Bella, die Arbeiterameise, und ihre Freundin, die Eule Klingeling
EUR 16,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 64
ISBN: 978-3-99146-816-5
Erscheinungsdatum: 04.06.2024
Die Arbeiterameise Bella und ihre Freunde kämpfen für das Recht der Tiere auf Gesundheit und Leben in Würde.Ihre Abenteuer helfen Kindern in Bild und Wort, den Zauber der Welt zu erfahren. Denn wenn die Welt uns berührt, wird diese Berührung zu unserer Welt.
Bella sitzt auf der bunten Blumenwiese mit Blick auf das Schloss der Ameisenkönigin Katharina I.
Plötzlich schieben sich Bellas Mundwinkel nach oben.
Ihre Augen werden immer größer, denn ihre Ohren nehmen Klänge wahr, die sie kennt.
Bella hört das Rauschen eines Kleides und das Tönen zarter, aber immer lauter werdender Schritte. Ihr Herz springt vor Freude.
Es ist ihre Freundin Katharina I., die sich ihr nähert.
Ein Lichtstrahl erscheint und mit
ihm die Königin.
Bella verneigt sich vor ihrer Königin und überreicht ihr das größte und saftigste Blatt, das sie am Weg finden konnte.
Und auch die Königin hat Bella einen bunten Blumenstrauß mitgebracht.
Die beiden mögen sich – ja, sie sind Freundinnen.
Nach einer herzlichen Umarmung legt Katharina I. das duftende Blatt auf den Wiesenboden und lädt Bella ein, darauf Platz zu nehmen. Am Rücken liegend genießen sie den blauen Himmel.
Die Vögel begrüßen die beiden mit ihrem Gezwitscher. Die Blätter der Bäume tanzen im Wechsel von Licht und Schatten.
„Guten Morgen, meine Liebe!“
Die Königin hat gerade Klingeling, die weise Eule, am höchsten Ast der Tanne entdeckt und winkt ihr zu.
„Schönen guten Morgen Majestät, wie geht es Ihnen, was gibt es Neues aus Ihrem Reich zu berichten?“
„Ich habe nichts Neues zu berichten. Wie immer sind Bellas Kolleg:innen fleißig unterwegs. Sie tragen bereits kleine Stöckchen, Larven und frische, winzige Blätter in den Ameisenbau, um meine Kinder zu ernähren.“
„Ja, für Kinder muss man gut sorgen“, mischt sich Bella ein.
„Ich komme zu euch, ich leiste euch Gesellschaft.“
Die Eule Klingeling ist gerade in der richtigen Stimmung für eine kleine Plauderei.
Kaum gelandet, beginnt Klingeling schon zu schwatzen.
„Ihr Arbeiterameisen betreut die Kleinen ja nicht nur mit euren fleißigen Händen und Beinen, sondern auch mit euren Herzen.“
Bella nickt zustimmend: „Kleine Kinder brauchen uns und wir brauchen sie.“
Alle drei nicken, da sind sie sich einig.
„Sie brauchen gutes und gesundes Essen, damit sie groß und stark werden.“
„Ich liebe gutes Essen.“
„Ich auch.“
„Ich koche gerne.“
„Wenn mir ein Essen nicht schmeckt, gehe ich auf die Suche nach neuen Würmern, Käfern, Schmetterlingen, Gräsern, Blumen und Hölzchen, die vielleicht noch besser schmecken und gesünder sind.“
„Schade“, streut Bella, ganz zufällig oder doch absichtlich, ein, „in unserem Wald stinkt es nach verdorbenen Nahrungsmitteln.“
„Kein Wunder, überall liegen zerrissene Müllsäcke, leere Joghurtbecher und Cola-Flaschen, Plastikfetzen, Fisch-, Fleisch- und Brotreste auf dem Waldboden herum.
Ich beobachte schon lange die Ameisen, Marienkäfer, Hirschkäfer und Eidechsen. Sie alle spazieren zwischen den blauen, grünen und schwarzen Plastiksäcken hin und her, gehen aus und ein. Man hört sie schmatzen. Sie scheinen ihre Mahlzeiten zu genießen“, wundert sich Klingeling.
„Auch die Vögel picken mit Begeisterung ihr Frühstück aus den Müllsäcken – ohne zu merken, wie viel Plastik sie mitfressen“, wundert sich auch Bella.
„Mir wird übel, wenn dieser Gestank in meiner Nase hochkriecht.“
„Immer mehr Tiere haben Bauchweh, werden krank oder sterben.“
„Das ist ja schrecklich! Kann man denn gar nichts dagegen tun?“ erkundigt sich Katharina bei den beiden.
„Man könnte das Plastikfutter verbieten“, schlägt Bella vor.
„Das wird aber nicht allen gefallen“, erwiderte Klingeling.
„Manchen aber schon“, hört man Bellas stolze Stimme.
Katharinas Augen werden größer, ihre Ohren hellhörig.
