Paukenschlag zur Zeitenwende
Aufruf zum Aufbruch ins nächste Äon
EUR 24,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 130
ISBN: 978-3-7116-1757-6
Erscheinungsdatum: 21.09.2026
Die Zukunft der Menschheit – verständlich gedeutet aus der Sicht eines Seglers und Astronauten. Ein Aufruf zum Aufbruch in die zweite Halbzeit der Evolution und in ein neues Zeitalter mit dem Weltraumschiff Gäa – auf dem Weg zurück zum verlorenen Paradies.
Präludium
Liebe Freunde, Leser und Gefährten,
seid erst einmal herzlich begrüßt vom „Alten“ aus dem Krähennest, wie in alter Zeit auf BALIMENA, dem Freude-Schiff für besondere Törns in unserem Universum.
An dieser ungewöhnlich opulenten Begrüßung soll erkennbar werden, dass es in diesem Buch um etwas „Außergewöhnliches“ geht: um den Weg der Menschheit in die Zukunft. Ich habe mich lange gewehrt, die mir zugeschobene Rolle eines Botschafters zu übernehmen, doch in der Erkenntnis, dass es einer machen muss, da an der Grenze zwischen dem BALL im ALL und dem Weltraum keine Instanz mehr existiert, die für unsere Gattung „Homo“ erkennbare Einsatzbefehle geben kann. Erschrecken darüber ist erlaubt, ja normal, auch wenn oder weil wir da ein Terrain betreten, das uns unbekannt ist. Das Wie und Was dieses Faktums sollte in dieser Bootschaft aufscheinen, soweit das eben möglich ist.
Der wichtigste Hintergrund meiner Botschaft aber ist der Eintritt in eine neue Entwicklungsstufe für die Menschheit, die zwar von der Fachwelt erwartet und vorhergesagt ist, aber nicht, oder besser: noch nicht in unserem Bewusstsein resident ist – kein Wunder, denn in der neuen und einzigartigen Entwicklungsstufe geht es gerade darum, dass die Menschheit in die höhere Stufe: „Kosmisches Bewusstsein“ aufsteigen soll.
Ich gestehe, doch etwas mehr als das geläufige Fracksaußen zu haben, mich da in einem Revier zu bewegen, das mir weitgehend unbekannt ist, vermute aber, dass ich zu diesem Amt „Botschafter“ komme, weil ich eben nicht viel davon verstehe, auch keine eigenen Thesen mitbringe, die es zu verteidigen oder durchzusetzen gilt; außerdem hat mich das Leben gelehrt, auf Zurufe aus dem „Off“ zu reagieren, was für einen Skipper und Kapitän lebensnotwendig ist; übrigens auch für Schauspieler und Comedians sehr hilfreich!
Vielleicht, da ist noch eine andere These, stelle ich in der ungeheuren Vielfalt der Probanden einen Typ dar, der mit „allen Wassern“ gewaschen ist, wie es der Volksmund ausdrückt; denn zu irgendetwas sollte die Vielfalt doch einen Sinn haben; die Versuche, aus den Bruchstücken meines „Lebenspuzzles“ einige Hinweise zu destillieren, haben bisher jedenfalls schon zu allerlei entsprechenden Ergebnissen geführt.
Damit genug zu der Überschrift „Präludium“. Dazu kann ich nur vermuten, dass mein unbekannter Auftrag- und Ideengeber zur Auflockerung des Themas da und dort auf die Musentochter „Musika“ gesetzt hat, weil diese in der bisherigen Menschheitsgeschichte schon ziemlich weit ins kosmische Repertoire vorausgegangen ist und somit schon als eine Art „Wegweiser“ ausgebildet ist.
Bei alledem auch noch für die Lektüre „gute Unterhaltung“ zu wünschen, kann ich nur mit der Versicherung verbinden, immer FREUDE als Sinn und Inhalt des Lebens zu betrachten und auch in schwieriger Materie im Auge zu behalten, es jedenfalls zu versuchen.
Einen konkreten Hinweis möchte ich noch hier im Präludium geben:
Einmal: Die Zeiten sind oder scheinen zumindest aus den Fugen geraten; die Römer sagten schon ziemlich konsterniert: o tempora, o mores! Das Leiden an der Geschichte zieht sich also durch diese hindurch, doch scheint ein Modewort unserer Zeit, „die Eskalation“, dem noch einiges daraufgelegt zu haben: Die Wirrnis hat offensichtlich die Oberhand gewonnen, was wir vor allem an der Zeitachse, die sich immer schneller zu drehen scheint, zu spüren bekommen; dazu bedarf es wohl keiner Kommentierung! Dann aber bitte ich um Nachsicht im Vorhinein, dass mein Stil angesichts dieser Verwerfungen Mühe hat, die gewohnte Lockerheit zu bewahren: Freude ist ein kostbares Gut und deshalb absolute Mangelware geworden, doch mit Kummer und Sorgen lassen sich aber Schmunzeleinheiten, fachlich auch „Schmonzetten“ genannt, kaum kultivieren oder gar süffisant servieren. Dass darunter auch die mir vorschwebende Gelassenheit auf der Strecke bleibt, wird dem Leser kaum verborgen bleiben, was aber mich vielleicht am meisten selbst schmerzt.
