Die Legende der Sternenschatten
EUR 18,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 122
ISBN: 978-3-7116-0321-0
Erscheinungsdatum: 26.08.2025
Wenn die Sonne untergeht, erscheinen die Sternenschatten. Während manche in ihnen eine Bedrohung sehen, glauben andere an ein verborgenes Geheimnis. Als plötzlich Dimensionsrisse die Welt erschüttern, entscheiden Mut, Vertrauen und Zusammenhalt über alles.
In jener Nacht waren die Sternenschatten noch nicht das, wofür wir sie heute halten. Damals glitten sie durch eine sternenklare Nacht, als mein Urururururgroßvater sie zum ersten Mal durch sein Fenster sah. Ich glaube sogar, dass dein Kinderzimmer sein Zimmer gewesen sein muss und er die Sternenschatten von hier aus gesehen hat.“ Fabius lächelte geheimnisvoll und sah zum Fenster. Jona schielte ehrfürchtig hinüber.
„In golden funkelnden schwarzen Gewändern flogen sie über das Waldgebiet und Auberlin wurde neugierig. Am liebsten wollte er in die Nacht hinauslaufen, um sie aus der Nähe sehen zu können. Sie zogen ihn magisch an, doch gerade diese Anziehungskraft machte ihm Angst. Trotzdem schlich er sich hinaus. Ohne den leisesten Mucks von sich zu geben bewegte er sich durch die Schatten vor dem Haus und setzte sich auf die Bank neben der Tür. Von da an bewegte er sich nicht von der Stelle. Die Sternenschatten waren sehr wachsam, aber sie wirkten irgendwie angespannt oder nervös. Auberlin vermutete, dass sie etwas Unheilvolles erwarteten. Falls er sich rührte, würden sie ihn vielleicht für das halten, was sie erwarteten.“ Opa Fabius legte die Hand beruhigend auf den Kopf seines Enkels und fuhr fort: „Trotz seiner Angst war er so fasziniert, dass er sie weiter beobachtete. Im Laufe der Jahre vermutete Auberlin selbst eher, dass er damals Respekt für diese Wesen empfunden hatte und keine Angst, denn Sternenschatten sind mächtig und dadurch einfach beeindruckend. In jener Nacht beobachtete er sie, bis die ersten Sonnenstrahlen die Baumwipfel kitzelten, und sah, wie einer nach dem anderen in den Tiefen des Waldes verschwand. Schließlich bekam man die Sternenschatten eigentlich nie zu Gesicht.“ Opa Fabius zwinkerte, worauf Jona ein kleines Lächeln entfuhr.
„Danach ging Auberlin schlafen. Er schlief beruhigt und gut, denn die Gefahr, die sie erwartet hatten, schien nicht gekommen zu sein. Du weißt, wie sehr er sich geirrt hat, oder?“ Jona nickte eifrig. Den Teil, der jetzt kam, kannte Jona bereits von den anderen. Er wollte nicht so richtig daran glauben, weil sein Opa immer schon gesagt hatte, dass keiner außerhalb der Familie die ganze Wahrheit kannte. Trotzdem war er den Sternenschatten gegenüber misstrauisch gewesen – bis jetzt. Alle anderen Dorfbewohner begannen in der Dämmerung ihre Häuser zu verbarrikadieren, damit ja kein Sternenschatten sie holen kommen konnte.
„Jetzt geht es um den Bauernhof, oder Opa?“, fragte Jona und wippte ungeduldig auf seinen Füßen auf und ab. Er wollte unbedingt wissen, ob sein Opa mehr darüber wusste, was auf dem alten Bauernhof geschehen war. Damals war die Legende der Sternenschatten entstanden. Laut Opa Fabius erzählten die anderen Dorfbewohner die Geschichte jedoch falsch. Im Gegenzug nannten sie ihn verrückt. Er erzählte die Geschichte anders und nun würde Jona endlich erfahren wie. Sicher waren auch Vorfahren anderer Dorfbewohner dabei gewesen, aber keiner von ihnen hatte damals aus dem Fenster gesehen.
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„In golden funkelnden schwarzen Gewändern flogen sie über das Waldgebiet und Auberlin wurde neugierig. Am liebsten wollte er in die Nacht hinauslaufen, um sie aus der Nähe sehen zu können. Sie zogen ihn magisch an, doch gerade diese Anziehungskraft machte ihm Angst. Trotzdem schlich er sich hinaus. Ohne den leisesten Mucks von sich zu geben bewegte er sich durch die Schatten vor dem Haus und setzte sich auf die Bank neben der Tür. Von da an bewegte er sich nicht von der Stelle. Die Sternenschatten waren sehr wachsam, aber sie wirkten irgendwie angespannt oder nervös. Auberlin vermutete, dass sie etwas Unheilvolles erwarteten. Falls er sich rührte, würden sie ihn vielleicht für das halten, was sie erwarteten.“ Opa Fabius legte die Hand beruhigend auf den Kopf seines Enkels und fuhr fort: „Trotz seiner Angst war er so fasziniert, dass er sie weiter beobachtete. Im Laufe der Jahre vermutete Auberlin selbst eher, dass er damals Respekt für diese Wesen empfunden hatte und keine Angst, denn Sternenschatten sind mächtig und dadurch einfach beeindruckend. In jener Nacht beobachtete er sie, bis die ersten Sonnenstrahlen die Baumwipfel kitzelten, und sah, wie einer nach dem anderen in den Tiefen des Waldes verschwand. Schließlich bekam man die Sternenschatten eigentlich nie zu Gesicht.“ Opa Fabius zwinkerte, worauf Jona ein kleines Lächeln entfuhr.
„Danach ging Auberlin schlafen. Er schlief beruhigt und gut, denn die Gefahr, die sie erwartet hatten, schien nicht gekommen zu sein. Du weißt, wie sehr er sich geirrt hat, oder?“ Jona nickte eifrig. Den Teil, der jetzt kam, kannte Jona bereits von den anderen. Er wollte nicht so richtig daran glauben, weil sein Opa immer schon gesagt hatte, dass keiner außerhalb der Familie die ganze Wahrheit kannte. Trotzdem war er den Sternenschatten gegenüber misstrauisch gewesen – bis jetzt. Alle anderen Dorfbewohner begannen in der Dämmerung ihre Häuser zu verbarrikadieren, damit ja kein Sternenschatten sie holen kommen konnte.
„Jetzt geht es um den Bauernhof, oder Opa?“, fragte Jona und wippte ungeduldig auf seinen Füßen auf und ab. Er wollte unbedingt wissen, ob sein Opa mehr darüber wusste, was auf dem alten Bauernhof geschehen war. Damals war die Legende der Sternenschatten entstanden. Laut Opa Fabius erzählten die anderen Dorfbewohner die Geschichte jedoch falsch. Im Gegenzug nannten sie ihn verrückt. Er erzählte die Geschichte anders und nun würde Jona endlich erfahren wie. Sicher waren auch Vorfahren anderer Dorfbewohner dabei gewesen, aber keiner von ihnen hatte damals aus dem Fenster gesehen.
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