Cover: Von Anbeginn - Geschichte des Tieres Mensch

Von Anbeginn - Geschichte des Tieres Mensch


EUR 22,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 46
ISBN: 978-3-99130-501-9
Erscheinungsdatum: 26.09.2024
In Jahrmillionen ist der homo sapiens zum wohl gescheitesten Mehrzeller aufgestiegen und gilt als König der Schöpfung. Heute steht er vor einem Wendepunkt. Gelingt es ihm, all die anstehenden Probleme zu lösen?
1 Von Anbeginn

1.1 Materie, Geist und Leben


Wir unterscheiden hier Materie, Geist und Leben.
Was wir berühren können, sei Materie. Auch Kleinstes, wie Viren oder Atome, fallen unter Materie, weil sie Ausdehnung und Gewicht haben.
Alles andere wie Gedanken, Ideen, Zeit oder Energie nennen wir Nichtmaterie oder Geist, weil wir es nie berühren können.
Materie unterteilen wir in Tote Materie und Lebende Materie, kurz Leben.
Warum, wann, wo und wie Leben entstanden ist, ist Spekulation. Wir gehen davon aus, dass Leben einen Anfang hatte und vielleicht auch ein Ende haben wird. So wie eine Spezies aussterben kann und nicht wiederkommt, könnte auch das gesamte Leben eines Tages aussterben und nicht wiederkommen.
Das persönliche Leben – das Geistig-Seelische ausser Betracht lassend – hat immer Anfang und Ende. Wir sprechen auch von Irdischem Leben und schliessen Ausserirdisches Leben nicht aus.




1.2 Von Teilung bis Denken


Das erste Leben gründet auf dem einfachen Prinzip Teilung. Ohne Teilung kein Fortbestehen, wegen des möglichen Sterbens.

Die wachsenden Ansprüche des ersten Lebens an Körperlichkeit, grösserem Wohnraum und schnellerem Fortbewegen erfordern höhere Energiezufuhr. Das Umwandeln von Molekülen mit Hilfe von Sonnenlicht mag für einen Einzeller genügt haben, nicht aber für den immer mobileren Luxuszeller.

In lebender Materie findet der Mehrzeller die gesuchte Energie. Es entsteht das Prinzip Einverleiben. Der Mehrzeller beginnt zu fressen, entwickelt Mund, Darm, Anus und benötigt nun Zellen mit Spezialfunktionen. Damit sein mittlerweile hochentwickeltes Leben mit dem Sterben nicht aufhört, gibt er sein Wissen in Form von Anleitungen – Gene genannt – seinen Nachkommen weiter. So müssen diese nicht immer wieder bei null beginnen.
Das Verlassen des Prinzips Fortbestehen durch Teilung ruft nach den neuen Prinzipien Fressen, Zeugen und Ausleiben. Mit Ausleiben meinen wir das Gebären. Hier finden wir womöglich die erste Arbeitsteilung in Männchen und Weibchen.
Aus welchen Gründen auch immer sehnt sich das Leben nach einem anderen Lebewesen, mit dem es sich vereinigt. Wir nennen es hier das Prinzip Vereinigung.
Mit der neuen Zweiheit entsteht die Partnerwahl. Männchen und Weibchen werden wählerisch und legen so den Grundstein für schnellen Fortschritt. Attraktive werden häufiger gewählt, optimales Erbgut häufiger weitergegeben.
Die Gesamtheit aller Erinnerungen ballen sich zum Instinkt zusammen. Daraus entspringt Intelligenz, die an das jeweilige Entwicklungsstadium gebunden ist. Intelligenz möchte sich stetig erweitern. Der Ursprung dieses Triebes bleibt uns verborgen. Da Intelligenz und Hirn zusammenhängen, sprechen wir zweideutig von Kapitalismus, das aus «Kopf» abgeleitet ist (caput, capitis, Latein: der Kopf). Der Wille zum Fortbestehen, der sich bereits bei der Partnerwahl bemerkbar macht, gipfelt schliesslich im Denken und schafft am Ende den erfolgreichen Kapitalisten und das Genie.




1.3 Jagen bis Kannibalismus


Bei den Einzellern war der Bedarf an Energie klein. Ihnen genügte das Prinzip Umwandlung. Sie wandelten Moleküle aus der Umgebung mit Hilfe des Sonnenlichtes in Energie. Die Teilung ihrer Zelle war praktisch, da nur gerade die Wände ausgebessert werden mussten. Wegen der steigenden Ansprüche gab der Luxuszeller das Prinzip Umwandlung auf und wechselte zum Prinzip Fressen. Daraus wiederum folgte das Prinzip Jagen. Die allerersten Wasserlebewesen jagten und frassen ihre Verwandten. Erst mit dem Auffächern in Zweige und Familien konnten diese von der Nahrungsliste gestrichen und der erste Kannibalismus überwunden werden.