Wenn ich nicht zunehmend davon überzeugt wäre, dass meine Bootschaft vielleicht doch etwas bewirken könne, hätte ich meine Schreiberei, die erst spät zu meinem Lieblingshobby avanciert ist, längst an den Nagel gehängt; so aber hoffe ich doch täglich, da und dort etwas Trost und vor allem Zuversicht spenden zu können, auch wenn ich leider selbst davon nicht viel mitbekomme.
So darf ich also bitten, symbolisch in mein kleines literarisches Schifferl einzusteigen, welches jedoch als ein treffliches Abbild für das Vorankommen in wildbewegter See schier unentbehrlich ist.
So soll der Törn auch mit einem Kommando aus der Seemannsprache beginnen: Rhe, als ein Signal zur Zeitenwende.
Gute Fahrt!
Achtung: rhe!
Die Metamorphose eines Äons.
Der Versuch einer kosmischen Ortsbestimmung eines Bootschafters der Freude, alias eines gealterten Seemanns, oft auch UHU aus dem Krähennest genannt, in der Nebenrolle eines selbsternannten Dorfchronisten.
Liebe Leser, nun als Crew auf ungewohnt großer Fahrt!
Mit dieser sehr üppigen Titelsetzung begrüße ich Euch –, die Leserinnen, der Tradition verpflichtet: wie immer eingeschlossen –, zu einer Reise mit Gäa, unserem großartigen und einzigartigen Raumschiff in die Zukunft unseres blauen Planeten, in unsere Zukunft: Also keine ganz alltägliche Einladung!
Mein Buch ist das Ergebnis meiner eigenen Lebensreise, aber nicht als Nabelschau, sondern als der Versuch einer Deutung des gesamten Schöpfungsgeschehens, aus dem Einzelfall Manfried Fischer heraus, immer, wenn auch oft unbewusst, als Sucher nach dem Sinn der Commedia Humana, wie ich unsere Existenz gern apostrophiere.
Diese Eröffnung, die da mit großer Bugwelle daherkommt, setze ich ganz gezielt hier in meinen Prolog, denn noch vor einigen Jahren habe ich es selbst nicht glauben und akzeptieren können, dass ich einmal mit einer Bootschaft betraut werden würde, die für die ganze Besatzung unseres Raumschiffes, also schlicht für die Menschheit, gedacht sei. „Ich doch nicht“, war lange Zeit meine Reaktion, und auch heute noch stellen sich oft meine Nackenhaare aufrecht im Duell zwischen Ehre und Last dieser seltsamen Form von Fremdbestimmung durch eine Regie, die sich nicht zu erkennen gibt. Bis ich schließlich, durch die Quantenphysik aufgeweckt, begann, das Universum als Ganzes zu begreifen, was jedem Reisegefährten dann gleiche Rechte und Pflichten einräumt bzw. auferlegt. Wenn man das einmal begriffen hat, dann kann man sich auch so einer Aufgabe nicht mehr so ohne Weiteres entziehen. Das wäre sonst schlicht: unverblümte Arbeitsverweigerung eines Skippers und Chronisten!
Dabei, das ist noch ganz entscheidend, ist meine Bootschaft gar nichts Neues, sie hat sich bei mir, inzwischen nur erkaltet, „stückchenweise“ angesiedelt, ich habe sie zusammengesetzt und in eine zeitgemäße Form gebracht. Wobei ich nicht weiß, was daraus noch entstehen wird, aber das ist dann auch nicht mehr allein mein Bier als Bootsführer.
In hohem Maß spannend ist für mich dabei die Entdeckung, dass und was da so alles mein Leben bereichert hat, das meist erst im Nachhinein recht eindeutig dieser Aufgabe zugerechnet werden kann, gewissermaßen nach Art eines Drehbuchs zu einem nicht ganz einfachen Allerwelts-Film. Damit ließe sich allein ein Buch gestalten, doch ist das diesmal nicht meine Absicht; das kann der interessierte Leser, dann vielleicht sogar in Verfolgung der Zeitgeschichte, zum Studienprojekt machen, denn dazu hinterlasse ich ja in meinen Büchern reichhaltiges Material.
