Politik & Wirtschaft

Neue schöne Welt

Bruno Luschka

Neue schöne Welt

Weshalb wir Menschen uns beeilen müssen, um der Katastrophe doch noch zu entgehen

Leseprobe:

Neue schöne Welt


Stellen Sie sich vor, Sie gehen in einer Großstadt spazieren (oder leben gar darin) und trotz des hohen Verkehrsaufkommens ist die Atemluft sauber, ohne Gestank und über den Industriegebieten schwebt keine Smogwolke.

Feinstaub und Umweltplaketten für Autos sind abgeschafft. An den Börsen wurde der Handel mit Emissionsrechten eingestellt, weil es keine Emissionen mehr gibt.
Umweltschäden und Belastungen wie Ölpest, Fracking, Kohle-Tagebau, radioaktive Abfälle usw. gehören der Vergangenheit an. Ja, sogar das Verbrennen von fossiler Materie ist Geschichte.

Saubere Energie steht der Menschheit unbegrenzt und kostenlos zur Verfügung. Die globale Erwärmung und der Klimawandel sind gestoppt. Unsere Erde ist wieder grün und lebenswert.

Sie sagen, das gibt es nicht, das sei reine Science Fiction! Nun ja, das gibt es noch nicht, aber es ist auch keine Zukunftsfantasterei …

… doch dazu später mehr.








Ab den späten fünfziger Jahren partizipierten die Arbeitenden wesentlich und zunehmend mehr an den Erlösen des Gewerbes. Die Devise war: Geht es der Firma und dem Chef gut, dann geht es auch uns gut. Natürlich, es war die Zeit des Aufschwungs, der Vollbeschäftigung, des Wirtschaftswunders Deutschland. Familien konnten mit nur einem Gehalt existieren, ja, sogar zu Eigentum und Wohlstand kommen.
Wenn der Chef das Zehn- bis Zwanzigfache eines Arbeiters verdiente, dann war das in Ordnung, denn er sorgte ja auch für seine Belegschaft.


Keiner von uns Angestellten hätte sich damals träumen lassen, dass ein Firmenboss einmal das Hundert- oder gar Tausendfache eines Arbeiters erhält. Eine Million als Gehalt? Alleine die Zahl war für uns unvorstellbar.

Heute reden wir von Milliarden, ohne mit der Wimper zu zucken. Vorstandsmitglieder und Manager streichen Millionengehälter und ein Vielfaches an Bonuszahlungen ein. Und der Normalbürger?

Viele Menschen in unserer Gesellschaft haben ein Problem. Niedrige Löhne stehen einem immer teurer werdenden Leben gegenüber. Von der Politik hören wir seit Jahren immer nur: Bildung, Bildung, Bildung. Denn wer gebildet ist, der hat einen tollen Job, verdient viel Geld und bekommt einmal eine gute Rente.

Was aber ist mit den Millionen von schlecht bezahlten Berufstätigen, ohne die unsere Wirtschaft zusammenbrechen würde? Könnten Arbeiter und Angestellte bei Frisören, Bäckereien, Metzgereien, bei allen Kaufhäusern und Baumärkten, in Alten- und Pflegeheimen, bei Reinigungs- und Transportunternehmen, bei Dienstleistern oder in der Gastronomie denn mehr verdienen, wenn sie Abitur hätten?


Beschäftigte in abhängigen Lohnverhältnissen tragen durch ihre Arbeitsleistung und Steuerabgaben den weitaus größten Teil zum Wohlstand und zur Sicherheit unserer Gesellschaft bei. Wie viele davon werden sich, nach einem langen Arbeitsleben, der Altersarmut gegenübersehen?
In einem so reichen Land wie dem unseren eine schier unglaubliche Vorstellung!

Vor dem Gesetz, so heißt es, sind wir alle gleich, aber in der Wirtschaftspolitik sind einige gleicher. (Wer gut schmiert, der gut fährt.)

