Cover: Das Angebot des Botschafters

Das Angebot des Botschafters


EUR 28,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 332
ISBN: 978-3-99130-021-2
Erscheinungsdatum: 31.07.2024
Wien, 1958.Die junge Diplomatin Brigitta wechselt überraschend an die österreichische Botschaft in Karachi, wo sie schnell mit politischen Intrigen und gesellschaftlichen Wirren konfrontiert wird und eine folgenschwere Entscheidung treffen muss.
Wien, 1958

Kapitel 1
Die verschwundene Assistentin


„Sie ist wirklich einfach verschwunden? Ohne irgendeine Nachricht zu hinterlassen?“
Die Stimme des Außenministers klang laut und deutlich aus dem Nachbarbüro herüber.
„Ja, sehr seltsam. Keiner hat sie gesehen, keiner weiß etwas. Jetzt ermittelt sogar die Polizei, aber bisher gibt es keine Spur. Ihr Apartment in Clifton wurde durchsucht, doch alles scheint an seinem Platz zu sein. Fast so, als sei sie wie immer morgens zur Arbeit gegangen.“
Die zweite Stimme war dunkel und rau. Brigitta hatte sie nie zuvor gehört, doch ihr Timbre erinnerte sie an den berühmten Tenor der Wiener Staatsoper, den ihre Mutter so verehrte. Bei diesem Gedanken huschte ein Lächeln über ihr Gesicht.
„Das tut mir sehr leid für den Botschafter. Du weißt ja, dass er ein alter Freund ist? Wenn das die Runde macht, könnte es dem Ruf der Botschaft sehr schaden.“ Der Minister stöhnte.
Das hörte sich wirklich nicht gut an, musste Brigitta zugeben. Wie jeden Morgen seit zehn Monaten saß sie an ihrem Schreibtisch mit Blick auf den Ballhausplatz, der historische Platz, der für die Neuordnung Europas im Jahr 1815 unter dem machthungrigen österreichischen Fürsten Metternich berühmt geworden war. Nachdenklich wandte sich Brigitta wieder ihrer Arbeit zu und tippte die stenografischen Aufzeichnungen vom gestrigen Tag auf sauberes, weißes Papier. Die Tasten ihrer Schreibmaschine, einer nagelneuen Erika, füllten den Raum mit einem metallischen Geräusch. Habe ich den Beginn des Gesprächs versäumt? Mit wem spricht der Chef? Wer wird vermisst und wo ist Clifton?
Sie versuchte, sich zu konzentrieren, war aber zu abgelenkt durch die geheimnisvolle Konversation nebenan. Soweit sie wusste, stand heute kein Besuchstermin auf der Agenda des Ministers und auch sonst waren weder Konferenzen noch Meetings geplant. Wer war also der mysteriöse Besucher? Die Art und Weise, wie die beiden Männer miteinander sprachen, sich duzten, dazu der legere Umgangston ohne das übliche Diplomatendeutsch, das Brigitta von anderen Gesprächen und Meetings im Ministerium inzwischen kannte und das so oft voller leerer Phrasen und Höflichkeitsfloskeln war, ließ eindeutig auf eine Freundschaft zwischen den beiden schließen. Jetzt konnte sich Brigitta nicht länger zurückhalten. Sie stand von ihrem Stuhl am Fenster auf und schlich, so leise wie irgend möglich, hinüber zu der großen Doppelflügeltür mit den polierten silberfarbenen Türgriffen, die in das Chefbüro führte. Beim Lauschen an der Tür ertappt zu werden, wäre für eine aufstrebende Mitarbeiterin im Auswärtigen Dienst allzu peinlich. Ihre hohen, spitzen Absätze hinterließen klickende Geräusche auf dem alten Holzboden. Hoffentlich hatten die Männer sie nicht bemerkt. Sie presste ihr Ohr an die Tür.
„Aber warum, um Gottes Willen? Es muss doch eine Spur von ihr geben!“ Wieder war es die Stimme ihres Chefs, des Außenministers, die einen schrillen Ton angenommen hatte. Zu gut konnte sich Brigitta das ungläubige Staunen auf seinem Gesicht ausmalen, das Runzeln seiner Stirn, die buschige, hochgezogene rechte Augenbraue. Sie hatte oft während Konferenzen, abgeordnet zum Protokollieren, seine Mimik beobachtet. War er verärgert oder überrascht hob er seine rechte Augenbraue, wobei sein Ton stets diplomatisch und höflich blieb.