Ich räume aber gern ein, dass da ein gutes Stück Selbstverliebtheit im Spiel ist; als ehemaliger Psychologie-Student, wenn auch ohne Abschluss, habe ich da durchaus auch eine Vorstellung von meinen eigenen Schwächen entdeckt! Außerdem: Zeitgeschichtliche Ereignisse werden von mir nur angerissen, im Wesentlichen aber als bekannt vorausgesetzt. Dies ist ja heute leichter als früher vertretbar, wo man doch den besten Informationsgeber ständig in Griffnähe mit sich herumschleppt, eine Form des Vademekums, an die in meiner Jugend noch niemand zu denken wagte: Bildung aus der Hosentasche!
Da mag die Frage aufkommen, welches Narrativ denn dann noch übrig bleibt, wenn alles am Leser hängen bleibt, was alles von ihm beizusteuern ist.
Gute Frage, würde ich im Interview wohl antworten: Ich versuche, mich als Autor am Wandel im Weltgeschehen zu orientieren: an dem Beginn eines neuen Zeitalters, von dem ich mehr und mehr überzeugt bin, dessen Verkündung ich auch als meinen Auftrag sehe, dessen Botschafter ich mir anmaße zu sein; oder schlichter: Ich versuche, aus den vielen Puzzleteilen, die mir das Leben zugespielt hat, meine Story zu basteln. Dabei beziehe ich mich auf die neue Lehre der Physik: Dabei verstehe ich als ein ganz wesentliches Kennzeichen der Schöpfung die unfassbare Vielfalt, die sich da schon entwickelt hat oder noch entwickeln will, die sich in jedem Menschen präsentieren will, und das in jeder Minute neu: ein unstoppbarer Prozess der Erneuerung, ja, der Metamorphose. Geprägt hat mich da die Antwort unseres Papstes Benedikt auf die Frage, wie viele Wege es zu Gott gäbe? Er lächelte und sagte: so viele, wie es Menschen gibt. Er traf damit bei mir ins Schwarze, ich hatte mir diese Antwort vorher schon selbst gegeben. Die Einmaligkeit ist der Kern der Menschenwürde, ihr unverletzliches Privileg, auch wenn es so nicht in unserer Verfassung steht.
Das ist aber auch gleichzeitig der Status quo unseres Menschseins: Es ist keinesfalls das, was es vielfach vorgibt zu sein: fertig. Nein, es ist erst halb fertig, wir haben, wie ich schon sagte, die erste Etappe des geistigen Versöhnungswegs hinter uns gebracht und befinden uns gerade beim Aufstieg zur zweiten Stufe, die allgemein als Stufe des kosmischen Bewusstseins der Menschheit bezeichnet wird. Das ist, soweit ich weiß, in allen Kosmologien der Geschichte als Faktum enthalten und die Basis unseres heutigen Weltverständnisses.
Allerdings ist dieses Wissen nicht mehr allgemein präsent, es wurde auf dem Weg der Dualität, die Wissenschaft spricht auch vom animistischen Zeitalter, sehr gezielt unterdrückt, in der Überzeugung, dass nur das als wissenschaftlich gültig angesehen werden könne, was wir mit unseren Sinnen erkennen und messen können. Alles „Jenseitige“ wurde dagegen zum „Teufelswerk“ erklärt und tabuisiert. Bis jetzt haben wir also um den Preis des Weglassens gelebt. Jetzt sieht sich die Menschheit vor die Aufgabe gestellt, das bisher Versäumte aufzuholen und damit weiter auf dem Weg der Annäherung an die vorhergesagte Vollkommenheit voranzuschreiten.
Das muss erst einmal akzeptiert werden, bevor es weitergehen kann, was für viele Gehirne eine schier unzumutbare Abwertung der eigenen Wert-Kategorie bedeutet, mindestens ein Abstieg vom „Pferd des Gesättelten“, was vielleicht später sogar als Anlass zur Übellaunigkeit, als Ursache des tiefsitzenden Frusts ausgemacht werden kann.
Und jetzt kommt die Sache mit dem Glas Wasser ins Spiel: Ist es halb leer oder halb voll? Hier geht es nun um die Gefühlswelt, um Bewertung, damit um Frust oder Freude!
Als schriftstellender Oldie sehe ich meine Aufgabe darin, das, was mich der Abenteuerspielplatz Leben gelehrt hat, mit meinem angesammelten Wissen an mir verfügbarer Menschheitsgeschichte in ein zeitgemäßes Narrativ zu packen, um die verlorengegangene Freude am Vorankommen dann auch in schwierigem Gelände gemeinsam neu zu gewinnen.
Dieses Vorhaben kann ich nur mit der Bitte verbinden, auch mir und meinen Erkenntnissen neben dem Recht der freien Meinungsäußerung einen Freiraum für das Prinzip „Versuch und Irrtum“ zuzubilligen.