Geld hat das Sagen und findet immer wieder neue Wege, sich zu vermehren. Eines der besten und ertragreichsten Mittel ist die Werbung! Das Spiel mit unserer Psyche. Erfolgreiche Werbung braucht Fangemeinden und weckt Bedürfnisse nach Schönheit, Freiheit, Erfolg, Unabhängigkeit und Macht. In jedem von uns steckt nun mal mehr oder weniger ein Machtmensch (unser Erbe). Das Gefühl von Überlegenheit kann uns zufrieden, ja sogar glücklich machen.
Wer in einer gehobenen Stellung genießt nicht auch ab und zu seine Weisungsbefugnis gegenüber den Untergebenen? Wie viele Machtkämpfe werden tagtäglich auf Deutschlands Straßen ausgefochten?
Ist es nicht amüsant und hoch befriedigend in einem Riesen-PS-Monster zu sitzen und auf den anderen hinabzublicken?
Wie viele Damen werden fast hysterisch, wenn sie während eines Empfangs oder bei einem Konzert feststellen, dass sie ihr einzigartiges Designerkleid auch noch an einer Kontrahentin sehen müssen?
Immer das neueste Handy, den größten Fernseher, das stärkste Auto, das schönste Kleid, das tollste Schnäppchen und den billigsten All-inclusive-Urlaub. Die Werbung macht’s. Wir wollen besser, schöner und schlauer als die anderen sein.

Ganz wichtig sind Vorbilder, Idole, die man bewundern und verehren kann. Personen aus Film, Sport und Business eignen sich besonders gut dafür. Deren millionenschwere Werbeverträge sind oft einträglicher als das selbstverdiente Geld.

Aus ehemaligen Sportvereinen wurden börsennotierte Wirtschaftsimperien, aus Spielern Firmenkapital, das auf dem Transfermarkt gehandelt wird. Bei großen internationalen Sportveranstaltungen marschieren die Akteure gladiatorengleich in die Arena, begleitet von Fanfaren und Fahnenschwingern. Man ist versucht, an das römische Kolosseum in Cäsars Zeit zu denken.


Manche Fans vergöttern ihre Stars oder Vereine so frenetisch und fanatisch, dass sie sogar dazu bereit sind, sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen. Wie traurig! Nur weil Sportler ein bestimmtes Wasser und Filmstars einen besonderen Kaffee trinken, müssen diese Getränke nicht zwangsläufig „in“ sein oder besser schmecken. Aber wir glauben beinahe alles. Werbung ist allgegenwärtig und wir werden tagtäglich von den Medien damit berieselt.

Woche für Woche erhalten wir kiloweise Prospekte, die zumeist ungelesen in die Papiertonne wandern. Wer ärgert sich nicht über allabendliche, häufige Werbepausen in den Spielfilmen? Wir Konsumenten sind ob dieser Flut von Angeboten längst abgestumpft. Freuten wir uns früher über 3 Prozent Barzahlungsrabatt, so reißen uns heute nicht mal mehr Nachlässe von 50 und mehr Prozent vom Hocker. Der immer größer werdende Wettbewerb erfordert immer aggressivere Verkaufsstrategien. Eine Blase, die irgendwann platzen wird. Geld regiert die Welt!
Im Jahr 1973, brachte die britische Rockgruppe Pink Floyd ihr Erfolgsalbum „The Dark Side of the Moon“ heraus. In dem Song „Money“ lautet ein Satz: „It’s the root of all evil today“ (Geld ist heute die Wurzel allen Übels). Wohlgemerkt vor fast 50 Jahren!


Mittlerweile ist es für die Politik fast aussichtslos, den Überblick über die Wirtschaftsmaschinerie zu behalten, geschweige denn, sie zu kontrollieren.

Wirtschaft bedeutet Wohlstand und sprudelnde Steuereinnahmen und droht man ihr doch einmal mit Sanktionen, dann stehen eben Arbeitsplätze auf dem Spiel.
Ein großes und wichtiges politisches Thema ist der Umweltschutz in Verbindung mit der Erderwärmung. Ein Klimagipfel jagt den nächsten, aber nationale Interessen verhindern immer noch konkrete und verbindliche Beschlüsse.
Das erinnert mich an den bankrotten Börsenmakler, der sich am schwarzen Freitag aus einem Hochhaus in der Wall-Street stürzte. Wohl wissend, dass er unten aufschlagen wird, dachte er sich vielleicht bei jedem Stockwerk, an dem er vorbeisegelte: Bis jetzt ist es gut gegangen.