1.4 Wurzeln und Rückbesinnung


Als sich die ersten Luxuszeller entschlossen, den Lebensraum Land zu erobern, stellten sich ihnen neue Herausforderungen. Wer nämlich das Wasser verliess, wurde von Sturmwinden herumgewirbelt. Sie mussten sich festkrallen.

Angewurzelt aber konnten sie nicht mehr jagen. Das Prinzip Fressen mussten sie aufgeben und zum Ur-Prinzip Umwandlung zurückkehren. Da sie sich nicht mehr bewegten, reichten die ursprünglichen Energiequellen Wasser und Kohlendioxid, die sie mit Hilfe des Sonnenlichtes und ein bisschen Farbe umwandeln konnten, wieder aus. Wurzeln und Chlorophyll wurden zum Merkmal der ersten Landbewohner, der Pflanzen.




1.5 Beine und Flügel


Mit der Bildung der Luftschichten um die Erdkugel und dem Rückgang der Sturmwinde wagten sich auch andere Wasserbewohner aufs Land. Sie benötigten keine Wurzeln. Mit Schaufeln krochen sie durch den Sand.

Aus den Schaufeln wurden Beine und Flügel, aus den Kiemen Lungen.
Insekten flogen durch die Lüfte. Echsen lauerten hinter Gebüschen.
Es schien ihnen zu gefallen. Sie vermehrten sich, schufen neue Zweige und Familien.

Wer den Schutz des Wassers aber vermisste, kehrte eines Tages trotz Lungen wieder zurück.

Die ersten Landtiere fanden Pflanzen zuhauf. Andere blieben bei ihrem alten Speiseplan Fleisch. An den Schwefelgeruch der Vulkane gewöhnten sich die ersten Landbewohner schnell. Dass eines Tages eine der vielen Leuchtkugeln am Himmel auf sie herunterfallen könnte, bekümmerte sie nicht. Schnell passten sie sich an die jeweilige Umgebung an. Es entstanden neue Arten und Familien im Jahrhunderttakt.




1.6 Überlebensstrategien und Wald


Das Gefressenwerden bewirkte die Prinzipien Fliehen und Kämpfen. Da die Pflanzen weder fliehen noch kämpfen konnten, entwickelten sie andere Überlebensstrategien wie Vielzahl, Tarnung, Giftstoffe, Dornen und Grösse.
Wer sich auf Vielzahl spezialisierte, wurde zum Gras oder Kraut. Diese vermehrten sich schneller, als sie gefressen werden konnten.

Andere entschieden sich für Dornen und wurden zu Gebüschen.
Pflanzen, die sich auf Giftstoffe und Tarnung spezialisierten, wurden gemieden oder auf dem braunen Waldboden übersehen.

Diejenigen Pflanzen, die sich für Grösse entschieden, hatten eine gute Wahl getroffen. Bäume verbreiteten sich ungehindert über die ganze Erde. Von oben betrachtet würde man nur Wasser und Wald sehen. Diese Riesen blieben unantastbar, bis eines Tages ein intelligentes Tier die Axt erfand.




1.7 Intelligenz


Der wortgewandte homo sapiens unterteilt die Lebewesen in Pflanzen und Tiere. Als Unterscheidungsmerkmal nimmt er Fortbewegung und Chlorophyll. In der Rangordnung wähnt er sich zuoberst. Der Mensch aber bleibt zunächst ein Tier, bis er das Gegenteil beweist. Das Tier Mensch ist geschickt, kann andere ohne grosse Mühe auffressen und muss nicht immer vor ihnen wegrennen. Seine Gewalttätigkeit aber zwingt es, nun vor Seinesgleichen wegzurennen.

Es ist nicht auszuschliessen, dass andere Lebewesen wie Viren über noch höhere Intelligenz verfügen und den homo sapiens eines Tages überwältigen oder ausrotten.
Die Entwicklung der Intelligenz scheint in Phasen zu geschehen. Während Jahrhunderten geschieht nur geringe Entwicklung. So hat der homo sapiens bis vor 8.000 Jahren noch mit Speeren Mammuts gejagt. Dann aber domestiziert er in vergleichsweise sehr kurzer Zeit andere Tiere, säht Korn und baut Städte.
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