„Das ist ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt! Der Botschafter hat mir kürzlich erst erzählt, dass er als Vermittler der Weltbank für ein bedeutendes internationales Infrastrukturprojekt in Karachi eingesprungen ist. Er ist dabei auf jede Unterstützung angewiesen.“ Es entstand eine kurze Gesprächspause und Brigitta wartete gebannt. Kurz darauf fuhr der Minister fort:
„Kennst du dieses Projekt? Hast Du davon gehört? Indien und Pakistan sowie Millionen von Menschen sind davon abhängig.“
Karachi? Wo ist das noch mal? Ist das nicht die Hauptstadt von Indien? Oder Pakistan?
Geografie war zwar eines ihrer Lieblingsfächer gewesen, aber bis zu ihrer Matura letztes Jahr hatten sie in der Schule kaum etwas von Südasien abgedeckt. Jetzt hörte Brigitta ein Rascheln auf der anderen Seite der Tür, das Rücken von Stühlen. Waren die Stimmen eine Nuance leiser geworden?
Sie vernahm ein Wispern, dann etwas, das wie ein Name klang: Steffa … oder war es Stefanie? Und einen Gesprächsfetzen „… muss … zugestoßen …“ gefolgt von einem „Sch …“, das eindeutig vom Minister kam.
Hatten die Männer sie gehört? Fühlten sie sich belauscht? Schwere Schritte näherten sich der Tür. Brigitta erschrak und lief, so schnell sie konnte, in ihren Stilettos und dem engen Rock auf Zehenspitzen zurück zu ihrem Schreibtisch und hätte dabei fast ihren Stuhl umgeworfen, der gefährlich zu wanken begann. Gerade als sie sich setzte und über ihre Schreibmaschine beugte, wurde die große Flügeltür schwungvoll geöffnet. Dr. Willhuber trat in ihr Büro und sah sich um. Wie immer war der Chef makellos gekleidet. Der dunkelblaue Anzug zeigte nicht die Spur einer Falte, die Nadel mit dem österreichischen Staatswappen blitzte an seinem Revers und die rot-weiße Krawatte leuchtete. Der Minister war ein „stattlicher“ Mann, wie Brigittas Mutter sagen würde: überdurchschnittlich groß mit breiten Schultern und vollem, dunkelblondem Haar. Seine blauen, wachsamen Augen streiften durch das Büro: „Fräulein Kapusta, guten Morgen! Ist Maria denn noch gar nicht hier?“ Er runzelte die Stirn und sagte dann, ohne auf ihre Antwort zu warten, in seinem leichten Wiener Dialekt: „Bitte sein’s so lieb und bringen meinem Gast und mir einen Kaffee, ja?“ Dann drehte er sich wieder um, ging zurück in sein Büro und drückte dabei die Tür fest hinter sich zu.
Puuh, gerade nochmal Glück gehabt, fuhr es Brigitta durch den Kopf. Schnell stand sie auf, strich ihren Rock glatt und machte sich auf den Weg zur kleinen Teeküche am Ende des langen Ganges. Wo war Maria denn heute? Zu gerne hätte sie ihrer Kollegin von dem Gespräch im Chefbüro erzählt. Maria mit ihrer unbändigen Fantasie hätte sicherlich eine ganze Reihe von Interpretationen für das Verschwinden der jungen Frau gehabt. Irgendetwas stimmte da nicht. Da war sie sich sicher.
Als Brigitta mit zwei dampfenden Tassen schwarzen Kaffees und den Lieblingskipferln des Ministers in sein Büro trat, stand der Außenminister jedoch ganz alleine am großen Fenster und blickte hinüber zur Hofburg. Sein Besucher war verschwunden, doch Dr. Willhuber erwähnte ihn mit keinem Wort, bedankte sich für den Kaffee und wandte sich, die Tasse in der Hand, den Akten auf seinem Schreibtisch zu. Ein eindeutiges Zeichen, ihn nicht zu stören.
Den restlichen Tag über ging das Gehörte Brigitta nicht mehr aus dem Kopf. Das Verschwinden einer jungen Botschaftsangestellten in Karachi kam ihr seltsam vor, auch weil es ihren Chef offenbar beunruhigte. Der Außenminister ließ sich selten aus der gewohnten Ruhe bringen.

