Cover: Reisen ohne Reisigbesen – Abenteuer mit dem Lustigen Kleeblatt

Reisen ohne Reisigbesen – Abenteuer mit dem Lustigen Kleeblatt
Band 2: Freundinnen erkunden die Welt


EUR 30,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 336
ISBN: 978-3-99130-435-7
Erscheinungsdatum: 03.07.2024
Das Lustige Kleeblatt, vier mittlerweile der Hexenschule entwachsene Mädchen, erhalten in diesem Band Verstärkung durch eine junge Hexe und erleben fern der Schule neue Abenteuer. Dabei ergeben sich erstaunliche Entdeckungen.
Neuigkeiten vom Lustigen Kleeblatt


Es war an einem Nachmittag im Spätsommer des letzten Jahres. Seit dem Morgen war ich nun schon dabei, mein vor langer Zeit begonnenes Bild zu beenden. Damit wollte ich zwar längst fertig sein, nur fand ich in den vergangenen Wochen kaum Gelegenheit zum Malen. Nun, da auch meine letzten Sommergäste abgereist waren, hatte ich wieder etwas mehr Zeit für mein Hobby. Als ich mal einen Augenblick innehielt und so an mir herabschaute, musste ich unweigerlich schmunzeln. Auf meinem Kittel befanden sich nämlich inzwischen fast ebenso viele Farben wie auf meiner Leinwand. Es war wirklich nicht zu übersehen, womit ich mich beschäftigte. Genau in dem Moment, als ich mich so betrachtete, klopfte es leise an meine Haustür. Im ersten Moment glaubte ich, mich getäuscht zu haben. Doch gleich darauf klopfte es erneut, diesmal etwas kräftiger. Da fiel mir ein, dass ich immer noch keine neue Türglocke gekauft hatte, und ich nahm mir fest vor, das Versäumte gleich am nächsten Morgen nachzuholen. Während ich mit zahllosen Farbklecksen geschmückt so geschwind, wie es mir möglich war, die Treppe hinuntereilte, überlegte ich, wer mich besuchen kommen könnte. Noch in diesen Gedanken vertieft, öffnete ich die Haustür und da stand sie und schaute mich mit genau dem geheimnisvollen Lächeln an, mit dem sie mich schon so oft in der Vergangenheit in ihre zauberhafte Welt entführt hatte. Erstaunlicherweise hatte sich Amalia in der langen Zeit, die wir uns nicht gesehen hatten, kaum verändert. Sie trug sogar noch den gleichen adretten Sommerhut wie bei ihren vergangenen Besuchen. Ohne den konnte ich sie mir, ehrlich gesagt, auch wirklich kaum vorstellen. Er gehörte für mich genauso zu meiner Freundin Amalia wie ihr hübsches Sommerkleid und die betagte Reisetasche, die sie natürlich auch diesmal wieder dabeihatte. So lange hatte ich vergeblich auf eine Nachricht von ihr gewartet und nun, wo sie direkt vor mir stand, wusste ich vor Aufregung gar nicht, was ich sagen oder tun sollte. Da fragte mich Amalia, ob sie vielleicht mal wieder eine Zeitlang mein Gast sein dürfe. Dabei wusste sie ganz genau, dass diese Frage völlig überflüssig war, denn ihr Zimmer gab ich ja schon seit vielen Jahren nie einem anderen Gast. Amalia freute sich grenzenlos über ihre gelungene Überraschung und ich mich über ihren Besuch. Schnell brachte ich meinen Kittel ins Atelier. Danach lief ich voller Vorfreude auf die kommenden Tage, so rasch meine Beine es zuließen, die Treppe wieder hinunter. Natürlich war mir klar, dass Amalia auch dieses Mal nicht allzu lange bleiben würde. Sie war immerhin die Hüterin der Hexenschule im Zauberwald und hatte daher viel zu tun. Einige aus ihrer kleinen Hexenschar sorgten nämlich Tag und Nacht dafür, dass es ihrer Lehrerin nicht langweilig werden konnte. Besonders diese Hexen durfte Amalia nie lange aus den Augen lassen. Deshalb verließ sie auch den Zauberwald am liebsten nur in der Ferienzeit, wenn die besonders übermütigen Hexenmädchen gut behütet bei ihren Familien weilten. Wohin sie wollte, erfuhr natürlich niemand.
