefs usw.) prägen sich ein.
Wer immer wieder hört: „Das kannst Du nicht“, glaubt das am Ende und das verändert das Selbstwertgefühl.
Die Veränderung dieser Glaubenssätze ist nach vielen Jahren des Einprägens sehr schwer.
Tipp:
Schreibe Dir die Sätze, die Du immer wieder hörst oder die Du Dir selbst sagst, auf. Nimm Dir, vielleicht an einem verregneten Wochenende, Zeit und überlege, welche Sprüche Dich schon Dein ganzes Leben lang begleiten. Versuche, diese dann zu überprüfen, ins Positive umzukehren oder als Blödsinn zu entlarven und zu entsorgen. Schreibe Dir neue Glaubenssätze, die positiv sind: „Ich kann das!“
Hier ein paar Beispiele:
derzeitiger Glaubenssatz:
„Ich bin zu blöd dazu.“
„Sie müssen endlich lernen, Prioritäten zu setzen!“
„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“
„Geld verdirbt den Charakter.“
„Zeit ist Geld.“
„Ich bin ein Esel.“
umgeänderter Glaubenssatz:
„Ich werde das lernen.“
„Meine Prioritäten kenne ich, woher soll ich Ihre wissen?“
„Der Mensch lernt immer, bis ins hohe Alter.“
„Geld bedeutet Freiheit.“
„Geld ist jedoch nicht Zeit. Ich lebe jetzt!“
„Das habe ich übersehen, das merke ich mir jetzt.“
Tipp:
Mache Dir selbst Kärtchen, die Du an Türen, Kühlschränke usw. befestigst. Du siehst sie dann jeden Tag und so können sie sich einprägen.
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