Miezekatzen-Bande

Miezekatzen-Bande

Jutta Kluge


EUR 17,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 50
ISBN: 978-3-99131-781-4
Erscheinungsdatum: 14.11.2022
Die drei Katerjungen Filou, Hugo und Tiger lernen sich kennen und verstehen sich auf Anhieb großartig. Langeweile ist fortan ein Fremdwort. Sie beschließen, die Miezekatzen-Bande zu gründen und erleben viele Abenteuer.
Liebe Kinder!

Zuerst will ich euch sagen, wie ich auf die Idee gekommen bin, Katzengeschichten zu schreiben.
Als mein Enkel auf die Welt gekommen ist, gab es so niedliche Fotos von ihm. Das war die Anfangszeit, in der alle Kleinen ständig Grimassen ziehen.
Manche Fotos waren so lustig und die Mimik hat mich an Katzen erinnert – die Augenbrauen hochgezogen, die Augen zu, die Stirn in Falten … Ich habe dann immer gesagt: „Hier sieht er aus wie eine Miezekatze.“ Oder ich habe seine Mama gebeten: „Schick doch noch ein Foto, wenn er wieder das Miezekatzen-Gesicht macht.“
Als ich dann zu Besuch bei ihnen war und für meinen Enkel die Schlafwache übernommen habe, war ich bemüht, ihn morgens, wenn er putzmunter war, so lange wie möglich „ruhig zu halten“. So ist mir spontan die erste Katzengeschichte eingefallen, die mit dem Toben auf dem Heuboden. Ich habe leise erzählt und er hat zugehört und beim Erzählen vom „Toben“ und „Jagen“ ging sein Körper voll in Aktion. Beide Beine wurden gleichzeitig mit einem Ruck gestreckt und die Arme flogen in die Höhe, so, als ob er unbedingt mitmachen wollte.
Ja, so ist mir die Idee mit dem Geschich­tenschreiben gekommen.



DER KLEINE KATZENJUNGE

Es war einmal ein kleiner Katzenjunge mit hellbraun-weißem Fell. Er lebte auf einem Bauernhof und hatte dort bei einer freundlichen Menschenfamilie seinen Platz. Für ihn wurde gut gesorgt, er bekam zu essen und hatte auf dem Hof viele Schlafstellen.
Der Katzenjunge war erst zehn Wochen alt, aber schon so neugierig, munter und flink. Er tapste überall herum, war mal hier, mal dort und seinen großen, braunen und schelmischen Augen entging nichts. In jedes Töpfchen musste er schauen, alles anstupsen und er wollte alles wissen. Ständig war er in Bewegung. Nur manchmal suchte er sich ein gemütliches sonniges Plätzchen zum Träumen.
Mit allen Tieren, die auf dem Hof lebten, hatte er schon Bekanntschaft geschlossen. Der Name des kleinen Katzenjungen war Filou.



HUGO

Als Filou eines Tages so beim Träumen war, kam ihm eine Idee. Er dachte: „Ich muss ein bisschen vom Hof weggehen und die Gegend erkunden. Wer weiß, was es noch alles auf der Welt zu entdecken gibt.“
Und so kam es, dass er sich auf Entdeckungstour begab. Er schlich sich ganz langsam und lautlos auf seinen weichen Pfötchen vom Bauernhof und schaute sich noch einmal um. „Prima, keiner hat bemerkt, dass ich mich davonschleiche, hi, hi.“
Sein Weg führte über eine bunte, blühende Wiese. Herumschwirrende Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten begleiteten und neckten ihn. Er sprang ihnen nach, wollte sie mit seinen Pfötchen fangen, aber es gelang ihm nicht.
Das Gras war nicht allzu hoch, so konnte er weit blicken. Aber was war das? An dem kleinen Apfelbaum da hinten sah er doch tatsächlich ein schwarz-weißes Katzenkind. Filou schlich langsam näher. Das Katzenkind lag schläfrig in der Sonne, bemerkte aber sofort den Gast.
Filou sagte: „Hallo, darf ich ein bisschen zu dir kommen?“ Der Schwarz-Weiße meinte: „Von mir aus, mir ist sowieso langweilig, nichts los hier. Ich bin Hugo und du?“ „Ich heiße Filou. Mir ist auch langweilig. Wollen wir was zusammen machen?“ „Klar“, antwortete Hugo, „ich kann dir zeigen, wo ich wohne, ist nicht weit.“ Und so machten sich die beiden auf den Weg.
Hugo zeigte ihm zuerst die große Scheune. Auf dem Dachboden gab es jede Menge weiches Heu. Flink kletterten die zwei die lange Leiter zum Heuboden hinauf. „Oh“, staunte Filou, „das riecht gut hier. Wollen wir ein bisschen Verstecken spielen?“
Und sie begannen sich zu jagen, sie tobten, schossen Purzelbäume und quietschten vor Vergnügen. Sie kletterten auf Balken, fielen hinunter und begannen ihr Spiel wieder von vorn. Im Nu verging die Zeit. Die Sonne ging bald unter und Filou wollte sich auf den Rückweg machen.
Er fragte Hugo: „Darf ich morgen wiederkommen?“ „Na klar, hat Spaß gemacht mit dir. Schön, dass wir uns getroffen haben.“
Sie verabschiedeten sich und Filou fand den Rückweg zu seinem Hof. Dort hatte ihn noch niemand vermisst.
An seinem Schlafplätzchen angekommen, dachte er: „War das heute ein schöner Tag mit Hugo! Ich freue mich schon auf morgen.“ Er schlief zufrieden und fest ein und auf seinem Gesicht lag ein seliges Lächeln.