Von all diesen Dingen wusste ich lange Zeit nichts. Daher war sie also, bevor sie mir ihr Geheimnis anvertraut hatte, einfach nur ein Gast wie all die anderen in meiner kleinen Pension. Doch nur bis zu jenem Abend, an dem sie mich zum ersten Mal in ihre Welt schauen ließ. Seit ich wusste, wer Amalia war und warum sie nie kam, wenn sich außer mir noch andere Leute im Haus aufhielten, hoffte ich immer, wenn meine letzten Sommergäste abreisten, dass meine Freundin an einem der nächsten Tage eintreffen würde. Nachdem dies aber schon lange nicht mehr geschehen war und beinahe ebenso lange keine Nachrichten mehr von ihr eintrafen, sorgte ich mich natürlich um meine Freundin. Ehrlich gesagt hatte ich sogar schon beinahe die Hoffnung aufgegeben, sie jemals wiederzusehen. Tja so war das mit Amalia. Manchmal erhielt ich monatelang nicht das kleinste Lebenszeichen von ihr und dann, wenn ich es am allerwenigsten erwartete, stand sie plötzlich direkt vor mir, wie vor wenigen Minuten. Mit ihrem Auftauchen war sofort, sozusagen von einem Moment zum anderen, das tägliche Einerlei aus meinem sonst so normalen Leben verschwunden. Eigentlich fühlte sich sogar mein Haus gleich anders an und ich selbst kam mir auch wie verzaubert vor. Während ich für uns in der Küche Tee zubereitete, bezog Amalia schon mal ihr vertrautes Zimmer. Anschließend machten wir es uns im Kaminzimmer in meinen alten Ohrensesseln bequem. Natürlich war ich neugierig zu erfahren, was es Neues in ihrer Welt gab. Daher drängte ich meine Freundin, kaum dass ich den Tee eingegossen hatte, mir alles, was inzwischen im Zauberwald geschehen war, zu erzählen. Doch Amalia wollte zuerst einmal hören, was ich in den vielen Monaten erlebt hatte, in denen wir uns nicht sahen.
Tja, schön und gut, aber was sollte ich ihr erzählen? Außer ein paar lustigen Begebenheiten mit meinen Feriengästen war hier nichts passiert. Außerdem kannte Amalia die Leute doch sowieso nicht. Deshalb sagte ich auch: „Ach, weißt du, Amalia, was soll ich dir erzählen? Hier passiert doch nie etwas Bemerkenswertes, es sei denn, es besucht mich eine weitgereiste und sehr nette ältere Dame. Na, und über deren Besuche weißt du doch selbst am allerbesten Bescheid.“ Daraufhin begann Amalia herzlich zu lachen. Nach kurzem Nachdenken fiel mir aber doch noch etwas ein, was Amalia vielleicht interessieren könnte. Vor nicht allzu langer Zeit war nämlich meine Türglocke, die schon so viele Jahre meine Gäste angekündigt hatte, plötzlich weg. Obwohl sie nicht gerade besonders wertvoll war, mochte ich sie und hätte zu gern gewusst, wohin sie so urplötzlich verschwunden sein könnte. Bei der Ankunft meiner letzten Feriengäste hing sie noch am Eingang zu meinem Haus. Jedoch als der Postbote am nächsten Morgen läuten wollte, war sie fort. Das war aber auch schon das einzige Ungewöhnliche was sich hier, seit Amalias letztem Besuch ereignet hatte. Und dieser war tatsächlich schon ziemlich lange her.
