6 - 7 Jahre

Geschichten aus dem Finsterwald

Julia & Marcel Preiß

Geschichten aus dem Finsterwald

Leseprobe:

Im Finsterwald

Im Finsterwald, im Finsterwald, ja, da wird ein jeder alt.
Zu finden sind dort viele Arten, manche lassen sogar noch auf sich warten.
Nicht jede ist bisher entdeckt und manche haben einst den einen oder anderen verschreckt.
Die Bösen und die Guten lassen viel vermuten, hinter den Bergen gut versteckt, wird die kleine Welt tagein, tagaus von der Sonne geweckt.
Es ist ein Fleck, den niemand je gefunden, außer den Bewohnern als wären sie in einer anderen Welt verschwunden.
Wie ein eigener Kosmos ganz klein, so darf der Finsterwald auf dieser Erde sein.
Denkt ein jeder, hinter den Bergen kommt nichts mehr, so täuscht er sich, das Tal ist nicht mehr leer.
Voll Bächlein, Hügeln und Wiesen so grün, niemand vermutet, es sei dort so schön.
Es gibt die Bäume und den großen Wald, doch mittendrin sind Täler und Berge von warm bis kalt.
Von düster bis finster, doch manchmal auch hell, erstrahlt das Reich der Tiere von langsam bis schnell.
Von groß über klein, von haarig bis schuppig,
es gibt so viele Arten von grausig bis knuffig.
Im Schimmer des Morgens, vergessen die Sorgen, kommt mittags das Licht, ein jeder darauf erpicht.
Zum Abend die Dämmerung bringt Verborgenes mit sich, im Lichte des Mondes das Zwielicht erlischt.
In den Tiefen der Tunnel unter den Feldern, in den Löchern der Grüfte sprießen die Wälder.
Auf den Höhen der Hügel starten die Vögel, so werden sie getragen zu den weiten Wiesen mit ihren Flügeln.
Die Fische in den Bächen springen voller Lust aufs Leben und die Riesen lassen die Hügel beben.
Doch dies ist nur ein kleiner Blick in den finsteren Wald, aus dem die ein oder andere Geschichte schallt.
Ein Echo voller Leben kommt auf dich zu, so schau in die Seiten und lies sie im Nu.
Danach bist du schlauer und weißt so viel mehr, du weißt, dort kommen all die Tiere her.
Drum bleib auf der Lauer und auch auf der Hut, sei voller Freude und zeig deinen Mut.
So wirst du belohnt mit Geschichten so bunt wie ein Bogen im Regen, du kannst es ruhig glauben, du sollst deine Fantasie hegen und pflegen.
Sie ist alles, was dich durchs Leben bringt, du kannst hineinflüchten, hörst du, wie der Fisch singt?
Nun lass dich verzaubern und steig mit ein, in das Boot der sieben Flüsse, sie bringen dich rein.
Rein in den Wald, der finster sich schimpft, doch findest du Licht, und zwar ganz be­-
stimmt …



Die Schnecke Flink

Die Schnecke Flink, sie war recht klein, doch kroch stets fix ins Haus hinein.

Von oben kam Herr Rabe,
er dacht, er fänd ’ne Schabe.

Er nahm sie in den Schnabel und flog schnell davon,

nach ganz hoch oben bis zum Horizont.

Man sollte denken, die Schnecke wär verschreckt, da hat sie sich doch nur versteckt.

Gewartet hat sie aufs Gefieder, mit Blättern bedeckt sang sie ihre Lieder.

So vertrieb sie sich die Zeit, endlich war es dann so weit.

Hoch oben in der Luft bemerkte der Vogel den fremden Duft.

Es war keine Schabe, das war klar, was war es nur, er war erstarrt.

Vor Schreck fiel die Schnecke Flink ihm aus dem Schnabel, er sah hinterher, doch weg war sie.

Sie fiel nicht einfach so herunter, sie brachte schnell das Laub hervor und stieg mit ihren Flügeln aus buntem Blatte empor.

Schon immer wollte sie fliegen, doch alle sagten, damit würde sie niemals siegen.

Du bist eine Schnecke, langsam und klein, wie willst du da ein Vogel sein?

Doch so wie ihr Name es sagt, war sie recht flink
und nur die anderen Tiere zeigten sich link.

Niemals konnte sie aufgeben, sie wollte doch nur hoch hinaus im Leben.

Und somit zeigte sie dem ganzen Wald,
so wie es hinein, hinaus auch schallt.

Sie flog tatsächlich durch die Lüfte,
nahm in sich auf die frischen Düfte.

Endlich war sie nicht mehr klein, schaute über alle hinaus, das war schon fein.

Ganz sanft lenkte sie ihre Blätterflügel, setzte an zur Landung auf ihrem
Schneckenhügel.

Unten angekommen, erntete sie kein Gespött, auf einmal waren alle wirklich nett.

Sie hatte sich nun doch noch bewiesen und hatte keine Angst mehr vor den Fiesen.

Wenn man nur dran glaubt, kann man doch alles schaffen, auch in der vermeintlich falschen Haut.

Jeden Tag geht sie nun fliegen, ob mit Herrn Rabe oder einem Sprung vom Hügel.

Sie macht ihrem Namen alle Ehre, von nun an fliegt sie flink durch die Weiten der Sphäre.



Marci Mäuserich

Marci Mäuserich war stets betrübt, als Maus ihm nur das Schlechte blüht.

Von Katzen gejagt, vom Falken verfolgt, so fühlte er sich wie Katzengold.

Nichts Halbes, nichts Ganzes, nicht viel wert, niemand, der sich um ihn schert.

Stets beweisen will er sich, er dachte sich, wer glaubt an mich?

Mäuse gab es immer viele, wie bekäme er nur Liebe?

Doch wovon es weniger gab, das waren Katzen, diese hatten immer Spaß.

Besaßen sie doch keine Feinde, selbst die Hunde machten lange Beine.

Ihre Krallen waren so scharf, so dass Rex nur noch ein Auge besaß.

Doch wie kommt eine kleine Maus nur aus ihrem Fell heraus?

So klein, wie er war, würde ihm niemand zutrauen, den alten Bello von nebenan zu vergraulen.

Was haben Katzen, was sonst niemand hat?

Beim Löwen die Mähne viel Eindruck verschafft.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 60
ISBN: 978-3-99107-787-9
Erscheinungsdatum: 25.08.2021
EUR 22,90
EUR 13,99

Krampus & Nikolo