Der Baum – ein besonderer Freund

Der Baum – ein besonderer Freund

Antonella Marcolini


EUR 16,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 44
ISBN: 978-3-99064-716-5
Erscheinungsdatum: 09.01.2020
Leo unterhält sich gern mit den Tieren und Bäumen. Eines Tages geht er über die Wiese und sieht einen prächtigen Baum. In Leo wächst das Gefühl, den Baum schon lange zu kennen. Als er den Baum berührt, beschließen die beiden, für immer Freunde zu sein.
Der Baum
ein besonderer Freund


Leo liebt die Natur über alles und geht gerne allein spazieren. Am schönsten ist es, wenn er durch den Wald geht. Da leben eine Menge freundliche Tiere. Stundenlang kann er sich mit ihnen unterhalten. Die Natur schenkt ihm viele Eindrücke, Melodien und Farben.
Eines Tages ging er über die Wiese. Der Wind streichelte das Gras und die Blumen. Er sah einen prächtigen Baum. Seine Blätter glänzten in der Sonne. Der Baum bewegte sich sehr harmonisch hin und her, als würde er gerne mit dem Wind zusammen tanzen.
Leo war fasziniert, wie schön und elegant der Baum aussah. Er hätte sogar schwören können, dass er ihn fröhlich anschaute: ‚Sein Blick war einladend, sein Lächeln amüsant‘. Leo fühlte sich deshalb von ihm angezogen und näherte sich ihm. Es wuchs in ihm das Gefühl, den Baum schon lange zu kennen. Beide spürten einen intensiven Moment tiefer Verbundenheit. Mit einer freundlichen Berührung beschlossen sie, für immer Freunde zu sein.
Täglich lief Leo zu dem Baum. Er fühlte sich bei ihm richtig wohl. Der Baum schenkte ihm Ruhe und Geborgenheit. Im Sommer fand er unter den grünen Blättern auch angenehme Abkühlung. Er saß dort oft stundenlang und schlief manchmal sogar friedlich ein.

Die Eltern von Leo waren immer für ihn da. Er fühlte sich zu Hause geliebt und gut versorgt. Da er aber Einzelkind war, blieb er oft allein. Er wünschte sich neue Kontakte. Seine Kameraden waren aber anders als er. Leo beobachtete gern, was immer in der Natur geschah. Auch die vier Jahreszeiten waren für ihn eine Inspiration. Dafür interessierten sich die anderen aber leider kaum.
Leo fühlte sich oft einsam, nur der Baum war sein einziger Freund. Er sprach zu ihm und erzählte ihm alle seine Gedanken. Der Baum schien gern zuzuhören und Leo spürte, wie er ihn quasi berührte. Er nahm Bücher mit und las Geschichten vor oder erklärte ihm etwas von der Schule. Auch seine Träume und Geheimnisse vertraute Leo dem lieben Baum an.

Ab und zu spielten die Schulkameraden auf der Wiese. Der Baum stand nur einige Meter weit entfernt. Sie sahen gelegentlich, wenn Leo den Baum besuchte und wie glücklich er da war. Sie konnten kaum verstehen, wieso er sich am Ballspiel nicht beteiligte.
Wenn Leo nicht anwesend war, beobachteten sie ständig den Baum. Sie waren unruhig und diskutierten oft während des Spiels. Vor allem der Fußballkapitän war besonders furios. Er drohte dem Baum mit seinem Finger. Sein Neid auf Leos ‚Baumschatz‘ war groß und offensichtlich.

Die Sommerferien waren schon vorbei. Die Kinder mussten wieder zur Schule. Leo besuchte seinen Baum nur noch am Wochenende. Unter der Woche lernte er fleißig. Seine Neugier und sein Streben nach Wissen waren groß. Er saß zu Hause und blickte aus dem Fenster zu seinem Baum. Leo freute sich immer tief im Herzen auf seinen besten Freund. Der Baum wäre sicher stolz auf ihn gewesen, wenn er was
Neues lernte.
Die Tage wurden langsam kürzer und schon stand der Herbst vor der Tür. Die Natur veränderte sich sowie die Blätter des Baumes. Das saftige Grüne verfärbte sich zu leuchtenden gelblichen Noten. Leo beobachtete, wie der Baum immer mehr seinen ganzen kräftigen Körper zeigte. Er bereitete sich auf eine strengere Jahreszeit vor.
Häufig sah Leo auch den Kapitän auf dem Schulplatz. Er spielte mit dem Ball und er blickte stets böse zu ihm zurück. Leo ignorierte es; er konnte sich kaum vorstellen, wieso er ihn provozieren wollte. Der Kapitän war zwei Jahre älter als Leo und beide kannten sich sonst nicht. Leo war ruhig und reserviert, zeigte sich aber allen gegenüber nett und freundlich.

Es war Oktober an einem Freitagmorgen. Leo freute sich schon auf das Wochenende. Er traf den Kapitän auf dem Weg zur Schule. Als hätte er ihn kaum gesehen, rannte er schnell an Leo vorbei. Der starre Blick war nach vorne gerichtet und sein Gesicht schweißnass. Leo spürte einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Er fühlte sich unwohl und ahnte, dass etwas Schlimmes passiert sein musste.
Eine Stunde später saß Leo nachdenklich im Klassenzimmer. Sein Kopf war schwer und voller Gedanken. Er hatte ein stechendes Gefühl im Bauch. Ihm wurde übel und im Gesicht war er ganz bleich. Der Lehrer alarmierte sofort Leos Mutter und sie holte ihn ab.
Der Arzt untersuchte ihn ergebnislos und verschrieb zur Genesung einfach Bettruhe. Leo lag kraftlos im Bett und schlief tagelang fast ununterbrochen. Unruhig träumte er von seinem Baum. Mehrmals erwachte er in der Nacht schweißgebadet. Etwas Ungewisses belastete ihn und machte ihm große Angst.
Seine Eltern konnten es sich nicht erklären und waren daher sehr besorgt. Wieso fühlte sich Leo so niedergeschlagen? Was war an jenem Tag bloß vorgefallen?
5 Sterne
Sanft, tief und direkt - 24.02.2020
Marina E.

Von erster Seite her packt einem diese Geschichte voller Einfühlsamkeit und in einem direkten Styl geschrieben. Man fragt sich in jeder Seite, wie geht es weiter und was passiert mit Leo und mit dem Baum. Es erwartet einem eine künstlerisch verpackte Überraschung: Was Leo in dieser Geschichte durchgeht ist etwas dass jede von uns mehrmals im Leben trifft. Eines bin ich überzeugt: Das Buch ist vom Herzen geschrieben.

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