In Amalias Welt hingegen ging sicherlich nie ein Tag zu Ende, ohne dass dort irgendetwas Spannendes passierte. Das vermutete ich zumindest. Leider wollte mir Amalia das erst am Abend erzählen und so blieb mir nichts anderes übrig, als zu warten. Das gefiel mir natürlich nicht, denn ich war ja schon so unglaublich gespannt zu erfahren, was sich inzwischen im Zauberwald ereignet hatte. Scheinbar freute sich Amalia aber auch darauf, mir das Neueste über die großen und kleinen Bewohnerinnen der Hexenschule zu erzählen. Diesmal blieb sie nämlich kein einziges Mal auf unserem Spaziergang am Strand stehen, um den Fischern wie sonst ein wenig bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen. Auch von den Musikanten auf der Uferpromenade ließ sie sich nicht aufhalten. Daher waren wir auch recht schnell auf unserem Lieblingsplatz oben auf den Klippen vor meiner Stadt angekommen. Dort beschrieb mir Amalia einige lustige Vorkommnisse mit ihren Hexenmädchen. Dafür erzählte ich ihr etwas aus meiner Zeit als Lehrerin in einer ganz normalen Dorfschule. Ehe wir uns versahen, leuchtete bereits der Abendstern am sommerlichen Nachthimmel. Als wir später im hellen Mondschein den Weg zwischen den Felsen zum Strand hinuntergingen, war außer dem ärgerlichen Gekrächze einer durch uns aufgescheuchten Möwe nur noch das sanfte Rauschen des Meeres zu hören. Leider ging der diesjährige Sommer auch hier im Süden bereits seinem Ende entgegen. Deswegen war es in den Nächten schon merklich kühl. Weil es uns fröstelte, beeilten wir uns auf dem Nachhauseweg.
„Erstaunlich, wie rasch manchmal die Zeit vergeht“, sagte ich zu Amalia, als wir die Stufen zu meinem Haus hinaufstiegen. Daraufhin flüsterte mir meine Freundin zu, dass wir morgen doch wieder hinauf auf die Klippen gehen könnten und sie sogar schon ganz genau wüsste, was sie mir dann erzählen möchte. Mehr wollte sie mir darüber leider nicht verraten. Stattdessen wünschte sie mir gleich, als wir in meiner Pension ankamen, eine gute Nacht. Das war mal wieder typisch für Amalia. Wie schon so oft machte sie mich mit ein, zwei Worten neugierig, um mich dann entweder mit einem charmanten Lächeln oder lustigem Augenzwinkern auf später oder ganz und gar, wie gerade geschehen, auf den nächsten Tag zu vertrösten. Während ich nun langsam die Treppe zu meinem Schlafzimmer hinaufstieg, überlegte ich, was das wohl sein könnte, was Amalia mir so geheimnisvoll angedeutet hatte. Da mir aber absolut nichts einfiel, was sie gemeint haben könnte, ließ ich meine nutzlose Grübelei sein und ging lieber schlafen.
Da Amalia nicht allzu oft Gelegenheit dazu hatte, wollte sie am nächsten Tag erst einmal in die Stadt. Dort schauten wir in beinahe jedes Geschäft und so war Amalias Tasche bereits nach kurzer Zeit recht voll. Dabei waren wir gerade mal in der Mitte der Ladenstraße angelangt. Plötzlich sagte Amalia: „Kaum zu glauben, wie viele Neugierige in dieser Stadt herumlaufen!“ Einige Leute hatten scheinbar tatsächlich absolut nichts Besseres an diesem Vormittag zu tun, als uns zu beobachten. Insgeheim hoffte ich natürlich, dass diese „unauffälligen Blicke“, die uns folgten, nur etwas mit Amalias ausgefallener Kleidung zu tun hätten. Woher sollten diese Leute auch wissen, dass Amalia kein „gewöhnlicher“ Feriengast war? Auf jeden Fall fanden wir beide es nicht besonders höflich, wie sich diese Leute uns gegenüber benahmen. Daher kam Amalia auch auf die Idee, den besonders Neugierigen den Spaß am Schauen mit ein wenig Hexerei zu verderben. Selbstverständlich unternahm sie nichts dergleichen, aber der Gedanke, dass sie es zumindest tun könnte, stimmte uns beide gleich viel heiterer. Da diese Leute allerdings nichts zu sehen bekamen, außer zwei miteinander schwatzender älterer Freundinnen bei einem Einkaufsbummel, verloren die meisten recht schnell wieder das Interesse an uns.