Natürlich tut sich auch etwas! Der Atomausstieg in Deutschland, ein lobenswerter Alleingang unserer Regierung. Die Politik arbeitet fieberhaft daran, den Umweltschutz weiter voranzutreiben. Zur Energieeinsparung wurde eine Fülle von Gesetzen und Richtlinien erlassen.


LED-Beleuchtung und effiziente Elektrogeräte sparen Strom, bessere Dämm- und Isolierstoffe mindern den Heizenergieverbrauch, optimierte Bad-Armaturen und Wasserhähne verbrauchen weniger von dem kostbaren Nass. Windkraft und Solaranlagen werden ausgebaut.
Doch es ist äußerst schwierig, einen Konsens zwischen Industrie, Wirtschaft und Umweltschutz national, geschweige denn global, herzustellen. Solange wir noch vom Erdöl abhängig sind, wird sich nicht sehr viel daran ändern. Apropos Erdöl!

Was ist mit der Autobranche? Sie ist unsere Schlüssel-Industrie und schafft, mit den angeschlossenen Zulieferbetrieben, hunderttausende von Arbeitsplätzen. Jeder siebte Job hängt an den Autobauern. Über Jahrzehnte hinweg entwickelten Konstrukteure und Ingenieure immer bessere und sparsamere Motoren, um den Schadstoffausstoß zu senken. Benziner bekamen vollelektronische Zünd- und Einspritzanlagen sowie Katalysatoren.
Und Diesel?
Wenn man früher hinter einem Dieselauto fuhr, wurde man in schwarzen Rauch gehüllt. Neben dem Gestank, ein unzumutbarer Zustand. Doch so unwahrscheinlich es klingt, diese stinkenden und rauchenden Motoren waren vielleicht gesünder für uns, als unsere heutigen Selbstzünder.


Die damals ausgestoßenen Rußpartikel waren so groß, dass sie sozusagen nicht lungengängig waren und noch abgehustet werden konnten. Jetzt sind Dieselmotoren so innovativ, dass sie mikroskopisch kleinen Feinstaub erzeugen, der von den Lungenbläschen absorbiert wird und Krebs auslösen kann. Die Politik reagierte mit immer neueren und niedrigeren Abgasgrenzwerten, aber man kann eben eine Maschine, die Öl verbrennt, nicht grenzenlos drosseln. ohne Leistung zu verlieren. So kam, was kommen musste.

Der Dieselskandal!

Um die immer schärferen Vorgaben zu erfüllen (wenngleich man wusste, dass es nicht funktioniert oder, wenn doch, nur mit erheblichem finanziellen Aufwand), wurde die „Schummel-Software“ erfunden. Eine intelligente Vorrichtung, die beim Testbetrieb der Motoren auf dem Prüfstand den Schadstoffausstoß so weit reduzierte, dass die Anforderungen erfüllt wurden.
Dabei weiß doch jeder denkende Mensch, dass Fahrzeuge, egal ob Diesel oder Benzin, im normalen Straßenverkehr wesentlich mehr Abgas erzeugen als unter Laborbedingungen.
Aber solange es niemand bemerkte, war es ja gut gegangen.

Ein Irrglaube, denn der Schwindel flog auf. Wie rigoros und kompromisslos die darauf folgende Reaktion war, hat uns die amerikanische Justiz verdeutlicht. Strafzahlungen in Milliardenhöhe sowie Fahrzeugrücknahmen und aufwendige Umbauten waren die Folge.
Die Veröffentlichung dieses Betruges zog einen deutlichen Absatzeinbruch bei Dieselautos nach sich, aber viel schlimmer noch, einen riesigen Imageschaden.
Dass das Qualitätslabel „Made in Germany“ durch diese Praktiken so viel an Schaden genommen hat, ist beschämend.
Und bei uns? Entschädigungszahlungen? Fehlanzeige! Die Schummel-Autos werden upgedatet und dann ist wieder alles gut. Oder noch besser, man tauscht seinen dreckigen Diesel gegen einen Benziner, denn dafür gibt es ja eine Umweltprämie. Ein fragwürdiges Geschäft. Wie viele Autofahrer haben den Herstellern geglaubt, sind enttäuscht worden und verloren jegliches Vertrauen, weil sie nicht zuletzt auch noch von Seiten der Politik nichts zu erwarten haben?