Unvoreingenommenheit erachte ich als ein hohes Stadium eines menschenwürdigen Umgangs mit den Reisegefährten, und da kann ich nicht erwarten, in dieser Disziplin schon auf Meister zu treffen, wie ich auch selbst noch zu lernen habe. Mein Ziel ist demgemäß auch nicht, Überzeugung zu erreichen, ich freue mich aber über jeden Beitrag von Lesern zum Abgleich und gegebenenfalls zur gemeinsamen Fortentwicklung der Meinung in der Sache. Wie sonst könnte es in der Sache erfolgreich weitergehen? Wie steht es mit der Wende?
Der Weg der Versöhnung
Ich habe schon davon gesprochen: Unsere Welt hat es weitgehend vergessen, wo sie herkommt, wie alles begann, was die Geschichte vom Beginn allen Seins weiß. Dazu ist es notwendig, den Bereich der Mythologie, der mündlichen Überlieferung, besser zu erforschen, denn den Beruf des Chronisten, der schreiben und lesen konnte, gab es da noch nicht; Geschichte gab es nur als Erzählung von Generation zu Generation, als Märchen aus grauer Vorzeit, aber doch immer auch mit einem Anfang versehen. Da ist in den verschiedenen Kosmogonien ziemlich übereinstimmend von einem paradiesischen Anfangszustand die Rede, in dem Garten Eden, den Gott für Adam und Eva gepflanzt hat. Darin stehen die beiden Bäume, des Lebens und der Erkenntnis, von denen sie nicht essen dürfen, ein Gebot, das sie später auf Verführung der Schlange hin übertreten und damit die berühmt-berüchtigte Vertreibung herbeiführen: den Verlust des Paradieses und der Lebensgemeinschaft mit Gott, ihrem Schöpfer. So nebenbei erfahren wir aber auch von einer Welt der Engel, die als geistige Wesen, wenn auch mit Schwert bewaffnet, diese Vertreibung in Szene zu setzen und zu überwachen haben. Später wird Jesus von Reichen sprechen, die es gibt, die aber nicht für ihn, den menschgewordenen Sohn des Vaters, kämpfen können. Die Genesis, das erste Buch Mose, berichtet darüber hinaus in Gen 1, Vers 6, noch von einer Vorzeit, in der Riesen und Göttersöhne sich auf der Erde befinden und sich mit den „schönen Menschentöchtern“ paaren, in einem ganz kurzen Einschub, der in meiner Bibel noch mit einer Überschrift versehen war, die nach meiner Erinnerung den etwas kläglichen Versuch anstellte, dafür eine Erklärung zu finden, indem diese paar Zeilen als „eine etwas andere Schöpfungsgeschichte“ bezeichnet wurden. Warum diese Zeilen im Konzil von Nizäa, in dem der Kanon der Bibel festgelegt wurde, nicht einfach gestrichen wurden, kann ich mir nur so erklären, dass die Überlieferung doch so stark verankert war, dass man glaubte, darauf nicht einfach verzichten zu können; immerhin finde ich das so bemerkenswert, dass ich die vielen „anderen Schöpfungsgeschichten“, von denen ich nur das Gilgamesch-Epos erwähnen möchte, durchaus als glaubwürdig einschätze. Und dann: Geschichtsschreibung ist meines Erachtens janusköpfig: Neben dem Geschriebenen gibt es auch das Weggelassene und Unterdrückte.
Dass ich diese Geschichte überhaupt hier erwähne, hat seinen Grund in meiner Deutung, dass die Geschehnisse aus den ersten Epochen der Schöpfung von den uns weit entfernten Begutachtern als breite Palette zu verstehen sind, deren Treffergenauigkeit mit größter Zurückhaltung zu bewerten ist, jedenfalls nicht dogmatisch als „ex cathedra“ verteidigt werden sollte. Die Verständigung der Religionen, die allgemein als ein fast aussichtsloses Unterfangen erscheint, kann nur gelingen, wenn man sich nicht um Vergangenes streitet, sondern sich auf den vor uns liegenden Zeitraum konzentriert, der noch gestaltungsfähig ist; da ist noch viel zu tun!
