Cover: Stille Nacht im Zauberwald

Stille Nacht im Zauberwald


EUR 26,90

Format: 18 x 27 cm
Seitenanzahl: 40
ISBN: 978-3-7116-1066-9
Erscheinungsdatum: 26.08.2026
Merrit und ihr Großvater spazieren durch den winterlichen Zauberwald und begegnen dabei einer Vielzahl von Waldbewohnern. Der Großvater kann viel über die Tiere erzählen, und am Ende ihres Ausfluges finden sie eine große weihnachtliche Überraschung vor.

In dieser kleinen Geschichte nehmen wir einmal an, dass der alte Opa Axel noch halbwegs gesund wäre, also auch noch einigermaßen gut laufen könnte.


Und so ging er mit seiner kleinen Enkelin Merrit an der Hand eines Tages auf einem Feldweg spazieren. Rechts und links des Weges war im vergangenen Sommer noch Getreide mit seinen Ähren, die sich im Wind gleichmäßig wiegten, oder Raps, der im Frühling so herrlich goldgelb blühte, gestanden. Oder man hatte Schafe auf der Weide mit ihren kleinen, fröhlich umherspringenden Lämmern sehen können. Jetzt aber, um die Weihnachtszeit, war es kalt. Auf den Feldern lag eine glitzernde Schneedecke, alles erstrahlte weiß im hellen Sonnenlicht. Ganz weit voraus sah man den Waldrand.

„Dort vorne ist der Zauberwald. Dort möchte ich mit dir hingehen und dir etwas zeigen, etwas Wunderbares“, sagte Opa Axel zu Merrit.

„Was willst du mir da zeigen, Opa Axel?“, fragte Merrit.

„Das wirst du schon sehen, lass uns mal ein bisschen schneller laufen, damit wir nicht zu spät kommen“, antwortete Opa Axel.


Und beide stapften nun zügig durch den Schnee. Die Sonne verzog sich allmählich, Wolken zogen auf, und es begann zu schneien, erst ganz zart, dann kamen etwas größere Flocken, und ein leichter Wind wehte von vorne, und die Schneeflocken kitzelten in Merrits Gesicht.

Endlich waren die beiden nun am Rande des Zauberwaldes angekommen. Da und dort sah man im Schnee Spuren von Hasen oder Rehen oder dem Fuchs.

„Wir müssen jetzt ganz vorsichtig und geräuschlos laufen, und du musst ganz leise sein“, flüsterte Opa Axel und legte seinen Zeigefinger vorsichtig auf seinen Mund.


So gingen die beiden nun sehr behutsam Hand in Hand den Waldweg entlang, immer tiefer in den Zauberwald. Rechts und links hatte sich der Schnee bereits auf den Zweigen der Bäume und Sträucher gefangen, und wenn man die Zweige berührte, rieselte der Schnee lautlos herab auf den Boden.


Jetzt blieb Opa Axel plötzlich stehen. Er legte erneut den Zeigefinger auf den Mund, und Merrit wusste sogleich, dass sie nun nichts mehr sagen durfte, auch nicht ganz leise. Dann zeigte Opa Axel mit dem Finger nach vorne. Dort sah man in einiger Entfernung zwischen den Bäumen ein Reh und noch ein Reh und sogar ein drittes Reh.


Das dritte Reh war deutlich kleiner als die beiden anderen, es war ein Kitz, so nennt man die Kinder von Rehen. Alle drei hatten nichts von Opa Axel und Merrit bemerkt und zogen langsam und lautlos nach vorne weg.

Ganz leise flüsterte Merrit: „Opa Axel, waren das Vater, Mutter und Kind?“

„Nein, Merrit, das war eine Mutter, die man Ricke nennt, ein Kind aus dem Vorjahr, das man Schmalreh nennt, und ein Kitz, das im Mai oder Juni dieses Jahres geboren wurde“, sagte Opa Axel.

„Woher weißt du, wann das Kitz geboren wurde, Opa Axel?“, wollte Merrit jetzt wissen.

„Rehkitze werden jedes Jahr im Mai oder Juni geboren“, war Opa Axels Antwort. „Aber nun müssen wir wieder ganz leise sein, damit uns die Tiere nicht bemerken.“

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