Das Krokodil und die Nixe
EUR 25,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 32
ISBN: 978-3-7116-1372-1
Erscheinungsdatum: 30.03.2026
Der Tod muss nicht das Ende sein. Die Geschichte vom Krokodil und der Nixe zeigt, dass Liebe und Schmerz zwar eng miteinander verbunden sind, aber dass wir Frieden finden können, wenn wir die Liebe akzeptieren und uns so vom Schmerz des Verlustes lösen.
Die kleine, zierliche Nixe schlägt die Augen auf und blinzelt gegen das Sonnenlicht an. Es ist so hell, denkt sie. Wo bin ich? Erst langsam taucht sie aus ihrem Traum auf. Ein seltsamer Traum war das. Viel gesehen hat sie nicht. Nur Stimmen gehört, Hände und Tränen von Menschen gespürt. Sie haben gesungen, geweint, gesagt, dass alles gut wird. Wer war das? Wo war sie? Das Licht ist zu hell und sie schließt ihre Augen wieder, konzentriert sich auf die anderen Sinne. Sie spürt rauen Felsen an ihrem Körper, aber es ist nicht unangenehm. Wasser umspült sie, gibt ihr Lebensenergie und spendet irgendwie Trost und Wärme, Vertrautheit, und sie fühlt sich sicher und geborgen, frei. Die Brandung, die gegen den Felsen schwappt, singt ein Lied. Rauschendes Wasser und rollende Kiesel sind die Musikanten, begleitet vom Spritzen der Gischt.
Sie hält die Luft an und lässt sich langsam in die mit Wasser gefüllte Kuhle, in der sie liegt, sinken.
Als ihre Lungen anfangen zu brennen, blitzen wieder Momente der Angst aus ihrem Traum auf. Sie hört eine alte Frauenstimme verzweifelt schreien. Bitte, lasst mich endlich gehen! Erschrocken atmet sie ein, vergisst, dass sie unter Wasser ist, und spürt, wie das kühle, erfrischende Nass durch ihren Hals strömt und durch Kiemen ihren Körper verlässt.
Das Brennen der Lungen hört auf und der Traum und die Angst sind augenblicklich wieder vergessen. Ihre Freude darüber, unter Wasser atmen zu können, ist so groß, dass sie ihre Augen öffnet und beginnt, ihre Umgebung zu erkunden. Das Meer hat eine natürliche Wanne in den Felsen gewaschen. Sie liegt wenige Zentimeter über dem Wasserspiegel und ist vielleicht drei Meter lang, fast ebenso tief und bestimmt zwei Meter breit. Die kleine Nixe ist von Kopf bis zu ihrer Schwanzflosse etwa einen Meter fünfzig groß. Gebannt hält sie den Kopf unter Wasser und beobachtet das Schimmern ihrer braungoldenen Schuppen, die im einfallenden Sonnenlicht um die Wette glitzern. Die Schönheit überwältigt sie und ein glockenhelles, melodisches Lachen entweicht ihr. Ich bin frei und Glück durchströmt mich, wie schön! denkt sie bei sich. Doch sie erinnert sich nicht daran, wie sie in den Felsen kam, seit wann sie Flossen hat, wer sie ist und ob sie alleine in diesem Wasser lebt oder es noch andere ihrer oder sonst irgendeiner Art gibt. Sie weiß nichts, nur dass sie glücklich ist, und für den Moment genügt es ihr und erfüllt sie mit Zufriedenheit.
Das mächtige Krokodil liegt etwas weiter von ihr entfernt unter Wasser auf einem Felsvorsprung und beobachtet die kleine Nixe. Es hört das glückliche Lachen und sein Herz wird warm, ist von Liebe erfüllt, und Tränen des Glücks treten in seine Augen. Nun habe ich dich endlich wiedergefunden, denkt es.
...
Sie hält die Luft an und lässt sich langsam in die mit Wasser gefüllte Kuhle, in der sie liegt, sinken.
Als ihre Lungen anfangen zu brennen, blitzen wieder Momente der Angst aus ihrem Traum auf. Sie hört eine alte Frauenstimme verzweifelt schreien. Bitte, lasst mich endlich gehen! Erschrocken atmet sie ein, vergisst, dass sie unter Wasser ist, und spürt, wie das kühle, erfrischende Nass durch ihren Hals strömt und durch Kiemen ihren Körper verlässt.
Das Brennen der Lungen hört auf und der Traum und die Angst sind augenblicklich wieder vergessen. Ihre Freude darüber, unter Wasser atmen zu können, ist so groß, dass sie ihre Augen öffnet und beginnt, ihre Umgebung zu erkunden. Das Meer hat eine natürliche Wanne in den Felsen gewaschen. Sie liegt wenige Zentimeter über dem Wasserspiegel und ist vielleicht drei Meter lang, fast ebenso tief und bestimmt zwei Meter breit. Die kleine Nixe ist von Kopf bis zu ihrer Schwanzflosse etwa einen Meter fünfzig groß. Gebannt hält sie den Kopf unter Wasser und beobachtet das Schimmern ihrer braungoldenen Schuppen, die im einfallenden Sonnenlicht um die Wette glitzern. Die Schönheit überwältigt sie und ein glockenhelles, melodisches Lachen entweicht ihr. Ich bin frei und Glück durchströmt mich, wie schön! denkt sie bei sich. Doch sie erinnert sich nicht daran, wie sie in den Felsen kam, seit wann sie Flossen hat, wer sie ist und ob sie alleine in diesem Wasser lebt oder es noch andere ihrer oder sonst irgendeiner Art gibt. Sie weiß nichts, nur dass sie glücklich ist, und für den Moment genügt es ihr und erfüllt sie mit Zufriedenheit.
Das mächtige Krokodil liegt etwas weiter von ihr entfernt unter Wasser auf einem Felsvorsprung und beobachtet die kleine Nixe. Es hört das glückliche Lachen und sein Herz wird warm, ist von Liebe erfüllt, und Tränen des Glücks treten in seine Augen. Nun habe ich dich endlich wiedergefunden, denkt es.
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