Dazu wiederhole ich, dass jede gute Geschichte auch ein Ende haben sollte, ob happy oder auch nicht. Wenn das Ende nun aber noch bevorsteht, vielleicht sogar erst in einer fernen Zukunft, so wird es schwierig, dieses schriftstellerische Gebot zu erfüllen. Auch meine sonst so beflissene Fanny ist da überraschend sprachlos. Bleibt noch ein Versuch, den schon recht abgekämpft wirkenden Verstand einzusetzen, der da mit einigen Tricks wie Wahrscheinlichkeit und Logik nebst einem Schuss, in den Genen zu vermutenden Substanzgefühlen, ein Happy End zu basteln hat, denn sonst breitet sich da nur noch humorlos Leere aus …
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Liebe Freunde, Leser und Gefährten,
seid erst einmal herzlich begrüßt vom „Alten“ aus dem Krähennest, wie in alter Zeit auf BALIMENA, dem Freude-Schiff für besondere Törns in unserem Universum.
An dieser ungewöhnlich opulenten Begrüßung soll erkennbar werden, dass es in diesem Buch um etwas „Außergewöhnliches“ geht: um den Weg der Menschheit in die Zukunft. Ich habe mich lange gewehrt, die mir zugeschobene Rolle eines Botschafters zu übernehmen, doch in der Erkenntnis, dass es einer machen muss, da an der Grenze zwischen dem BALL im ALL und dem Weltraum keine Instanz mehr existiert, die für unsere Gattung „Homo“ erkennbare Einsatzbefehle geben kann. Erschrecken darüber ist erlaubt, ja normal, auch wenn oder weil wir da ein Terrain betreten, das uns unbekannt ist. Das Wie und Was dieses Faktums sollte in dieser Bootschaft aufscheinen, soweit das eben möglich ist.
Der wichtigste Hintergrund meiner Botschaft aber ist der Eintritt in eine neue Entwicklungsstufe für die Menschheit, die zwar von der Fachwelt erwartet und vorhergesagt ist, aber nicht, oder besser: noch nicht in unserem Bewusstsein resident ist – kein Wunder, denn in der neuen und einzigartigen Entwicklungsstufe geht es gerade darum, dass die Menschheit in die höhere Stufe: „Kosmisches Bewusstsein“ aufsteigen soll.
Ich gestehe, doch etwas mehr als das geläufige Fracksaußen zu haben, mich da in einem Revier zu bewegen, das mir weitgehend unbekannt ist, vermute aber, dass ich zu diesem Amt „Botschafter“ komme, weil ich eben nicht viel davon verstehe, auch keine eigenen Thesen mitbringe, die es zu verteidigen oder durchzusetzen gilt; außerdem hat mich das Leben gelehrt, auf Zurufe aus dem „Off“ zu reagieren, was für einen Skipper und Kapitän lebensnotwendig ist; übrigens auch für Schauspieler und Comedians sehr hilfreich!
Vielleicht, da ist noch eine andere These, stelle ich in der ungeheuren Vielfalt der Probanden einen Typ dar, der mit „allen Wassern“ gewaschen ist, wie es der Volksmund ausdrückt; denn zu irgendetwas sollte die Vielfalt doch einen Sinn haben; die Versuche, aus den Bruchstücken meines „Lebenspuzzles“ einige Hinweise zu destillieren, haben bisher jedenfalls schon zu allerlei entsprechenden Ergebnissen geführt.
Damit genug zu der Überschrift „Präludium“. Dazu kann ich nur vermuten, dass mein unbekannter Auftrag- und Ideengeber zur Auflockerung des Themas da und dort auf die Musentochter „Musika“ gesetzt hat, weil diese in der bisherigen Menschheitsgeschichte schon ziemlich weit ins kosmische Repertoire vorausgegangen ist und somit schon als eine Art „Wegweiser“ ausgebildet ist.
Bei alledem auch noch für die Lektüre „gute Unterhaltung“ zu wünschen, kann ich nur mit der Versicherung verbinden, immer FREUDE als Sinn und Inhalt des Lebens zu betrachten und auch in schwieriger Materie im Auge zu behalten, es jedenfalls zu versuchen.
Einen konkreten Hinweis möchte ich noch hier im Präludium geben:
Einmal: Die Zeiten sind oder scheinen zumindest aus den Fugen geraten; die Römer sagten schon ziemlich konsterniert: o tempora, o mores! Das Leiden an der Geschichte zieht sich also durch diese hindurch, doch scheint ein Modewort unserer Zeit, „die Eskalation“, dem noch einiges daraufgelegt zu haben: Die Wirrnis hat offensichtlich die Oberhand gewonnen, was wir vor allem an der Zeitachse, die sich immer schneller zu drehen scheint, zu spüren bekommen; dazu bedarf es wohl keiner Kommentierung! Dann aber bitte ich um Nachsicht im Vorhinein, dass mein Stil angesichts dieser Verwerfungen Mühe hat, die gewohnte Lockerheit zu bewahren: Freude ist ein kostbares Gut und deshalb absolute Mangelware geworden, doch mit Kummer und Sorgen lassen sich aber Schmunzeleinheiten, fachlich auch „Schmonzetten“ genannt, kaum kultivieren oder gar süffisant servieren. Dass darunter auch die mir vorschwebende Gelassenheit auf der Strecke bleibt, wird dem Leser kaum verborgen bleiben, was aber mich vielleicht am meisten selbst schmerzt.
