Cover: Ach du Schreck, das Blau ist weg!

Ach du Schreck, das Blau ist weg!
Eine lustig bunte Farbengeschichte


EUR 25,90

Format: 29,7 x 21 cm Querfor
Seitenanzahl: 32
ISBN: 978-3-99130-898-0
Erscheinungsdatum: 31.08.2026
Was passiert, wenn plötzlich die Farbe Blau verschwindet? Begleite Moritz auf ein fantasievolles Abenteuer und entdecke, wie wichtig eine einzige Farbe für unsere ganze Wahrnehmung sein kann!
Es war ein wunderschöner Sonntagmorgen im Sommer. Die Sonne schien, der Himmel war wolkenlos blau und das Gras auf den Wiesen leuchtete in einem satten Grün. Moritz saß am Schreibtisch in seinem Kinderzimmer und malte mit Wasserfarben. Er malte den blauen Himmel, er malte die gelbe Sonne, das grüne Gras, lila Blumen und ein rotes Auto. Moritz konnte sehr gut malen, er war ja auch schon fünf Jahre alt. Er war sogar ein richtiger Künstler.
Überall in seinem Zimmer hingen selbst gemalte Kunstwerke, an den Wänden, an den Schränken, über dem Bett, einfach überall. Mama und Papa und natürlich auch die Omas und Opas wurden regelmäßig beschenkt. Gerade jetzt, in diesem Moment, war Moritz so vertieft in sein Werk, dass er seine Mama, die schon eine Weile hinter ihm stand, gar nicht bemerkte.

Du kannst dir bestimmt denken, wie sehr er erschrak, als Mama plötzlich ganz dicht hinter ihm sagte: „Komm, Moritz, wir müssen jetzt los!“ Moritz hätte fast den Wasserbecher, in dem er seine Pinsel auswusch, über sein neuestes Kunstwerk verschüttet, und was dann passiert wäre, kannst du dir sicherlich auch denken. Alle schönen Farben auf dem Bild wären verlaufen und hätten sich vermischt. Zum Glück konnte er den Becher gerade noch auffangen. Moritz merkte, wie es in seinem Gesicht plötzlich ganz warm wurde, und das nicht wegen der Sommerhitze. Der Ärger über seine Mama, die ihn mitten in seinem künstlerischen Schaffen gestört hatte, färbte seine Wangen tiefrot und das Lächeln war zugunsten eines ärgerlichen Gesichtsausdrucks gewichen, was Mama natürlich sofort bemerkte.
„Was ist denn los, Moritz? Wir wollen zum See, du schwimmst doch so gerne!“, sagte sie verwundert, aber auch ein wenig genervt, denn Papa saß bereits im Auto zur Abfahrt bereit und wartete. Ja, eigentlich mochte Moritz den See sehr gern und auch Schwimmen im kühlen blauen Wasser liebte er über alles. Aber eben nicht genau jetzt, als er doch gerade dabei war, sein Kunstwerk fertigzustellen.

Aber was bleibt einem Fünfjährigen anderes übrig, als mit Mama zum Auto zu gehen? Allein zu Hause bleiben und weitermalen konnte er ja nicht, das würden die Eltern niemals erlauben. Und einfach nicht mitkommen war auch zwecklos, denn dann würde es Streit geben und danach würde er traurig sein, und darauf hatte Moritz an so einem schönen Sonntag wirklich keine Lust. Also nahm er noch schnell sein unfertiges Bild, das zum Glück bei den sommerlichen Temperaturen bereits getrocknet war, und folgte Mama unwillig und mit richtig schlechter Laune zum Auto.
Die ganze Autofahrt kniff er übellaunig die Lippen zusammen und sagte kein Wort, obwohl es doch ein so schöner Ausflug war. Er warf nicht einmal einen Blick zum Fenster hinaus, denn sonst hätte er den blauen Himmel, die gelbe Sonne und die grünen Blätter der Bäume, die sich im leichten Sommerwind wiegten, bemerkt. Wer hätte bei diesem Anblick noch schlechte Laune haben können? Und vielleicht, aber nur vielleicht, hätte Moritz dann auch bemerkt, dass die Landschaft ja genauso wunderschön aussah wie die auf seinem Bild. Na ja, mit ein paar Abweichungen vielleicht. Das Auto von Papa war nämlich nicht rot, sondern blau, aber wen hätte das schon gestört.

Am See angelangt, hatte sich nicht viel verändert. Der Himmel war noch immer blau, die Sonne schien noch immer goldgelb und das Gras war noch immer grün. Moritz hatte sich zwar die Badehose angezogen, aber nun saß er nach wie vor schlecht gelaunt auf der bunten Decke, die seine Eltern im Schatten einer alten Eiche auf der Liegewiese ausgebreitet hatten. Die Eltern waren schwimmen gegangen, doch Moritz hatte sich nicht dazu bewegen lassen, mitzukommen. „Komm doch mit, Moritz! Das Wasser ist so schön blau!“, hatte Mama gesagt und Moritz hatte trotzig geantwortet: „Nein danke, ich mag Blau nicht, das gefällt mir gar nicht!“
War Blau nicht immer seine Lieblingsfarbe gewesen? Was war denn nur los mit ihm? Stattdessen musterte er die Grashalme und die Gänseblümchen, während er an sein nächstes Bild dachte, das er zu Hause gleich malen würde. Das würde nämlich von einer Wiese sein, mit Blumen und Bienen und Schmetterlingen. Und da war auch tatsächlich schon einer, ein ganz besonders schöner, mit Flügeln in Blau und Lila. So einen hatte Moritz noch nie gesehen, und dieser wunderschöne Schmetterling flog direkt auf ihn zu und landete auf einem Grashalm vor der Decke.

Moritz musterte die Farben der Schmetterlingsflügel und plötzlich sah er dazwischen den winzig kleinen Körper einer Fee, die ihn mit strahlenden blauen Augen fröhlich anlächelte. Moritz traute seinen Augen nicht. Konnte das wirklich wahr sein? Schnell kniff er seine Augen zu und machte sie wieder auf. Doch die Fee war noch immer da. Mittlerweile hatte sie sich auf ein Gänseblümchen gesetzt. Ja, so winzig war sie, dass das Gänseblümchen nicht einmal abknickte. Sie trug ein blaues Kleidchen und hatte blonde Locken.
„Hallo!“, sagte sie in einer piepsigen Stimme zu Moritz. Moritz, der es noch immer nicht glauben konnte, antwortete verdutzt: „Hallo!“, wobei ihm die Stimme fast versagte. „Warum bist du denn so schlecht gelaunt?“, wollte die Fee wissen.
...

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