„Ich habe gehört, dass Cole, der General der Armee, die Arbeiterameisen als Waffe gegen den Feind einsetzt. Er soll seinen Soldat:innen so viel Plastikfutter geben, bis ihr Bauch voll ist und sie nicht mehr atmen können und dann explodieren. Bevor sie sterben, so heißt es, verspritzen sie eine giftige Flüssigkeit, die eure Feinde töten kann“, entrüstet sich Klingeling.
„Hast du davon gewusst?“
Katharinas Stimme klingt unerwartet ärgerlich. Normalerweise ist Katharina freundlich und lächelt, auch wenn man sie kränkt.
„Was erlaubst du dir! Wie kannst du meinem Obersten Befehlshaber nur so etwas unterstellen! Und wie kannst du glauben, dass er etwas ohne mein Wissen tut? Dass er mich so hintergehen könnte. Das glaube ich nicht! Ich bin die Königin. Cole ist mein wichtigster Mann im Staat. Ich brauche ihn und er braucht mich.“
„Als ich heute Morgen am Müllberg vorbeimarschierte, beobachtete ich Cole, wie er Werbung für Plastikfutter machte“, mischt sich ein vorbeihuschendes Eichhörnchen ein, das den letzten Teil des Gesprächs mitgehört hatte.
„‚Wir wollen groß und stark werden! Genießt das Plastikfutter der Königin! Es schmeckt sehr gut und ist gesund‘, brüllte er vom Ameisenhügel den Arbeiter:innenameisen zu.“
Die Königin seufzt, schließt für Sekunden ihre Augen. Manchmal ist es besser zu schweigen, das hat sie schon als Kind gelernt. Sie vermittelt den Arbeiter:innenameisen stets das Gefühl, sich für jede und jeden zu interessieren. Leider auch für Cole.
Im Unterschied zur Königin hat Klingeling als Kind gelernt, ihre Stimme zu erheben, wenn es für sie wichtig war.
„Dein General ist ein Lügner“, verkündet sie lautstark.
„Er will dich vom Thron stürzen und König werden, das erzählen sich die Tiere im Wald.“
„Katharina, bitte glaub mir, wenn die Ameisen den Saft aus den Müllsäcken trinken, werden sie krank“, versucht Bella die Königin wachzurütteln.
Plötzlich erhebt sich Katharina. Ihre Krone wackelt. Sie umarmt ihre Freundinnen und kehrt schweigend zu ihrem gewohnten Alltag zurück.
Bella weint vor Ärger und Enttäuschung.
„Bella, ich habe eine Idee, wir gründen eine Art Klassenrat“, verkündet Klingeling.
„Was ist das?“, erkundigt sich Bella.
„Das ist ein Ort, an dem alle Ameisen zusammenkommen können und jede Ameise darf über seine/ihre Wünsche und Bedürfnisse sprechen. Ihr könnt z. B. über das Plastik in eurem Essen reden.“
Plötzlich schieben sich Bellas Mundwinkel nach oben.
Ihre Augen werden immer größer, denn ihre Ohren nehmen Klänge wahr, die sie kennt.
Bella hört das Rauschen eines Kleides und das Tönen zarter, aber immer lauter werdender Schritte. Ihr Herz springt vor Freude.
Es ist ihre Freundin Katharina I., die sich ihr nähert.
Ein Lichtstrahl erscheint und mit
ihm die Königin.
Bella verneigt sich vor ihrer Königin und überreicht ihr das größte und saftigste Blatt, das sie am Weg finden konnte.
Und auch die Königin hat Bella einen bunten Blumenstrauß mitgebracht.
Die beiden mögen sich – ja, sie sind Freundinnen.
Nach einer herzlichen Umarmung legt Katharina I. das duftende Blatt auf den Wiesenboden und lädt Bella ein, darauf Platz zu nehmen. Am Rücken liegend genießen sie den blauen Himmel.
Die Vögel begrüßen die beiden mit ihrem Gezwitscher. Die Blätter der Bäume tanzen im Wechsel von Licht und Schatten.
„Guten Morgen, meine Liebe!“
Die Königin hat gerade Klingeling, die weise Eule, am höchsten Ast der Tanne entdeckt und winkt ihr zu.
„Schönen guten Morgen Majestät, wie geht es Ihnen, was gibt es Neues aus Ihrem Reich zu berichten?“
„Ich habe nichts Neues zu berichten. Wie immer sind Bellas Kolleg:innen fleißig unterwegs. Sie tragen bereits kleine Stöckchen, Larven und frische, winzige Blätter in den Ameisenbau, um meine Kinder zu ernähren.“
„Ja, für Kinder muss man gut sorgen“, mischt sich Bella ein.
„Ich komme zu euch, ich leiste euch Gesellschaft.“
Die Eule Klingeling ist gerade in der richtigen Stimmung für eine kleine Plauderei.
Kaum gelandet, beginnt Klingeling schon zu schwatzen.
„Ihr Arbeiterameisen betreut die Kleinen ja nicht nur mit euren fleißigen Händen und Beinen, sondern auch mit euren Herzen.“
Bella nickt zustimmend: „Kleine Kinder brauchen uns und wir brauchen sie.“
Alle drei nicken, da sind sie sich einig.
