Tayo's Reise zum Daktari

Tayo's Reise zum Daktari

Bernhard Galert


EUR 17,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 50
ISBN: 978-3-99107-926-2
Erscheinungsdatum: 22.11.2021

Leseprobe:

Im Krater Zuhause

Reges Leben erfüllt den Krater, eine Herde Gnus marschiert zu den saftigen Weiden am Fuße des Nordhanges. Auch Giraffen, verschiedene Antilopenarten und Zebras durchstreifen die Savanne.
Eine stattliche Herde Wasserbüffel zieht es zu Futtergründen am Kraterrand in der Nähe eines Wasserlochs. Die Sonne steht fast senkrecht am wolkenlosen Himmel.
Alles geht gemächlich vonstatten, da es um die Mittagszeit wieder sehr heiß geworden ist. Doch auch hier im Krater ist das Leben wie ein Kampf. Die trügerische Ruhe und Gelassenheit kann sich schnell in eine Jagd auf Leben oder Tod wandeln. Vor 10 Monaten bekam die Löwenfamilie Mama Wakike und Papa Dume den zweiten mtoto mit dem Namen Tayo. Er erblickte diese seine Welt des Nachts im Mondlicht und wurde allerseits freudig begrüßt, auch von seinem älteren Bruder Amari.
Just im Moment verweilen die vier Mitglieder unserer simba-Familie unter einem Akazienbaum und halten Mittagsruhe.
Ein im Schatten liegendes Löwenrudel sorgt da für keinerlei Aufregung, weil Löwen tagsüber bei Hitze nicht jagen.
Mama Wakike und Papa Dume sind genervt vom Herumtollen der beiden watoto.
Beide? Nein.
Nur Amari turnt auf Wakike und Dume herum, Tayo liegt eigenartig gekrümmt an der Baumwurzel. Wakike beugt sich runter und stupst ihn nur leicht an, doch der jault und hat schlimme Schmerzen im Bauch. Auch kein Schmusen hilft, selbst ein Stück vom erbeuteten Büffelkalb kann nicht vom Bauchweh ablenken.
Ein ndege bemerkt die Sorge der Löwenmutter und zwitschert:
„jambo, jambo, das sieht nicht gut aus, damit solltet ihr zum daktari nach Lutindi hin laufen, der kann simba mtoto bestimmt helfen, das sieht wirklich nicht gut aus“, sagt ndege. „Aber wo liegt denn Lutindi, wie kommen wir da hin?“, fragt Wakike.
„Lutindi findet ihr auf einem kilima, mitten in den Usambara-Bergen. Ich kenne den Weg dorthin, allerdings nur im Flug durch die Luft. Aber ich weiß, dass der dicke kiboko Mnene den Wanderweg zu Fuß kennt. Der wird es euch zeigen können, dann wird alles gut“, erklärt ndege.
So schnell wie ndege da war, ist er auch auf und davon geflogen.

Mnene, das Flusspferd

Papa Dume bekommt die Aufgabe, den dicken kiboko Mnene zu suchen und ihn nach dem Weg zu fragen. Einen gefühlten halben Tag sucht Dume den Krater ab. Am See sind nur die Flamingos und andere ndege wa maji zu sehen, der dicke Mnene oder andere kiboko sind nicht da. So ein Pech, sonst sind die doch immer hier, denkt sich Dume und trabt weiter zur nächsten Wasserstelle. Ein kleiner Trupp tembo, der über den Weg läuft, marschiert weiter, ohne sich um König simba zu kümmern.
Eine Enttäuschung erwartet Dume auch am shimo la maji, hier ist ja gar nichts los, keiner da, wo sind die alle?
Da taucht plötzlich fisi aus ihrer Erdhöhle auf und schaut in seine Richtung. Die weiß doch über alles und jeden Bescheid innerhalb des Kraters, die werde ich fragen, denkt sich Papa simba und geht auf sie zu. Fisi philosophiert nur heulend:

„die Sonne lacht, wer hätte das gedacht,
wie bin ich denn so leidenschaftlich froh,
doch was nutzt mir die schöne Pracht,
geh da lieber zurück auf mein feines Stroh“,

sagt’s und schon ist sie auch wieder in ihrem gepolsterten Nest unten im Bau verschwunden.
Im Teich bwawa, da wo auch die gnu und pundamilia sich treffen, findet er schließlich auch den dicken Mnene, mittendrin in der kiboko-Herde, die sich dicht gedrängt im Badeteich suhlt.
Papa simba erscheint am Rande des Teiches und präsentiert sich als ukuu wa simba. Die gnu und pundamilia weichen erschreckt zurück, nur die kiboko bleiben entspannt, kuscheln sich und schmusen weiter.
„Mnene, wach auf, wir brauchen deine Hilfe, unser kleiner mtoto ist krank“, ruft Dume. „Du musst uns den Weg nach Lutindi zeigen, komm mit uns“, kiboko Mnene ist kurz ab, da er jetzt zu dieser Tageszeit döst und schläft. Nachts ist seine Zeit, wo er auf Pirsch zu den saftigen Weidegründen geht, manchmal auch aus dem Krater, zu den Feldern an den Bahnschienen entlang.
„Liebe Majestääät, ukuu wa simba, gäääähn, keine Chance, ich bin von meiner Nacht-Wanderung viel zu müde, aber ich kann Euch den Weg beschreiben … ihr geht zuerst immer Richtung Süden, an den kijiji cha massai vorbei, bis hoch auf den Kraterrand und immer weiter nach Süden, wo ihr auf die Eisenbahnlinie trefft, dann geht ihr an den Schienen entlang Richtung Osten, immer weiter, bis die Usambaraberge in Sicht kommen“.
„Und dann, wie weiter“, fragt Dume.
„Dann, dann fragt ihr nochmal, wo ihr abbiegen sollt, in die Berge hoch nach Lutindi, bis da war ich noch nicht“, kiboko Mnene schließt die Augen und verteilt genüsslich etwas Dung mit seinem Wedel.
Simba Dume schreitet zurück zu seiner Familie, die immer noch im Schatten unter dem
mti wa acacia liegt und berichtet von dem Treffen mit Mnene. Dem kleinen mtoto Tayo geht es nicht besser, er hat immer noch Bauchweh und frisst kaum etwas von dem frisch erbeuteten Büffelkalb.

Im Krater Zuhause

Reges Leben erfüllt den Krater, eine Herde Gnus marschiert zu den saftigen Weiden am Fuße des Nordhanges. Auch Giraffen, verschiedene Antilopenarten und Zebras durchstreifen die Savanne.
Eine stattliche Herde Wasserbüffel zieht es zu Futtergründen am Kraterrand in der Nähe eines Wasserlochs. Die Sonne steht fast senkrecht am wolkenlosen Himmel.
Alles geht gemächlich vonstatten, da es um die Mittagszeit wieder sehr heiß geworden ist. Doch auch hier im Krater ist das Leben wie ein Kampf. Die trügerische Ruhe und Gelassenheit kann sich schnell in eine Jagd auf Leben oder Tod wandeln. Vor 10 Monaten bekam die Löwenfamilie Mama Wakike und Papa Dume den zweiten mtoto mit dem Namen Tayo. Er erblickte diese seine Welt des Nachts im Mondlicht und wurde allerseits freudig begrüßt, auch von seinem älteren Bruder Amari.
Just im Moment verweilen die vier Mitglieder unserer simba-Familie unter einem Akazienbaum und halten Mittagsruhe.
Ein im Schatten liegendes Löwenrudel sorgt da für keinerlei Aufregung, weil Löwen tagsüber bei Hitze nicht jagen.
Mama Wakike und Papa Dume sind genervt vom Herumtollen der beiden watoto.
Beide? Nein.
Nur Amari turnt auf Wakike und Dume herum, Tayo liegt eigenartig gekrümmt an der Baumwurzel. Wakike beugt sich runter und stupst ihn nur leicht an, doch der jault und hat schlimme Schmerzen im Bauch. Auch kein Schmusen hilft, selbst ein Stück vom erbeuteten Büffelkalb kann nicht vom Bauchweh ablenken.
Ein ndege bemerkt die Sorge der Löwenmutter und zwitschert:
„jambo, jambo, das sieht nicht gut aus, damit solltet ihr zum daktari nach Lutindi hin laufen, der kann simba mtoto bestimmt helfen, das sieht wirklich nicht gut aus“, sagt ndege. „Aber wo liegt denn Lutindi, wie kommen wir da hin?“, fragt Wakike.
„Lutindi findet ihr auf einem kilima, mitten in den Usambara-Bergen. Ich kenne den Weg dorthin, allerdings nur im Flug durch die Luft. Aber ich weiß, dass der dicke kiboko Mnene den Wanderweg zu Fuß kennt. Der wird es euch zeigen können, dann wird alles gut“, erklärt ndege.
So schnell wie ndege da war, ist er auch auf und davon geflogen.