Als Brigitta abends nach Hause kam, saß ihre Mutter wie fast immer im Esszimmer an dem großen Mahagoni-Tisch, dessen Oberfläche schon ziemlich abgenutzt war. Sie konnte sich daran erinnern, dass sie als kleines Kind eine Kerbe in das rötliche Holz geritzt und dafür von ihrem Vater eine Tracht Prügel bekommen hatte. Ihr Platz am Tisch war bis heute derselbe geblieben und die kleine Kerbe, die einem Stern mit drei ungleichen Zacken ähnelte, war nach wie vor gut zu erkennen. Als Brigitta das Zimmer betrat, war es fast dunkel darin, die kleine Tischlampe war ausgeschaltet und der alte Kronleuchter flackerte müde. Hatte sie nicht längst die Glühbirnen austauschen wollen? Margaretha Kapusta hielt nachdenklich ein langstieliges Glas in der Hand, dessen Inhalt rötlich schimmerte. Sie schien es so fest zu umklammern, als ob sie sich daran festhalten wollte. Vom gegenüberliegenden Mietshaus klang gerade die Melodie eines ungarischen Volkslieds herüber und das Geigensolo tauchte den Raum in eine melancholische, fast düstere Atmosphäre.
„Hallo, mein Schatz, ich habe schon auf dich gewartet“, begrüßte ihre Mutter sie. Brigitta lächelte ihr zu und lief zur antiken Anrichte, auf der Gläser sowie diverse Flaschen Wein und eine Karaffe Wasser standen. Sie nahm sich ein Weinglas, setzte sich neben ihre Mutter auf einen der Bugholzstühle mit dem Korbgeflecht, schenkte sich ein und versuchte, das Gesicht ihrer Mutter in der Dunkelheit zu deuten. War es absichtlich so düster hier? Hatte die Stimme ihrer Mutter, wie so oft in letzter Zeit, traurig geklungen? Margaretha Kapusta war eine sehr attraktive Frau und auch wenn ihre blauen Augen etwas von ihrem früheren Glanz verloren hatten und ihr schwarzes, volles Haar inzwischen von leicht schimmernden grauen Strähnen durchsetzt war, zog sie immer noch viele Blicke auf sich. Heute Abend schien sie stiller als sonst, denn normalerweise wurde Brigitta sofort beim nach Hause kommen mit allerlei Fragen über ihre Arbeit im Ministerium, die internationalen, illustren Gäste und vor allem die Garderobe der Diplomatenehefrauen bombardiert. Mode und Klatsch waren die Lieblingsthemen ihrer Mutter und oft amüsierte sich Brigitta über die Boulevardmagazine, die sie stundenlang mit Hingabe studieren konnte. Sie hatte keinen richtigen Beruf erlernt, doch sich in den letzten Jahren aufgrund ihres handwerklichen Geschicks, ihres treffsicheren Geschmacks sowie einer alten Nähmaschine zur beliebtesten Schneiderin des Viertels entwickelt. Nach Schnitten und Vorgaben verschiedener Modezeitungen nähte sie inzwischen ihre eigenen Entwürfe und Brigitta munterte sie oft dazu auf, ihr eigenes, kleines Geschäft zu eröffnen. Eine Idee, die Brigittas Vater jedoch nur mit Spott quittierte.
„Komm, erzähl schon, Schatz“, forderte ihre Mutter sie auf, „ich merk’ doch, dass was los ist. Was geht dir durch deinen hübschen Kopf heute Abend? Welche wichtigen Leute hast du herumgeführt im Ministerium?“
„Hmm … “, begann Brigitta ein wenig stockend und nahm einen großen Schluck aus ihrem Glas, „… ich habe heute ein Gespräch überhört. Ich weiß, ja … man lauscht nicht an fremden Türen, aber … das hat sich … irgendwie so ergeben.“
Ihre Mutter runzelte die Stirn. „Was meinst Du?“
„Jemand ist verschwunden, in Karachi oder in Clifton, ich weiß auch nicht genau … eine mysteriöse Geschichte … Es hängt mit der Botschaft dort zusammen.“