„Sie brauchen gutes und gesundes Essen, damit sie groß und stark werden.“
„Ich liebe gutes Essen.“
„Ich auch.“
„Ich koche gerne.“
„Wenn mir ein Essen nicht schmeckt, gehe ich auf die Suche nach neuen Würmern, Käfern, Schmetterlingen, Gräsern, Blumen und Hölzchen, die vielleicht noch besser schmecken und gesünder sind.“
„Schade“, streut Bella, ganz zufällig oder doch absichtlich, ein, „in unserem Wald stinkt es nach verdorbenen Nahrungsmitteln.“
„Kein Wunder, überall liegen zerrissene Müllsäcke, leere Joghurtbecher und Cola-Flaschen, Plastikfetzen, Fisch-, Fleisch- und Brotreste auf dem Waldboden herum.
Ich beobachte schon lange die Ameisen, Marienkäfer, Hirschkäfer und Eidechsen. Sie alle spazieren zwischen den blauen, grünen und schwarzen Plastiksäcken hin und her, gehen aus und ein. Man hört sie schmatzen. Sie scheinen ihre Mahlzeiten zu genießen“, wundert sich Klingeling.
„Auch die Vögel picken mit Begeisterung ihr Frühstück aus den Müllsäcken – ohne zu merken, wie viel Plastik sie mitfressen“, wundert sich auch Bella.
„Mir wird übel, wenn dieser Gestank in meiner Nase hochkriecht.“
„Immer mehr Tiere haben Bauchweh, werden krank oder sterben.“
„Das ist ja schrecklich! Kann man denn gar nichts dagegen tun?“ erkundigt sich Katharina bei den beiden.
„Man könnte das Plastikfutter verbieten“, schlägt Bella vor.
„Das wird aber nicht allen gefallen“, erwiderte Klingeling.
„Manchen aber schon“, hört man Bellas stolze Stimme.
Katharinas Augen werden größer, ihre Ohren hellhörig.
„Ich habe gehört, dass Cole, der General der Armee, die Arbeiterameisen als Waffe gegen den Feind einsetzt. Er soll seinen Soldat:innen so viel Plastikfutter geben, bis ihr Bauch voll ist und sie nicht mehr atmen können und dann explodieren. Bevor sie sterben, so heißt es, verspritzen sie eine giftige Flüssigkeit, die eure Feinde töten kann“, entrüstet sich Klingeling.
„Hast du davon gewusst?“
Katharinas Stimme klingt unerwartet ärgerlich. Normalerweise ist Katharina freundlich und lächelt, auch wenn man sie kränkt.
„Was erlaubst du dir! Wie kannst du meinem Obersten Befehlshaber nur so etwas unterstellen! Und wie kannst du glauben, dass er etwas ohne mein Wissen tut? Dass er mich so hintergehen könnte. Das glaube ich nicht! Ich bin die Königin. Cole ist mein wichtigster Mann im Staat. Ich brauche ihn und er braucht mich.“
„Als ich heute Morgen am Müllberg vorbeimarschierte, beobachtete ich Cole, wie er Werbung für Plastikfutter machte“, mischt sich ein vorbeihuschendes Eichhörnchen ein, das den letzten Teil des Gesprächs mitgehört hatte.
„‚Wir wollen groß und stark werden! Genießt das Plastikfutter der Königin! Es schmeckt sehr gut und ist gesund‘, brüllte er vom Ameisenhügel den Arbeiter:innenameisen zu.“
Die Königin seufzt, schließt für Sekunden ihre Augen. Manchmal ist es besser zu schweigen, das hat sie schon als Kind gelernt. Sie vermittelt den Arbeiter:innenameisen stets das Gefühl, sich für jede und jeden zu interessieren. Leider auch für Cole.
Im Unterschied zur Königin hat Klingeling als Kind gelernt, ihre Stimme zu erheben, wenn es für sie wichtig war.
„Dein General ist ein Lügner“, verkündet sie lautstark.
„Er will dich vom Thron stürzen und König werden, das erzählen sich die Tiere im Wald.“
„Katharina, bitte glaub mir, wenn die Ameisen den Saft aus den Müllsäcken trinken, werden sie krank“, versucht Bella die Königin wachzurütteln.
Plötzlich erhebt sich Katharina. Ihre Krone wackelt. Sie umarmt ihre Freundinnen und kehrt schweigend zu ihrem gewohnten Alltag zurück.
Bella weint vor Ärger und Enttäuschung.
„Bella, ich habe eine Idee, wir gründen eine Art Klassenrat“, verkündet Klingeling.
„Was ist das?“, erkundigt sich Bella.
„Das ist ein Ort, an dem alle Ameisen zusammenkommen können und jede Ameise darf über seine/ihre Wünsche und Bedürfnisse sprechen. Ihr könnt z. B. über das Plastik in eurem Essen reden.“


