8 - 10 Jahre

Die Schatzsuche beginnt

Vanessa Kaiser

Die Schatzsuche beginnt

Leseprobe:

Es war wie immer ein sonniger Tag in Mausenhausen. Es war noch so früh am Morgen, dass Fiedel gar nicht aufstehen wollte. Aber nach einer Weile stand Fiedel dann doch auf, denn er musste zur Arbeit. Der kleine Fiedel arbeitete nämlich als Schauspieler. Seine Arbeit machte ihm viel Spaß. Danach war er aber immer sehr erschöpft. Am Abend rief ihn einer seiner Kollegen an und erzählte etwas, das Fiedel die Sprache verschlug und sein Mauspad fallen ließ. Sein Kollege hatte von einer Schatztruhe geredet. Sofort packte er seine Sachen und machte sich auf den Weg, die Schatztruhe zu suchen. Aber natürlich brauchte er zuerst eine Schatzkarte. Er ging zu seinem Kollegen und fragte: „Hast du eine Schatzkarte, damit ich die Schatztruhe finden kann?“ Der Kollege antwortete: „Natürlich habe ich eine, sonst hätte ich es dir doch nicht erzählt.“ Fiedel fragte, wo die Schatzkarte wäre. Sein Kollege holte die Schatzkarte aus einer Schublade. Fiedel riss sie ihm beinah aus der Hand. Auf der Schatzkarte war ein kleines Kreuz. Fiedel mutmaßte: „Das Kreuz markiert bestimmt die Stelle, wo der Schatz liegt!“ Er nahm die Schatzkarte mit und machte sich auf den Weg.
Nachdem er losgegangen war, entdeckte er auf der Rückseite der Schatzkarte etwas Geschriebenes: Um einen Hinweis zu bekommen, musst du Aufgaben erfüllen. Du bekommst dazu immer wieder neue Hinweise, einen nach dem anderen.
Seine erste Aufgabe bestand darin, für den Osterhasen einzuspringen. Als Ostermaus sollte er die Eier verteilen. Lange bereitete er sich darauf vor. Er bemalte die Eier und bastelte sich einen Korb, damit er die Eier einpacken konnte. Und dann war es so weit, er musste als Ostermaus die Eier austeilen. Fiedel versteckte überall Ostereier, in Büschen, hinter Bäumen und zwischen dem Holz. Es machte ihm so viel Spaß wie seine Arbeit als Schauspieler. Na ja, es war ja auch eine schöne Rolle: die Ostermaus, die den Osterhasen vertritt, weil er krank ist. Nachdem er alle Ostereier verteilt hatte, schaute er auf die Schatzkarte. Jetzt stand auf der Schatzkarte ein neuer Hinweis: Gehe in den Dschungel und halte Ausschau nach Gepard Rico. Fiedel wusste zu
0,0 %, wer Gepard Rico war. Er packte die Schatzkarte wieder ein und machte sich auf den Weg in den Dschungel, um nach Gepard Rico Ausschau zu halten.
Nach einer Weile kam er endlich im Dschungel an. Überall sah er bloß Bäume und Steine. Fiedel setzte sich auf einen Stein und hielt Ausschau nach Gepard Rico, doch er sah ihn nicht. Lange saß er nur so herum. Dann schaute er erneut auf die Schatzkarte, wo wieder eine Aufgabe für ihn geschrieben stand: Wenn du Gepard Rico gefunden hast, hilf ihm Früchte zu sammeln, sonst verhungert er. Fiedel hielt also weiter Ausschau. Nach einer Weile hatte Fiedel keine Lust mehr herumzusitzen und ging Gepard Rico suchen. Er lief nun schon eine Ewigkeit. Doch da entdeckte Fiedel Gepard Rico.
Er hatte Getreide im Maul, schlief fast ein und sah so aus, als würde er gleich verhungern. Fiedel ging zu ihm hin und fragte: „Soll ich dir helfen, Essen zu suchen?“ Rico schaute ihn traurig an und nickte bloß.