Mnene, das Flusspferd

Papa Dume bekommt die Aufgabe, den dicken kiboko Mnene zu suchen und ihn nach dem Weg zu fragen. Einen gefühlten halben Tag sucht Dume den Krater ab. Am See sind nur die Flamingos und andere ndege wa maji zu sehen, der dicke Mnene oder andere kiboko sind nicht da. So ein Pech, sonst sind die doch immer hier, denkt sich Dume und trabt weiter zur nächsten Wasserstelle. Ein kleiner Trupp tembo, der über den Weg läuft, marschiert weiter, ohne sich um König simba zu kümmern.
Eine Enttäuschung erwartet Dume auch am shimo la maji, hier ist ja gar nichts los, keiner da, wo sind die alle?
Da taucht plötzlich fisi aus ihrer Erdhöhle auf und schaut in seine Richtung. Die weiß doch über alles und jeden Bescheid innerhalb des Kraters, die werde ich fragen, denkt sich Papa simba und geht auf sie zu. Fisi philosophiert nur heulend:

„die Sonne lacht, wer hätte das gedacht,
wie bin ich denn so leidenschaftlich froh,
doch was nutzt mir die schöne Pracht,
geh da lieber zurück auf mein feines Stroh“,

sagt’s und schon ist sie auch wieder in ihrem gepolsterten Nest unten im Bau verschwunden.
Im Teich bwawa, da wo auch die gnu und pundamilia sich treffen, findet er schließlich auch den dicken Mnene, mittendrin in der kiboko-Herde, die sich dicht gedrängt im Badeteich suhlt.
Papa simba erscheint am Rande des Teiches und präsentiert sich als ukuu wa simba. Die gnu und pundamilia weichen erschreckt zurück, nur die kiboko bleiben entspannt, kuscheln sich und schmusen weiter.
„Mnene, wach auf, wir brauchen deine Hilfe, unser kleiner mtoto ist krank“, ruft Dume. „Du musst uns den Weg nach Lutindi zeigen, komm mit uns“, kiboko Mnene ist kurz ab, da er jetzt zu dieser Tageszeit döst und schläft. Nachts ist seine Zeit, wo er auf Pirsch zu den saftigen Weidegründen geht, manchmal auch aus dem Krater, zu den Feldern an den Bahnschienen entlang.
„Liebe Majestääät, ukuu wa simba, gäääähn, keine Chance, ich bin von meiner Nacht-Wanderung viel zu müde, aber ich kann Euch den Weg beschreiben … ihr geht zuerst immer Richtung Süden, an den kijiji cha massai vorbei, bis hoch auf den Kraterrand und immer weiter nach Süden, wo ihr auf die Eisenbahnlinie trefft, dann geht ihr an den Schienen entlang Richtung Osten, immer weiter, bis die Usambaraberge in Sicht kommen“.
„Und dann, wie weiter“, fragt Dume.
„Dann, dann fragt ihr nochmal, wo ihr abbiegen sollt, in die Berge hoch nach Lutindi, bis da war ich noch nicht“, kiboko Mnene schließt die Augen und verteilt genüsslich etwas Dung mit seinem Wedel.
Simba Dume schreitet zurück zu seiner Familie, die immer noch im Schatten unter dem
mti wa acacia liegt und berichtet von dem Treffen mit Mnene. Dem kleinen mtoto Tayo geht es nicht besser, er hat immer noch Bauchweh und frisst kaum etwas von dem frisch erbeuteten Büffelkalb.

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Sonja Maria Freuding

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