Wenn ich nicht zunehmend davon überzeugt wäre, dass meine Bootschaft vielleicht doch etwas bewirken könne, hätte ich meine Schreiberei, die erst spät zu meinem Lieblingshobby avanciert ist, längst an den Nagel gehängt; so aber hoffe ich doch täglich, da und dort etwas Trost und vor allem Zuversicht spenden zu können, auch wenn ich leider selbst davon nicht viel mitbekomme.
So darf ich also bitten, symbolisch in mein kleines literarisches Schifferl einzusteigen, welches jedoch als ein treffliches Abbild für das Vorankommen in wildbewegter See schier unentbehrlich ist.
So soll der Törn auch mit einem Kommando aus der Seemannsprache beginnen: Rhe, als ein Signal zur Zeitenwende.
Gute Fahrt!
Achtung: rhe!
Die Metamorphose eines Äons.
Der Versuch einer kosmischen Ortsbestimmung eines Bootschafters der Freude, alias eines gealterten Seemanns, oft auch UHU aus dem Krähennest genannt, in der Nebenrolle eines selbsternannten Dorfchronisten.
Liebe Leser, nun als Crew auf ungewohnt großer Fahrt!
Mit dieser sehr üppigen Titelsetzung begrüße ich Euch –, die Leserinnen, der Tradition verpflichtet: wie immer eingeschlossen –, zu einer Reise mit Gäa, unserem großartigen und einzigartigen Raumschiff in die Zukunft unseres blauen Planeten, in unsere Zukunft: Also keine ganz alltägliche Einladung!
Mein Buch ist das Ergebnis meiner eigenen Lebensreise, aber nicht als Nabelschau, sondern als der Versuch einer Deutung des gesamten Schöpfungsgeschehens, aus dem Einzelfall Manfried Fischer heraus, immer, wenn auch oft unbewusst, als Sucher nach dem Sinn der Commedia Humana, wie ich unsere Existenz gern apostrophiere.
Diese Eröffnung, die da mit großer Bugwelle daherkommt, setze ich ganz gezielt hier in meinen Prolog, denn noch vor einigen Jahren habe ich es selbst nicht glauben und akzeptieren können, dass ich einmal mit einer Bootschaft betraut werden würde, die für die ganze Besatzung unseres Raumschiffes, also schlicht für die Menschheit, gedacht sei. „Ich doch nicht“, war lange Zeit meine Reaktion, und auch heute noch stellen sich oft meine Nackenhaare aufrecht im Duell zwischen Ehre und Last dieser seltsamen Form von Fremdbestimmung durch eine Regie, die sich nicht zu erkennen gibt. Bis ich schließlich, durch die Quantenphysik aufgeweckt, begann, das Universum als Ganzes zu begreifen, was jedem Reisegefährten dann gleiche Rechte und Pflichten einräumt bzw. auferlegt. Wenn man das einmal begriffen hat, dann kann man sich auch so einer Aufgabe nicht mehr so ohne Weiteres entziehen. Das wäre sonst schlicht: unverblümte Arbeitsverweigerung eines Skippers und Chronisten!
Dabei, das ist noch ganz entscheidend, ist meine Bootschaft gar nichts Neues, sie hat sich bei mir, inzwischen nur erkaltet, „stückchenweise“ angesiedelt, ich habe sie zusammengesetzt und in eine zeitgemäße Form gebracht. Wobei ich nicht weiß, was daraus noch entstehen wird, aber das ist dann auch nicht mehr allein mein Bier als Bootsführer.
In hohem Maß spannend ist für mich dabei die Entdeckung, dass und was da so alles mein Leben bereichert hat, das meist erst im Nachhinein recht eindeutig dieser Aufgabe zugerechnet werden kann, gewissermaßen nach Art eines Drehbuchs zu einem nicht ganz einfachen Allerwelts-Film. Damit ließe sich allein ein Buch gestalten, doch ist das diesmal nicht meine Absicht; das kann der interessierte Leser, dann vielleicht sogar in Verfolgung der Zeitgeschichte, zum Studienprojekt machen, denn dazu hinterlasse ich ja in meinen Büchern reichhaltiges Material.
