6 - 7 Jahre

Der kleine, pinke Elefant

Yvonne Ineichen

Der kleine, pinke Elefant

Leseprobe:

Eli, der kleine, pinkfarbene Elefant, stand im Zirkus in seinem Käfig. Er war sehr traurig darüber, denn er wünschte sich seine Freiheit. Noch hatte er keinen Plan, aber er war zuversichtlich. Er wusste, dass er eine Lösung finden würde. Seine Mama hatte ihm immer gesagt, dass er einfach seinem Rüssel folgen soll und dass dann alles gut werden würde. Seine Mama war die Allerbeste. Eine große Träne kullerte aus seinem Elefantenauge.

Seit Elis Mama im Elefantenhimmel lebte, war nichts mehr wie zuvor. Sie war immer für ihn da gewesen und hatte ihn beschützt. Wenn er wegen seiner rosafarbenen Haut gehänselt wurde, hatte sie ihm versichert, dass ihn genau das zu etwas ganz Besonderem mache. Irgendwann hatte sie ihm erklärt, dass sie krank war. Dass es für sie bald Zeit war, zu gehen. Aber sie hatte jeden Tag genutzt und ihm Mut gemacht. „Wenn es dir gelingt, immer stolz auf dich zu sein und an dich zu glauben, wird einmal eine ganz besondere Gabe zum Vorschein kommen. Bleib bei deinen Träumen und denk immer daran: Es gibt keine Grenzen für dich.“ Und dann, an einem Morgen im Frühling, wachte sie einfach nicht mehr auf. Jetzt war sie im Elefantenhimmel. Der kleine Elefant vermisste sie schrecklich.

Eines Tages entschied der Zirkusdirektor, dass Eli arbeiten müsse. Er wollte keine Tiere durchfüttern, wenn sie kein Geld einbrachten. Aus dem pinken Elefanten Eli wurde die fliegende Zirkusattraktion. Mit einem Tutu ausgestattet, stopfte man ihn jeden Abend in eine Kanone und schoss ihn durch die Luft. Jeden Abend landete er in einem Wasserbecken und musste mit seinem Rüssel das bunt gefärbte Wasser in die Menge pusten und die Menschen unterhalten. Eli war traurig. Das war es bestimmt nicht, was seine Mama sich für ihn vorgestellt hatte. Und auch er wünschte sich ein anderes Leben. Tag für Tag überlegte er sich, wie er ausbrechen konnte. Er sprach viel mit seiner Mama im Himmel und schickte seine Wünsche zu den Engeln. Aber sie schwieg einfach. Hatte sie ihn vergessen?

Dann kam der Abend, der alles verändern sollte. Das Zirkuszelt war voll. Die Trommelwirbel setzten ein. Der kleine Elefant ließ sich in die Kanone stopfen. Innerlich schwor er sich, dass er einen Ausweg finden würde, denn er hatte etwas Besseres verdient, als durch die Luft geschossen zu werden. Wie immer schickte er seine innige Bitte in den Elefantenhimmel und hoffte, dass seine Mama ihn hörte.

Format: 18 x 21 cm
Seitenanzahl: 32
ISBN: 978-3-99048-689-4
Erscheinungsdatum: 14.11.2016
Durchschnittliche Kundenbewertung: 5
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