Die Zwergenfamilie

Die Zwergenfamilie

Gerhard Deutschmann


EUR 17,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 97
ISBN: 978-3-99003-312-8
Erscheinungsdatum: 20.09.2011
Zwerge haben es auch nicht immer leicht! Die Streiche und Abenteuer der Zwergenfamilie lassen staunen und kräftig lachen. Und wie nebenbei lernen die kleinen Leser viel von den Zwergen: den liebevollen Umgang mit Tieren und der Natur und richtige Verhaltensweisen in bestimmten Situationen.
„Ach, wie langweilig ist es schon wieder bei uns zu Hause“, jammert Zwerglein Claudia und schielt dabei auf die im Zimmer herumliegenden Spielsachen. „Ich möchte so gern nach draußen auf die große Wiese zu den vielen bunten Blümchen. Aber wer räumt mein Zimmer auf? Bestimmt die Mami! Oder nicht? Egal, ich geh vors Haus spielen.“
So läuft Claudia anfangs noch mit einem klitzekleinen schlechten Gewissen, ohne um Erlaubnis zu fragen, aus dem Haus. Die Sonne scheint ihr ins Gesicht und – plumps! – liegt sie auf der Nase. Sie hat den kleinen Igel nicht gesehen, der ihr nun empört zuruft: „Mach doch die Augen auf, du kleiner Tollpatsch!“ Claudia ist sehr erschrocken und bittet den Igel: „Bitte entschuldige, es tut mir sehr leid!“ „Dein Glück, dass du dich entschuldigt hast“, sagt der kleine Igel. „Wenn du mich noch einmal anstößt, sollst du mein Stachelfell kennenlernen.“
Claudia denkt an ihren kleinen Zwergenpo und das Stachelfell des kleinen Igels und nimmt sich vor in Zukunft immer sehr aufmerksam zu sein.
Zwerg Claudia ist noch in Gedanken mit dem kleinen stacheligen Gesellen beschäftigt, als zwei schöne gelbe Schmetterlinge spielerisch an ihrem Köpfchen vorbeiflattern. Erschrocken schaut sie den beiden nach und überlegt und grübelt, was sie nun mit sich anfangen könnte. Die grüne Wiese mit den bunten Farbtupfern der vielen Blumen und dem Teich, in den ein kleines Bächlein glitzernde Wassertropfen versprühend sein Wasser ergießt, lockt das kleine Wichtelmädchen sehr.
„Ich werde mit meinem Freund, Häschen Langohr, Verstecken spielen“, ruft sie laut aus. „Aber wo ist er nur?“ Suchend schaut sie umher. „Er wird doch nicht in Mamis Garten sein und Gemüse naschen?“, plappert sie vor sich hin. Aber da sieht sie plötzlich zwei lange Wackelöhrchen aus dem Buschwerk beim Teich herausragen. „Häschen Langohr“, ruft sie laut, „komm, wir wollen Verstecken spielen!“ Mümmelmann kommt auch sofort angerannt. Die beiden spielen und necken sich, bis sie ganz außer Atem sind. Langohr ruft: „Nun habe ich genug, ich hopple nach Hause. Claudia ist von der Herumtoberei auch müde geworden, sucht und findet ein trockenes Plätzchen unter einer großen gelben Butterblume. Sie legte sich darunter, schaut träumerisch in den blauen Himmel und schläft schnell ein. Nur zwei kleine schmutzige nackte Füßchen schauen noch neugierig unter der Butterblume hervor.
„Claudia, wo bist du, deine Geschwister sind nach Hause gekommen!“, schallt die Stimme Zwergenmamas über den sonnigen Rasen. Klein Claudia, die leise schnarchend unter der Butterblume liegt, hört nichts. Nur die kleinen schwarzen Füßchen zucken leicht im Schlaf. Als nach mehrmaligem Rufen keine Antwort kommt, überlegt die Zwergenmami und sagt schließlich zu den Geschwisterzwerglein: „Passt auf, Anji, Carmentino, Puschel und Nadelbum, ihr müsst unsere kleine Claudia suchen. Ich glaube, sie hat sich wieder einmal versteckt.“
„Wir suchen“, erschallt es im Chor. Die ganze Zwergenbande schwärmt aus und beginnt nach dem kleinen Koboldmädchen zu suchen. Wo mag sie nur stecken? Hinterm Häuschen nicht, am Bach nicht, auf dem Seerosenblatt im Teich nicht. Auf der ganzen Wiese ist keine Claudia zu sehen. Was nun?
