Biografie, Politik & Zeitgeschichte

"Rust" – Rentenmodell

Ingrid & Elena Rust

"Rust" – Rentenmodell

Ein Familienmodell, wie es sich der Bürger wünscht: Vom Bürger für den Bürger!

Leseprobe:

Inhaltsverzeichnis
Vorwort

TEIL 1
Einleitung
1 Systemfehler
1.1 Schneeballsystem
1.2 Neiddiskussion
1.2.1 Berufstätige gegen Rentner
1.2.2 Kinderreiche gegen Kinderlose
1.2.3 Arbeitslose und Geringverdiener gegen Normal- und Spitzenverdiener
1.2.4 Arbeiter und Angestellte gegen Selbständige und Beamte
1.2.5 West gegen Ost

2 Drei-Säulen-Modell
2.1 Möglichkeiten zur Rentenaufbesserung

3 Steueraspekte dieser Modelle

4 Vermeintlich sichere Anlagen
4.1 Nullzinspolitik

5 Schlussfolgerung
5.1 Lösungsansätze

6 Alternativen zum deutschen Modell
6.1 Blick über die Grenze
6.1.1 Österreich
6.1.2 Überlegungen zum Grundeinkommen
6.2 Erbschaften und Schenkungen

TEIL 2
„Rust“-Rentenmodell: Überlegungen zu einem ganz neuen Konzept
7.1 Vorbemerkung

8 Familienkonto
8.1 Eheschließung
8.2 Scheidung
8.3 Wiederverheiratung
8.4 Rentenbeginn
8.5 Todesfall
8.6 Randgruppen

9 Umstellung von Alt auf Neu
9.1 Einzahlpflicht
9.2 Mindestrente

10 Fallbeispiele

11 Vorteile des Familienmodells

12 Kurzfassung

13 Abschließende Betrachtung

Anmerkungen

Weitere verwendete Unterlagen



Vorwort

Das Buch befasst sich mit den Problemen unseres Rentensystems. Es zielt nicht darauf ab, unser System im Detail zu erklären. Dazu gibt es genügend Literatur. Vielmehr ist es Absicht aufzudecken, warum es in der Bevölkerung derart unbeliebt ist.
Unsere Politiker behaupten bei jeder Gelegenheit, wenn es parteipolitisch von Vorteil ist, die Sorgen und Nöte der Menschen ernst zu nehmen, um diese Zusage dann im Tagesgeschäft ganz schnell wieder zu vergessen. Ständig wollen die Politiker uns irgendwohin „mitnehmen“ (was immer das bedeuten soll), scheinen aber selbst das Ziel noch nicht zu kennen. Besonders witzig klingt dieser Slogan aus dem Munde jugendlicher Politiker, wenn die Aussage ganz allgemein vorgetragen wird, sich also in maßloser Selbstüberschätzung auch an ältere und lebenserfahrene Bürger richtet.
Unserem Rentensystem wird zusehends weniger zugetraut, es wird von allen Bevölkerungsschichten kritisiert und als ungerecht angesehen, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen, wie das Buch zeigen wird. Selbst Wissenschaftler, Politikberater, die verschiedensten Organisationen und Verbände, gleichgültig ob wirtschafts- und/oder arbeitnehmerfreundlich, vertreten kontroverse Ansichten und das schon seit vielen Jahren, weshalb bewusst etliche Zitate auch schon älteren Datums sind. Die gelieferten Zahlen, die uns in die eine oder andere Richtung lenken sollen, sind diametral. Da kommt einem sofort das Unwort des Jahres 2017 in den Sinn: „alternative Fakten“.
Deshalb wird im Buch nur auf „des Volkes Stimme“ gehört. Die Stimmen der Experten fließen nur dann ein, wenn sie die von den Bürgern gefühlte Wahrnehmung unterstützen. Die Bevölkerung lehnt es ab, das zeigt auch die Politikverdrossenheit, sich in die Streitgespräche der Experten einzumischen. Wie sollten wir das können ohne Zahlen und Fachwissen? Für uns zählen nun mal keine Fake News, sondern es zählt nur die erlebte Realität. Ein Einschwenken in die eine oder andere Richtung könnte nur nach Sympathie erfolgen. Aber der sympathische, wortgewandte Diskutant in Talkshows muss nicht zwingend die besseren Argumente haben. Und nach einer Wahl wird ohnehin alles anders gemacht als versprochen bzw. verbal so verdreht, dass nach Koalitionsvereinbarung gesichtswahrend immer noch von einem Erfolg gesprochen werden kann.
Demzufolge wird sich im Buch wenig mit wissenschaftlichen Abhandlungen beschäftigt. Bewusst stammen die Zitate aus dem Internet, wo sich ein großer Teil der Bevölkerung heutzutage informiert, sich austauscht und den eigenen Frust ablädt.
Die Akteure in einem System wollen sich mit diesem identifizieren. Das gelingt nicht, wenn der „kleine Mann“ von oben herab von Politik und Wissenschaft bearbeitet wird, wissend, dass die eigenen Probleme nicht die der Belehrenden sind. Ein Modell, dem derart viel Skepsis entgegengebracht wird, kann auf lange Sicht nur scheitern!
Nach einigen allgemeinen Ausführungen wird mit Stellungnahmen zu den einzelnen Kritikpunkten am System versucht, einen Denkanstoß für ein besseres Modell zu geben. Wie dieses System aussehen könnte, ist in Teil 2 dargestellt.
Uns ist bewusst, dass dies bisher nur Überlegungen in eine andere Richtung sind, die erst noch mit konkreten Zahlen unterfüttert werden müssen. Hier dürfen die Experten dann gerne wieder helfen. Aber ein Anfang kann es sein!
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf Gender-Formulierungen verzichtet.




