Politik & Wirtschaft

Lieber Barack: Die außergewöhnliche Partnerschaft zwischen Angela Merkel und Barack Obama

Claudia Clark

Lieber Barack: Die außergewöhnliche Partnerschaft zwischen Angela Merkel und Barack Obama

Kundenbewertungen:

5 Sterne
Ein tolles buch - 07.11.2021
Karsten Schreibler

‚Lieber Barack‘ beschreibt die Geschichte der Partnerschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident Barack Obama vom unterkühlten Beginn bis zum ersten Jahr von Trumps Präsidentschaft, als der erste schwarze Präsident der USA von niemandem schmerzlicher vermisst wurde als von seiner international engsten Verbündeten und Freundin, Angela Merkel. Clarks Buch macht einem bewusst, dass mit dem Rückzug Angela Merkels eine Epoche internationaler Politik endgültig zu Ende geht und sie versteht es, diese gewinnbringend und kurzweilig Revue passieren zu lassen.Ich war sowohl bei Kandidat Barack Obamas erster Rede, im Juli 2008 in Berlin an der Siegessäule, im Publikum, als auch bei seinem ersten Besuch nach seiner Amtszeit, der ihn im Mai 2017 mit der Bundeskanzlerin auf der Bühne des Evangelischen Kirchentages vorm Brandenburger Tor zusammenführen sollte. Das letztere Event wird in ‚Lieber Barack‘ beschrieben. Die Begegnung stand unter dem düsteren Stern von Donald Trumps irrlichternden Ausbrüchen.Das Buch machte mir die Zeit von Obamas Präsidentschaft wieder gegenwärtig und durch die dichte Erzählweise wurde mir erneut bewusst, welch ereignisreiche Zeit dies politisch war. Nun wird kaum jemand, entsprechendes Alter vorausgesetzt, die z. B. Finanzkrise von 2008 vergessen haben, aber es erstaunt doch, die vielschichtigen Ereignisse, mit denen die neue Administration in Washington und relativ neue in Paris und Berlin konfrontiert waren, noch einmal so detailliert geschildert zu lesen. Dass Clark sich dabei an den Persönlichkeiten ihrer beiden Protagonisten sowie deren Beziehung zueinander orientiert, ist ein wohltuender Kunstgriff, der den Lesefluss erleichtert, weil er durch ein anregendes Narrativ geleitet wird. Die Autorin verfällt dabei nicht ins rein Anekdotische - natürlich gibt es deren einige -, sondern es gelingt ihr auf scheinbar leichte Weise ein umfangreiches zeitgeschichtliches Bild vom Ende des ‚heißen‘ Irak Krieges bis zum Jahre 2018 zu zeichnen, als die Nato scheinbar vor der Auflösung stand.Obwohl die Sympathie der Autorin, die das Team Merkel und Obama offensichtlich als staatslenkerischen Gegenpol zu Obamas unmittelbarem Nachfolger zu zeichnen suchte, zu ihren Akteuren sich nicht verleugnen lässt, wahrt sie dennoch Distanz zu ihrem Gegenstand. Sie spart kritisches nicht aus aber offensichtlich ist sie fasziniert von der Dynamik dieses transatlantischen Duos, von dem kein politischer Beobachter eine solch enge Partnerschaft vorausgeahnt hatte. Sie beginnt ihr Buch mit kurzgehaltenen biografischen Portraits und obwohl sie die Gemeinsamkeit der beiden als Außenseiter in ihrem jeweiligen politischen Betrieb herausstellt, wird deutlich, dass die Unterschiede in Charakter und noch entscheidender; politischer Ausrichtung Merkel und Obama zum interessantesten Tandem mindestens seit Valéry Giscard d’Estaing und Helmut Schmidt machten. Clark verzichtet darauf, die Politiker zu psychoanalysieren, was ‚Lieber Barack‘ wohltuend von vielen Politbiographien abhebt. Es ist eine Charakterstudie, in der dennoch das politische Geschehen den Vorrang hat und noch jeder persönlichen Eigenheit oder biografische Besonderheit der Protagonisten eine politische Bedeutung abgewonnen wird. Das mag nicht jedem zusagen. Mir fiel dieser strikt politische Zug gegenüber pseudo-gewichtigen tiefenpsychologischen Beschreibungen, die sich Autoren von Politikern oft anmaßen, als wohltuend auf.Die Zusammenarbeit in der Sicherheitspolitik nimmt einen breiten Raum ein und es überrascht, welchen Wert Obama augenscheinlich auf die Unterstützung der Bundeskanzlerin legte. In dreierlei Hinsicht lässt sich das Buch als Plädoyer für die Stärke von ‚soft diplomacy‘ (sanfter Diplomatie) lesen. In dem erstaunlichen und unwahrscheinlichen Aufstieg der beiden Protagonisten, in der Transformation der Beziehung der beiden zueinander, die sich zu einer einflussreichen Partnerschaft entwickelte und letztlich, wie dadurch Deutschland und seine Regierungschefin trotz militärisch nachgeordneter Stellung und im Vergleich kleiner Bevölkerung zu solchem Einfluss und Prestige gelangten, dass während der Amtszeit Donald Trumps Angela Merkel regelmäßig von amerikanischen Journalisten als Führerin der freien Welt bezeichnet wurde.Aus deutscher Sicht wird man vielleicht einige Probleme und Debatten, die das Land während Merkels Amtszeit bewegt haben vermissen aber das hätte wohl den Rahmen gesprengt. Es kann gut sein, dass zukünftige Historiker die parallelen Amtszeiten von Merkel und Obama als Umbruchszeit aber auch als Übergangszeit betrachten werden. Zum Verstehen der heutigen internationalen Konflikte ist sie unverzichtbar. Claudia Clarks Buch ‚Lieber Barack‘ erklärt sie gut. Ich kann es empfehlen, das Buch.

5 Sterne
Unterhaltsame, informative und inspirierende Retrospektive - 08.10.2021
Sven Mähl

Claudia Clark hat hier eine unterhaltsame, informative und inspirierende Retrospektive geschrieben, die sehr einfühlsam die politische Partnerschaft von Angela Merkel und Barack Obama darstellt, Obwohl die zwei Politiker oppositionellen Parteien angehörten, waren sie in der Lage ihre Differenzen beiseitezulegen und sich auf das zu konzentrieren was beide verband. Das könnte ein Vorbild für aktuelle politische Bündnisse sein: Differenzen zu überwinden und sich auf das Gemeinsame zu fokussieren.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 340
ISBN: 978-3-99107-828-9
Erscheinungsdatum: 31.08.2021
Durchschnittliche Kundenbewertung: 5
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