Da plötzlich ruft Zwergenmädchen Puschel: „Ich sehe zwei kleine Füße unter einer Butterblume. Das ist bestimmt Claudia!“ Vorsichtig nähern sich alle Zwerglein der strahlend gelb leuchtenden Butterblume. „Iiiih pfui, sind die Füße aber schwarz!“, ruft Nadelbum. Carmentino und Anji rupfen sich zwei Grashalme ab, streichen kichernd über die Fußsohlen und das Näschen des kleinen Schläfers. „Hatschi!“, macht es unter der Butterblume. Gleich darauf ein lauter Aufschrei: „Pfui, an meinen Fußsohlen krabbeln Ameisen! Igittigitt, Hilfe!“ Sich den Bauch haltend vor Lachen wälzen sich die kleinen Zwergen­geschwister im grünen Gras. „Das war aber gemein!“, ruft Klein Claudia laut und muss dann auch lachen. Fröhlich laufen die Zwergengeschwister nach Hause.
Im Zwergenhäuschen wird die kleine Wichtel­bande von der Mami
bereits erwartet. Trippeltrapp und trappeltripp sausen die Zwerglein durchs Haus.
„Die Anziehsachen auf den Platz und waschen!“, ertönt Zwergenmamis Stimme. Das gibt ein Gedrängel und Geschrei, bis diese schwierige Aufgabe gelöst ist.
Im Zwergenbad sieht es aus wie nach einer Wasserschlacht. Waschschwämme, Waschlappen und Gummitierchen liegen im Raum umher. Mittendrin steht Klein Claudia und schielt mit ihren Äuglein auf die noch immer kohlrabenschwarzen Füßchen. Wie soll sie die nur sauber kriegen? Da schaut Zwergenmami um die Ecke und ruft: „Na, du kleines Ferkelchen, Mami wird dir heute ausnahmsweise einmal helfen!“ Eins, zwei, drei sind die Füßchen sauber. Claudia zeigt den Geschwistern stolz ihre strahlend sauberen Beinchen.
Nach dem Abendessen geht es schnell ins Bettchen, der Mond schaut zum Dachfenster herein und guckt staunend auf zwei kleine blitzsaubere Füßchen, die das kleine Koboldmädchen Claudia stolz unter der Bettdecke hervorgestreckt hat.
„Tschiep, tschiep, tschiep“, tönt es im Schlafraum der Zwerglein. Die Morgensonne schaut blinzelnd auf die kleinen Schläfer. Zwerglein Puschel räkelt sich verschlafen und richtet sich dann plötzlich mit einem Ruck auf. „Hallo, ihr Langschläfer, alle wach werden! Wir wollen aufstehen und spielen gehen!“ Carmentino knurrt: „So früh schon aufstehen? Ich will noch schlafen!“
Einige gezielt geworfene Kissen der Geschwisterzwerglein wirken jedoch ermunternd. Waschen, anziehen, frühstücken – alles geht in Windeseile.
„Nun aber schnell hinaus an die frische Luft!“, ruft die Zwergenmami, der Zwergenpapi brummt zustimmend.
„Wir laufen in den Wald!“, rufen die Zwerglein im Chor und sind auch schnell mit wieselflinken Beinchen im Unterholz des nahen Wäldchens verschwunden. Das ist ein Spaß. Jedes Wichtelchen macht große Entdeckungen. Pilze, Beeren, Kienäpfel, Tannenzapfen, Ameisenhaufen, dicke blaue Käfer sind ja so interessant.
Plötzlich ein lauter Aufschrei. „Aua, wer hat nach mir geworfen?“ Zwerg Puschel hält sich sein Köpfchen. Keiner will es gewesen sein. Plötzlich ertönt über ihnen aus einer dicht belaubten Eiche ein feines Stimmchen. „Ich bin der kleine Putzi, das Eichhörnchen, und möchte mit euch Fangen spielen. Wer kriegt mich?“ Puschel und Claudia erholen sich zuerst von dem kleinen Schreck und rufen: „Na warte, bald werden wir dich haben!“ Flink laufen sie zum Baum und Klettermax Puschel klettert schnell nach oben. Doch – oh weh! – ein lautes Knacken, ein Aufschrei und plumps liegt Puschel im Moos. „Auweia, meine Hose ist kaputt!“, ruft Puschelchen. „Da ist Putzi dran schuld!“ Vom Baum ertönt ein leises Kichern und dann verschwindet Putzi vorsichtshalber im Geäst.
Alle Zwerglein bedauern Puschelchen ob ihres Ungemachs und wackeln verständnisvoll mit ihren Köpfchen bei dem Gedanken an die Strafpredigt, die die Zwergenmami halten wird. Kurze Zeit später ist der kleine Unglücksfall vergessen, als Anji ruft: „Wir wollen unser Waldlied singen:
Wir Zwerge, wir sind lustig,
wir Zwerge, wir sind froh.
Wir bewohnen ein klein’ Häuschen,
unsere Mami liebt uns so.