5 Schlussfolgerung

Das 3-Säulen-System ist wenig transparent, sehr kompliziert und mit vielen Ausnahmen überfrachtet. Nicht nur die Planung der eigenen Altersversorgung wird zur Herausforderung, sondern auch das Eintreiben der Fördermittel und die Ausfertigung der Steuererklärung. Die ständigen Änderungen und Eingriffe seitens der Regierung tun ihr Übriges und tragen nicht zum besseren Verständnis bei. Jeder Arbeitnehmer findet aus dieser oder jener Überlegung heraus gute Gründe, das System als zu kompliziert und für sich als ungerecht anzusehen. Deshalb wird es mehr und mehr in Frage gestellt. Für die Hinterbliebenenversorgung eignet es sich nur bedingt. Wenn im Einzelfall überhaupt möglich, dann sind für den Einschluss hohe Leistungsabzüge beim versicherten Leistungsempfänger bereits während der normalen Laufzeit unvermeidlich. Es gibt noch nicht einmal die Garantie auf eine Mindestrendite. Zusagen von heute können morgen schon Makulatur sein. Das ist ein entmündigender Zustand. Wer will schon bei so einem existenziell wichtigen Thema wie der Alterssicherung auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sein? In besonders bissiger Form wird in dem Buch „Garantiert beschissen!“41 hierzu Stellung bezogen.
Während im zwischenmenschlichen Dialog diese Unbeliebtheit zunehmend aggressiver diskutiert wird, unternehmen Regierung und Medien den ans Manische grenzenden Versuch, nur den demografischen Wandel als Problem zu sehen, den es zu bekämpfen gilt. Weil sich alle verantwortlichen Politiker und regierungsnahe Sachverständige auf diese Sichtweise verständigt haben, wird hier unisono ignoriert, dass dieses Vorgehen den Kollaps nur weiter in die Zukunft verlagert. Bedauerlicherweise wird von den Entscheidungsträgern an dieser Argumentation wider besseres Wissen festgehalten, während genau das Gegenargument dafür herhalten muss, wenn Beamte nicht in das Pflichtsystem integriert werden dürfen oder sollen. Denn auch Beamte sind nicht nur Einzahler, sondern irgendwann Rentenbezieher, so die Aussage.
Die Bevölkerung hat diese Doppelzüngigkeit längst erkannt, die die Faktenlage weniger hoch wertet als die beabsichtigte Lenkungswirkung. So bringt z. B. die Mütterrente und die Rente mit 63, von unserer ehemaligen Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles, „erkämpft“, nur für wenige einen Nutzen, aber eine Rentenkürzung für viele Versicherte.
Und was nutzt einem Großteil der arbeitenden Bevölkerung eine Reduzierung des Beitragssatzes in der Rentenversicherung, wenn gleichzeitig die Beitragsbemessungsgrenze immer weiter erhöht wird? So zahlen immer mehr Bürger zwar einen niedrigeren Prozentsatz, dafür aber von einem höheren Aus--
gangswert.
Und der neuste Coup, von unserer Regierung geplant, ist die Finanzierung der angestrebten Grundrente durch eine Transaktionssteuer. Wie in den Medien zu hören war, ist sie nur für Käufe und Verkäufe von Aktien großer Firmen geplant, wird also von Sparern gezahlt, die direkt oder indirekt (Privatanleger, Pensionsfonds etc.) solche verhältnismäßig sicheren Aktien halten. Vielleicht haben einige Sparer sogar daran gedacht, in Zukunft erstmals Aktien zu kaufen, um den Minuszinsen bei anderen Geldanlagen zu entgehen. Jetzt wird ihnen schon wieder das eigenverantwortliche Sparen für die Rente erschwert, wenn sie nun eine Transaktionssteuer statt Minuszinsen zahlen müssen. Hedgefonds und Hochfrequenzhändler, die Wetten an der Börse abschließen etc., werden im Gegenzug weitestgehend von der Steuer verschont. So finanzieren die Aktiensparer sich ihre eigene Mindestrente oder die der anderen selbst. Die Mindestrente nach 35 Beitragsjahren ist mal wieder reine Propaganda für die eigene Partei und weder sozial noch gerecht. Muss hierzu doch die Frage erlaubt sein, warum es überhaupt sein kann, dass jemand 35 Jahre in die Sozialkasse einzahlt und dann nicht mehr hat als derjenige, der sich ein Leben lang hat aushalten lassen? Rentenkasse, durch die Beitragszahler aufgebaut, ist da ja wohl ein völlig irreführender Ausdruck für dieses Altersvorsorgeprodukt.