SCHAFE

Am nächsten Morgen schlief Filou lange. Als er erwachte, reckte und streckte er sich wohlig und sein erster Gedanke war: „Ich will Hugo wieder besuchen.“
Nach seiner Katzenwäsche und dem Frühstück machte er sich auf den Weg. Als er so den Feldweg entlangspazierte, sah er weit in der Ferne eine Schafherde. Er kannte Schafe, wusste, dass sie ganz weiches Fell haben, denn auf seinem Hof gab es auch welche – und wieder kam ihm eine Idee.
Bei Hugo angelangt, musste er ihm sofort von seiner Idee erzählen. „Hugo, wie wäre es, wenn wir heute die Schafherde draußen auf der Wiese besuchen? Schafe haben so weiches Fell, wenn wir ihnen auf den Rücken hopsen, uns mit den Krallen festhalten, können sie uns ein bisschen herumtragen und wir reiten oder schaukeln.“ Filous Augen funkelten verschmitzt.
Hugo meinte: „Hm, ich weiß nicht, Schafe laufen so langsam … und ich glaube, sie haben auch einen Hund dabei. Bei dem Gedanken an den Hund ist mir schon mulmig. Aber falls uns nichts Besseres einfällt, machen wir das. Zuerst muss ich aber noch frühstücken.“ „Hm, mit dem Hund, das könnte wirklich ein Problem werden“, dachte auch Filou.
Als Hugo fertig war, machten sie sich auf den Weg zur Schafherde und summten dabei ein Lied. Bei der Herde angekommen, waren beide erleichtert, denn kein Hund war zu sehen, die Schafe grasten ohne Bewachung.
Die zwei Katzenjungen ließen sich im Gras nieder und beobachteten die Schafe. Jeder suchte sich ein Schaf aus, auf dessen Rücken er springen wollte und das sollte gleichzeitig geschehen. Sie zählten bis drei, nahmen Anlauf – und zack, war jeder auf einem Schafrücken gelandet und krallte sich in die Wolle. Die Schafe wussten nicht, wie ihnen geschah und blökten: mäh … mäh … mäh. Sie bewegten sich schneller und wollten die Katzenkinder abschütteln, aber vergebens. Filou und Hugo gefiel es auf den Wollrücken. Sie hatten es sich bequem gemacht, lagen auf dem Bauch, die Pfötchen weit auseinandergestreckt, die kleinen Krallen waren ausgefahren und fest in der Wolle verankert. So ließen sich die beiden tragen, waren bester Stimmung und unterhielten sich wie bei einem Ausritt. Dann aber lief das Schaf von Filou in eine andere Richtung und er konnte Hugo nicht mehr sehen. Da wurde ihm doch komisch zumute. Er sprang vom Rücken des Schafes, lief zu dem Platz, an dem sie gestartet waren, und wartete auf Hugo.
Es dauerte gar nicht lange, da war auch Hugo zur Stelle und meinte: „Das war ein prima Ritt, aber die Schafwolle habe ich mir weicher vorgestellt, ist doch ein bisschen kratzig.“
Die Zeit war im Nu vergangen und die Katzenkinder wollten nach Hause. Hugo begleitete Filou ein Stück, damit er wusste, wo dessen Hof war. Für den nächsten Tag verabredeten sie sich bei Filou.

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