Fiedel und Rico suchten überall, doch sie fanden nichts. Da sagte Fiedel: „Wir dürfen nicht von unten auf die Bäume schauen, sondern müssen auf die Bäume klettern.“ Rico gefiel die Idee und beide kletterten nach oben. Sie hatten sich genau den richtigen Baum ausgesucht. An einem kleinen Zweig hing eine Mango. Als Rico danach greifen wollte, kam ein Waschbär und klaute ihm die Mango. Rico und Fiedel verfolgten den Waschbären.
Der Waschbär sah immer wieder nach hinten und bemerkte nicht, dass vor ihm ein Ast kam. Als er wieder nach vorne blickte, war der Ast schon da und erwischte ihn.
Schnell rannten Rico und Fiedel zu dem Waschbären. Fiedel fragte: „Ist alles okay bei dir?“ Der Waschbär nickte. Fiedel guckte Rico an, der die Mango aufhob und aß. Rico drehte völlig durch, nachdem er die Mango gegessen hatte. So viel Energie hatte er noch nie gehabt.
Überall sprang er herum. Er machte Saltos, sprang auf den Kopf und gleich wieder auf die Füße. Er sprang an und auf Bäume und er redete komisch. Fiedel fragte sich, ob Rico vielleicht allergisch auf Mangos reagierte. Fiedel sagte: „Rico ist jetzt schon seit Stunden so verrückt.“ Irgendwann schliefen Fiedel und der Waschbär ein.
Früh am Morgen hatte Rico sich wieder beruhigt.
Da Rico nun wieder ruhig war, wollten die drei noch weitere Früchte sammeln gehen. Nur wollten sie keine Mangos holen. Sie suchten den ganzen Tag und am Abend hatten sie zwar keine Früchte, aber wenigstens einen schönen Schlafplatz gefunden. Am frühen Morgen beschlossen sie, weiterzusuchen. Rico, Fiedel und der Waschbär waren alle durstig. Doch sie hatten Glück, sie kamen an einen kleinen Teich. Als sie sich umschauten, entdeckten sie auf der anderen Seite des Teiches viele Tiere. Dort standen und lagen eine Giraffe, ein Igel, ein Elch, ein Waschbär, ein Krokodil, eine Schlange, ein Geier und ein Affe. Sie hatten jede Menge Essen. Schnell liefen alle drei auf die andere Seite des Teiches und fragten, ob sie etwas zu essen bekommen könnten. Alle Tiere nickten gleichzeitig. Die drei schlangen das Essen gierig hinunter. Am Abend sah Fiedel auf die Schatzkarte, dort stand wieder ein Hinweis: Gehe in die Gaststätte Maustipp. Dort lernst du jemanden kennen. Er steckte die Schatzkarte weg, verabschiedete sich und machte sich auf den Weg.
Nach einer ganzen Weile kam Fiedel endlich im Maustipp an. Fiedel gefiel die Gaststätte. Er warf einen Blick auf die Schatzkarte und war gespannt, welche Aufgabe er nun erledigen sollte: Balanciere auf runden Sachen und jongliere dabei. Fiedel fragte den Besitzer der Gaststätte, ob er etwas vorführen dürfte. Der Mann nickte. Fiedel zog sich schnell noch etwas anderes an und holte sich die Sachen zum Balancieren und Jonglieren. Dann kam er auf die Bühne und legte los. Fiedel dachte, dass das ganz einfach wäre, aber das war es nicht.
Fiedel hielt ganz tapfer durch, doch langsam verließen ihn die Kräfte. Er zitterte sehr. Da passierte es: Sein Bein wackelte zu stark und Fiedel fiel in den Schwabbelpudding.
Aber Fiedel machte das gar nichts aus, er streckte seine Arme aus und sagte: „Tada!“ Alle klatschten und lachten. Auch der kleine Fiedel lachte. Er kam aus dem Schwabbelpudding heraus und feierte noch lange mit den Leuten. Spät am Abend spielten sie sogar noch Karaoke. Fiedel hatte so viel Spaß. Aber eins fragte er sich dann doch: Sollte er nicht jemanden kennenlernen?
Auch wenn er immer wieder überlegen musste, hatte er viel Spaß. Er feierte bis tief in die Nacht. Aber dann brauchte er frische Luft. Er bestellte sich eine Fanta an der Bar. Er nahm die Fanta mit nach draußen und setzte sich auf eine Bank. Fiedel schaute nach oben und hielt Ausschau nach Sternschnuppen. Er hatte seine Fanta ausgetrunken und seinen Becher in den Müll geworfen. Da kam eine dunkle Gestalt auf ihn zu. Fiedel fragte sich, wer die Gestalt wohl sein könnte. Als diese näher kam, erkannte Fiedel, dass es ein hübsches Mädchen war. „Hallo!“, sagte Fiedel. Und er fragte: „Wie heißt du?“ „Ich heiße Mirabella!“, antwortete das Mädchen. Fiedel sagte: „Setz dich doch!“ Das Mädchen nickte und setzte sich zu Fiedel. Mirabella fand Fiedel süß und gab ihm einen Kuss.
Fiedels Herz raste. Dann kuschelte er sich an Mirabella heran. Ihm wurde klar, dass er jemanden kennengelernt hatte, Mirabella. Nach einer Weile waren die beiden eingeschlafen. Am frühen Morgen holte Fiedel die Schatzkarte heraus. Ganz gespannt betrachtete er den neuen Hinweis:

Reite auf deiner Schneckenkutsche nach Mausbart, das dauert drei Tage und du darfst nicht einschlafen! Wenn du da bist, steig in eine Band ein und lerne auf der Trommel zu spielen! Fiedel verabschiedete sich und machte sich auf den Weg.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 32
ISBN: 978-3-99107-176-1
Erscheinungsdatum: 27.10.2020
EUR 16,90
EUR 10,99

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