Freilich hatte nicht nur Amalia schöne Dinge eingekauft. Ich hatte nämlich auch an diesem Vormittag etwas erstanden, und zwar eine wunderschöne alte neue Türglocke. „Na, hoffentlich macht sich diese nicht ebenso heimlich aus dem Staub wie ihre Vorgängerin“, sagte ich zu Amalia, nachdem ich die Glocke bezahlt und in meine Tasche gesteckt hatte. Daraufhin versprach mir Amalia, verschmitzt lächelnd, beim Anbringen behilflich zu sein. Schließlich wolle sie bei ihrem nächsten Besuch nicht wieder so lange klopfen müssen wie bei ihrer Ankunft am gestrigen Tag, fügte sie noch zu ihrem Angebot hinzu. Wenige Stunden später hatte sie ihr Versprechen bereits eingelöst. Amalia beteuerte mir danach ausgesprochen vergnügt, dass von nun an nichts mehr von meinem Haus verschwinden würde und dieses wunderschön glänzende Läutwerk schon gar nicht. Da blieb mir bloß noch eins zu tun, und zwar mich für ihre im wahrsten Wortsinne zauberhafte Hilfe zu bedanken.
Am späten Nachmittag machten Amalia und ich einen Spaziergang. Wie üblich gingen wir erst ein Stück auf der Uferpromenade entlang. Dann stiegen wir zu unserem Lieblingsplatz auf die Felsen hinauf. Dort waren wir vor dem Wind geschützt und konnten gleichzeitig weit aufs Meer hinausschauen. Außerdem brauchten wir dort keine Angst zu haben, heimlich belauscht zu werden. Es war daher der perfekte Ort für Geschichten aus einer ungewöhnlichen und geheimnisvollen Welt. Gleich nachdem wir oben angekommen waren, fragte mich Amalia mit einem schelmischen Lächeln, ob ich vielleicht Lust auf einen kleinen Ausflug hätte. Sie würde nämlich zu gern mal wieder eine ihrer Freundinnen besuchen. Ehrlich gesagt liebte ich ihre Art zu erzählen sehr und konnte es immer kaum erwarten, eine neue spannende Geschichte zu hören. Doch eine Reise mit ihr war bei weitem noch um vieles aufregender als eine erzählte Geschichte. Auf diese Weise hatte ich schon mehrere interessante Orte und die eine oder andere mit Amalia befreundete Hexe kennengelernt. Am liebsten würde ich natürlich das Lustige Kleeblatt, wie man Anna, Emmy, Neele und Lina zu ihrer Schulzeit auch nannte, wiedersehen. Gerade die Abenteuer dieser vier Hexenmädchen sorgten in der Vergangenheit immer für Überraschungen, und das nicht nur in der Hexenschule oder im Zauberwald. Allerdings waren sie nun schon seit einiger Zeit keine Schülerinnen mehr und so kamen sie auch nicht mehr in Versuchung, ihren Mitschülerinnen Streiche zu spielen. Ich konnte mir aber dennoch beim besten Willen nicht vorstellen, dass ihr Leben langweilig sein sollte, nur weil sie inzwischen erwachsen waren.