Wir spielen auf der Wiese,
wir spielen auch im Wald,
wir hören oft den Jäger,
wenn seine Büchse knallt.

Er schießt auf Reh und Hase,
auch’s Wildschwein ist sein Ziel.
Wir können das nicht leiden,
wir verderben ihm sein Spiel.“

Das Lied der Zwerglein verklingt. Ihre Äuglein blitzen mutig. Claudia ruft: „Wir schleichen zum Försterhaus und beobachten den Jäger.“ Gesagt, getan. Jeden Busch als Deckung nutzend kriechen sie in Richtung Försterhaus. Plötzlich beginnt es, in den Baumwipfeln zu rauschen. Die Äste knarren und knacken. Kienäpfel und kleine Ästchen fallen von den Bäumen. Plötzlich erhellt ein greller Lichtschein die immer dämmriger werdende Umgebung. Ein lauter Knall lässt die Zwerglein erschreckt zusammenfahren. „Der Jäger hat uns entdeckt“, schreit Nadelbum, „er schießt mit einer Kanone auf uns!“ Und nun spritzt er auch noch mit Wasser“, ruft Carmentino, als die ersten großen Regentropfen des nahenden Gewitters auf die Erde prasseln. Vor Schreck und Nässe zitternd eilen die Zwerglein zum Zwergenhäuschen. Hier wartet die besorgte Zwergenmami bereits auf die Rasselbande und tröstet die vor Nässe tropfenden Kobolde.
Nach kurzer Zeit verabschiedet sich das Gewitter mit einem letzten grellen Blitz und drohendem Grummeln von den Zwerglein, die neugierig an den Fensterscheiben ihre Näschen platt drücken.
Als die Sonne durch die immer größer werdenden Wolkenlücken blinzelt, gibt es für die Zwergenkinder kein Halten mehr. Mit den getrockneten Sachen stürmen sie nach draußen. Zwergenmami und -papi schauen kopfschüttelnd hinterher. „So eine Rasselbande“, brummt Zwergenpapi, der barfüßigen und jauchzenden, durchs nasse Gras rennenden Truppe nachblickend.
Hinter dem ersten Gebüsch bleiben die Zwerge plötzlich stehen und stecken ihre Köpfchen zusammen. „Ob wir Bauer Bolte besuchen? Dort können wir vielleicht in der Scheune im Stroh umhertoben“, flüstert Claudia. Nach kurzem Hin und Her wird der Plan von Klein Claudia angenommen. Im Gänsemarsch geht es zum nahe gelegenen Bauerngehöft. Bauer Bolte, der prüfend über seine Felder schaut, sieht das Zwergenhäuflein kommen. Er ruft seiner Frau zu: „Mutter, mach Kakao und stell die Pfannkuchen auf den Tisch, wir bekommen Besuch!“ Gesagt, getan.
Bald darauf sitzen die Zwerglein schmatzend und Kakao schlürfend an dem kleinen Zwergentischchen. Die kleinen Stühlchen sind passgerecht für die kleinen Zwergenpopos gepolstert.

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