Cover: Rollentausch für einen Tag

Rollentausch für einen Tag
Wut im Bauch – Am nächsten Tag – Josefine als Sanitäterin – Noch ein Einsatz – Notruf in der Schillerstraße


EUR 26,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 86
ISBN: 978-3-99146-717-5
Erscheinungsdatum: 17.05.2024
Josefine ist stocksauer auf ihre Mama. Als Rettungssanitäterin hat sie kaum Zeit für die Familie. Dass Mama das Arbeitspensum in der Schule kleinredet, bringt das Fass zum Überlaufen. Sie vereinbaren, für einen Tag die Rollen zu tauschen. Ob das wohl gut geht?
Wut im Bauch!

Josefine ist richtig wütend!
Seit zwei Monaten verspricht Mama, ihr dabei zu helfen, ihr 2000-teiliges Puzzle zusammenzubauen. Doch das Puzzle liegt immer noch unberührt neben Josefines Bett auf dem Nachtkästchen. Mama hat ebenfalls versprochen, mit ihr Tennis zu spielen, auf den Abenteuerspielplatz und ins Erlebnisspaßbad zu gehen, außerdem verspricht Mama ihr seit langer Zeit, dass sie im Park die Enten und Schwäne füttern.

Wenn Josefine alles aufschreiben würde, was Mama mit ihr unternehmen wollte, wäre längst ihr ganzes Tagebuch voll! Aber leider wird nie was aus den tollen Ausflügen und Versprechungen! Josefines Mama ist nämlich Rettungssanitäterin und hat nur ganz wenig Zeit für ihre Familie.

Weil sie immer arbeiten muss. Morgens, mittags, nachmittags, abends, teilweise sogar nachts und dann muss sie tagsüber schlafen. Aber noch viel schlimmer ist, dass sie oft am Wochenende arbeiten muss. Wenn Josefine, ihr großer Bruder Samuel oder Papa sich darüber beschweren, sagt Mama immer etwas traurig und sehr betroffen: „Was soll ich denn machen? Sonst kann keiner einspringen und irgendwer muss doch den Menschen helfen.“

Manchmal kommt auch der Spruch von Mama: „Es gibt leider kein Gesetz, dass es nur Montag bis Freitag zwischen neun Uhr früh und vier Uhr nachmittags Unfälle geben darf!“ Josefine kann darüber gar nicht lachen, sondern wird immer noch ein bisschen wütender. Heute ist so ein Tag, da muss sie sich richtig darüber ärgern!

Denn als Mama nach langem Warten endlich von der Arbeit nach Hause kommt, ist es schon so spät, dass Josefine bald ins Bett muss. Also wird es wieder nichts mit Puzzlebauen! Josefine hat vor lauter Enttäuschung Tränen in den Augen und ganz viel Wut im Bauch, dabei macht sie ein unendlich trauriges Gesicht. „Was ist los mit dir, Josefinchen?“, fragt Mama, als sie sich an den Tisch setzt, um Abendbrot zu essen.

Ich warte schon sehnsüchtig auf dich und hab mich so gefreut, dass du etwas früher kommst“, sagt Josefine mit enttäuschter Stimme. „Herzchen, ich mich auch“, erwidert Mama sofort. „Wenn ich das nur glauben könnte“, nuschelt Josefine undeutlich vor sich hin. Mama hat jedes Wort verstanden und sagt: „Hey, das ist unfair.“ Sie richtet sich ein Brot mit Salami und Käse her, beißt aber nicht ab.

Auf der Autobahn ist ein Lastwagen umgefallen und es sind mehrere Autos zusammengestoßen. Wir mussten sofort Erste Hilfe leisten, zum Glück wurde niemand schwer verletzt.“ Josefine kann das verstehen. Wäre ihre Mama nicht zur Stelle gewesen und hätte sofort Erste Hilfe geleistet, wäre alles viel schlimmer gekommen. Gut, dass ihre Mama immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, um Menschen das Leben zu retten.

Eigentlich ist Josefine sehr stolz auf ihre Mama. Aber heute ist es anders, sie ist so enttäuscht und traurig. „Ich hab sehr lange auf dich gewartet“, sagt Josefine. „Du hättest mich doch wenigstens kurz anrufen können!“ „Mitten im Einsatz, während ich anderen Menschen helfe?“, fragt Mama und macht große Augen.

Wie soll das funktionieren? Wie stellst du dir das vor?“ „Ich hätte schon einen Weg gefunden, um anzurufen“, erwidert Josefine überzeugt. „Du hast doch keine Ahnung, wie es bei mir in der Arbeit abläuft!“ Mama ist nun auch leicht sauer und fuchtelt mit ihren Händen in der Luft herum. Dann nimmt sie ihr Salamibrot und beißt wütend ab. Josefine lässt nicht locker und behauptet felsenfest: „Wenn ich Mama wäre, würde ich meine Kinder jeden Tag von der Arbeit aus anrufen!“

Das kannst du noch gar nicht wissen, weil du gar nicht weißt, was es heißt, hart zu arbeiten“, kontert Mama mit vollem Munde energisch zurück. Ein paar Brotkrümel mit Salami und Käse wirbeln dabei durch die Luft. Josefine nimmt als Schutzschild schnell die Zeitung, die auf dem Tisch liegt. Als Mama weiter isst und nicht mehr schimpft, geht Josefine aus der Deckung und ruft: „Natürlich weiß ich das!“

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