Jeremias, der kleine Drache

Jeremias, der kleine Drache

Annabel May


EUR 20,90
EUR 12,99

Format: 18 x 27 cm
Seitenanzahl: 40
ISBN: 978-3-99003-229-9
Erscheinungsdatum: 08.09.2011
Der kleine Drache glaubt, dass ihn niemand mag. Auf der Suche nach seinem Traum begegnet er einem ungewöhnlichen Zauberer. Ob er dem kleinen Drachen wohl helfen kann?
Jeremias, der kleine Drache, lebte ganz allein in seiner Höhle mitten im Wald. Er strengte sich sehr an, ein richtiger Drache wie die Großen zu sein. Jeden Tag schaute er aus seiner Höhle heraus und schnaubte und fauchte so laut, wie er konnte: „Pppfffuuuhhh … Pppfffuuuhuuu …!“ Vor einem richtigen Drachen muss man sich fürchten – so hatte er es gelernt. Und manchmal hatte er auch seinen Spaß daran.

Aber eigentlich fand Jeremias, der kleine Drache, sein Leben sehr langweilig. Er wollte gar kein fauchender ­Drache sein, vor dem sich alle fürchten müssen.

Viel lieber wollte er mit den Igelkindern spielen, die vor seiner Höhle herumliefen und sich lustige Spiele ausdachten. Aber niemand wollte mit dem kleinen Drachen spielen.

Eines Nachts träumte Jeremias einen besonders ­schönen Traum. Er träumte, wie er auf einer Wiese mit vielen Tieren zusammen war, die alle mit ihm spielten. Doch das Allerschönste in seinem Traum war Tiffy, eine kleine weiße Katze. Nur ihre Ohren waren ganz schwarz. Der kleine Drache war ihr einmal begegnet, als sie mit ihren Geschwistern im Wald unterwegs war. Sie hatte ihn dabei neugierig angeguckt und seitdem musste Jeremias oft an sie denken.
Sie war etwas ganz Besonderes!

Jeremias dachte oft an seinen Traum. Er fragte sich jeden Tag, ob es seinen Traum wohl wirklich gäbe und vielleicht Tiffy, die kleine weiße Katze mit den ­schwarzen Ohren, tatsächlich irgendwo auf ihn warten würde. Um das he­rauszufinden, musste sich der kleine Drache mutig auf den Weg machen und seinen Traum suchen. „­Pppfffuuuhhh, Pppfffuuuhuuu …“, schnaubte er aufgeregt, als er seine Höhle verließ.

Jeremias wanderte lange durch den Wald, bis er endlich am Waldrand ankam. Und da begannen seine Augen zu leuchten! Denn vor ihm lag eine Wiese, auf der viele Tiere versammelt waren. Und weil der kleine Drache dachte, seinen Traum schon gefunden zu haben, lief er den Tieren erwartungsvoll entgegen: „Hallo, hier bin ich!
Pppfffuuuhu, pppfffuuuhu …“, begrüßte er sie vergnügt. „Ooohh? Was kommt denn da gelaufen?! Ein grünes Schuppen-Monster! Bringt euch alle in Sicherheit!“, ­riefen die Tiere ängstlich. Und schon im nächsten Augenblick waren alle von der Wiese verschwunden. Alle waren vor Schreck geflüchtet. Nur der kleine Drache stand da und sah sich enttäuscht um. „Sehe ich vielleicht wie ein Ungeheuer aus?“, fragte er sich verwirrt. „Drachen sehen nun mal so aus! Ein wenig schuppig vielleicht …“ Und er überlegte sich, was er tun könnte, um die Tiere nicht zu erschrecken.
„Ahh! Jetzt weiß ich es! Ich muss mich verkleiden, damit die Tiere nicht vor mir davonlaufen.“ Er sammelte also Zweige und Blätter und versteckte darunter seinen Drachenkörper. Nur die Spitze seines Schwanzes schaute noch heraus. Der kleine Drache sah jetzt wie ein Blätterhügel aus. Er wartete ab. Und als sich die Tiere wieder auf der Wiese versammelten, schlich sich Jeremias, der kleine Blätterhügeldrache, leise zu ihnen. Er verhielt sich ganz ruhig. Aber weil er so aufgeregt war, entkam ihm ein leises „Pppfffuuuhhhuuu …“
Plötzlich wurde es still auf der Wiese. „Habt ihr das gehört?“, fragten sich die Tiere. Das war ja äußerst merkwürdig. „Seht, aus dem Blätterbusch steigt eine kleine Rauchwolke auf! … Und jetzt bewegt er sich sogar! Die Tiere näherten sich zögerlich dem rauchenden Blätterbusch. „Au, weia! Was wird wohl jetzt geschehen?“, fragte sich Jeremias, der sich ertappt fühlte.

Er war so aufgeregt, dass sein Herz laut zu klopfen begann. Immer näher kamen die Tiere. Nun entdeckten sie, dass der Blätterbusch auch noch einen Schwanz hatte. Vorsichtig zogen sie an den Blättern. „Oh, seht euch das mal an? Ist das nicht das grüne Schuppentier, das uns so erschreckt hat?! Und sieht es nicht lustig aus in diesem Blätterkostüm?“ Die Tiere lachten. Sie konnten gar nicht mehr aufhören zu lachen. Aber Jeremias fand das gar nicht lustig. Die Tiere lachten nämlich nicht mit ihm – sie lachten über ihn. Das machte ihn sehr traurig. Betrübt verließ er die Wiese.
Jeremias war den Tränen nahe. „Warum bin ich ein Drache?“, dachte er. „Drachen haben es schwer im Leben! Niemand spielt mit ihnen, weil sie anders aussehen!“ Und während er so betrübt nachdachte, bemerkte er ein großes Tier, das über die Wiese schritt. Es trug ein riesiges Geweih auf dem Kopf. So ein Tier hatte der kleine Drache noch nie gesehen. So ein großes Tier hat bestimmt keine Angst vor einem Drachen. „Hallo, ­großes Tier! Hast du Lust, mit mir zu spielen?“, fragte er erwartungsvoll, nachdem er neuen Mut geschöpft hatte.
Der Hirsch schaute Jeremias ernst an.
„Was denkst du wohl? Ich bin der Hirsch und ein Hirsch spielt nicht mit einem kleinen, grünen Drachen. Lächerlich!“ Er sah nun verärgert aus. „Und übrigens ist das hier meine Wiese …! Es wäre besser, wenn du jetzt von hier verschwindest!“ Dabei neigte er bedrohlich sein gefährlich aussehendes Geweih. Der kleine Drache drehte sich um und rannte so schnell er konnte davon.
test
5 Sterne
Selbstvertrauen in Kindern stärken - 28.01.2022
Michaela

Ein sehr schönes Buch, welches in den Kindern Selbstvertrauen und eine positive lebensbereichernde Einstellung wachsen lässt.

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