11 Vorteile des Familienmodells

Das „Rust“-Rentenmodell bemüht sich, die unter 1 Systemfehler aufgezählten Kritikpunkte der Gesellschaft am bisherigen System zu minimieren. Dies lässt sich bestens erreichen, indem die Familie als Keimzelle der Gesellschaft wahrgenommen wird. Die Familie bildet für jeden Menschen das Fundament. Hier müssen alle füreinander eintreten. Hier darf sich jedes Familienmitglied auf Hilfe verlassen. Selbstverständlich gibt es auch Familienstreitigkeiten. Aber keiner kann sich von seiner Familie so einfach abwenden, wie das unter Fremden möglich ist. Wie die Beispiele belegen, entstehen „Rentenfamilien“ unterschiedlicher Größe, die gemeinsam fürs Alter vorsorgen. Ein kinderloses Ehepaar, das ständig zusammenbleibt, bildet nur eine Zweierfamilie. Familien können aber auch sehr groß werden, wenn die Gründer lange leben, Kinder ledig bleiben oder nach Scheidung sogar mit eigenen Kindern zurückkehren etc. Dann befinden sich schnell mehrere Generationen in einer Familie. Deshalb ergeben sich für ein Familienmodell im Wesentlichen folgende Verbesserungen:

1) Jeder zahlt nur für sich und/oder seine engsten Angehörigen. Deshalb bessere Akzeptanz. Es fällt leichter für Eltern oder Geschwister zurückzustecken als für Fremde. Auf arbeitsscheue Familienangehörige, die versuchen, sich auf den Einzahlungen der anderen auszuruhen, kann durch die Familie größerer Einfluss ausgeübt werden als von einem Mitarbeiter auf dem Amt. Die Familien kommen (wieder) miteinander ins Gespräch!
2) Kinderreiche profitieren durch die Pflichteinzahlungen der Kinder bis zu deren 40. Lebensjahr. Die geringen Einzahlungen der kinderreichen Eltern (nur ein Verdienst etc.) werden durch Zahlungen der Kinder aufgestockt. Kinder müssen zur Unterstützung der Eltern nicht mehr gesondert zur Kasse gebeten werden, und Eltern bleibt der Gang zum Sozialamt erspart.
3) Über Sonderabgaben für kinderlose Ehepaare zu Gunsten Dritter muss nicht weiter nachgedacht werden. Sie haben keine Kinderkosten zu tragen, können ohne Unterbrechung einer Arbeit nachgehen und finanzieren sich selbst durch lebenslange hohe Beiträge.
4) Kindergeld kann neu ausgelotet werden. Zumindest für dieses Modell sind Kinderreichtum und zusätzliche Mütterrente nicht mehr erforderlich. Dem (bandenmäßigen) Kindergeldmissbrauch kann entgegengewirkt werden.
5) Zusätzliche Rücklagen für die Altersvorsorge sind nur noch für Sonderzahlungen auf ein Familienkonto (das eigene, hier auch im Verhältnis 70:30 oder als gezielte Spende auf ein beliebiges Familienkonto, hier auch direkt auf ein Unterkonto) bis zu einem Höchstbetrag steuerbegünstigt. Das ganze Durcheinander mit teils unterschiedlichen steuerlichen Auswirkungen auf Rürup, Riester, Gehaltsumwandlung etc. kann entfallen. Bessere Transparenz und Vereinfachung!