Sie hält im Gegenteil ihre schützende Hand über die Autobauer (Arbeitsplätze) sowie deren Vorstände und Chefs, denn die haben sowieso von alledem nichts gewusst.


Es waren wahrscheinlich übermotivierte Ingenieure und Entwickler, die von ganz allein darauf gekommen sind und ohne entsprechende Anweisung die Abgasabschaltung zum Wohle der Firma ausgetüftelt und dann versehentlich eingebaut haben. Einfach lachhaft! Der Fisch fängt immer vom Kopf her zu stinken an.








Die Zukunft


Erinnern Sie sich! Am Anfang des Buches habe ich von einer neuen schönen Welt gesprochen. Von einer grünen und lebenswerten Erde. Wie aber kann diese Vision Wirklichkeit werden?

Das Schlüsselwort heißt: WASSERSTOFF!!!

Großer Wurf oder Enttäuschung? Wie denken Sie darüber? Werden Sie sagen, das ist ein alter Hut oder können Sie damit nichts Besonderes anfangen? Wie oft haben Sie in den Medien schon von Elektromobilität gehört und gelesen und wie wenig oder gar nichts von Wasserstoff? Lassen Sie mich Ihnen meine Idee von einer besseren Welt vortragen.

Die meisten Menschen kennen dieses Element mit der chemischen Bezeichnung „H“. Zum freilich zweifelhaften Bekanntheitsgrad schaffte es die „Wasserstoffbombe“. Und ja, es ist ein alter Hut, denn Wasserstoff-Technologie an sich gibt es schon seit langem. Denken wir an die Bilder des stolzen Luftschiffes „Hindenburg“, das bei der Landung in Amerika in Flammen aufging und binnen weniger Minuten dramatisch zerstört wurde. Das Unglück geschah bereits in den 1930er Jahren.


Die Hülle war mit Wasserstoffgas gefüllt, welches leichter als Luft ist, aber nun mal wie Zunder brennt.
Wasserstoff ist gefährlich! Ja, das stimmt, aber das sind alle brennbaren Stoffe. Wasserstoff wird in der Raumfahrt benutzt, auch unsere Europarakete „Ariane“ wird von ihm angetrieben und fliegt damit in den Weltraum. Sogar auf der internationalen Raumstation „ISS“ findet Wasserstoff Verwendung als Treibstoff.

Seit etlichen Jahren gibt es die Brennstoffzelle, ein mit feinen Membranen bestücktes Gerät, das mittels einer chemischen Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff elektrischen Strom erzeugt. In unserem alltäglichen Leben sind diese Begriffe allenfalls Randerscheinungen, die wir zwar registrieren, aber zumeist ignorieren, weil wir davon so gut wie nichts hören, sehen und lesen.

Wasserstoff ist das kleinste, aber auch am häufigsten vorkommende Element im Universum. Er ist sehr reaktionsfreudig und geht mit vielen anderen Materien, darunter auch Sauerstoff, Bindungen ein. Die chemische Formel H2O ist weiträumig wohl am bekanntesten. Zwei Wasserstoffatome verbinden sich mit einem Sauerstoffatom und bilden so ein für uns lebenswichtiges Element. Nämlich Wasser!


Die gesamte Flora und Fauna unseres Planeten besteht mehr oder weniger daraus, der Mensch zu ca. zwei Drittel.


Ohne Wasser würde es das Leben, so wie wir es kennen, nicht geben. In dieser Flüssigkeit (die wir tagtäglich gebrauchen) verbirgt sich eine enorme Kraft, ein riesiges Energiepotential, das den Schlüssel zu einer sorgenfreien, wunderschönen Zukunft für uns und unsere Umwelt bereithält.
Die einzige Alternative, welche unsere Energieprobleme dauerhaft, kostengünstig und global löst, dabei aber unsere Umwelt weder belastet noch vergiftet, sondern im Gegenteil wieder sauber und gesund macht, ist Wasserstoff.
Wieso, weshalb, warum ?

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 78
ISBN: 978-3-95840-809-8
Erscheinungsdatum: 22.01.2019
EUR 15,90
EUR 9,99

Herbstlektüre