Als ihre Mutter weiter insistierte, konnte sich Brigitta nicht mehr zurückhalten und berichtete alles, woran sie sich noch erinnern konnte. Es sprudelte einfach aus ihr heraus. Die Augen ihrer Mutter wurden größer und größer und auch wenn Brigitta es in der Dunkelheit nicht sehen konnte, wusste sie, dass das linke Augenlid ihrer Mutter leicht zuckte. Das tat es immer, wenn sie beunruhigt war.
„Wie bitte? Was meinst du damit? Verschwunden? Wer ist verschwunden? Wo ist Karachi überhaupt? Jetzt sag schon, was bedeutet das?“
Brigitta wollte gerade fortfahren und erklären, dass es sich bei der verschwundenen Assistentin wohl um eine Botschaftsmitarbeiterin handelte, doch da riss ihr sichtlich angetrunkener Vater die Tür zum Esszimmer auf und beide Frauen schreckten überrascht hoch. Franz Kapusta starrte sie feindselig an und polterte, eine säuerliche Alkoholfahne hinter sich her ziehend, herein. Er wankte ohne zu grüßen zum Tischende und setzte sich schwerfällig und so ungeschickt auf einen der zierlichen Stühle, dass er dabei fast das Gleichgewicht verloren hätte. Gerade noch bekam er die Tischkante zu fassen, fluchte laut und rückte den Stuhl näher an den Tisch heran.
Die ganze Situation wirkte so komisch, dass beide Frau- en ein Lachen nicht unterdrücken konnten, was die Laune Franz Kapustas zusätzlich verschlechterte. Er starrte zuerst seine Frau bitterböse an und richtete dann seinen Groll auf Brigitta:
„Warum ist es hier so stockdunkel? Wollt ihr, dass ich mir was breche und wo ist mein Glas, hä? Kannst du deinem Vater nicht mal ein Glas holen? Wo bleibt dein Respekt?“
Brigitta war seine Wutausbrüche gewöhnt, vor allem wenn er betrunken war, hatte sich jedoch vorgenommen, sich nicht mehr von ihm provozieren zu lassen. Wortlos erhob sie sich, nahm ein weiteres Glas von der Vitrine und stellte es vor ihn auf den Tisch. Dann setzte sie sich wieder auf ihren Platz. Franz Kapusta schenkte sich den Rest des Weines ein, stellte die leere Flasche mit einem lauten Knall auf den Tisch und ließ den Blick seiner blutunterlaufenen Augen missbilligend über seine Tochter schweifen.
„Wie siehst du denn heute wieder aus? Pfui! Schämst du dich gar nicht?“ Mit einem Seitenblick auf ihre hohen Schuhe, sagte er abschätzig:
„Kann man mit so etwas überhaupt laufen?“ Brigitta verschluckte ihren Ärger, doch reagierte nicht. Stattdessen musterte sie die Tränensäcke ihres Vaters und die unter dem Kinn herunterhängenden Hautfetzen, die sie nicht zum ersten Mal an den Karussellbetreiber im Wiener Vergnügungspark Prater erinnerten. Der hatte sie schon als Kind immer belustigt. Es gelang ihr nicht, ein Grinsen zu unterdrücken.
„Findest du das komisch?“, plusterte ihr Vater sich auf und begann, mit seinem Zeigefinger bedrohlich vor ihrem Gesicht herum zu wedeln. Schnell schüttelte Brigitta den Kopf, doch das reichte nicht, um den betrunkenen Mann zu besänftigen.
„Du willst dich über mich lustig machen? Deinen eigenen Vater? Was bildest du dir eigentlich ein? Ist es das, was man dir in deinem snobistischen Ministerium beigebracht hat, häh?“
„Franz“, war die Mutter ihrer Stimme im Hintergrund zu hören, „bitte hör auf, beruhige … “
„Unterbrich mich bloß nicht, du dumme Gans!“, wandte er sich zornig an seine Frau. „Das ist alles deinetwegen. Du hast ihr erst den ganzen Blödsinn mit dem Ministerium in den Kopf gesetzt!“