Ich räume aber gern ein, dass da ein gutes Stück Selbstverliebtheit im Spiel ist; als ehemaliger Psychologie-Student, wenn auch ohne Abschluss, habe ich da durchaus auch eine Vorstellung von meinen eigenen Schwächen entdeckt! Außerdem: Zeitgeschichtliche Ereignisse werden von mir nur angerissen, im Wesentlichen aber als bekannt vorausgesetzt. Dies ist ja heute leichter als früher vertretbar, wo man doch den besten Informationsgeber ständig in Griffnähe mit sich herumschleppt, eine Form des Vademekums, an die in meiner Jugend noch niemand zu denken wagte: Bildung aus der Hosentasche!
Da mag die Frage aufkommen, welches Narrativ denn dann noch übrig bleibt, wenn alles am Leser hängen bleibt, was alles von ihm beizusteuern ist.
Gute Frage, würde ich im Interview wohl antworten: Ich versuche, mich als Autor am Wandel im Weltgeschehen zu orientieren: an dem Beginn eines neuen Zeitalters, von dem ich mehr und mehr überzeugt bin, dessen Verkündung ich auch als meinen Auftrag sehe, dessen Botschafter ich mir anmaße zu sein; oder schlichter: Ich versuche, aus den vielen Puzzleteilen, die mir das Leben zugespielt hat, meine Story zu basteln. Dabei beziehe ich mich auf die neue Lehre der Physik: Dabei verstehe ich als ein ganz wesentliches Kennzeichen der Schöpfung die unfassbare Vielfalt, die sich da schon entwickelt hat oder noch entwickeln will, die sich in jedem Menschen präsentieren will, und das in jeder Minute neu: ein unstoppbarer Prozess der Erneuerung, ja, der Metamorphose. Geprägt hat mich da die Antwort unseres Papstes Benedikt auf die Frage, wie viele Wege es zu Gott gäbe? Er lächelte und sagte: so viele, wie es Menschen gibt. Er traf damit bei mir ins Schwarze, ich hatte mir diese Antwort vorher schon selbst gegeben. Die Einmaligkeit ist der Kern der Menschenwürde, ihr unverletzliches Privileg, auch wenn es so nicht in unserer Verfassung steht.
Das ist aber auch gleichzeitig der Status quo unseres Menschseins: Es ist keinesfalls das, was es vielfach vorgibt zu sein: fertig. Nein, es ist erst halb fertig, wir haben, wie ich schon sagte, die erste Etappe des geistigen Versöhnungswegs hinter uns gebracht und befinden uns gerade beim Aufstieg zur zweiten Stufe, die allgemein als Stufe des kosmischen Bewusstseins der Menschheit bezeichnet wird. Das ist, soweit ich weiß, in allen Kosmologien der Geschichte als Faktum enthalten und die Basis unseres heutigen Weltverständnisses.
Allerdings ist dieses Wissen nicht mehr allgemein präsent, es wurde auf dem Weg der Dualität, die Wissenschaft spricht auch vom animistischen Zeitalter, sehr gezielt unterdrückt, in der Überzeugung, dass nur das als wissenschaftlich gültig angesehen werden könne, was wir mit unseren Sinnen erkennen und messen können. Alles „Jenseitige“ wurde dagegen zum „Teufelswerk“ erklärt und tabuisiert. Bis jetzt haben wir also um den Preis des Weglassens gelebt. Jetzt sieht sich die Menschheit vor die Aufgabe gestellt, das bisher Versäumte aufzuholen und damit weiter auf dem Weg der Annäherung an die vorhergesagte Vollkommenheit voranzuschreiten.
Das muss erst einmal akzeptiert werden, bevor es weitergehen kann, was für viele Gehirne eine schier unzumutbare Abwertung der eigenen Wert-Kategorie bedeutet, mindestens ein Abstieg vom „Pferd des Gesättelten“, was vielleicht später sogar als Anlass zur Übellaunigkeit, als Ursache des tiefsitzenden Frusts ausgemacht werden kann.
Und jetzt kommt die Sache mit dem Glas Wasser ins Spiel: Ist es halb leer oder halb voll? Hier geht es nun um die Gefühlswelt, um Bewertung, damit um Frust oder Freude!
Als schriftstellender Oldie sehe ich meine Aufgabe darin, das, was mich der Abenteuerspielplatz Leben gelehrt hat, mit meinem angesammelten Wissen an mir verfügbarer Menschheitsgeschichte in ein zeitgemäßes Narrativ zu packen, um die verlorengegangene Freude am Vorankommen dann auch in schwierigem Gelände gemeinsam neu zu gewinnen.
Dieses Vorhaben kann ich nur mit der Bitte verbinden, auch mir und meinen Erkenntnissen neben dem Recht der freien Meinungsäußerung einen Freiraum für das Prinzip „Versuch und Irrtum“ zuzubilligen.