6) Es bedarf keiner starren Festlegung zum Rentenbeginn-Alters mehr, sondern nur noch zur Bezugsberechtigung der Mindestrente. Jeder kann seine aktuellen Kontostände jederzeit am eigenen PC einsehen oder sich auf Anforderung zusenden lassen. Es bedarf lediglich der Beigabe einer Lebenserwartungstabelle mit Umrechnungszahlen, und leicht kann die eigene Rente berechnet werden. Allen Erwachsenen, denen bei Antragstellung mindestens eine Rente über aktuellem Sozialsatz x Faktor 1,5 zusteht oder die dauerhaft arbeitsunfähig sind, können diese altersunabhängig beantragen.
7) Sonderregelungen für Paare mit vereinbarter Gütertrennung sind nicht erforderlich, da jeder sein privates Unterkonto selbst bedient. Die Guthaben auf dem Gemeinschaftskonto stehen ohnehin nicht nur den Ehepaaren zu. Da das Modell darauf abzielt, auch den „schwächeren Gliedern“ zu einer Rente zu verhelfen, ist hier und bei der Verteilung nach dem Tode keine Sonderregelung vorgesehen.
8) Das Modell setzt ein Mit- und Füreinander perfekt um. Es gibt keine deutschen Staatsangehörige ohne Rentenanspruch mehr, da jeder einem Familienkonto zugeordnet ist und bereits mit der Geburt über das Gemeinschaftskonto Ansprüche erwirbt, auch wenn er z. Z. nichts/wenig selbst einzahlen kann (Strafgefangene, Alleinerzieher, nicht Berufstätige, Arbeitslose, Kranke, Minderjährige etc.), kommen doch 30 % aller regelmäßigen Einzahlungen und aller Sonderzahlungen ihm genauso zu Gute wie den anderen am Konto Beteiligten.
9) Erbschaften werden vor Belastung mit Erbschaftsteuer mit herangezogen, indem bei positiven Nachlässen grundsätzlich 10 % des Wertes (oder gestaffelter Wert, je nach Erbschaftshöhe) dem Familiengemeinschaftskonto des Erblassers gutgeschrieben werden und nur der Rest an die Erben weitergereicht wird. Wenn das Konto mit dem Erblasser erlischt, der vorgeschriebene Nachlassanteil aber noch vor Auflösung des Kontos gutgeschrieben wird, sind so auch wieder finanzielle Mittel frei für Not leidende Fremdkonten. Erbschaften werden auf mehr Erben verteilt und führen zu höheren Renten.
10) Restbestände auf den Konten Verstorbener werden zur Rentenerhöhung der Angehörigen und ggf. der am Familienkonto Beteiligten verwendet.
11) Das Modell ist weiter ausbaufähig, muss aber übersichtlich bleiben, damit es angenommen und von jedem verstanden wird.
12) Es bietet mehr Freiheiten bei der eigenen Lebensplanung.
13) Beamte sind in dieses Modell bestmöglich einzugliedern.
14) Selbständige sind zu integrieren.
15) Erwerbsminderungsrenten, Witwerrenten etc. können entfallen, da der Familienverbund diese auffängt.
16) Besonders ist hervorzuheben, dass nach Vorarbeit der Mathematiker auf dieses Modell sofort schrittweise umgestellt werden kann, was die Einführung anderer Modelle stets verhindert hat. Das Solidarprinzip bleibt erhalten, wird sogar weiter ausgebaut, bei besserer Transparenz und größerer Akzeptanz.




Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 114
ISBN: 978-3-948379-40-7
Erscheinungsdatum: 08.04.2020
Durchschnittliche Kundenbewertung: 5
EUR 16,90
EUR 10,99

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