„Aber Franz, Du…“, entgegnete Margaretha mit leiser Stimme, doch ihr Einwand schien ihn nur zusätzlich zu erzürnen.
„Ihr und eure gottverfluchten Diplomaten!“, schrie er sie an.
„Schau sie dir doch an, unsere feine Tochter! Sie ist völlig nutzlos und du auch! Warum schert ihr euch nicht beide zum Teufel?“ Er hob sein Glas, doch als er bemerkte, dass es leer war, stellte er es wutentbrannt zurück. Der dünne Stiel zerbrach in unzählige kleine Splitter.
Brigitta war schockiert. Es war nicht das erste Mal, dass er sie beleidigt hatte, doch das erste Mal, dass er seine Verachtung für ihre Arbeit und Kollegen offen zum Ausdruck brachte und ihre Mutter derart beleidigte. Wer war ihr Vater schon? Ein einfacher Angestellter in der Zuckerfabrik in Eisenstadt, der immer zu wenig Geld nach Hause brachte und ständig frustriert war. Sie war so stolz auf ihren ersten Job, träumte von einer eigenen Karriere und bewunderte ihren Chef. Dr. Gerd Willhuber war ein Minister des österreichischen Staates und – im Gegensatz zu ihrem Vater – nicht nur hochgebildet und kultiviert, sondern stets respektvoll im Umgang mit allen Kollegen und Mitarbeitern. Brigitta kam ihr Vater armselig und schäbig vor und sie verachtete ihn aus vollem Herzen. Wie er betrunken vor ihr und ihrer Mutter saß und pöbelte. Die Wut, die sie seit Monaten, vielleicht sogar Jahren in sich trug, wurde zu einem heißen, dicken Kloß in ihrem Magen und begann, wie eine Flamme in ihrem Inneren zu lodern.
Als sie den Schmerz in den Augen ihrer Mutter sah, konnte sie sich nicht mehr halten, sprang auf und schrie: „Warum musst du mich permanent beleidigen und kritisieren? Für alles, was ich tue? Du bist so jämmerlich im Vergleich zu meinem Chef! Und, wie kannst du nur deine eigene Frau derart beleidigen? Das hat sie nicht verdient! Wer bist du eigentlich, du…du armselige, betrunkene Witzfigur!“
Sie hörte ihre Mutter nach Luft schnappen und sah das Gesicht ihres Vaters, eine beängstigende, tiefrote Farbe annehmen. Seine kleinen Augen schienen aus den Höhlen zu treten und die Adern an seinem Hals pochten. Franz Kapusta stemmte sich mit beiden Händen vom Tisch ab, erhob sich schwerfällig und machte ein paar Schritte auf sie zu. Wankend stand er vor ihr, so nah, dass sie seinen schlechten Atem riechen konnte. Als er seine Hand erhob, wollte sie instinktiv ausweichen, spürte schon den Schlag auf ihrer Wange, doch da hörte sie einen spitzen Schrei: „Franz, das wagst du nicht!“ Ihre Mutter war blitzschnell aufgesprungen und hatte ihren Mann am Arm gepackt. Sie umklammerte ihn mit beiden Händen, als ob sie einen Schraubstock hielt. All das ging so schnell, Brigitta war wie gelähmt und fühlte sich wie ein Zuschauer in einem Film. Ihr Vater schnaufte laut und ihre Mutter starrte ihn mit blitzenden Augen an. So wütend hatte Brigitta sie nie gesehen. Dann plötzlich ließ sie von ihm ab und stieß seinen Arm, wie angeekelt, von sich.
5 Sterne
Canada  - 03.03.2025
Ndayikengurukiye Rachelle

76441757

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Canada  - 03.03.2025
Ndayikengurukiye Rachelle

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5 Sterne
Das Angebot des Botschafters - 14.08.2024
Martin Aufenanger

Habe das Buch erst weglegen könne, als ich es bis zu Ende gelesen habe. Spannend. Tolles Erstlingswerk. Bin gespannt auf weitere Werke.

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