Gespannt meinte ich deshalb auch zu meiner Freundin: „Sag schon, Amalia, wen werden wir besuchen? Wird es Anna oder Neele sein oder doch Emmy?“ Als Amalia, statt mir eine Antwort zu geben, nur mit den Schultern zuckte und geheimnisvoll lächelte, fragte ich sie, ob es vielleicht sein könnte, dass wir stattdessen nachschauen wollen, wie es Lina in den vergangenen Monaten in der Hexenschule ergangen sei. Doch ich konnte Amalia mit meiner Fragerei nicht dazu bringen, mir zu sagen, was sie mit mir vorhatte, und so bemerkte ich etwas enttäuscht: „Och Amalia, du immer mit deinen Geheimnissen!“ Daraufhin meinte sie zu mir: „Carlotta, das wäre doch langweilig, wenn ich dir schon vorher alles verraten würde? Nein, meine Liebe, gerade diesmal tue ich das auf gar keinen Fall. Aber eins ist sicher, egal welche Hexe wir auch besuchen werden, sie wird davon nichts erfahren.“
Obwohl ich nun immer noch nicht wusste, zu wem uns die heutige Reise führen würde, brauchten wir nichts außer etwas Magie und ein klein wenig Zauberei, um dorthin zu gelangen. Zumindest behauptete das Amalia immer, wenn ich sie danach gefragt habe, und sie muss es ja wissen. Wirklich in ihre Welt mitnehmen konnte mich Amalia nicht, wenn sie sich keinen Ärger mit den anderen Hexen aus dem Zauberwald einhandeln wollte. Vor allem durfte der Zauberer und Schutzpatron der Schule Baryzur nicht wissen, dass Amalia mir, einer pensionierten Lehrerin aus einem ziemlich verschlafenen Städtchen am Meer, bereits viele Geheimnisse, wohlgemerkt echte Hexengeheimnisse, verraten hatte. Während ich über diese Dinge nachdachte, machte es sich Amalia inzwischen bequem. Übrigens hatte ich noch nie Bedenken, mich Amalias Hexenkünsten anzuvertrauen. Daher reichte ich ihr auch, ohne zu zögern, meine Hände, als sie mich darum bat. Allerdings machte mir der Gedanke, dass wir mal wieder gleich uneingeladen durch das „Reich“ einer Hexe spazieren würden, eine Gänsehaut. Trotzdem würde ich um nichts auf der Welt auch nur auf eine einzige Reise mit Amalia verzichten wollen. Nur Sekunden nachdem ich meine Augen geschlossen hatte, schaute ich bereits von einer Wiese aus, die sich hinter einer mächtigen Hecke befand, in ein atemberaubendes Tal. Jedenfalls hatte ich das Gefühl, tatsächlich auf dieser Wiese neben Amalia zu stehen, was, wie inzwischen jeder weiß, nur so etwas wie eine Illusion war.
Ich nahm an, dass Amalia für unsere Reise den Tag ausgesucht hätte, an dem die Schwestern Besuch von ihren Freundinnen bekämen. Allerdings wusste ich bei Amalia nie, ob das, was ich erwartete, auch wirklich passieren würde. Doch zumindest bei einem war ich mir absolut sicher: So etwas wie dieses Tal gab es wahrscheinlich kein zweites Mal. Amalia hatte diese Wiese natürlich mit voller Absicht für unsere Ankunft ausgewählt. Von hier aus konnte man nämlich fast das ganze Tal überblicken. „Was für ein wundervoller Anblick!“, sagte ich, als ich mich umschaute. Unweit vor uns befand sich ein kleiner, von Steinen umsäumter Teich, an dessen linker Seite sich steile Felsen erhoben. Ein glasklarer Wasserfall ergoss sich mit leisem Rauschen aus einer schmalen Felsspalte direkt in diesen hinein und ließ dabei die Wassertropfen im Sonnenschein in allen Regenbogenfarben schillern. Dadurch erschien der Teich noch zauberhafter, als er ohnehin schon war. Das Wasser, das sich über seinen Rand ergoss, schlängelte sich quer durch das Tal, bis es unter einem zerklüfteten Felsen verschwand. Ein Stückchen vom Teich entfernt befand sich eine Brücke, die über das schmale Bächlein führte. Dahinter konnte man entweder nach rechts gehen. Da kam man in einen ziemlich ungewöhnlichen Garten. Auf der anderen Seite gelangte man zu einer alten Weide, unter der umgeben von vielen Blumen eine Bank stand. Eigentlich gab es überall Blumen. Manche waren mit Steinen hübsch eingefasst, andere blühten wild durcheinander im Tal. „Amalia, so eine Blütenpracht habe ich wirklich noch nie gesehen.“

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