Unvoreingenommenheit erachte ich als ein hohes Stadium eines menschenwürdigen Umgangs mit den Reisegefährten, und da kann ich nicht erwarten, in dieser Disziplin schon auf Meister zu treffen, wie ich auch selbst noch zu lernen habe. Mein Ziel ist demgemäß auch nicht, Überzeugung zu erreichen, ich freue mich aber über jeden Beitrag von Lesern zum Abgleich und gegebenenfalls zur gemeinsamen Fortentwicklung der Meinung in der Sache. Wie sonst könnte es in der Sache erfolgreich weitergehen? Wie steht es mit der Wende?
Der Weg der Versöhnung
Ich habe schon davon gesprochen: Unsere Welt hat es weitgehend vergessen, wo sie herkommt, wie alles begann, was die Geschichte vom Beginn allen Seins weiß. Dazu ist es notwendig, den Bereich der Mythologie, der mündlichen Überlieferung, besser zu erforschen, denn den Beruf des Chronisten, der schreiben und lesen konnte, gab es da noch nicht; Geschichte gab es nur als Erzählung von Generation zu Generation, als Märchen aus grauer Vorzeit, aber doch immer auch mit einem Anfang versehen. Da ist in den verschiedenen Kosmogonien ziemlich übereinstimmend von einem paradiesischen Anfangszustand die Rede, in dem Garten Eden, den Gott für Adam und Eva gepflanzt hat. Darin stehen die beiden Bäume, des Lebens und der Erkenntnis, von denen sie nicht essen dürfen, ein Gebot, das sie später auf Verführung der Schlange hin übertreten und damit die berühmt-berüchtigte Vertreibung herbeiführen: den Verlust des Paradieses und der Lebensgemeinschaft mit Gott, ihrem Schöpfer. So nebenbei erfahren wir aber auch von einer Welt der Engel, die als geistige Wesen, wenn auch mit Schwert bewaffnet, diese Vertreibung in Szene zu setzen und zu überwachen haben. Später wird Jesus von Reichen sprechen, die es gibt, die aber nicht für ihn, den menschgewordenen Sohn des Vaters, kämpfen können. Die Genesis, das erste Buch Mose, berichtet darüber hinaus in Gen 1, Vers 6, noch von einer Vorzeit, in der Riesen und Göttersöhne sich auf der Erde befinden und sich mit den „schönen Menschentöchtern“ paaren, in einem ganz kurzen Einschub, der in meiner Bibel noch mit einer Überschrift versehen war, die nach meiner Erinnerung den etwas kläglichen Versuch anstellte, dafür eine Erklärung zu finden, indem diese paar Zeilen als „eine etwas andere Schöpfungsgeschichte“ bezeichnet wurden. Warum diese Zeilen im Konzil von Nizäa, in dem der Kanon der Bibel festgelegt wurde, nicht einfach gestrichen wurden, kann ich mir nur so erklären, dass die Überlieferung doch so stark verankert war, dass man glaubte, darauf nicht einfach verzichten zu können; immerhin finde ich das so bemerkenswert, dass ich die vielen „anderen Schöpfungsgeschichten“, von denen ich nur das Gilgamesch-Epos erwähnen möchte, durchaus als glaubwürdig einschätze. Und dann: Geschichtsschreibung ist meines Erachtens janusköpfig: Neben dem Geschriebenen gibt es auch das Weggelassene und Unterdrückte.
Dass ich diese Geschichte überhaupt hier erwähne, hat seinen Grund in meiner Deutung, dass die Geschehnisse aus den ersten Epochen der Schöpfung von den uns weit entfernten Begutachtern als breite Palette zu verstehen sind, deren Treffergenauigkeit mit größter Zurückhaltung zu bewerten ist, jedenfalls nicht dogmatisch als „ex cathedra“ verteidigt werden sollte. Die Verständigung der Religionen, die allgemein als ein fast aussichtsloses Unterfangen erscheint, kann nur gelingen, wenn man sich nicht um Vergangenes streitet, sondern sich auf den vor uns liegenden Zeitraum konzentriert, der noch gestaltungsfähig ist; da ist noch viel zu tun!
Dazu wiederhole ich, dass jede gute Geschichte auch ein Ende haben sollte, ob happy oder auch nicht. Wenn das Ende nun aber noch bevorsteht, vielleicht sogar erst in einer fernen Zukunft, so wird es schwierig, dieses schriftstellerische Gebot zu erfüllen. Auch meine sonst so beflissene Fanny ist da überraschend sprachlos. Bleibt noch ein Versuch, den schon recht abgekämpft wirkenden Verstand einzusetzen, der da mit einigen Tricks wie Wahrscheinlichkeit und Logik nebst einem Schuss, in den Genen zu vermutenden Substanzgefühlen, ein Happy End zu basteln hat, denn sonst breitet sich da nur noch humorlos Leere aus …
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